Rückruf bei VW und Audi: Diese Modelle müssen in die Werkstatt

Volkswagen und Audi müssen in Deutschland knapp eine Million Fahrzeuge zurückrufen. Grund ist eine mögliche Beschädigung der Lenkungsverschraubung, die im schlimmsten Fall zum Lenkungsausfall führen kann.

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Rückruf bei VW und Audi: Diese Modelle müssen in die Werkstatt

Volkswagen und Audi starten einen umfangreichen Rückruf, von dem allein in Deutschland rund 954.000 Fahrzeuge betroffen sein können. Der Grund liegt in einer möglichen Schwachstelle an der Verschraubung der Lenkung. Unter bestimmten Bedingungen kann eine Schraube beschädigt werden oder brechen, die  monrose.de berichtet mit  tagesschau.de.

Der Rückruf betrifft mehrere bekannte Volkswagen-Baureihen sowie den Audi Q3. Nach den derzeit vorliegenden Angaben geht es weltweit um mehr als 2,8 Millionen Fahrzeuge. Für deutsche Autofahrer ist vor allem die Zahl von knapp einer Million betroffenen Autos relevant.

Die zuständige Behörde führt die Aktionen unter den KBA-Referenznummern 17016R für Volkswagen und 17014R für Audi. Die entsprechenden Maßnahmen sollen das Risiko beseitigen, indem die bisher verwendete Schraube durch eine korrosionsresistentere Ausführung ersetzt wird.

Rückruf bei VW und Audi: Diese Modelle müssen in die Werkstatt
Rückruf bei VW und Audi: Diese Modelle müssen in die Werkstatt

Für die betroffenen Fahrzeughalter bedeutet der Rückruf vor allem eines: Die eigene Fahrgestellnummer sollte geprüft werden, bevor die nächste längere Fahrt geplant wird.

Welche VW-Modelle sind vom Rückruf betroffen?

Bei Volkswagen umfasst die aktuelle Aktion fünf Baureihen. Genannt werden Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy.

Der gemeinsame KBA-Datensatz nennt für die betroffenen Volkswagen einen Produktionszeitraum vom 24. September 2013 bis zum 1. Juli 2024. Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Fahrzeug dieser Baureihen innerhalb dieses Zeitraums automatisch betroffen ist. Entscheidend ist, ob das konkrete Fahrzeug in der Rückrufaktion erfasst wurde.

In Deutschland sind nach den veröffentlichten Rückrufdaten 895.832 Volkswagen betroffen. Weltweit umfasst die Aktion 2.159.054 Fahrzeuge.

MarkeModelleProduktionszeitraumFahrzeuge in Deutschland
VolkswagenGolf, Golf Variant, Tiguan, Touran, Caddy24.09.2013–01.07.2024895.832
AudiQ331.10.2017–23.05.202458.555

Die einzelnen VW-Modelle werden im KBA-Datensatz gemeinsam geführt. Eine Aufteilung der fast 896.000 deutschen Fahrzeuge auf Golf, Tiguan, Touran, Caddy und Golf Variant liegt in den veröffentlichten Angaben nicht vor. Deshalb lässt sich aus der Gesamtzahl nicht ableiten, wie viele Fahrzeuge auf die jeweilige Baureihe entfallen.

Auch der Audi Q3 ist betroffen

Bei Audi konzentriert sich der Rückruf auf den Q3. Betroffen sein können Fahrzeuge, die zwischen dem 31. Oktober 2017 und dem 23. Mai 2024 produziert wurden.

In Deutschland geht es um 58.555 Fahrzeuge. Weltweit umfasst der Rückruf 696.547 Audi Q3. Die Aktion wird beim Kraftfahrt-Bundesamt unter der Referenznummer 17014R geführt und trägt bei Audi den Rückrufcode 48LG.

Damit addieren sich die beiden deutschen Rückrufaktionen auf 954.387 Fahrzeuge. Die häufig verwendete Formulierung „fast eine Million Autos“ beschreibt die Größenordnung daher ziemlich genau.

„Im schlimmsten Fall kann die Lenkung ausfallen.“
Diese mögliche Folge des Mangels nennt der ADAC bei seiner Einordnung des Rückrufs.

Für Audi-Fahrer ist dabei entscheidend, dass nicht jeder Q3 aus dem genannten Produktionszeitraum automatisch zur Werkstatt muss. Die konkrete Betroffenheit lässt sich über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer, kurz FIN, feststellen.

Wie kann die Lenkung ausfallen?

Das Problem hängt mit einer Verschraubung im Bereich der Lenkung zusammen. Nach den vorliegenden Informationen kann Korrosion dazu führen, dass eine Schraube geschädigt wird und schließlich abreißt.

Die betreffende Verbindung ist für die sichere Befestigung des Lenkgetriebes relevant. Wird sie beschädigt, kann die Verbindung der Lenkung beeinträchtigt werden. In einem ungünstigen Fall kann daraus ein vollständiger Verlust der Lenkfunktion entstehen.

Gerade deshalb wird die Aktion nicht als gewöhnliche technische Nachbesserung behandelt. Die Lenkung gehört zu den sicherheitsrelevanten Systemen eines Autos. Ein möglicher Ausfall während der Fahrt kann erhebliche Folgen haben.

Das Problem muss nicht bei jedem betroffenen Fahrzeug tatsächlich auftreten. Der Rückruf richtet sich vielmehr an Fahrzeuge, bei denen das Risiko aufgrund bestimmter Bauteile und Produktionszeiträume besteht.

Der ADAC berichtet zudem, dass zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung keine Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Mangel bekannt waren. Das KBA führt die Angelegenheit weiterhin als Untersuchung.

Was wird in der Werkstatt gemacht?

Die Reparatur soll vergleichsweise gezielt erfolgen. Die vorhandene Lenkungsverschraubung wird überprüft und die betroffene Schraube durch eine korrosionsresistentere Variante ersetzt.

Für Fahrzeughalter ist die Durchführung der Rückrufmaßnahme kostenlos. Es handelt sich nicht um eine normale Inspektion, die aus eigener Tasche bezahlt werden muss.

Bei Volkswagen trägt die Aktion den Herstellercode 48VS. Audi verwendet den Code 48LG. Die dazugehörigen KBA-Referenzen lauten 17016R beziehungsweise 17014R.

Ein Werkstatttermin sollte nicht mit einer regulären Wartung verwechselt werden. Der Rückruf betrifft ein konkretes sicherheitsrelevantes Bauteil und wird deshalb unabhängig vom normalen Serviceplan behandelt.

Was sollten Besitzer eines betroffenen Autos jetzt tun?

Wer einen Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran, Caddy oder Audi Q3 aus dem genannten Zeitraum fährt, muss zunächst klären, ob das konkrete Fahrzeug tatsächlich erfasst ist.

Dafür sind mehrere Angaben hilfreich:

  • Fahrzeug-Identifizierungsnummer beziehungsweise FIN bereithalten
  • Rückrufschreiben des Herstellers prüfen
  • KBA-Referenznummer mit den Fahrzeugunterlagen abgleichen
  • Volkswagen- oder Audi-Vertragspartner kontaktieren
  • Rückruftermin nach Bestätigung zeitnah vereinbaren

Eine wichtige Rolle spielt dabei die FIN. Denn die Modellbezeichnung allein reicht nicht aus, um festzustellen, ob ein bestimmtes Fahrzeug betroffen ist.

Auch der Produktionszeitraum ist lediglich eine Orientierung. Selbst wenn ein Golf beispielsweise im angegebenen Zeitraum gebaut wurde, bedeutet das nicht automatisch, dass genau dieses Fahrzeug Bestandteil der Rückrufaktion ist. Die konkrete Fahrzeugzuordnung erfolgt über die Herstellerdaten.

Rückruf bei VW und Audi: Diese Modelle müssen in die Werkstatt
Rückruf bei VW und Audi: Diese Modelle müssen in die Werkstatt

Fast 2,9 Millionen Fahrzeuge weltweit betroffen

Die Dimension der Aktion wird beim Blick auf die weltweiten Zahlen deutlich. Volkswagen nennt beziehungsweise führt in den Rückrufdaten 2.159.054 potenziell betroffene Fahrzeuge. Beim Audi Q3 kommen weitere 696.547 Fahrzeuge hinzu.

RückrufWeltweitDeutschlandKBA-Referenz
Volkswagen2.159.054895.83217016R
Audi Q3696.54758.55517014R
Zusammen2.855.601954.3872 Aktionen

Die hohe Gesamtzahl bedeutet nicht, dass bei Millionen Fahrzeugen gleichzeitig ein Defekt festgestellt wurde. Rückrufaktionen werden auch dann gestartet, wenn ein sicherheitsrelevantes Risiko für eine bestimmte Gruppe von Fahrzeugen erkannt wird.

Genau deshalb werden große Produktionszeiträume und mehrere Baureihen in einer Aktion zusammengefasst. Das Ziel besteht darin, potenziell betroffene Fahrzeuge zu identifizieren und die problematische Komponente vorsorglich zu ersetzen.

Welche Rolle spielt das KBA?

Das Kraftfahrt-Bundesamt überwacht Rückrufaktionen sicherheitsrelevanter Fahrzeuge in Deutschland. Die aktuellen Vorgänge von Volkswagen und Audi sind in der Rückrufdatenbank der Behörde unter eigenen Referenznummern erfasst.

Für Volkswagen lautet die Nummer 17016R, für Audi 17014R. Beide Vorgänge werden derzeit als „in Untersuchung“ geführt.

Das bedeutet auch, dass die derzeit veröffentlichten Informationen nicht mit einer vollständigen technischen Analyse aller möglichen Schadensfälle gleichzusetzen sind. Die Behörde sammelt und bewertet die Informationen im Rahmen des Rückrufverfahrens.

Ein Experte des ADAC ordnet den Vorgang vor allem unter dem Sicherheitsaspekt ein: Die mögliche Beeinträchtigung der Lenkung macht den Austausch der betroffenen Verschraubung zu einer Maßnahme, die Fahrzeughalter ernst nehmen sollten.

Warum betrifft der Rückruf so unterschiedliche VW-Modelle?

Golf, Tiguan, Touran und Caddy unterscheiden sich bei Größe, Karosserieform und Einsatzzweck deutlich. Trotzdem können verschiedene Modelle von einer gemeinsamen technischen Komponente oder Konstruktion betroffen sein.

Die veröffentlichten KBA-Daten nennen die fünf Volkswagen-Baureihen gemeinsam. Eine detaillierte öffentliche Aufschlüsselung nach Modell, Motorisierung oder Antriebsart ist daraus nicht ersichtlich. Deshalb wäre es falsch, aus der Gesamtzahl eine gleichmäßige Verteilung auf die einzelnen Baureihen abzuleiten.

Auch beim Audi Q3 ist der Rückruf klar auf einen bestimmten Produktionszeitraum begrenzt. Für Besitzer bedeutet das: Nicht das Baujahr allein entscheidet, sondern die konkrete Fahrzeugidentifikation.

Ein Rückruf ist deshalb kein pauschales Urteil über eine komplette Modellreihe. Er betrifft eine definierte Gruppe von Fahrzeugen, die anhand der Herstellerdaten identifiziert wird.

Keine Panik, aber Rückruf nicht ignorieren

Die aktuelle Aktion ist umfangreich, doch die Zahl der zurückgerufenen Fahrzeuge sollte nicht mit der Zahl tatsächlich defekter Fahrzeuge gleichgesetzt werden. Der Sinn eines Rückrufs besteht gerade darin, ein mögliches Risiko zu beseitigen, bevor daraus ein größerer Schaden entsteht.

Für Autofahrer bleibt die wichtigste Frage daher nicht, wie groß die Schlagzeile ausfällt. Entscheidend ist, ob das eigene Fahrzeug in der Rückrufaktion registriert wurde und ob der notwendige Werkstatttermin bereits durchgeführt wurde.

Wer eine entsprechende Benachrichtigung erhält, sollte die Reparatur nicht mit der nächsten regulären Inspektion aufschieben. Die Maßnahme ist kostenlos und betrifft ein Bauteil, das unmittelbar mit der Lenkung verbunden ist.

Die wichtigsten Daten zum VW- und Audi-Rückruf

Der aktuelle Stand lässt sich auf wenige zentrale Punkte reduzieren. Volkswagen stellt mit knapp 896.000 Fahrzeugen in Deutschland den deutlich größeren Teil der Aktion, Audi ist mit rund 59.000 Q3 beteiligt.

Bei Volkswagen geht es um Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy. Bei Audi ist ausschließlich der Q3 genannt.

Die wesentlichen Kennzahlen sind:

  1. Volkswagen: 895.832 Fahrzeuge in Deutschland.
  2. Audi: 58.555 Fahrzeuge in Deutschland.
  3. Volkswagen weltweit: 2.159.054 Fahrzeuge.
  4. Audi weltweit: 696.547 Fahrzeuge.
  5. Ursache: mögliche Beschädigung beziehungsweise Abriss einer Schraube an der Lenkungsverschraubung.
  6. Maßnahme: Austausch gegen eine korrosionsresistentere Schraube.
  7. KBA-Referenzen: 17016R für Volkswagen und 17014R für Audi.

Die aktuellen Angaben zeigen damit einen der größeren Fahrzeugrückrufe des Jahres 2026. Für betroffene Halter ist vor allem die individuelle Prüfung über die FIN entscheidend. Wird das eigene Fahrzeug bestätigt, sollte die kostenlose Reparatur in einer autorisierten Werkstatt zeitnah vereinbart