Ohne Führerschein unterwegs: Warum Sänger Sasha auf ein Golfcart setzt

Sasha fährt sein Kind mit einem Golfcart zur Schule, weil er bis heute keinen Führerschein besitzt. Ein Versprechen aus dem Jahr 2018 bleibt offen.

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Sänger Sasha sorgt derzeit mit einer ungewöhnlichen Alltagsgeschichte für Aufmerksamkeit. Statt mit dem Auto bringt er sein Kind regelmäßig mit einem Golfcart zur Schule. Der Grund dafür ist simpel und zugleich überraschend: Der Musiker besitzt bis heute keinen Führerschein. Eine Entscheidung, die er selbst rückblickend als Mischung aus Zufall und Lebenslauf beschreibt. Trotz jahrzehntelanger Karriere ist dieses Thema für ihn nie erledigt gewesen, die monrose.de berichtet mit spiegel.de.

Der Sänger spricht offen darüber, dass der Führerschein schon früh in seinem Leben scheiterte. Mit 17 Jahren begann er zwar die Ausbildung, legte die Prüfung jedoch nie ab. Finanzielle Engpässe hätten ihn immer wieder ausgebremst. Irgendwann habe er die Motivation verloren, da sein beruflicher Erfolg Mobilität auch ohne eigenes Fahren ermöglichte.

Warum Sasha nie den Führerschein gemacht hat

In Interviews erklärt Sasha, dass Geldmangel in jungen Jahren eine entscheidende Rolle spielte. Fahrstunden seien teuer gewesen, und andere Prioritäten hätten überwogen. „Irgendwann hatte ich keine Lust mehr“, beschreibt er diese Phase rückblickend. Mit dem Durchbruch seiner Musikkarriere sei das Thema dann in den Hintergrund gerückt.

Eine 17-jährige Fahrschülerin und ihr Fahrlehrer sitzen in einem Fahrschulauto. (zu dpa: «CSU für Autoführerschein ab 16 Jahren»)

Ab diesem Zeitpunkt habe er kaum noch selbst fahren müssen. Termine, Tourneen und Auftritte wurden organisiert, Chauffeure übernahmen die Wege. Der Führerschein verlor an Bedeutung. Erst mit der eigenen Familie rückte das Thema wieder stärker ins Bewusstsein.

Schulweg mit Tempo 25

Heute nutzt Sasha ein Golfcart, um den Schulweg zu bewältigen. Das Fahrzeug ist straßenzugelassen, fährt jedoch maximal 25 Kilometer pro Stunde. Das sorgt im Straßenverkehr nicht immer für Begeisterung. Andere Verkehrsteilnehmer reagieren laut Sasha mitunter genervt.

Für ihn selbst ist das Golfcart jedoch eine pragmatische Lösung. Es ermögliche kurze Wege und passe zum Alltag. Zudem gebe es inzwischen moderne Lastenfahrräder, die ebenfalls eine Alternative darstellen. Mobilität müsse nicht zwangsläufig ein klassisches Auto bedeuten.

Ein Versprechen aus dem Jahr 2018

Spätestens mit der Geburt seines Sohnes im Jahr 2018 hatte Sasha öffentlich angekündigt, den Führerschein nachholen zu wollen. Dieses Versprechen ist bis heute nicht eingelöst. Seine Frau erinnert ihn regelmäßig daran. „Fürs Baby mache ich endlich den Führerschein“ – dieser Satz taucht in der Familie immer wieder auf.

Der Sänger gibt zu, dass ihn das Thema seit Jahren begleitet. Über zwei Jahrzehnte habe er immer wieder darüber nachgedacht. Der innere Antrieb sei da, doch umgesetzt habe er es bisher nicht. Alltag, Termine und Bequemlichkeit stünden ihm im Weg.

Familie, Verantwortung und neue Perspektiven

Mit zunehmendem Alter habe sich sein Blick auf Verantwortung verändert. Der Schulweg des Kindes mache ihm bewusst, wie ungewöhnlich seine Situation sei. „Man denkt irgendwann schon darüber nach, ob das so bleiben soll“, heißt es aus seinem Umfeld.* Die Rolle als Vater habe neue Prioritäten geschaffen.*

Familienfreunde berichten, dass Sasha das Thema durchaus ernst nimmt. Gleichzeitig genieße er die Flexibilität, die sein aktuelles Modell bietet. Der Führerschein ist kein Muss, sondern eine offene Option. Genau diese Haltung sorgt bei vielen für Diskussionen.

Experten sehen gesellschaftlichen Trend

Ein Verkehrsexperte ordnet den Fall ein:

„Immer mehr Menschen stellen das klassische Auto infrage. Prominente machen sichtbar, dass Mobilität auch anders funktionieren kann.“

Gerade in Städten würden alternative Fahrzeuge an Bedeutung gewinnen. Sasha sei damit kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Trends. Dennoch bleibe der Führerschein in vielen Lebenslagen ein Vorteil.

Flaute bei Fahrschulen verschärft Situation

Parallel dazu kämpfen viele Fahrschulen derzeit mit rückläufigen Anmeldungen. Hintergrund sind angekündigte Reformen, die den Führerschein günstiger machen sollen. Viele potenzielle Fahrschüler warten ab. Diese Zurückhaltung bringt die Branche unter Druck.

Vertreter der Fahrlehrer warnen vor wirtschaftlichen Folgen. Kurzarbeit oder sogar Insolvenzen seien nicht ausgeschlossen. Auch Sasha beobachtet diese Entwicklung aufmerksam. Eine Reform könnte für ihn ein zusätzlicher Anreiz sein, das Thema neu anzugehen.

Geplante Reformen im Überblick

  • Vereinfachung der theoretischen Ausbildung
  • Mehr digitale Lernangebote
  • Einsatz von Fahrsimulatoren
  • Weniger verpflichtende Sonderfahrten

Diese Maßnahmen sollen Kosten senken und den Einstieg erleichtern. Aktuell liegt der Durchschnittspreis für den Pkw-Führerschein bei mehreren tausend Euro. Ob und wann die Reformen greifen, ist jedoch offen.

Führerschein oder Golfcart: Ein Vergleich

AspektFührerscheinGolfcart
Kostenhochvergleichsweise gering
Flexibilitätsehr hochbegrenzt
Alltagstauglichkeitumfassendkurzstreckentauglich
Verantwortungklassischalternativ

Zwischen Pragmatismus und offener Zukunft

Sasha lebt derzeit gut mit seiner Entscheidung. Das Golfcart erfüllt seinen Zweck, und der Alltag funktioniert. Gleichzeitig bleibt das alte Versprechen im Raum stehen. Ob er den Führerschein doch noch macht, ist offen.

Fest steht: Die Geschichte zeigt, dass auch Prominente mit ganz alltäglichen Themen ringen. Mobilität, Verantwortung und Bequemlichkeit stehen in einem Spannungsfeld. Sasha geht seinen eigenen Weg — zumindest vorerst mit 25 km/h zur Schule.