Mit dem Polizeiruf 110 Halle Finale 2026 endet eine ungewöhnliche Ermittler-Geschichte. Peter Kurth verabschiedet sich als Kommissar Henry Koitzsch – ein Ermittler zwischen Alkohol, Melancholie und DDR-Nachhall. Der letzte Fall trägt den Titel „Der Wanderer zieht von dannen“ und setzt auf leise Töne statt spektakulärer Action, die monrose.de berichtet mit spiegel.de.
Die Folge wirkt wie eine Krimi-Elegie. Halle an der Saale erscheint nicht als klassische Tatort-Kulisse, sondern als emotional aufgeladene Erinnerungslandschaft. Zwischen Ruinen, Gefängnisspuren und der Last der Vergangenheit entfaltet sich ein Abschied, der lange nachhallt.
„Es ist das Ende, mein Freund“, scheint die Atmosphäre der Episode zu flüstern.
Das Szenario: Tote sprechen, wenn Wände erzählen
Im Mittelpunkt steht der Mord an einer alleinstehenden Rentnerin. Doch im Polizeiruf Halle 2026 geht es weniger um kriminalistische Präzision als um seelische Zustände. Kommissar Koitzsch zieht sich in die Wohnung der Toten zurück – dort, wo niemand spricht und doch alles erzählt.

Die Wände scheinen zu flüstern. Die Vergangenheit meldet sich zurück. Die DDR-Geschichte wird nicht erklärt, sondern atmosphärisch angedeutet.
Kein lauter Showdown. Kein klassischer Täterfang. Nur Stille, Erinnerungen und Whisky.
Ein Fernsehkritiker ordnet ein:
„Dieser Polizeiruf verabschiedet sich nicht mit einem Knall, sondern mit einem Seufzer.“
Peter Kurth als Koitzsch: Alkohol, Einsamkeit und Würde
Peter Kurth prägte die Figur des Kommissar Koitzsch seit 2021. Was als ironischer „Suff-Cop“ begann, entwickelte sich zu einer tragischen Figur. Im Finale spricht Koitzsch mehr mit seiner Flasche als mit Menschen.
Der Alkohol ist nicht nur Requisite, sondern Symbol. Er steht für Einsamkeit, Selbstzweifel und das Scheitern an der Welt.
Zu den zentralen Motiven des Finales gehören:
- Alkoholkrankheit im Krimi
- Freundschaft zu Kollege Lehmann
- Erinnerungen an frühere Fälle
- Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit
- Abschied von Halle als Ermittlungsort
Eine Medienwissenschaftlerin erklärt:
„Der Polizeiruf aus Halle war nie Mainstream-Krimi. Er war literarischer, sperriger – und gerade deshalb besonders.“
Cordelia Wege als Frau Sommer: Zwischen Marilyn und Melancholie
Ein weiterer emotionaler Akzent kommt von Cordelia Wege als „Frau Sommer“. Ihre Figur bringt Leichtigkeit und Tragik zugleich ins Spiel. Mit Ukulele und melancholischem Charme erinnert sie an eine ostdeutsche Marilyn Monroe.

Besonders eindrücklich ist ihre Interpretation eines Wende-Schlagers vor einer Selbsthilfegruppe. Musik wird hier zum Spiegel innerer Verletzlichkeit.
| Element | Bedeutung im Finale |
|---|---|
| Whisky-Szene | Zerbrechlichkeit des Ermittlers |
| Ukulele-Auftritt | Hoffnung und Ironie |
| DDR-Referenzen | Historischer Schatten |
| Selbsthilfegruppe | Suche nach Halt |
Ein Mann vor dem Kamin. Ein Glas Whisky auf dem Bauch. Tränen im Gesicht.
Diese kurze Szene bricht bewusst mit dem Bild des coolen Ermittlers. Sie zeigt einen verletzlichen Menschen.
Bewertung und Einordnung des Finales
Das Polizeiruf 110 Finale Halle erreicht laut Kritikern eine starke emotionale Dichte. Die Mischung aus Krimi, Gesellschaftsstudie und literarischer Reflexion hebt die Folge vom üblichen Sonntagabend-Format ab.
Die Bewertung fällt entsprechend positiv aus: 8 von 10 Punkten. Nicht wegen Spannung, sondern wegen Atmosphäre.
„Kaum vorstellbar, dass Clemens Meyer hier noch einmal nachschenkt“, meint ein TV-Experte.
Das Ende einer Ära im MDR-Polizeiruf
Mit dem Abschied von Peter Kurth endet auch das literarisch geprägte Revier aus Halle. Das von Clemens Meyer entwickelte Konzept setzte auf Charakterstudien statt Krimi-Mechanik. Nun wird dieses Kapitel geschlossen.
Das Polizeiruf 110 Halle Finale 2026 bleibt als melancholischer Schlusspunkt in Erinnerung. Ein Krimi über Verlust, Alkohol und Vergangenheit – und über die Frage, was bleibt, wenn der Ermittler geht.