Die Heizölpreise 2026 geben Anfang Oktober spürbar nach. Im bundesweiten Durchschnitt kostet Heizöl am Dienstag, dem 6. Oktober, rund 161 Euro je 100 Liter und damit knapp vier Euro weniger als am Vortag, die monrose.de berichtet mit agrarheute.com.
Besonders deutlich ist der Rückgang im Norden Deutschlands. In Bremen fällt der Preis um knapp fünf Euro, in Hamburg um mehr als vier Euro je 100 Liter. Gleichzeitig bleibt die Kaufbereitschaft vieler Verbraucher erstaunlich niedrig. Viele hoffen auf weitere Preisnachlässe, obwohl die Heizsaison bereits näher rückt.

Heizölpreise sinken in allen Bundesländern
Der Preisrückgang zieht sich derzeit durch alle 16 Bundesländer. Allerdings gibt es weiterhin deutliche regionale Unterschiede. Während Verbraucher in Bremen und Hamburg aktuell die niedrigsten Preise finden, müssen Haushalte in Hessen und Rheinland-Pfalz deutlich mehr bezahlen.
In Bremen liegt der Preis aktuell bei rund 156 Euro je 100 Liter, in Hamburg bei etwa 157 Euro. Am anderen Ende der Skala stehen Hessen mit rund 165 Euro und Rheinland-Pfalz mit etwa 164 Euro.
Damit beträgt die Differenz zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland derzeit ungefähr neun Euro je 100 Liter. Bei einer Bestellung von 3.000 Litern macht allein der regionale Preisunterschied bereits rund 270 Euro aus.
| Bundesland | Preis je 100 Liter | Entwicklung |
|---|---|---|
| Bremen | ca. 156 € | Rückgang um knapp 5 € |
| Hamburg | ca. 157 € | Rückgang um gut 4 € |
| Bundesdurchschnitt | ca. 161 € | rund 4 € günstiger |
| Rheinland-Pfalz | ca. 164 € | weiterhin hohes Niveau |
| Hessen | ca. 165 € | derzeit am teuersten |
Für Haushalte, die noch vor Beginn der Heizperiode bestellen müssen, ist damit nicht nur der Ölmarkt entscheidend. Auch der regionale Preisunterschied kann mehrere hundert Euro ausmachen.
Die Unterschiede haben auch mit der Logistik zu tun. Im Südwesten Deutschlands erschweren niedrige Wasserstände am Rhein teilweise den Transport von Energieträgern. Im Norden sind die Lieferbedingungen derzeit günstiger, was sich bei den regionalen Heizölpreisen bemerkbar macht.
Warum viele Heizölkunden trotzdem noch nicht bestellen
Der sinkende Preis müsste eigentlich für eine steigende Nachfrage sorgen. Genau das ist derzeit jedoch nur eingeschränkt zu beobachten. Viele Verbraucher warten bewusst ab und hoffen, dass sich der Preis in den kommenden Tagen oder Wochen noch weiter nach unten bewegt.
Die Marktbeobachtung unter Heizölkunden ist deshalb besonders hoch. Viele Haushalte wissen, dass sie vor dem Winter Heizöl benötigen, wollen aber nicht zu einem Zeitpunkt bestellen, an dem der Preis möglicherweise noch über dem späteren Tiefpunkt liegt.
Die aktuelle Stimmung lässt sich an den Kaufentscheidungen deutlich erkennen. Nur rund sieben Prozent der beobachteten Heizölkunden halten Anfang Oktober einen sofortigen Kauf trotz des weiterhin hohen Preisniveaus für sinnvoll. Etwa 93 Prozent wollen mit ihrer Bestellung zunächst warten.
Ende September war das Verhältnis noch deutlich weniger einseitig. Damals hielten rund 27 Prozent der Kunden einen unmittelbaren Kauf trotz höherer Preise für sinnvoll.
„Viele Kunden sitzen derzeit zwischen zwei Erwartungen: Sie müssen vor dem Winter bestellen, hoffen aber gleichzeitig auf einen weiteren Preisrückgang.“
Diese Zurückhaltung ist bei Verbrauchern nachvollziehbar. Heizöl wird häufig in größeren Mengen gekauft, sodass schon wenige Euro Unterschied je 100 Liter bei einer kompletten Tankfüllung einen spürbaren Betrag ausmachen.
Wie stark die Heizölpreise tatsächlich gefallen sind
Der aktuelle Rückgang kommt nicht völlig überraschend. Bereits zuvor hatten sich die Preise vom zwischenzeitlichen Hoch entfernt. Anfang Oktober beschleunigte sich die Bewegung jedoch.
Im Bundesmittel sank der Preis innerhalb eines Tages um fast vier Euro je 100 Liter. Besonders stark fiel der Rückgang in Bremen aus. Dort wurden rund fünf Euro weniger verlangt als am vorherigen Handelstag.
Die Entwicklung sieht regional unterschiedlich aus:
- Bremen verzeichnet den stärksten Rückgang mit knapp fünf Euro je 100 Liter.
- Hamburg folgt mit einem Minus von etwas mehr als vier Euro.
- In mehreren weiteren nördlichen Bundesländern fallen die Preise ebenfalls deutlich.
- Im Saarland beträgt der Rückgang nur etwas mehr als einen Euro.
- Hessen bleibt trotz der allgemeinen Entspannung das teuerste Bundesland.
<s>Der Norden bleibt beim Heizöl aktuell klar im Vorteil.</s>
Für Verbraucher bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass jede Lieferung zum genannten Landesdurchschnitt erhältlich ist. Der konkrete Endpreis hängt unter anderem von der Bestellmenge, dem Lieferort, der Lieferzeit und den Bedingungen des jeweiligen Händlers ab.
Rohölmarkt sorgt für zusätzlichen Preisdruck
Auch auf dem internationalen Ölmarkt hat sich die Lage verändert. Der Preis für Brent-Rohöl ist Anfang Oktober bereits den dritten Handelstag in Folge gefallen und näherte sich zeitweise der Marke von 98 US-Dollar je Barrel.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Aussicht auf eine Erholung der Rohölexporte aus dem Nahen Osten. Verbesserte Transportmöglichkeiten und höhere Exportmengen können das verfügbare Angebot am Weltmarkt erhöhen. Ein größeres Angebot wirkt normalerweise preisdämpfend, sofern die Nachfrage nicht gleichzeitig entsprechend stark zunimmt.
Aus Saudi-Arabien kamen zudem Signale für eine Entspannung der Versorgungslage. Nach den vorliegenden Angaben erreichten die Transporte über die Ost-West-Pipeline rund 5,8 Millionen Barrel. Gleichzeitig gab es Berichte, wonach die Rohölexporte aus dem Nahen Osten in mehreren Tagen der letzten Septemberwoche wieder über dem Niveau vor Beginn des Krieges lagen.
Auch politische Entscheidungen wirken auf den Markt. Die G7-Staaten beschlossen Ende September die Freigabe von insgesamt 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus Notreserven und verzichteten zugleich auf bestimmte Exportbeschränkungen für Energie.
Für den Heizölmarkt zählt am Ende nicht nur der Rohölpreis. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Rohöl, Raffinerieprodukten, Transportkosten, Wechselkurs und regionaler Logistik.
Heizöl wird vor dem Winter wieder interessanter
Die Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Haushalte ihre Vorräte für die neue Heizperiode eigentlich bereits auffüllen müssten. Stattdessen wurde ein Teil der Bestellungen verschoben.
Jetzt könnte sich die Situation langsam verändern. Die Lieferfristen liegen Anfang Oktober bei etwa 25 Tagen. Ende September waren es noch rund 22 Tage. Das deutet darauf hin, dass Händler wieder mehr Aufträge abarbeiten müssen.
Für Verbraucher entsteht damit ein gewisser Zeitdruck. Wer erst bestellt, wenn die Temperaturen deutlich sinken, muss unter Umständen mit längeren Lieferzeiten rechnen.

Das gilt besonders für Haushalte, deren Tank bereits einen niedrigen Füllstand erreicht hat. Ein weiterer Preisrückgang ist möglich, gleichzeitig lässt sich nicht garantieren, dass der niedrigste Preis genau dann erreicht wird, wenn der Tank leer ist.
„Wer vor dem Winter Heizöl benötigt, sollte nicht nur den Preis beobachten, sondern auch den eigenen Tankfüllstand und die Lieferzeit im Blick behalten.“
Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem spekulativen Kauf und einer notwendigen Bestellung. Wer noch mehrere Wochen Vorrat besitzt, kann eine Preisbewegung eher abwarten. Bei einem fast leeren Tank wird die Lieferfähigkeit des Händlers wichtiger als die Hoffnung auf den letzten möglichen Euro Preisnachlass.
Welche Mengen werden derzeit bestellt?
Bei den aktuellen Heizölbestellungen dominieren laut Marktbeobachtungen Liefermengen zwischen 1.000 und 2.000 Litern pro Bestellung. Das deutet darauf hin, dass viele Haushalte nicht den kompletten Tank füllen, sondern zunächst einen Teil ihres Winterbedarfs abdecken.
Das kann verschiedene Gründe haben. Zum einen bleiben die Heizölpreise trotz des Rückgangs vergleichsweise hoch. Zum anderen wollen sich Verbraucher die Möglichkeit offenhalten, bei einem weiteren Preisrückgang später günstiger nachzubestellen.
Für Haushalte mit größeren Tanks kann eine Teilbestellung allerdings höhere Lieferkosten je Liter bedeuten. Deshalb sollte nicht nur der Preis pro 100 Liter betrachtet werden.
Entscheidend ist der komplette Rechnungsbetrag.
Bei einem Preis von 161 Euro je 100 Liter kostet eine Lieferung von 1.000 Litern rechnerisch etwa 1.610 Euro. Bei 2.000 Litern wären es rund 3.220 Euro. Je nach Händler können zusätzliche Liefer- oder Zahlungsbedingungen hinzukommen.
Warum der Preisunterschied zwischen Nord und Süd wichtig ist
Die regionalen Unterschiede sind Anfang Oktober ungewöhnlich deutlich. Besonders auffällig ist die Preisdifferenz zwischen den norddeutschen Bundesländern und Teilen des Südwestens.
Bremen und Hamburg gehören derzeit mit etwa 156 beziehungsweise 157 Euro je 100 Liter zu den günstigsten Regionen. Hessen und Rheinland-Pfalz liegen dagegen bei ungefähr 164 bis 165 Euro.
Bei einer kleinen Bestellung mag der Unterschied überschaubar wirken. Bei mehreren tausend Litern verändert sich die Rechnung jedoch deutlich.
Ein Beispiel:
Ein Haushalt bestellt 3.000 Liter. Bei einem Preis von 156 Euro je 100 Liter ergibt sich ein rechnerischer Warenwert von 4.680 Euro. Bei 165 Euro wären es 4.950 Euro. Die Differenz beträgt 270 Euro.
Das zeigt, warum Verbraucher beim Heizöl kaufen nicht ausschließlich auf die allgemeine Schlagzeile „Heizöl wird günstiger“ schauen sollten. Der regionale Markt und die konkrete Lieferadresse sind mindestens genauso relevant.
Was passiert mit dem Heizölpreis, wenn Rohöl weiter fällt?
Ein weiterer Rückgang des Rohölpreises könnte grundsätzlich auch das Heizöl günstiger machen. Allerdings werden Veränderungen am internationalen Ölmarkt nicht immer eins zu eins am selben Tag an den Endkunden weitergegeben.
Zwischen Rohöl und dem Preis für Heizöl liegen mehrere Stufen. Rohöl wird verarbeitet, transportiert und gehandelt. Hinzu kommen regionale Transportkosten, Steuern, Margen und die jeweilige Versorgungssituation.
Deshalb kann Heizöl an einem Tag stärker fallen als Rohöl oder sich trotz eines sinkenden Rohölpreises zunächst kaum bewegen.
Derzeit fällt zudem auf, dass Gasöl, das als wichtiges Vorprodukt für Diesel und Heizöl gilt, stärker unter Druck steht als Rohöl. Die Preisbewegung bei diesen Produkten ist für Heizölkäufer deshalb besonders relevant.
<s>Sinkendes Rohöl ist ein Signal, aber keine Garantie für einen bestimmten Heizölpreis am nächsten Morgen.</s>
Die Nachfrage könnte vor der Heizsaison noch deutlich steigen
Der aktuelle Nachholbedarf ist nicht zu unterschätzen. Viele Haushalte haben ihre Bestellung wegen der hohen Preise bewusst verschoben. Wenn die Temperaturen sinken oder die Prognosen auf einen frühen Winter hindeuten, könnte ein Teil dieser Nachfrage gleichzeitig auf den Markt kommen.
Dann würden nicht nur die Preise, sondern auch die Lieferzeiten eine größere Rolle spielen.
Schon jetzt verlängert sich die durchschnittliche Lieferfrist leicht. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Händler mehr Bestellungen bearbeiten als noch Ende September.
Für Verbraucher entsteht damit ein klassisches Spannungsfeld: Ein niedrigerer Preis ist attraktiv, doch eine sehr späte Bestellung kann das Risiko einer längeren Wartezeit erhöhen.
Drei Punkte sind jetzt entscheidend
- Tankfüllstand prüfen: Nicht erst bestellen, wenn der Vorrat fast vollständig aufgebraucht ist.
- Regionale Preise vergleichen: Unterschiede von mehreren Euro je 100 Liter können bei größeren Mengen erheblich sein.
- Lieferzeit berücksichtigen: Ein günstiger Preis hilft wenig, wenn das Heizöl erst nach Beginn der Heizperiode geliefert werden kann.
Lohnt sich der Heizölkauf Anfang Oktober 2026?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Für Haushalte mit gut gefülltem Tank kann es sinnvoll sein, die weitere Preisentwicklung zu beobachten. Wer dagegen nur noch wenig Heizöl besitzt und vor der Heizperiode zwingend nachfüllen muss, sollte nicht ausschließlich auf einen möglichen Tiefpunkt spekulieren.
Die aktuellen Preise sind deutlich niedriger als noch wenige Tage zuvor. Gleichzeitig liegt das allgemeine Preisniveau weiterhin hoch. Genau deshalb warten die meisten Kunden noch ab.
Für die nächsten Tage wird entscheidend sein, ob der Rückgang beim Rohöl und bei den Gasölpreisen anhält. Sollte sich das Angebot auf dem internationalen Markt weiter entspannen, könnte zusätzlicher Druck auf die Heizölpreise entstehen. Verschärft sich dagegen die geopolitische Lage oder nehmen Transportprobleme zu, kann sich die Bewegung schnell wieder drehen.
Wer noch Vorrat hat, besitzt Zeit. Wer fast leer ist, besitzt vor allem ein logistisches Problem.
Heizölpreise bleiben vor dem Winter ein heißes Thema
Anfang Oktober zeigt sich ein ungewöhnliches Bild: Die Heizölpreise fallen, gleichzeitig halten sich die Verbraucher mit Bestellungen zurück. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei rund 161 Euro je 100 Liter, während Bremen und Hamburg mit etwa 156 und 157 Euro derzeit deutlich günstiger sind als Hessen oder Rheinland-Pfalz.
Der Markt reagiert auf die Aussicht auf höhere Rohölexporte, eine bessere Versorgung und zusätzliche Reserven. Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage ein wichtiger Faktor, während viele deutsche Haushalte ihre Heizölbestellung bewusst nach hinten verschieben.
Für Verbraucher ist deshalb nicht nur die Frage entscheidend, ob der Preis weiter sinkt. Ebenso wichtig sind Tankfüllstand, Lieferfrist, regionale Preisunterschiede und die tatsächlich benötigte Menge. Wer diese Faktoren gemeinsam betrachtet, kann die Entscheidung für den nächsten Heizölkauf deutlich besser einordnen.