Die Angst vor einer neuen Pandemie ist seit Corona allgegenwärtig. Für viele klingt das Szenario einer weiteren globalen Gesundheitskrise beängstigend, für Infektiologen ist es jedoch realistisch. Experten sind sich einig, dass neue Pandemien keine Frage des Ob, sondern des Wann sind. Mehrere Viren stehen derzeit besonders im Fokus der Forschung. Sie könnten sich 2026 zu einer ernsthaften Bedrohung entwickeln, die monrose.de berichtet mit t-online.de.
Fachleute beobachten weltweit, wie sich bekannte Erreger verändern und neue Übertragungswege finden. Klimawandel, Globalisierung und intensive Tierhaltung beschleunigen diese Prozesse. Auch internationale Reisen tragen zur schnellen Verbreitung bei. Eine frühzeitige Vorbereitung gilt daher als entscheidend. Genau hier setzen aktuelle Warnungen an.
Vogelgrippe rückt erneut in den Fokus
Besonders aufmerksam verfolgen Forscher die Entwicklung der Vogelgrippe. Das Influenzavirus H5N1 zirkuliert seit Jahrzehnten unter Wildvögeln. In den vergangenen Jahren kam es jedoch zu neuen Entwicklungen. Erstmals wurden Infektionen bei Rindern festgestellt, was Fachleute alarmiert.
Gefährlich wird die Vogelgrippe vor allem dann, wenn sich das Virus weiter an den Menschen anpasst. Influenza-A-Viren sind bekannt für ihre hohe Mutationsrate. Sollte eine effiziente Mensch-zu-Mensch-Übertragung entstehen, könnte eine neue Grippepandemie folgen. Aktuelle Grippeimpfstoffe bieten gegen H5N1 vermutlich keinen ausreichenden Schutz.
Mpox bleibt trotz sinkender Zahlen präsent
Auch Mpox, früher als Affenpocken bekannt, ist weiterhin ein Thema. Das Virus sorgte 2022 weltweit für Aufmerksamkeit. Die mildere Variante verbreitete sich damals rasch über engen Körperkontakt. Inzwischen sind die Fallzahlen zurückgegangen, verschwunden ist das Virus jedoch nicht.
Experten warnen davor, Mpox zu unterschätzen. Die Variante Clade II gilt inzwischen als weltweit etabliert. Zusätzlich breitet sich die gefährlichere Clade-I-Variante in mehreren Ländern aus. Erste Fälle wurden auch außerhalb Afrikas registriert. Eine flächendeckende Therapie existiert bislang nicht.
Oropouche-Virus: Unterschätzte Gefahr aus den Tropen
Weniger bekannt, aber nicht minder relevant ist das Oropouche-Virus. Es wird durch Mücken und kleine Stechfliegen übertragen. Die Symptome ähneln zunächst einer Grippe mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Besonders tückisch ist der Verlauf, da Beschwerden nach einer scheinbaren Besserung erneut auftreten können.
In Süd- und Mittelamerika sowie in der Karibik breitet sich das Virus seit Jahren aus. In einigen Regionen gehört es bereits zu den häufigsten Ursachen für fieberhafte Erkrankungen. Besorgniserregend ist das Fehlen von Impfstoffen und Medikamenten. Die Ausbreitung der übertragenden Insekten erhöht das Risiko weiter.
Weitere Viren mit Pandemie-Potenzial
Neben diesen Erregern sehen Experten weitere Risiken. Dazu zählt das Chikungunya-Virus, das ebenfalls durch Mücken übertragen wird. Zwar existiert eine Impfung, sie wird jedoch bislang nur begrenzt eingesetzt. Auch Masern bereiten Sorgen, da die Infektionszahlen weltweit wieder steigen.
Ein weiterer Faktor ist HIV. Trotz moderner Medikamente nehmen Neuinfektionen wieder zu. Gründe sind unter anderem Kürzungen bei internationalen Hilfsprogrammen. Diese Entwicklungen zeigen, dass auch bekannte Viren weiterhin eine Gefahr darstellen. Die globale Gesundheitslage bleibt angespannt.
Unbekannte Erreger als größte Herausforderung
Besonders schwer vorhersehbar sind neue, bislang unbekannte Erreger. Sie können durch den Kontakt zwischen Mensch, Tier und Umwelt entstehen. Der Klimawandel verändert Lebensräume und bringt Menschen näher an bisher isolierte Ökosysteme. Dadurch steigt das Risiko sogenannter Zoonosen.
Experten betonen, dass Prävention hier entscheidend ist. Frühwarnsysteme, internationale Zusammenarbeit und Forschung spielen eine zentrale Rolle. Nur so lassen sich lokale Ausbrüche früh erkennen. Ohne Vorbereitung könnten solche Erreger schnell globale Ausmaße annehmen.
Warum Vorbereitung entscheidend ist
Eine neue Pandemie lässt sich nicht exakt vorhersagen. Dennoch sind sich Fachleute einig, dass Vorbereitung Leben retten kann. Investitionen in Forschung, Impfstoffentwicklung und Überwachungssysteme gelten als unverzichtbar. Auch Aufklärung der Bevölkerung ist ein wichtiger Baustein.
Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben gezeigt, wie verletzlich globale Gesellschaften sind. Gleichzeitig wurde deutlich, wie schnell Wissenschaft reagieren kann. Für 2026 bedeutet das: Wachsamkeit statt Panik. Nur durch gemeinsames Handeln lässt sich das Risiko zukünftiger Pandemien begrenzen.