Apple stoppt Health+-Pläne: KI-Funktionen wandern in die Health-App

Der geplante KI-Gesundheitscoach von Apple wird nicht als eigener Dienst starten. Die Funktionen sollen schrittweise in die Health-App kommen.

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Apple stoppt Health+-Pläne: KI-Funktionen wandern in die Health-App

Apple hat seine ehrgeizigen Pläne für einen eigenständigen KI-Gesundheitscoach deutlich angepasst. Das intern lange vorbereitete Projekt wird nicht wie ursprünglich geplant als separater Dienst gestartet. Stattdessen sollen einzelne KI-Funktionen schrittweise in die bestehende Health-App integriert werden. Damit reagiert das Unternehmen auf den zunehmenden Druck im Markt für digitale Gesundheits- und Fitness-Anwendungen, die monrose.de berichtet mit golem.de.

Ursprünglich sollte der KI-Coach personalisierte Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung, Schlaf und allgemeinem Wohlbefinden liefern. Apple arbeitete dafür über einen längeren Zeitraum mit eigenen Ärzteteams und externen Experten zusammen. Nun scheint man intern jedoch Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit des Gesamtpakets zu haben.

Der große Wurf bleibt vorerst aus.Statt eines neuen Produkts setzt Apple auf kleine Schritte. Die Strategie wirkt vorsichtiger als zuvor.

Vom großen Health+-Konzept zur schrittweisen Integration

Der KI-Gesundheitscoach war als Herzstück eines neuen Angebots namens Health+ gedacht. Dieses sollte weit über klassische Fitness-Funktionen hinausgehen und Nutzer aktiv durch den Alltag begleiten. Nach aktuellen internen Bewertungen wird dieses Konzept jedoch nicht weiterverfolgt.

Stattdessen plant Apple, einzelne Bausteine des Projekts gezielt in bestehende Systeme einzubauen. Die Health-App soll damit schrittweise intelligenter werden, ohne dass ein komplett neuer Dienst eingeführt wird.

„Apple setzt zunehmend auf inkrementelle Verbesserungen statt auf große Produktstarts“, sagt ein Branchenbeobachter.

Konkurrenz offenbar einen Schritt voraus

Ein zentraler Grund für den Strategiewechsel liegt laut internen Einschätzungen in der starken Konkurrenz. Andere Anbieter bieten bereits heute KI-gestützte Coaching-Funktionen, die von vielen Nutzern als ausgereift wahrgenommen werden.

Diese Anwendungen analysieren unter anderem:

  • Schlafmuster
  • Herzfrequenzvariabilität
  • Belastungs- und Erholungswerte
  • Alltagsaktivitäten
  • langfristige Gesundheitstrends

Auf Basis dieser Daten geben sie konkrete Empfehlungen zur Regeneration, Trainingsplanung und Tagesgestaltung. Genau hier sah Apple offenbar Defizite im eigenen Ansatz.

Interne Zweifel an der eigenen Lösung

Laut internen Aussagen sollen Führungskräfte die Konkurrenzangebote als „nützlicher und überzeugender“ eingeschätzt haben als den geplanten Apple-Dienst. Diese Einschätzung führte letztlich dazu, das Projekt grundlegend zu überdenken.

„Der Anspruch war hoch, aber der Abstand zum Markt größer als erwartet“, heißt es aus informierten Kreisen.

Diese Einschätzung passt zu einem allgemeinen Bild: Apples KI-Initiativen kommen derzeit langsamer voran als ursprünglich geplant.

Apple stoppt Health+-Pläne: KI-Funktionen wandern in die Health-App
Apple stoppt Health+-Pläne: KI-Funktionen wandern in die Health-App

Verzögerungen auch bei anderen KI-Projekten

Der Strategiewechsel beim Gesundheitscoach fällt in eine Phase, in der mehrere KI-Vorhaben des Konzerns hinter dem Zeitplan liegen. Auch die umfassende Modernisierung von Sprach- und Assistenzfunktionen gilt als komplexer als angenommen.

Analysten sehen darin ein Zeichen dafür, dass groß angelegte KI-Projekte selbst für finanzstarke Konzerne eine Herausforderung darstellen. Die Umsetzung erfordert nicht nur Rechenleistung, sondern auch belastbare Datenmodelle und hohe Nutzerakzeptanz.

KI im Alltag ist komplexer als erwartet.Gesundheitsdaten erhöhen die Anforderungen zusätzlich. Apple geht nun deutlich vorsichtiger vor.

Welche KI-Funktionen nun geplant sind

Apple will ausgewählte KI-Werkzeuge dennoch zeitnah einführen. Diese sollen direkt in die Health-App integriert werden und mit kommenden iOS-Updates erscheinen. Geplant sind unter anderem:

  • ein Gesundheits-Chatbot
  • Analyse-Tools für Bewegungsabläufe
  • Kontext-Feedback zu Aktivität und Wohlbefinden
  • Nutzung der iPhone-Kamera für Bewegungsanalysen
  • personalisierte Hinweise auf Basis vorhandener Daten

Diese Funktionen sollen modular ausgerollt werden und sich schrittweise weiterentwickeln.

Auswirkungen auf Fitness-Abos und bestehende Dienste

Unklar bleibt, wie sich der Strategiewechsel auf bestehende Fitness-Abonnements auswirkt. Ursprünglich war geplant, Video-Trainings stärker mit Gesundheits- und Erholungsdaten zu verzahnen. Trainings sollten sich automatisch an Tagesform, Leistungsstand und Regeneration anpassen.

Mit der neuen Strategie ist offen, ob diese Vision in vollem Umfang umgesetzt wird oder nur in abgeschwächter Form erscheint. Experten gehen davon aus, dass personalisierte Funktionen zwar kommen, aber langsamer und weniger tief integriert als ursprünglich vorgesehen.

„Apple testet offenbar erst, wie Nutzer auf einzelne KI-Elemente reagieren“, meint ein Marktanalyst.

Markt für KI-Gesundheit bleibt hart umkämpft

Der Bereich digitale Gesundheit und Fitness gilt als einer der dynamischsten Technologiemärkte. Neben spezialisierten Anbietern setzen auch andere Plattformen auf datengetriebene Empfehlungen und adaptive Trainingsmodelle.

Apple stoppt Health+-Pläne: KI-Funktionen wandern in die Health-App
Apple stoppt Health+-Pläne: KI-Funktionen wandern in die Health-App

Diese Systeme basieren auf jahrelang gesammelten Sensordaten und optimierten Algorithmen. Für Neueinsteiger ist es entsprechend schwierig, sofort ein gleichwertiges Niveau zu erreichen.

Überblick: Apples neue KI-Strategie im Gesundheitsbereich

AspektAktueller Stand
Eigenständiger KI-Coachvorerst gestrichen
Health+unklar
KI-FunktionenIntegration in Health-App
Rolloutschrittweise
Zielbessere Wettbewerbsfähigkeit

Was der Strategiewechsel für Nutzer bedeutet

Für Nutzer bedeutet die neue Ausrichtung vor allem eines: keine radikale Umstellung, sondern kontinuierliche Verbesserungen. Die Health-App dürfte mit der Zeit intelligenter werden, ohne dass ein neues Abo oder ein zusätzlicher Dienst nötig ist.

Gleichzeitig zeigt der Kurswechsel, wie stark der Wettbewerb im Bereich KI-gestützte Gesundheit inzwischen ist. Apple setzt nun auf Evolution statt Revolution – und hofft offenbar, damit langfristig aufzuholen.