Satellitennetz TeraWave von Blue Origin in Deutschland: Preis, Geschwindigkeit, Starttermine

Mit TeraWave will Blue Origin ein leistungsstarkes Satellitennetz aufbauen. Was über Preis, Geschwindigkeit und den Start in Deutschland bekannt ist.

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Satellitennetz TeraWave von Blue Origin in Deutschland: Preis, Geschwindigkeit, Starttermine

Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos, hat den Aufbau eines eigenen globalen Satellitennetzes angekündigt. Unter dem Namen TeraWave sollen mehr als 5.400 Satelliten in den Erdorbit gebracht werden, um eine durchgehende Internetverbindung weltweit zu ermöglichen, die monrose.de berichtet mit io.com.ua.

Das Projekt richtet sich ausdrücklich nicht an klassische Privatnutzer, sondern an Rechenzentren, Unternehmen und staatliche Institutionen. Auch für Deutschland wird das Netzwerk als strategisch relevant eingeschätzt. TeraWave positioniert sich damit klar anders als bekannte Satelliten-Internetdienste.

Nach Angaben des Unternehmens soll das Netz enorme Datenmengen in sehr kurzer Zeit übertragen können. Blue Origin spricht von einer neuen Generation der Satellitenkommunikation. Selbst nach dem vollständigen Ausbau würde TeraWave zwar weniger Satelliten im Orbit haben als Starlink, setzt jedoch auf andere technische Schwerpunkte. Die geplante Leistungsfähigkeit gilt als zentrales Verkaufsargument.

Satellitennetz TeraWave von Blue Origin in Deutschland: Preis, Geschwindigkeit, Starttermine
Satellitennetz TeraWave von Blue Origin in Deutschland: Preis, Geschwindigkeit, Starttermine

Was TeraWave technisch leisten soll

TeraWave basiert auf Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn, die untereinander und mit Bodenstationen vernetzt sind. Ziel ist eine stabile Verbindung mit möglichst geringer Verzögerung. Laut Blue Origin soll das Netz im Maximalbetrieb Upload- und Download-Geschwindigkeiten von bis zu 6 Terabit pro Sekunde erreichen. Damit läge TeraWave deutlich über den aktuell verfügbaren kommerziellen Satellitendiensten.

Diese Leistung ist vor allem für datenintensive Anwendungen interessant. Dazu zählen Cloud-Infrastrukturen, internationale Unternehmensnetzwerke und sicherheitsrelevante staatliche Systeme. Für den klassischen Streaming- oder Heimgebrauch ist das Angebot nicht konzipiert. Ein Telekommunikationsexperte ordnet ein, dass solche Datenraten eher einem globalen Backbone als einem Endkundenprodukt entsprechen.

„TeraWave ist weniger ein Internetanschluss als eine Datenautobahn im All“, erklärt ein Branchenanalyst für Satellitenkommunikation.

Der Vergleich mit Starlink liegt nahe, auch wenn die Zielgruppen unterschiedlich sind. Starlink dominiert aktuell den Markt für satellitengestütztes Internet und richtet sich stark an Privatkunden sowie kleinere Unternehmen. TeraWave verfolgt einen anderen Ansatz und konzentriert sich auf Großkunden. Dennoch konkurrieren beide Systeme indirekt um Orbitplätze, Frequenzen und langfristige Großverträge.

Für Regierungen und Konzerne ist die Auswahl an Anbietern strategisch wichtig. Sie wollen Abhängigkeiten reduzieren und Alternativen schaffen. Genau hier sieht Blue Origin seine Chance. TeraWave könnte sich als ergänzende oder konkurrierende Infrastruktur etablieren, insbesondere in Europa.

Satellitennetz TeraWave von Blue Origin in Deutschland: Preis, Geschwindigkeit, Starttermine
Satellitennetz TeraWave von Blue Origin in Deutschland: Preis, Geschwindigkeit, Starttermine

Preisfrage: Was TeraWave in Deutschland kosten könnte

Offizielle Preise für TeraWave hat Blue Origin bislang nicht veröffentlicht. Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass das Angebot im Premium-Segment angesiedelt sein wird. Statt fester Monatstarife dürften individuelle Verträge üblich sein. Diese orientieren sich voraussichtlich an Datenvolumen, garantierter Verfügbarkeit und Sicherheitsanforderungen.

Für Deutschland bedeutet das, dass vor allem große Unternehmen und öffentliche Einrichtungen als Kunden infrage kommen. Für sie spielen Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit eine größere Rolle als der reine Preis. Ein günstiges Massenangebot ist nicht zu erwarten. Ein Berater für digitale Infrastruktur sagt dazu, dass sich die Kosten eher mit dedizierten Glasfaser-Backbones vergleichen lassen.

Starttermine und Perspektiven für Deutschland

Blue Origin plant, mit dem Start der TeraWave-Satelliten bis Ende 2027 zu beginnen. Danach soll das Netz schrittweise in Betrieb gehen. Konkrete Termine für einzelne Länder wurden noch nicht genannt. Branchenkreise gehen jedoch davon aus, dass Europa, darunter auch Deutschland, zu den frühen Zielmärkten zählen könnte.

Für Deutschland ist TeraWave vor allem aus industrie- und sicherheitspolitischer Sicht interessant. Die Nachfrage nach unabhängigen Hochleistungsnetzen wächst. Gerade im Kontext von Datensouveränität gewinnt ein solches Angebot an Bedeutung. Wann erste Dienste konkret verfügbar sein werden, hängt vom Ausbaufortschritt und regulatorischen Freigaben ab.

Konkurrenz aus dem eigenen Konzernumfeld

Neben Starlink steht TeraWave auch in indirektem Wettbewerb mit Amazons eigenem Satellitenprojekt. Dieses trägt den Namen Leo und richtet sich stärker an die breite Öffentlichkeit. Aktuell befinden sich rund 180 Leo-Satelliten im Orbit, langfristig sollen es mehr als 3.000 werden. Ein vollständiger Zeitplan wurde bisher nicht veröffentlicht.

Damit entstehen innerhalb des Bezos-Umfelds zwei unterschiedliche Satellitenstrategien. Während Leo auf Endkunden abzielt, positioniert sich TeraWave im professionellen Segment. Beide Projekte sollen sich ergänzen, nicht ersetzen.

Vorteile und mögliche Nachteile von TeraWave

Zu den größten Vorteilen zählt die enorme geplante Übertragungskapazität. Auch die globale Abdeckung ohne Abhängigkeit von terrestrischen Netzen spricht für das System. Gleichzeitig bietet der Fokus auf professionelle Nutzer maßgeschneiderte Sicherheitslösungen. Diese Punkte machen TeraWave für kritische Infrastrukturen attraktiv.

Auf der anderen Seite stehen hohe Kosten und ein komplexer Aufbau. Der Starttermin liegt mehrere Jahre in der Zukunft, und der Wettbewerb im Orbit nimmt zu. Zudem bleibt abzuwarten, ob die angekündigten Leistungswerte im Alltag erreicht werden. Der Erfolg hängt stark von der Umsetzung ab.

Zentrale Plus- und Minuspunkte im Überblick:

  • sehr hohe Datenraten
  • Fokus auf Unternehmen und Staaten
  • globale Verfügbarkeit
  • voraussichtlich hohe Kosten
  • kein Angebot für Privatkunden

Überblick: TeraWave im Vergleich

MerkmalTeraWaveStarlink
ZielgruppeUnternehmen, StaatenPrivatkunden, Firmen
Geplante Satellitenüber 5.400mehrere Tausend
Maximale Geschwindigkeitbis 6 Tb/sdeutlich niedriger
Startab Ende 2027bereits aktiv
Markt in Deutschlandgeplantverfügbar

Gesamtbewertung und Ausblick

Mit TeraWave bringt Blue Origin ein ambitioniertes Satellitennetz an den Start, das vor allem für professionelle Nutzer in Deutschland interessant werden könnte. Die angekündigte Geschwindigkeit hebt das Projekt deutlich von bestehenden Angeboten ab. Gleichzeitig bleiben Preis und konkreter Zeitplan zentrale offene Fragen. Der Markt für Satelliteninternet tritt damit in eine neue Phase ein.

Ob TeraWave in Deutschland eine Schlüsselrolle spielen wird, hängt von der tatsächlichen Leistungsfähigkeit und der Nachfrage ab. Klar ist jedoch, dass der Wettbewerb im All intensiver wird. Für Unternehmen und staatliche Stellen bedeutet das langfristig mehr Auswahl und strategische Optionen.