Audi- und VW-Händler erwarten steigende Preise: Gründe und Ausblick für Deutschland

Steigende Kosten und hoher Preisdruck: Warum Autohändler in Deutschland 2026 höhere Preise bei VW und Audi erwarten.

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26.04.2022, Sachsen, Zwickau: Mitarbeiter montieren den Stoßfänger an einem ID.4 im Werk von Volkswagen in Zwickau. In dem Werk laufen neben den VW-Fahrzeugen auch die Fahrzeuge der Konzernmarken Audi und Seat vom Band. Die Fahrzeuge basieren auf dem Modularen Elektrobaukasten. Volkswagen hat den Standort mit rund 9000 Beschäftigten für 1,2 Milliarden Euro zur reinen Fabrik für Elektrofahrzeuge umgebaut und die Transformation zum E-Standort nun abgeschlossen. Foto: Jan Woitas/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die deutsche Automobilbranche steht weiterhin unter erheblichem Druck. Händler der Marken Volkswagen und Audi rechnen für das Jahr 2026 mit weiter steigenden Fahrzeugpreisen, die monrose.de berichtet mit n-tv.de.

Von einer spürbaren Entlastung für Käufer gehen Branchenvertreter derzeit nicht aus. Hintergrund sind steigende Kosten auf mehreren Ebenen, die sich zunehmend auf die Endpreise auswirken. Gleichzeitig sehen Experten im Bereich der Elektromobilität langfristig weiterhin Wachstumspotenzial.

Warum Autohändler mit höheren Preisen rechnen

Nach Einschätzung der Händler steigen die wirtschaftlichen Belastungen für Autohäuser kontinuierlich. Höhere Zinsen verteuern die Finanzierung von Fahrzeugen und Lagerbeständen. Gleichzeitig sind Energie- und Personalkosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Auch der bürokratische Aufwand hat spürbar zugenommen. Händler müssen mehr dokumentieren, berichten und kontrollieren, ohne dass sich dies im Ertrag widerspiegelt.

Diese Kombination führt dazu, dass der Preisdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette wächst. Die steigenden Kosten lassen sich langfristig nicht vollständig intern auffangen. Ein Teil davon wird zwangsläufig an die Kunden weitergegeben. Aus Sicht der Händler ist ein weiterer Preisanstieg daher kaum zu vermeiden.

Rückblick auf den Automarkt 2025

Für das Jahr 2025 fällt die Bilanz der Händler gemischt aus. Die Kernmarke Volkswagen bewegt sich beim Absatz auf einem soliden Niveau. Der Marktanteil liegt wieder bei rund 20 Prozent. Das gilt sowohl für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor als auch für Elektroautos. In diesem Segment zeigt sich eine gewisse Stabilisierung.

Anders sieht die Lage bei Audi aus. Im Premiumsegment ist eine spürbare Kaufzurückhaltung zu beobachten. Kunden vergleichen intensiver und wägen Kaufentscheidungen länger ab. Der Wettbewerb ist deutlich härter geworden. Trotz dieser Zurückhaltung steigen die Listenpreise tendenziell weiter an, was den Entscheidungsprozess zusätzlich verlangsamt.

Wettbewerb und Kaufverhalten der Kunden

Der Automarkt in Deutschland ist von starkem Wettbewerb geprägt. Käufer sind besser informiert und vergleichen Angebote sehr genau. Preis, Ausstattung und Finanzierung spielen eine größere Rolle als früher. Gerade im Premiumsegment reagieren Kunden sensibel auf Preissteigerungen. Schon kleine Unterschiede können den Ausschlag geben.

Für Händler bedeutet das einen schmalen Grat. Einerseits steigen die Kosten, andererseits dürfen Preise nicht beliebig erhöht werden. Rabatte und Sonderaktionen verlieren an Spielraum. Dennoch sehen Händler aktuell keine realistische Alternative zu moderaten Preisanpassungen. Die Margen stehen bereits unter erheblichem Druck.

Elektromobilität als Hoffnungsträger

Trotz der angespannten Lage sehen Händler im Bereich der Elektromobilität weiterhin Chancen. Entscheidend ist dabei weniger der Listenpreis als vielmehr die monatliche Belastung für Kunden. Elektroautos werden zunehmend über Leasingmodelle verkauft. Die Höhe der Leasingrate ist für viele Käufer das ausschlaggebende Argument.

Wenn die monatliche Rate eines Elektroautos unter oder auf dem Niveau eines vergleichbaren Verbrenners liegt, steigt die Nachfrage spürbar. Für 2026 halten Branchenvertreter eine Annäherung dieser Raten für realistisch. Das könnte dem Absatz von Elektrofahrzeugen neuen Schwung verleihen. Voraussetzung ist jedoch eine stabile wirtschaftliche und politische Rahmenlage.

Politische Rahmenbedingungen und ihre Wirkung

Die Diskussion um das Verbrenner-Aus auf europäischer Ebene sorgt weiterhin für Unsicherheit. Eine Lockerung der Vorgaben wird von Händlern nicht grundsätzlich als Hindernis gesehen. Langfristig gehen viele dennoch davon aus, dass sich die Elektromobilität durchsetzen wird. Allerdings fehlt es aus Sicht der Branche an einer klaren, verlässlichen politischen Linie.

Diese Unsicherheit führt dazu, dass viele Kunden Kaufentscheidungen aufschieben. Unklare Förderungen, wechselnde Vorgaben und politische Debatten wirken bremsend. Für den Markt ist Planungssicherheit entscheidend. Ohne klare Signale bleiben viele Käufer abwartend, was den Absatz zusätzlich belastet.

Prognose für 2026: Was Käufer erwarten müssen

Für das Jahr 2026 rechnen Händler nicht mit sinkenden Fahrzeugpreisen. Vielmehr deutet vieles auf weitere moderate Preissteigerungen hin. Die strukturellen Kostenprobleme sind ungelöst. Gleichzeitig bleiben Investitionen in neue Technologien, Digitalisierung und Elektromobilität notwendig. Diese Ausgaben müssen finanziert werden.

Käufer sollten sich darauf einstellen, dass Neuwagen eher teurer als günstiger werden. Attraktiv bleiben könnten Leasingangebote, insbesondere im Elektrobereich. Wer flexibel ist, kann hier Vorteile erzielen. Insgesamt bleibt der deutsche Automarkt herausfordernd, sowohl für Händler als auch für Kunden.