Die Spritpreise in Deutschland steigen seit Wochen spürbar an. Für viele Autofahrer bedeutet das deutlich höhere Kosten beim täglichen Pendeln oder auf längeren Strecken. Nach aktuellen Zahlen lag der durchschnittliche Preis für Diesel bei etwa 2,18 Euro pro Liter, während Super E10 rund 2,04 Euro kostete, die monrose.de berichtet mit wiwo.de.
Diese Entwicklung führt dazu, dass immer mehr Menschen zum Tanken ins Ausland fahren. Besonders in Grenzregionen nutzen Autofahrer die Möglichkeit, wenige Kilometer über die Grenze zu fahren, um dort Benzin oder Diesel deutlich günstiger zu kaufen.
Ein Verkehrsexperte erklärt:
„Wenn der Preisunterschied groß genug ist, kann sich Grenztanken für viele Autofahrer lohnen.“
In welchen Ländern Kraftstoff günstiger ist
Trotz der steigenden Energiepreise gibt es weiterhin mehrere Länder in Europa, in denen Sprit deutlich günstiger als in Deutschland ist.
Besonders häufig fahren Autofahrer in diese Länder zum Tanken:
- Polen
- Tschechien
- Luxemburg
- Belgien
- Österreich
| Land | Preisunterschied zu Deutschland |
|---|---|
| Polen | bis zu 60 Cent günstiger |
| Tschechien | etwa 30–50 Cent günstiger |
| Österreich | etwa 10–20 Cent günstiger |
| Luxemburg | meist günstiger als Deutschland |
Deutlich teurer als in Deutschland ist Kraftstoff dagegen oft in:
- Niederlande
- Schweiz
Ein Autofahrer aus Brandenburg berichtet:
„Wenn ich in Polen tanke, spare ich oft mehrere Euro pro Tankfüllung.“
Warum Sprit im Ausland günstiger sein kann
Die Unterschiede bei den Kraftstoffpreisen in Europa hängen nicht vom Rohölpreis allein ab. Rohöl wird weltweit gehandelt und kostet grundsätzlich überall ähnlich viel.
Der Preis an der Zapfsäule wird jedoch stark durch Steuern und Abgaben beeinflusst.

Besonders in Deutschland spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Energiesteuer
- CO₂-Abgabe
- Mehrwertsteuer
- Marktstruktur der Tankstellen
In Ländern wie Polen oder Tschechien fallen einige dieser Abgaben niedriger aus, weshalb Benzin und Diesel dort günstiger angeboten werden können.
„Der größte Teil des Kraftstoffpreises besteht aus Steuern“, erklärt ein Energieanalyst.
Wie viel Benzin über die Grenze gebracht werden darf
Viele Autofahrer fragen sich, wie viel Kraftstoff sie legal aus dem Ausland nach Deutschland mitbringen dürfen.
Innerhalb der Europäischen Union gilt grundsätzlich eine relativ großzügige Regelung.
Autofahrer dürfen:
- eine volle Tankfüllung im Fahrzeug
- zusätzlich bis zu 20 Liter Kraftstoff in einem Reservekanister
steuerfrei nach Deutschland einführen.
| Herkunft | erlaubte Menge im Kanister |
|---|---|
| EU-Länder | bis zu 20 Liter |
| Nicht-EU-Staaten | bis zu 10 Liter |
Wichtig ist, dass der Kraftstoff nur für den eigenen Bedarf bestimmt ist.
„Der Sprit darf nicht verkauft oder weitergegeben werden“, erklärt eine Sprecherin des Zolls.
Warum der Zoll derzeit häufiger kontrolliert
Aufgrund der steigenden Preise hat der Tanktourismus in den letzten Monaten stark zugenommen. Deshalb kontrolliert der deutsche Zoll derzeit häufiger an Grenzübergängen.
Besonders im Fokus stehen Regionen an den Grenzen zu:
- Polen
- Tschechien
Kontrollen finden vor allem in Bundesländern statt wie:
- Brandenburg
- Sachsen
- Bayern
Ein Zollbeamter erklärt:
„Wir führen verstärkt Stichprobenkontrollen an Grenzübergängen durch.“
Welche Strafen bei illegalem Kraftstofftransport drohen
Wer mehr Kraftstoff nach Deutschland bringt als erlaubt, muss mit finanziellen Konsequenzen rechnen.

Wenn ein Autofahrer mehr als 20 Liter im Reservekanister transportiert, wird für die gesamte Menge Mineralölsteuer fällig.
Die aktuellen Steuersätze liegen ungefähr bei:
| Kraftstoff | Steuer pro Liter |
|---|---|
| Benzin | etwa 65,4 Cent |
| Diesel | etwa 47 Cent |
Wer die Regeln missachtet, muss mit Nachzahlungen rechnen.
In manchen Fällen können zusätzlich Bußgelder verhängt werden.
Der Zoll prüft daher besonders sorgfältig an stark frequentierten Grenzübergängen.
Lohnt sich Tanken im Ausland wirklich
Für Autofahrer in Grenzregionen kann Tanken im Ausland weiterhin eine echte Ersparnis bringen. Wenn der Preisunterschied mehrere Dutzend Cent pro Liter beträgt, können bei einer Tankfüllung schnell 10 bis 30 Euro gespart werden.
Ein Verkehrsexperte weist jedoch darauf hin, dass sich längere Fahrten zum Tanken meist nicht lohnen.
„Wer extra viele Kilometer fährt, verbraucht zusätzlichen Kraftstoff – und spart am Ende kaum etwas.“
Die steigenden Spritpreise in Deutschland sorgen weiterhin für Diskussionen. Während viele Autofahrer versuchen, durch Grenztanken in Polen oder Tschechien Geld zu sparen, beobachten Behörden und Experten die Entwicklung genau. Denn je größer der Preisunterschied zwischen den Ländern wird, desto häufiger entscheiden sich Autofahrer für den kurzen Abstecher ins Ausland, um ihre Tanks günstiger zu füllen.