Der plötzliche Tod von Sivert Guttorm Bakken hat kurz vor Weihnachten für große Bestürzung im internationalen Biathlon gesorgt. Der norwegische Athlet wurde tot in seinem Hotelzimmer in Italien aufgefunden. Er war erst 27 Jahre alt und stand noch wenige Tage zuvor im Weltcup im Einsatz. Die genauen Umstände seines Todes sind bislang nicht abschließend geklärt. Nun sorgt ein neues Detail für zusätzliche Aufmerksamkeit, die monrose.de berichtet mit t-online.de.
Bakken galt als einer der Hoffnungsträger des norwegischen Biathlons. Kollegen, Trainer und Fans reagierten schockiert auf die Nachricht. Mehrere Spitzenathleten äußerten öffentlich ihre Trauer. Die Ermittlungen der italienischen Behörden dauern weiter an.
Neues Detail zur Höhenmaske taucht auf
Wie skandinavische Medien berichten, rückt inzwischen ein Trainingsgerät in den Mittelpunkt der Untersuchungen. Demnach soll Bakken mit einer sogenannten Höhenmaske aufgefunden worden sein. Diese Maske war Berichten zufolge auf eine simulierte Höhe von rund 7.000 Metern eingestellt. Mehrere mit dem Fall vertraute Quellen bestätigten diese Information.
Zum Zeitpunkt seines Todes befand sich der Biathlet jedoch in Lavazè in Norditalien. Der Ort liegt auf etwa 1.800 Metern über dem Meeresspiegel. Eine solche Diskrepanz zwischen tatsächlicher Höhe und Einstellung der Maske wirft Fragen auf. Experten verweisen darauf, dass die Sauerstoffkonzentration bei simulierten 7.000 Metern deutlich geringer ist.

Training mit Höhenmasken ist im Leistungssport verbreitet
Höhenmasken werden von Ausdauersportlern genutzt, um Trainingsreize zu verstärken. Durch den reduzierten Sauerstoffgehalt soll die Leistungsfähigkeit verbessert werden. Auch im Biathlon gehören solche Methoden zum Trainingsalltag. Allerdings erfordern sie Erfahrung und eine sorgfältige Anwendung.
Bei falscher Nutzung kann es zu gesundheitlichen Risiken kommen. Besonders bei hoher Belastung oder Vorerkrankungen ist Vorsicht geboten. Ob die Maske im Fall Bakken eine Rolle spielte, ist derzeit völlig offen. Die Ermittler prüfen nun, ob ein Zusammenhang besteht.
Die italienische Polizei hat die Höhenmaske sowie weitere Gegenstände aus dem Hotelzimmer sichergestellt. Diese sollen im Rahmen der laufenden Ermittlungen untersucht werden. Ziel ist es, mögliche technische Defekte oder Fehlanwendungen auszuschließen. Auch medizinische Gutachten spielen dabei eine zentrale Rolle.
Der norwegische Biathlon-Verband und die Familie des Athleten verfolgen die Untersuchungen aufmerksam. Beide Seiten betonen, dass Spekulationen vermieden werden sollten. Erst die Ergebnisse der forensischen Analysen sollen Klarheit bringen. Bis dahin bleibt die Todesursache offiziell ungeklärt.
Familie und Verband schalten Anwälte ein
Inzwischen haben die Angehörigen von Bakken gemeinsam mit dem norwegischen Biathlon-Verband eine Anwaltskanzlei beauftragt. Diese soll den Fall juristisch begleiten und Akteneinsicht beantragen. Der zuständige Anwalt erklärte, es sei noch zu früh für Schlussfolgerungen. Zunächst müssten alle polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen werden.
Sobald die vollständigen Berichte vorliegen, wolle man sich öffentlich äußern. Auch der Verband setzt auf Transparenz. Ziel sei es, offene Fragen zu klären und mögliche Lehren für den Leistungssport zu ziehen. Die Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden verlaufe konstruktiv.
Sivert Guttorm Bakken galt lange als eines der größten Talente seines Landes. Sein Weltcup-Debüt feierte er im Jahr 2022. Noch im selben Jahr gelang ihm ein Sieg auf höchster Ebene. Kurz darauf erlitt er jedoch einen schweren gesundheitlichen Rückschlag.
Nach einer Corona-Impfung entwickelte Bakken eine Herzmuskelentzündung. Diese zwang ihn zu einer längeren Pause vom Leistungssport. Erst in der Saison 2024/25 kehrte er schrittweise zurück. Im IBU-Cup überzeugte er mit mehreren Podestplätzen.
Erfolgreiches Comeback und erneute Weltcup-Nominierung
In der laufenden Saison schaffte Bakken erneut den Sprung in den Weltcup. Er erreichte mehrere Top-Ten-Platzierungen und präsentierte sich in starker Form. Sein fünfter Platz beim Sprintrennen im französischen Le Grand-Bornand galt als Ausrufezeichen. Auch für den Weltcup in Oberhof war er bereits nominiert.
Sein plötzlicher Tod reißt eine große Lücke. Nicht nur sportlich, sondern auch menschlich galt Bakken als hoch geschätzt. Trainer beschrieben ihn als ehrgeizig, reflektiert und teamorientiert. Die Anteilnahme aus der Biathlon-Szene ist entsprechend groß.
Die Ermittlungen zum Tod von Sivert Guttorm Bakken sind noch nicht abgeschlossen. Das neue Detail zur Höhenmaske ist ein weiterer Baustein in einem komplexen Fall. Ob es sich dabei um einen entscheidenden Hinweis oder um eine Nebensächlichkeit handelt, bleibt offen. Die Behörden prüfen weiterhin alle denkbaren Szenarien.
Fest steht, dass der Tod des jungen Biathleten viele Fragen aufwirft. Bis zur endgültigen Klärung bitten Familie und Verband um Zurückhaltung. Die Biathlon-Welt trauert um einen Athleten, dessen Karriere noch lange nicht am Ende gewesen wäre.