Großbaustellen bei der Deutschen Bahn: Ursache für Verspätungen im Jahr 2026

Großbaustellen bei der Deutschen Bahn führen 2026 zu erheblichen Einschränkungen im Zugverkehr. Besonders Pendler sind betroffen.

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Mit der Bahn zu reisen kann komfortabel und entspannt sein, solange der Fahrplan eingehalten wird. Doch im Jahr 2026 müssen sich viele Reisende auf Einschränkungen einstellen. Zahlreiche Baustellen im Netz der Deutschen Bahn führen zu Verspätungen, Umleitungen und Zugausfällen. Besonders Pendler spüren die Auswirkungen im Alltag deutlich. Ursache dafür sind umfangreiche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen im gesamten Streckennetz, die monrose.de berichtet mit inside-digital.de.

Warum Baustellen den Bahnverkehr stark beeinträchtigen

Die Deutsche Bahn investiert seit Jahren massiv in die Erneuerung ihrer Infrastruktur. Gleise, Weichen, Brücken, Stellwerke und Energieanlagen müssen modernisiert werden, um langfristig einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. Diese Arbeiten finden oft auf stark frequentierten Strecken statt. Während der Bauphasen müssen Züge langsamer fahren oder Umleitungen nutzen. Das führt zwangsläufig zu Verspätungen und eingeschränkten Fahrplänen.

Milliardeninvestitionen bis 2029 geplant

Bis zum Jahr 2029 stellt die Deutsche Bahn mehr als 100 Milliarden Euro für Infrastrukturprojekte bereit. Allein für 2026 sind Investitionen in Höhe von rund 23 Milliarden Euro vorgesehen. Im Vergleich dazu lagen die Ausgaben 2025 noch bei etwa 19 Milliarden Euro. Ziel ist es, ein über Jahrzehnte vernachlässigtes Netz grundlegend zu modernisieren. Kurzfristig bedeutet dies jedoch erhebliche Belastungen für den laufenden Betrieb.

In den kommenden Monaten sind zahlreiche Großbaustellen geplant, die den Zugverkehr erheblich beeinflussen. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl zentraler Maßnahmen, die bereits kommuniziert wurden und besonders relevant für Reisende sind.

Primär betroffener StreckenabschnittZeitraumGrund für die Störung
Hamm ⇄ Hannover15.12.2024 bis 06.03.2026Erneuerung Eisenbahnüberführung
Schwerin ⇄ Hamburg01.08.2025 bis 30.04.2026Generalsanierung Hochleistungskorridor
Berlin ⇄ Hamburg01.08.2025 bis 30.04.2026Generalsanierung
München ⇄ Salzburg05.01.2026 bis 06.02.2026Instandhaltung
Knoten Dresden08.01.2026 bis 12.01.2026Oberleitungs- und Signaltechnik
München ⇄ Nürnberg09.01.2026 bis 12.01.2026Schwellenauswechslung
Duisburg ⇄ Essen/Oberhausen09.01.2026 bis 06.02.2026Brückenarbeiten
Köln ⇄ Hagen06.02.2026 bis 10.07.2026Generalsanierung
Nürnberg ⇄ Regensburg06.02.2026 bis 14.06.2026Generalsanierung
Regensburg ⇄ Passau14.06.2026 bis 14.12.2026Generalsanierung

Diese Liste zeigt nur größere Projekte. Zusätzlich können kurzfristige Baustellen oder technische Defekte auftreten, die ebenfalls zu Störungen führen.

Besonders einschneidend sind die sogenannten Generalsanierungen ganzer Streckenkorridore. Ursprünglich sollte dieses Programm bis 2031 abgeschlossen sein. Inzwischen geht die Deutsche Bahn davon aus, dass sich die Arbeiten bis mindestens 2036 hinziehen werden. Für Reisende bedeutet das eine lange Phase mit wiederkehrenden Einschränkungen. Vor allem wichtige Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen sind betroffen.

Welche Folgen Pendler und Reisende erwarten müssen

Pendler müssen sich auf längere Fahrzeiten und häufige Fahrplanänderungen einstellen. Umleitungen verlängern viele Strecken deutlich. Auch Anschlüsse sind schwerer zu erreichen. Im Fernverkehr kann es zu Zugausfällen kommen, wenn Bauarbeiten besonders umfangreich sind. Die Bahn empfiehlt, vor Fahrtantritt stets aktuelle Informationen zu prüfen.

Entschädigung bei Verspätungen: Das gilt 2026

Trotz der Baustellen haben Fahrgäste weiterhin Anspruch auf Entschädigung bei größeren Verspätungen. Ab 60 Minuten Verspätung im Fernverkehr werden 25 Prozent des Fahrpreises erstattet. Ab 120 Minuten sind es 50 Prozent. Für Zeitkarten gelten pauschale Beträge, abhängig von der Wagenklasse. BahnCard-100-Kunden erhalten ebenfalls feste Entschädigungen.

Eine wichtige Änderung betrifft Verspätungen durch extreme Wetterereignisse oder andere außergewöhnliche Umstände. In solchen Fällen kann der Entschädigungsanspruch entfallen. Grundlage ist eine Reform der europäischen Fahrgastrechte. Streiks zählen jedoch weiterhin nicht zu diesen Ausnahmen. Für Reisende wird es dadurch schwieriger, Ansprüche geltend zu machen.

Die zahlreichen Baustellen im Netz der Deutschen Bahn sind Ausdruck eines dringend notwendigen Modernisierungskurses. Langfristig sollen sie für mehr Stabilität und Zuverlässigkeit sorgen. Kurzfristig jedoch belasten sie den Alltag vieler Reisender erheblich. Wer regelmäßig mit der Bahn unterwegs ist, muss auch 2026 mit Einschränkungen rechnen. Eine sorgfältige Reiseplanung bleibt daher unerlässlich.