Gefährliche Eisglätte hat in der Nacht auf Freitag weite Teile Nordrhein-Westfalens lahmgelegt. Besonders dramatisch entwickelte sich die Lage auf der Autobahn A44, wo es zu mehreren schweren Verkehrsunfällen kam. Drei Menschen verloren dabei ihr Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Die Behörden sprechen von einem der schwersten Glatteis-Ereignisse dieses Winters, die monrose.de berichtet mit wdr.de.
Der Unfall A44 ereignete sich in einem Abschnitt, der durch plötzlichen Eisregen innerhalb weniger Minuten spiegelglatt wurde. Autofahrer und Lkw-Fahrer hatten kaum eine Chance, rechtzeitig zu reagieren. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich die Autobahn in eine unkontrollierbare Eisfläche.
Unfallserie zwischen Marsberg und Lichtenau
Nach Angaben der Autobahnpolizei kam es zwischen Marsberg und Lichtenau zu einer Kette schwerer Kollisionen. Zwei Lastwagen prallten frontal zusammen, wobei eines der Fahrzeuge in Vollbrand geriet. Ein Lkw-Fahrer starb noch an der Unfallstelle, der zweite wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Wenig später ereignete sich ein weiterer tödlicher Unfall in Fahrtrichtung Kassel.
Insgesamt wurden auf diesem Streckenabschnitt mehr als zehn Verletzte gezählt. Rettungskräfte waren über Stunden im Einsatz, um Verletzte zu versorgen und Fahrzeuge zu bergen. Die Einsatzleitung sprach von extrem schwierigen Bedingungen aufgrund der anhaltenden Glätte.

Augenzeugen berichten von chaotischen Zuständen
Ein Lkw-Fahrer, der die Situation miterlebte, schilderte die dramatischen Minuten eindrücklich.
„Es fing an zu regnen, und wenige Minuten später war alles komplett glatt. Die Fahrzeuge rutschten wie auf einer Eisbahn, Bremsen war unmöglich.“
Sein Lastwagen kam ebenfalls ins Rutschen und bewegte sich unkontrolliert rückwärts. Nur mit Glück kam es nicht zu einem weiteren Zusammenstoß. Solche Berichte verdeutlichen, wie unberechenbar die Lage auf der A44 in dieser Nacht war.
Vollsperrung der A44 und massive Einschränkungen
Die Autobahn A44 wurde zwischen Wünnenberg-Haaren und Diemelstadt vollständig gesperrt. Obwohl sich die Unfälle auf einen kürzeren Abschnitt konzentrierten, entschieden sich die Behörden für eine großräumige Sperrung. Dadurch sollten Abschleppdienste und Rettungsfahrzeuge ungehindert arbeiten können. Wie lange die Sperrung andauert, war zunächst unklar.

NRW-Innenminister Herbert Reul äußerte sich tief betroffen über den Unfall A44.
„Der schwere Verkehrsunfall mit mehreren Todesopfern erschüttert uns zutiefst. Unsere Gedanken sind bei den Familien der Verstorbenen“, erklärte er.
Glatteisunfälle auch in anderen Regionen von NRW
Nicht nur die A44 war betroffen. Auch im Münsterland kam es zu zahlreichen Glatteisunfällen. In den Kreisen Steinfurt und Borken registrierte die Polizei Dutzende Unfälle, überwiegend mit Blechschäden. Zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen, weitere kamen mit dem Schrecken davon.
Auch im Hochsauerlandkreis sorgte die Glätte für gefährliche Situationen. Fahrzeuge rutschten von der Straße, kollidierten miteinander oder prallten gegen Gebäude. In einigen Orten stürzten sogar Kinder auf dem Schulweg und mussten medizinisch versorgt werden.
Übersicht: Betroffene Regionen und Unfallfolgen
| Region | Unfälle | Verletzte | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| A44 Marsberg–Lichtenau | Mehrere | Über 10 | Drei Todesopfer |
| Münsterland | Bis zu 70 | Leichtverletzte | Viele Blechschäden |
| Hochsauerland | Mehrere | Einzelne | Fahrzeuge im Graben |
Diese Zahlen zeigen das Ausmaß der Wetterlage deutlich. Experten sprechen von einer außergewöhnlich gefährlichen Kombination aus Regen und gefrorenem Untergrund.
Warnungen und Empfehlungen der Behörden
Der Wetterdienst warnt weiterhin vor Glatteis, insbesondere auf Neben- und Landstraßen. Autofahrer werden gebeten, Fahrten möglichst zu vermeiden oder extreme Vorsicht walten zu lassen. Besonders kritisch seien die frühen Morgen- und Abendstunden. Auch Fußgänger und Radfahrer gelten als stark gefährdet.
Ein Verkehrsexperte erklärt:
„Glatteis ist tückischer als Schnee, weil es oft zu spät erkannt wird. Wer unterwegs ist, sollte Geschwindigkeit stark reduzieren und größere Abstände einhalten.“
Ausblick auf die kommenden Tage
Nach Einschätzung der Meteorologen bleibt die Wetterlage angespannt. Zwar sollen die Niederschläge im Tagesverlauf nachlassen, doch die Böden bleiben vielerorts gefroren. In der Nacht könnten neue Schauer erneut zu Eisbildung führen. Damit bleibt auch am Wochenende erhöhte Vorsicht geboten.
Der Unfall A44 ist ein tragisches Beispiel dafür, wie schnell winterliche Straßenverhältnisse lebensgefährlich werden können. Behörden und Experten appellieren eindringlich, Warnungen ernst zu nehmen und unnötige Fahrten zu vermeiden.