DHL-Zentrum in Mecklenburg-Vorpommern gesperrt: Was über den Quecksilber-Verdacht bekannt ist

Nach Beschwerden einer Paketzustellerin untersuchen Spezialisten eine verdächtige Substanz aus einem DHL-Zentrum in Mecklenburg-Vorpommern.

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DHL-Zentrum in Mecklenburg-Vorpommern gesperrt: Was über den Quecksilber-Verdacht bekannt ist

Ein möglicher Gefahrstoffvorfall sorgt in einem DHL-Paketzustellzentrum in Mecklenburg-Vorpommern für einen größeren Einsatz von Polizei und Feuerwehr. Im Zentrum in Leizen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben Spezialkräfte eine unbekannte Substanz gesichert, nachdem eine 50-jährige Zustellerin gesundheitliche Beschwerden gemeldet hatte. Ihre Symptome könnten nach bisherigen Erkenntnissen zu einer Belastung durch Quecksilber passen,  die  monrose.de berichtet mit mopo.de.

Ob es sich tatsächlich um den giftigen Stoff handelt, ist bislang nicht bestätigt. Die gesicherten Proben wurden für eine genaue Analyse in ein Labor gebracht. Bis ein belastbares Ergebnis vorliegt, kann es nach Angaben der Ermittler bis zu zwei Tage dauern.

DHL-Zentrum in Mecklenburg-Vorpommern gesperrt: Was über den Quecksilber-Verdacht bekannt ist
DHL-Zentrum in Mecklenburg-Vorpommern gesperrt: Was über den Quecksilber-Verdacht bekannt ist

Verdächtige Substanz an mehreren Orten gesichert

Der Einsatz beschränkt sich nicht auf das Paketzentrum. Fachkräfte sicherten Material sowohl am DHL-Standort als auch in einem Zustellfahrzeug und in privaten Räumen der betroffenen Mitarbeiterin.

Damit wollen die Ermittler nachvollziehen, wo die bislang unbekannte Substanz aufgetreten sein könnte und wie es möglicherweise zu einem Kontakt kam. Entscheidend wird nun die Laboranalyse sein.

Noch steht nicht fest, ob tatsächlich Quecksilber gefunden wurde. Die Einsatzkräfte behandeln den Vorfall deshalb als Gefahrstoffverdacht. Erst die chemische Untersuchung kann Klarheit über Art und Konzentration der gesicherten Substanz bringen.

Die 50-Jährige hatte sich am Dienstag an die Polizei gewandt. Zuvor hatte sie körperliche Beschwerden bemerkt, die den Verdacht auf eine mögliche Vergiftung ausgelöst hatten.

DHL-Zentrum in Leizen bleibt vorerst geschlossen

Seit Dienstagnachmittag sind Polizei und Feuerwehr an dem Standort im Einsatz. Das DHL-Paketzentrum in Leizen wurde vorsorglich gesperrt, der reguläre Betrieb ruht.

Für die Mitarbeiter bedeutet das, dass sie das Gebäude bis auf Weiteres nicht betreten können. Bereits zu Beginn des Einsatzes mussten Beschäftigte den Standort verlassen. Die Absperrung soll bestehen bleiben, solange eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann.

Die wichtigsten bislang bekannten Punkte:

  • Eine 50-jährige Paketzustellerin meldete gesundheitliche Beschwerden.
  • Die Symptome könnten mit einer Quecksilberbelastung vereinbar sein.
  • Feuerwehrspezialisten sicherten eine unbekannte Substanz.
  • Proben stammen aus dem Zustellzentrum, einem Fahrzeug und privaten Räumen.
  • Das Material wird in einem Labor analysiert.
  • Mit einem belastbaren Ergebnis wird nicht sofort gerechnet.
  • Das DHL-Gebäude bleibt vorerst für Mitarbeiter gesperrt.

Eine unmittelbare Gefahr für die Öffentlichkeit wurde bislang nicht gemeldet. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf der Untersuchung der gesicherten Stoffe und der Frage, wie die Mitarbeiterin mit ihnen in Kontakt gekommen sein könnte.

Zustellerin wurde im Krankenhaus untersucht

Die betroffene Mitarbeiterin wurde vorsorglich medizinisch untersucht. Sie konnte das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand wurden keine detaillierten Angaben veröffentlicht. Auch ist noch offen, ob ihre Beschwerden tatsächlich durch Quecksilber oder einen anderen Stoff verursacht wurden.

DHL erklärte im Zusammenhang mit dem Vorfall, dass die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter höchste Priorität hätten.

Für die Bewertung des Vorfalls ist dieser Punkt entscheidend: Symptome allein reichen nicht aus, um eine Quecksilbervergiftung sicher festzustellen. Dafür sind medizinische Untersuchungen und gegebenenfalls Laborwerte erforderlich.

Was die Spezialkräfte jetzt untersuchen

Bei einem unbekannten Gefahrstoff geht es zunächst darum, direkten Kontakt zu vermeiden und das Material kontrolliert zu sichern. Genau deshalb kamen speziell ausgerüstete Feuerwehrkräfte zum Einsatz.

Die gesicherten Proben müssen nun chemisch untersucht werden. Dabei soll unter anderem geklärt werden, um welchen Stoff es sich handelt und ob davon tatsächlich ein gesundheitliches Risiko ausgeht.

Aktueller StandBekannt
Betroffener StandortDHL-Zustellzentrum in Leizen
Betroffene Person50-jährige Zustellerin
Verdachtsstoffmöglicherweise Quecksilber
Proben gesichertja
Laboruntersuchungläuft
Ergebnisnoch offen
Paketzentrumvorerst gesperrt
KrankenhausaufenthaltMitarbeiterin konnte Klinik verlassen

Ein weiteres Ziel der Ermittlungen besteht darin, die mögliche Quelle der Substanz zu bestimmen. Die Tatsache, dass Material an mehreren Orten gesichert wurde, bedeutet noch nicht automatisch, dass alle Fundstellen tatsächlich mit demselben Gefahrstoff belastet sind.

DHL-Zentrum in Mecklenburg-Vorpommern gesperrt: Was über den Quecksilber-Verdacht bekannt ist
DHL-Zentrum in Mecklenburg-Vorpommern gesperrt: Was über den Quecksilber-Verdacht bekannt ist

Warum Quecksilber als Gefahrstoff ernst genommen wird

Quecksilbervergiftung ist ein Sammelbegriff für gesundheitliche Schäden, die durch eine relevante Aufnahme des Schwermetalls oder bestimmter Quecksilberverbindungen entstehen können. Entscheidend sind dabei unter anderem die chemische Form, die Menge, der Aufnahmeweg und die Dauer der Belastung.

Besondere Vorsicht ist bei Quecksilberdämpfen erforderlich. Elementares Quecksilber kann bei Raumtemperatur verdampfen. Werden größere Mengen freigesetzt, kann vor allem das Einatmen problematisch werden.

Mögliche Beschwerden unterscheiden sich je nach Art und Stärke der Exposition. Dazu können beispielsweise Kopfschmerzen, Übelkeit, allgemeines Unwohlsein oder neurologische Symptome gehören. Solche Beschwerden sind jedoch unspezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben.

Fachlich lässt sich allein anhand körperlicher Symptome nicht feststellen, ob eine Person tatsächlich Quecksilber aufgenommen hat. Entscheidend sind die Untersuchung der möglichen Quelle und medizinische Laborbefunde.

Deshalb vermeiden die Behörden bislang eine endgültige Festlegung und sprechen von einem Verdacht.

Wie es zu einem Gefahrstoff in einem Paket kommen könnte

Noch ist nicht öffentlich geklärt, ob die gesicherte Substanz überhaupt aus einer Paketsendung stammt und welchen Weg sie genommen hat. Genau dieser Punkt ist Teil der laufenden Ermittlungen.

Grundsätzlich werden in Paketnetzwerken täglich sehr unterschiedliche Waren transportiert. Für gefährliche Stoffe gelten dabei besondere Transport- und Verpackungsvorschriften. Ein beschädigtes oder falsch verpacktes Produkt kann dennoch einen Einsatz erforderlich machen, wenn Flüssigkeit oder unbekanntes Material austritt.

Bei einem solchen Vorfall müssen mehrere Fragen beantwortet werden:

  1. Wo wurde die Substanz erstmals festgestellt?
  2. Befand sie sich in oder an einer Sendung?
  3. Welche Personen hatten möglicherweise Kontakt?
  4. Wurde Material in ein Zustellfahrzeug übertragen?
  5. Handelt es sich tatsächlich um einen gefährlichen Stoff?
  6. Besteht weiterer Reinigungs- oder Dekontaminationsbedarf?

Im Fall Leizen stehen diese Antworten noch aus. Deshalb bleiben die behördlichen Maßnahmen vorsorglich umfangreich.

Private Räume der Zustellerin ebenfalls überprüft

Besonders ungewöhnlich ist, dass die Untersuchung über den Arbeitsplatz hinausging. Einsatzkräfte überprüften auch private Räume der Zustellerin in Röbel.

Dort wurde ebenfalls Material gesichert. Welche konkreten Gegenstände oder Flächen betroffen waren, wurde bislang nicht näher beschrieben.

Für die Ermittler kann eine solche Untersuchung wichtig sein, um mögliche Verschleppungswege nachvollziehen zu können. Falls sich ein Gefahrstoff etwa an Kleidung, Schuhen oder Arbeitsmaterial befindet, könnte er theoretisch vom Arbeitsplatz in ein Fahrzeug oder eine Wohnung gelangen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine tatsächliche Kontamination bereits bestätigt wurde. Die Analyse der Proben muss erst zeigen, ob ein Zusammenhang besteht.

Wann mit Klarheit gerechnet werden kann

Im Mittelpunkt steht nun das Ergebnis der Laboruntersuchung der Substanz. Nach Angaben der Polizei kann es bis zu zwei Tage dauern, bis eine belastbare Analyse vorliegt.

Bis dahin dürfte das Paketzentrum vorsorglich gesperrt bleiben. Erst wenn Art und Gefährlichkeit des Materials bekannt sind, können die Verantwortlichen entscheiden, ob weitere Reinigungsmaßnahmen notwendig sind und wann Mitarbeiter zurückkehren können.

Für Beschäftigte und Anwohner ist deshalb vor allem das Laborergebnis entscheidend. Bis dahin handelt es sich weiterhin um einen Verdachtsfall. Eine bestätigte Quecksilberbelastung liegt bislang nicht vor.

Die Ermittlungen zur Ursache laufen parallel weiter. Dabei muss geklärt werden, woher die verdächtige Substanz stammt, ob eine bestimmte Sendung eine Rolle spielte und ob weitere Personen Kontakt damit hatten.

Gefahrstoff-Alarm bei DHL bleibt vorerst ein Verdachtsfall

Der Einsatz in Leizen zeigt, wie umfangreich Behörden reagieren, wenn ein potenziell giftiger Stoff in einem Arbeitsumfeld nicht ausgeschlossen werden kann. Eine Mitarbeiterin wurde medizinisch untersucht, Spezialkräfte sicherten Proben an mehreren Orten und das Paketzentrum bleibt geschlossen.

Entscheidend ist nun, was das Labor feststellt. Erst danach lässt sich beurteilen, ob der Gefahrstoffverdacht in Leizen tatsächlich auf Quecksilber zurückzuführen ist, welche Belastung möglicherweise bestand und wann der DHL-Standort seinen Betrieb wieder aufnehmen kann.