Das Jahr 2026 gilt für Himmelsbeobachter als besonders spannend. Grund dafür ist die hohe Sonnenaktivität, die sich rund um das Maximum des aktuellen Sonnenzyklus bewegt. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Polarlichter nicht nur in Skandinavien, sondern auch in Mitteleuropa sichtbar werden. Auch Deutschland rückt damit stärker in den Fokus von Nordlicht-Fans, die monrose.de berichtet mit sport-tour.pl.
Bereits in den vergangenen Jahren waren vereinzelt Polarlichter bis nach Norddeutschland zu sehen. 2026 könnten solche Ereignisse häufiger auftreten und sich weiter nach Süden ausdehnen. Entscheidend sind dabei starke geomagnetische Stürme. Je intensiver diese ausfallen, desto größer ist die Chance auf sichtbare Nordlichter.
Diese Regionen in Deutschland haben die besten Chancen
Nicht überall in Deutschland sind die Bedingungen gleich gut. Besonders der Norden und Regionen mit wenig Lichtverschmutzung bieten klare Vorteile. Auch freie Horizonte spielen eine wichtige Rolle, da Polarlichter oft tief über dem Nordhorizont erscheinen.

Zu den vielversprechendsten Regionen zählen vor allem Küsten- und Seenlandschaften. Hier treffen geografische Lage und gute Sichtbedingungen aufeinander. Experten empfehlen, bekannte Ballungsräume möglichst zu meiden.
Konkrete Städte mit hoher Nordlicht-Chance 2026
Besonders gute Chancen bestehen in folgenden Städten und Regionen:
- Flensburg – sehr nördliche Lage, Nähe zur Ostsee, wenig Höhenzüge
- Kiel – freier Blick nach Norden über die Ostsee
- Rostock – gute Sichtbedingungen bei geringer Bewölkung
- Greifswald – beliebt bei Hobby-Astronomen wegen geringer Lichtverschmutzung
- Hamburg (Stadtrand) – möglich bei starken Ereignissen, vor allem außerhalb des Zentrums
- Schwerin – ruhige Lage und gute Horizontsicht
- Cuxhaven – Nordseeküste mit freiem Blick nach Norden
- Emden – westlicher Küstenstandort mit guten Beobachtungsmöglichkeiten
Auch weiter südlich kann es bei extremen geomagnetischen Stürmen Chancen geben. Städte wie Hannover, Bremen, Leipzig oder sogar Berlin könnten dann schwache Polarlichter sehen. Je weiter südlich, desto stärker muss das Ereignis ausfallen.
Wann sind Nordlichter am wahrscheinlichsten?
Die beste Zeit für Polarlichter liegt zwischen September und März. In diesen Monaten sind die Nächte länger und dunkler. Besonders gute Chancen bestehen rund um den späten Abend und die Nachtstunden zwischen 22 und 2 Uhr. Wichtig ist zudem ein klarer Himmel.

Ein Astrophysiker erklärt:
„Ohne Wolken und bei starker Sonnenaktivität können Nordlichter auch in Deutschland sichtbar werden.“
Geduld ist dabei entscheidend, denn nicht jedes starke Sonnenereignis führt automatisch zu sichtbaren Effekten.
Worauf Beobachter unbedingt achten sollten
Neben dem Standort spielt auch die Vorbereitung eine Rolle. Wer Polarlichter sehen möchte, sollte aktuelle Sonnenaktivitätswerte im Blick behalten. Ebenso wichtig ist die Wettervorhersage. Ein wolkenloser Himmel ist oft der entscheidende Faktor.
Erfahrene Beobachter raten, sich von künstlichen Lichtquellen fernzuhalten. Schon wenige Kilometer außerhalb von Städten verbessert sich die Sicht deutlich. Auch ein freier Blick Richtung Norden erhöht die Chancen erheblich.
Tipps für perfekte Nordlicht-Fotos
Nordlichter wirken auf Fotos oft intensiver als mit bloßem Auge. Trotzdem braucht es die richtige Technik. Besonders wichtig ist eine stabile Kameraeinstellung. Ein Stativ ist praktisch unverzichtbar.
Empfohlene Grundeinstellungen für Fotos:
- ISO: 800–3200 (je nach Helligkeit)
- Blende: möglichst offen (f/1.8 bis f/2.8)
- Belichtungszeit: 5–15 Sekunden
- Fokus: manuell auf unendlich
- Weißabgleich: Tageslicht oder manuell
Smartphones können Polarlichter ebenfalls einfangen, wenn ein Nachtmodus vorhanden ist. Dabei lohnt es sich, das Gerät ruhig abzulegen oder anzulehnen. Kleine Bewegungen können das Bild sonst verwackeln.
Häufige Fehler beim Fotografieren vermeiden
Viele Anfänger belichten zu lange. Dadurch verlieren die Lichter ihre Struktur. Auch ein zu hoher ISO-Wert kann Bildrauschen verursachen. Geduld und mehrere Testaufnahmen helfen, die optimale Einstellung zu finden.
Ein erfahrener Naturfotograf sagt:
„Lieber mehrere kurze Aufnahmen als ein einziges langes Foto.“
So lässt sich später das beste Bild auswählen.
Überblick: Nordlicht-Chancen nach Regionen
| Region | Chancen 2026 | Empfehlung |
|---|---|---|
| Nordseeküste | sehr hoch | ideal bei klarem Himmel |
| Ostseeküste | sehr hoch | freier Nordhorizont |
| Norddeutschland | hoch | außerhalb von Städten |
| Mitteldeutschland | mittel | nur bei starken Stürmen |
| Süddeutschland | gering | seltene Extremereignisse |
Geduld zahlt sich aus
Nordlichter bleiben ein Naturphänomen, das sich nicht planen lässt. Auch 2026 gibt es keine Garantie für Sichtungen. Dennoch stehen die Chancen besser als in vielen anderen Jahren. Wer vorbereitet ist und flexibel reagiert, erhöht seine Erfolgsaussichten deutlich.

Für viele Beobachter ist schon das Warten unter dem Sternenhimmel Teil des Erlebnisses. Sollte das Polarlicht erscheinen, gehört der Moment oft zu den eindrucksvollsten Naturerfahrungen überhaupt.