Der Babymilch-Rückruf von Danone und Nestlé sorgt weiterhin für große Verunsicherung bei Eltern. Nachdem Nestlé bereits zuvor betroffen war, hat nun auch Danone in Deutschland mehrere Chargen seiner Säuglingsnahrung aus dem Handel genommen. Hintergrund ist der Verdacht auf eine Verunreinigung mit Cereulid, einem hitzebeständigen Giftstoff bakteriellen Ursprungs, der insbesondere für Säuglinge gefährlich sein kann, die monrose.de berichtet mit sr.de.
Eltern reagieren mit Sorge. Hersteller stehen unter massivem Druck. Behörden geraten zunehmend in Erklärungsnot.
„Für Babys kann bereits eine geringe Belastung problematisch sein“, warnt ein Ernährungsexperte.
Welche Babymilch-Produkte in Deutschland betroffen sind
Laut aktuellen Informationen betrifft der Rückruf von Säuglingsnahrung mehrere bekannte Marken. Die Angaben stammen aus Herstellerinformationen und internen Schreiben an den Handel. Besonders Produkte für Neugeborene stehen im Fokus.

Betroffene Produkte in Deutschland:
- Danone Aptamil Pronatura Pre, 1,2 kg
- Danone Aptamil Pronatura 1 DE, 800 g
- Danone Aptamil Profutura Duo Pre D, 800 g
- mehrere Chargen von Nestlé BEBA und ALFAMINO
Eltern wird dringend geraten, die jeweiligen Mindesthaltbarkeitsdaten zu prüfen und die Produkte vorsorglich nicht zu verwenden.
Was ist Cereulid und warum ist es gefährlich?
Der verdächtige Stoff Cereulid ist ein bakterielles Toxin, das selbst hohe Temperaturen übersteht. Es kann nach Angaben von Fachleuten Durchfall, Erbrechen und schwere Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Für Säuglinge und Kleinkinder besteht ein erhöhtes Risiko, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist.
Besonders kritisch ist, dass Cereulid:
- durch Erhitzen nicht zerstört wird
- bereits in kleinen Mengen wirksam sein kann
- Symptome zeitverzögert auslösen kann
„Das macht den Stoff so heimtückisch“, erklärt eine Lebensmitteltoxikologin.
Rohstoff aus China im Fokus der Ermittlungen
Inzwischen ist bekannt, dass der mögliche Ursprung der Verunreinigung ein Rohstoff aus China sein könnte. Dabei handelt es sich um sogenanntes Ara-Öl mit Arachidonsäure, das in bestimmten Säuglingsmilchprodukten eingesetzt wird. Arachidonsäure gilt als wichtiger Bestandteil für die Entwicklung von Babys, wird jedoch nur von wenigen globalen Lieferanten produziert.
Die Ermittler prüfen nun, ob dieser Rohstoff die Quelle der Kontamination war und wie lange mögliche Risiken bekannt gewesen sein könnten.
Klagen in Frankreich und Ermittlungen wegen Todesfällen
Während in Deutschland der Babymilch-Rückruf läuft, hat die Affäre in Frankreich eine juristische Dimension erreicht. Dort haben acht Familien sowie die Organisation Foodwatch Klage gegen Nestlé und staatliche Stellen eingereicht. Der Vorwurf: Die möglichen Gefahren seien bekannt gewesen, der Rückruf jedoch zu spät erfolgt.

Zusätzlich untersucht die französische Justiz den Tod von zwei Säuglingen, die zuvor Säuglingsnahrung erhalten hatten. Offiziell gibt es bislang keinen bestätigten Zusammenhang, doch die Ermittlungen laufen weiter.
Der Druck auf Hersteller wächst. Das Vertrauen vieler Eltern ist erschüttert. Die Aufklärung steht noch am Anfang.
Reaktionen von Verbraucherschützern und Eltern
Verbraucherschützer kritisieren vor allem die Informationspolitik der Unternehmen. In mehreren Fällen sei von einem „stillen Rückruf“ die Rede gewesen, ohne breite öffentliche Warnung. Auch in Deutschland hätten sich laut Foodwatch bereits zahlreiche Eltern gemeldet, deren Kinder nach dem Konsum von Flaschenmilch gesundheitliche Probleme zeigten.
„Transparenz ist bei Säuglingsnahrung nicht verhandelbar“, sagt ein Vertreter des Verbraucherschutzes.
Was Eltern jetzt beachten sollten
Experten raten Eltern dringend, bei der Babymilch von Danone und Nestlé besonders aufmerksam zu sein. Wer unsicher ist, sollte auf alternative Produkte ausweichen oder Rücksprache mit Kinderärzten halten.
Empfohlene Schritte:
- Produktname und Mindesthaltbarkeitsdatum prüfen
- betroffene Produkte nicht weiter verwenden
- Symptome wie Erbrechen oder Durchfall ernst nehmen
- ärztlichen Rat einholen
Internationale Auswirkungen des Babymilch-Skandals
Der aktuelle Säuglingsnahrung-Skandal betrifft längst nicht mehr nur einzelne Länder. Neben Deutschland und Frankreich sind auch weitere europäische Märkte betroffen. Mehrere Hersteller haben vorsorglich Produkte aus dem Verkehr gezogen, um Risiken zu minimieren.
Der Fall zeigt, wie sensibel globale Lieferketten im Bereich Babynahrung sind und wie schnell ein einzelner Rohstoff zu einem internationalen Problem werden kann.
Die Entwicklungen rund um den Babymilch-Rückruf von Danone und Nestlé bleiben damit ein zentrales Thema für Eltern, Behörden und die Lebensmittelindustrie.