CO₂-Preis steigt 2026: Wird Heizen und Tanken in Deutschland deutlich teurer?

Ab 2026 wird der CO₂-Preis nicht mehr festgelegt, sondern schwankt. Das hat Folgen für Heizen, Tanken und die Kosten im Alltag.

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Ab 2026 müssen sich Verbraucher in Deutschland auf Veränderungen bei den Energiekosten einstellen. Der Preis für CO₂-Emissionen steigt weiter und wird erstmals nicht mehr fest vorgegeben. Damit verändert sich das bisherige System grundlegend. Heizen mit Gas oder Öl sowie das Tanken von Benzin und Diesel bleiben davon nicht unberührt. Viele Haushalte fragen sich, wie stark die Mehrkosten tatsächlich ausfallen werden, die monrose.de berichtet mit mdr.de.

Die Bundesregierung verfolgt mit dem steigenden CO₂-Preis das Ziel, klimafreundliche Alternativen attraktiver zu machen. Fossile Energieträger sollen schrittweise an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Gleichzeitig soll der Markt stärker über Angebot und Nachfrage entscheiden. Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: mehr Unsicherheit bei der Kostenplanung.

Weg vom Festpreis hin zu einer Preisspanne

Bislang hatte der Staat den CO₂-Preis klar festgelegt. Zuletzt lag dieser bei 55 Euro pro Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid. Ab 2026 wird dieses Modell aufgegeben. Künftig bewegt sich der Preis innerhalb einer Spanne, die je nach Marktlage schwankt. Aktuell wird mit einem Bereich zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne gerechnet.

Unternehmen, die fossile Brennstoffe vertreiben, müssen dafür entsprechende Zertifikate erwerben. Diese Zertifikate werden regelmäßig versteigert. Der Marktpreis ergibt sich aus der Nachfrage. Dadurch kann der CO₂-Preis von Woche zu Woche variieren. Für Endkunden wird es damit schwieriger, zukünftige Kosten exakt abzuschätzen.

Welche Folgen das für Heizkosten haben kann

Besonders relevant ist der CO₂-Preis für Haushalte, die mit Erdgas oder Heizöl heizen. Erdgas ist nach wie vor der wichtigste Energieträger in deutschen Wohngebäuden. Steigt der CO₂-Preis, verteuert sich jede verbrauchte Kilowattstunde. Experten gehen davon aus, dass sich die Heizkosten dadurch moderat erhöhen.

Bei einem angenommenen Durchschnittspreis von etwa 60 Euro pro Tonne CO₂ könnte der Gaspreis um rund ein Prozent steigen. Für eine Familie mit durchschnittlichem Verbrauch bedeutet das Mehrkosten im zweistelligen Eurobereich pro Jahr. Die tatsächliche Belastung hängt jedoch stark vom individuellen Verbrauch ab. Große Wohnungen oder schlecht gedämmte Gebäude sind stärker betroffen.

Warum höhere CO₂-Kosten nicht automatisch höhere Rechnungen bedeuten

Trotz steigender CO₂-Preise ist ein direkter Anstieg der gesamten Heizkosten nicht zwingend. Energieversorger können Kosten an anderer Stelle senken. So fallen bestimmte Umlagen weg oder Beschaffungspreise entwickeln sich günstiger. In einzelnen Regionen wurden Gaspreise zuletzt sogar gesenkt, obwohl der CO₂-Preis steigt.

Für Verbraucher ist die Gesamtrechnung entscheidend. Diese setzt sich aus vielen Faktoren zusammen, nicht nur aus der CO₂-Komponente. Dennoch bleibt der Trend klar: Fossiles Heizen wird langfristig teurer. Kurzfristig können Einsparungen an anderer Stelle den Effekt jedoch teilweise abfedern.

Auswirkungen auf Benzin und Diesel

Auch Autofahrer spüren den steigenden CO₂-Preis. Jeder Liter Benzin oder Diesel enthält einen fest definierten CO₂-Anteil. Steigt der Preis pro Tonne, erhöht sich automatisch der Preis an der Zapfsäule. Allerdings fällt der Effekt pro Liter vergleichsweise gering aus.

Dennoch summieren sich die Mehrkosten über das Jahr. Vielfahrer und Pendler sind stärker betroffen als Gelegenheitsnutzer. Langfristig soll dieser Mechanismus dazu beitragen, alternative Antriebe attraktiver zu machen. Elektroautos oder öffentliche Verkehrsmittel werden dadurch im Vergleich günstiger.

Unternehmen kämpfen mit mangelnder Planbarkeit

Nicht nur private Haushalte stehen vor Herausforderungen. Auch Unternehmen sehen den neuen Mechanismus kritisch. Durch die Preisspanne fehlt eine klare Kalkulationsgrundlage. Produktionskosten lassen sich schwieriger vorausberechnen. In vielen Fällen werden steigende Kosten an Kunden weitergegeben.

Besonders energieintensive Betriebe spüren diese Unsicherheit deutlich. Sie müssen lernen, den Zertifikatehandel in ihre Finanzplanung einzubeziehen. Gleichzeitig wächst der Druck, Prozesse effizienter zu gestalten. Klimapolitik wird damit zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor.

Langfristiger Ausblick: Fossile Energie wird teurer

Experten sind sich weitgehend einig, dass der Trend eindeutig ist. Unabhängig von kurzfristigen Schwankungen wird der CO₂-Preis in den kommenden Jahren weiter steigen. Perspektivisch soll der Handel mit Zertifikaten vollständig in den europäischen Emissionshandel integriert werden. Preisobergrenzen könnten dann entfallen.

Für Verbraucher bedeutet das, dass fossiles Heizen und Tanken dauerhaft teurer wird. Wer langfristig sparen will, muss Alternativen in Betracht ziehen. Dazu zählen energetische Sanierungen, moderne Heizsysteme oder der Umstieg auf andere Verkehrsmittel. Der CO₂-Preis wird damit zu einem zentralen Steuerungsinstrument der Klimapolitik – mit spürbaren Folgen im Alltag.