Edeka stoppt Storck-Bestellungen: Diese Süßigkeiten könnten bald fehlen

Bei Edeka könnten bestimmte Süßigkeiten von Storck nach und nach aus den Regalen verschwinden. Der Händler hat für mehrere Artikel einen Bestellstopp verhängt. Betroffen sind unter anderem Produkte von Knoppers und Merci. Ein ähnlicher Streit war bereits 2025 eskaliert.

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Edeka stoppt Storck-Bestellungen: Diese Süßigkeiten könnten bald fehlen

Wer bei Edeka regelmäßig zu Knoppers oder Merci greift, könnte in den kommenden Wochen bei einzelnen Varianten vor einem leeren Regal stehen. Deutschlands größter Lebensmittelhändler bestellt mehrere Produkte des Süßwarenherstellers Storck vorerst nicht mehr nach, die  monrose.de berichtet mit web.de.

Der Edeka Storck Bestellstopp betrifft nach einem Bericht der „Lebensmittel Zeitung“ verschiedene bekannte Artikel. Noch bedeutet die Entscheidung nicht, dass sämtliche Storck-Marken aus den Märkten verschwinden. Bestehende Lagerbestände können weiterhin verkauft werden. Je nach Markt und Vorrat dürfte sich die Auswahl deshalb unterschiedlich schnell verändern.

Diese Storck-Produkte sind bei Edeka betroffen

Im Mittelpunkt des aktuellen Bestellstopps stehen offenbar vor allem Produkte der Marken Knoppers und Merci. Bei Knoppers sollen sowohl Schnitten als auch Riegel betroffen sein.

Edeka stoppt Storck-Bestellungen: Diese Süßigkeiten könnten bald fehlen
Edeka stoppt Storck-Bestellungen: Diese Süßigkeiten könnten bald fehlen

Auch das Merci-Angebot wird eingeschränkt. Genannt werden unter anderem Merci Petits, Tafeln und die Variante Vielfalt.

Damit trifft die Entscheidung Marken, die im deutschen Süßwarenhandel seit Jahren fest etabliert sind. Storck produziert daneben zahlreiche weitere bekannte Artikel, darunter Toffifee, Werther’s Original, Nimm2 und Storck Riesen.

Nach bisherigem Stand betrifft der aktuelle Schritt nicht automatisch das komplette Sortiment des Herstellers.

MarkeProdukte laut BerichtAktuelle Situation
KnoppersSchnittenBestellstopp
KnoppersRiegelBestellstopp
MerciPetitsBestellstopp
MerciTafelnBestellstopp
MerciVielfaltBestellstopp
weitere Storck-Markennicht generell genanntabhängig vom Sortiment

Für Verbraucher ist dabei ein Detail entscheidend: Ein Bestellstopp ist nicht dasselbe wie ein sofortiger Verkaufsstopp. Produkte, die sich bereits in Märkten oder Lagern befinden, können zunächst weiterhin angeboten werden.

Die Veränderung dürfte deshalb nicht in jeder Edeka-Filiale am selben Tag sichtbar werden. Ein Markt kann noch größere Vorräte besitzen, während eine bestimmte Sorte andernorts bereits fehlt. Ob und wann einzelne Artikel tatsächlich ausverkauft sind, hängt von den vorhandenen Beständen und der Nachfrage ab.

Edeka spricht intern von einer Sortimentsumgestaltung

Hinter dem Vorgang steckt offenbar mehr als eine gewöhnliche Anpassung des Süßwarenregals. Laut „Lebensmittel Zeitung“ informierte Edeka seine Kaufleute intern über eine „Sortimentsumgestaltung“.

Dabei soll der Konzern auch auf Verhandlungen auf internationaler Ebene verwiesen haben. Nach Darstellung des Handels habe Edeka sich gegenüber dem Lieferanten partnerschaftlich verhalten und Zugeständnisse gemacht. Von Storck sei nach Ansicht des Händlers allerdings nicht genügend Entgegenkommen gekommen.

Öffentlich äußern sich die beiden Unternehmen zurückhaltend zu dem Konflikt. Details über konkrete Forderungen, Einkaufspreise oder Konditionen wurden nicht genannt.

Edeka bestätigte laut Fachbericht, dass weiterhin ausreichend Artikel des Lieferanten im Sortiment beziehungsweise auf Lager vorhanden seien.

Damit versucht der Händler offenbar, Befürchtungen vor einem sofortigen Verschwinden der Storck-Produkte zu dämpfen. Die langfristige Verfügbarkeit einzelner Varianten ist damit jedoch nicht geklärt.

Warum Edeka und Storck über Einkaufskonditionen streiten

Der Hintergrund reicht über den Preis eines einzelnen Knoppers-Riegels hinaus. Im europäischen Lebensmittelhandel kämpfen große Handelsketten und Hersteller seit Jahren darum, wer bei Preis- und Konditionsverhandlungen die stärkere Position besitzt.

Edeka arbeitet dabei mit internationalen Einkaufsallianzen. Eine davon ist Epic Partners. Eine weitere Struktur ist Everest.

Über solche Kooperationen können Händler ihre Einkaufsvolumina bündeln. Statt ausschließlich für den deutschen Markt zu verhandeln, können Konditionen für mehrere Handelsunternehmen und Länder gemeinsam ausgehandelt werden. Das erhöht den Druck auf große Markenhersteller.

Edeka stoppt Storck-Bestellungen: Diese Süßigkeiten könnten bald fehlen
Edeka stoppt Storck-Bestellungen: Diese Süßigkeiten könnten bald fehlen

Für Edeka ergeben sich daraus mehrere mögliche Vorteile:

  • größere Einkaufsvolumina bei gemeinsamen Verhandlungen,
  • stärkere Position gegenüber internationalen Markenherstellern,
  • bessere Einkaufskonditionen,
  • koordinierte Verhandlungen über mehrere europäische Märkte,
  • größere Möglichkeiten, Forderungen gegenüber Lieferanten durchzusetzen.

Hersteller betrachten solche Bündnisse nicht zwangsläufig mit derselben Begeisterung. Für sie können europaweit koordinierte Verhandlungen bedeuten, dass nationale Preisstrukturen und bisherige Geschäftsbeziehungen stärker unter Druck geraten.

Der aktuelle Streit zwischen Edeka und Storck ist deshalb auch ein Beispiel dafür, wie sich die Kräfteverhältnisse im europäischen Lebensmittelhandel verändern.

Storck ist einer der größten deutschen Süßwarenhersteller

August Storck ist ein Familienunternehmen und gehört zu den bedeutenden Süßwarenproduzenten Deutschlands. Im Gegensatz zu börsennotierten Konzernen veröffentlicht das Unternehmen nur wenige detaillierte Informationen zu seinen Geschäftszahlen.

Der Gesamtumsatz wurde zuletzt auf etwa 3,5 Milliarden Euro geschätzt. Rund 1,1 Milliarden Euro könnten davon auf Deutschland entfallen. Diese Zahlen sind Schätzungen und keine vom Unternehmen veröffentlichten detaillierten Umsatzangaben.

Storck steht in Deutschland und international im Wettbewerb mit großen Süßwarenkonzernen und Markenherstellern wie Ferrero, Mondelez, Haribo und Lindt.

Das Markenportfolio des Unternehmens ist breit. Viele Produkte werden seit Jahrzehnten verkauft und besitzen eine hohe Bekanntheit.

Zu den bekanntesten Storck-Marken zählen:

  • Knoppers,
  • Merci,
  • Toffifee,
  • Werther’s Original,
  • Nimm2,
  • Storck Riesen,
  • Mamba,
  • Dickmann’s.

Gerade diese Markenstärke verschafft einem Hersteller eine gute Ausgangslage gegenüber dem Handel. Kunden suchen gezielt nach bestimmten Produkten und akzeptieren einen Ersatz durch eine Handelsmarke nicht immer.

Auf der anderen Seite besitzt Edeka aufgrund seiner Größe erheblichen Einfluss darauf, welche Produkte Millionen Verbraucher im Supermarkt überhaupt angeboten bekommen.

Der Konflikt war schon 2025 eskaliert

Die aktuelle Auseinandersetzung ist kein neuer Vorgang. Bereits im Februar 2025 gerieten Edeka und Storck bei ihren Verhandlungen aneinander.

Damals soll Storck nicht bereit gewesen sein, Konditionen auf der von Edeka gewünschten internationalen Ebene auszuhandeln. Der Händler reagierte mit einer deutlichen Reduzierung des Sortiments.

Betroffen waren seinerzeit Varianten mehrerer großer Storck-Marken:

  • Nimm2,
  • Merci,
  • Storck Riesen,
  • Werther’s Original,
  • Knoppers,
  • Toffifee.

Auch andere Mitglieder der Einkaufsallianz Epic sollen ihr Storck-Angebot damals reduziert haben. Für einen Hersteller kann ein solcher Konflikt beträchtliche wirtschaftliche Auswirkungen haben, wenn mehrere große Händler gleichzeitig weniger Ware bestellen.

Ein ausgelisteter Artikel verliert nicht nur kurzfristig Umsatz. Für Markenhersteller ist auch die Sichtbarkeit im Supermarktregal wirtschaftlich wertvoll, weil dort ein großer Teil der Kaufentscheidungen fällt.

Die Auseinandersetzung Anfang 2025 soll Storck insbesondere im ersten Quartal Geschäft gekostet haben. Dass es nun erneut zu einem Bestellstopp bei Storck-Produkten kommt, zeigt, dass die grundlegenden Differenzen offenbar nicht dauerhaft gelöst wurden.

Was Kunden bei Edeka jetzt tatsächlich bemerken könnten

Ein kompletter Storck-Boykott bei Edeka lässt sich aus der aktuellen Situation nicht ableiten. Betroffen sind bestimmte Artikel, während andere Produkte weiterhin verfügbar sein können.

Hinzu kommt die besondere Struktur von Edeka. Viele Märkte werden von selbstständigen Kaufleuten geführt. Sortiment, vorhandene Lagerbestände und Nachfrage können sich deshalb regional und von Markt zu Markt unterscheiden.

Konkret sind mehrere Szenarien möglich. Einige Filialen könnten die betroffenen Produkte noch längere Zeit anbieten, weil ausreichend Ware vorhanden ist. Andere könnten einzelne Sorten schneller ausverkaufen. Teilweise könnten freie Regalplätze anschließend durch andere Marken oder Eigenmarken ersetzt werden.

Für Kunden könnte das beispielsweise so aussehen:

Situation im MarktMögliche Ursache
Gewohnte Sorte weiterhin vorhandenRest- oder Lagerbestand
Nur einzelne Knoppers-Produkte fehlenBestellstopp betrifft bestimmte Artikel
Weniger Merci-VariantenSortiment wird reduziert
Konkurrenzprodukt steht am bisherigen PlatzRegalfläche wurde neu vergeben
Produkt in einem anderen Edeka noch verfügbarunterschiedliche Bestände der Märkte

Ein fehlendes Produkt bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Edeka die gesamte Marke dauerhaft ausgelistet hat.

Warum solche Konflikte im Supermarkt häufiger sichtbar werden

Auseinandersetzungen zwischen Handelsketten und Markenherstellern gehören seit Jahren zum Lebensmittelgeschäft. Besonders sichtbar werden sie in Zeiten steigender Produktions-, Energie-, Rohstoff- und Personalkosten.

Hersteller versuchen höhere Kosten teilweise über höhere Abgabepreise an den Handel weiterzugeben. Händler wiederum stehen im Preiswettbewerb mit Discountern und anderen Supermarktketten und wollen vermeiden, dass ihre Verkaufspreise zu stark steigen.

Scheitern Verhandlungen, besitzt der Handel ein wirksames Druckmittel: Er kann Bestellungen reduzieren oder bestimmte Produkte vollständig aus dem Sortiment nehmen.

Für einen bekannten Hersteller ist das unangenehm. Ein Produkt, das nicht im Regal steht, kann unabhängig von seiner Markenbekanntheit nicht verkauft werden.

Für Händler ist eine Auslistung allerdings ebenfalls nicht risikolos. Kunden, die gezielt eine bestimmte Marke kaufen möchten, könnten zu einem Konkurrenten wechseln.

Genau deshalb sind Sortimentsstreitigkeiten im Supermarkt ein Machtkampf, bei dem beide Seiten wirtschaftliche Interessen gegeneinander abwägen müssen.

Sind Knoppers und Merci jetzt dauerhaft weg?

Dafür gibt es derzeit keinen Hinweis. Der Bestellstopp gilt laut Bericht bis auf Weiteres und betrifft bestimmte Produkte.

Solche Handelskonflikte können Wochen oder Monate dauern. Sie können aber ebenso mit neuen Konditionen und einer Rückkehr der Produkte ins reguläre Sortiment enden.

Ob Edeka und Storck ihre Differenzen kurzfristig lösen, ist offen. Beide Unternehmen äußern sich öffentlich nicht zu Details ihrer Geschäftsbeziehung.

Für Verbraucher bleibt die Situation damit zunächst sehr konkret: Wer eine bestimmte Knoppers- oder Merci-Variante bei Edeka kauft, könnte je nach Filiale eine kleinere Auswahl vorfinden. Andere Storck-Produkte können gleichzeitig weiterhin regulär im Regal stehen.

Der erneute Konflikt zeigt vor allem, wie hart inzwischen um Einkaufskonditionen im europäischen Lebensmittelhandel verhandelt wird. Hinter einem scheinbar einfachen leeren Platz im Süßwarenregal kann ein Streit stehen, bei dem es um weit mehr geht als um Schokolade oder Waffelriegel: Edeka will seine gebündelte Einkaufsmacht nutzen, während Storck seine eigenen Konditionen verteidigt. Welche Produkte langfristig zurückkehren, hängt deshalb weniger vom Geschmack der Kunden als vom Ergebnis dieser Verhandlungen ab.