Der McRib gehört seit Jahrzehnten zum Angebot von McDonald’s in Deutschland. Doch am 27. Oktober soll Schluss sein: Die Fast-Food-Kette nimmt den Burger mit der rauchigen Barbecue-Sauce aus dem Sortiment. Für viele Fans bedeutet das den Abschied von einem Produkt, das sich durch seine ungewöhnliche Form, den intensiven Geschmack und eine besonders klebrige Sauce von klassischen Hamburgern unterscheidet, die monrose.de berichtet mit bild.de.
Der McRib bei McDonald’s ist dabei mehr als ein gewöhnlicher Burger. Während er in den USA immer wieder zeitweise aus den Restaurants verschwand und später zurückkehrte, war er in Deutschland über lange Zeit hinweg erhältlich. Warum das Produkt nun eingestellt wird, hat das Unternehmen nach den vorliegenden Angaben nicht näher erläutert.
McRib verschwindet aus dem deutschen McDonald’s-Sortiment
Der 27. Oktober markiert den angekündigten letzten Verkaufstag des McRib in Deutschland. McDonald’s verabschiedet den Burger in seinem Newsletter als „echte Ikone“, nennt jedoch keinen konkreten Grund für das Ende des Angebots.
Für Stammkunden kommt die Nachricht nach einer langen gemeinsamen Geschichte. Seit 1989 gehört der McRib zum deutschen Sortiment der Restaurantkette und hat sich über die Jahre eine eigene Fangemeinde aufgebaut. Sein Abschied fällt damit anders aus als bei Produkten, die nur für eine kurze Werbeaktion eingeführt wurden.
Ein Burger verschwindet, doch seine Geschichte reicht weit über die Speisekarte hinaus.

Ob der McRib künftig dauerhaft aus deutschen Filialen verschwindet oder später als zeitlich begrenztes Aktionsprodukt zurückkehrt, ist bislang offen. Gerade seine wechselnde Verfügbarkeit in den Vereinigten Staaten hat dazu beigetragen, dass Fans dort regelmäßig auf eine Rückkehr hoffen.
Wie aus einer Fleischknappheit ein Kultburger wurde
Die Geschichte des McRib beginnt mit einem anderen Produkt. Anfang der 1980er-Jahre waren die Chicken McNuggets in den USA so erfolgreich, dass McDonald’s Schwierigkeiten hatte, ausreichend Hühnerfleisch für die Nachfrage bereitzustellen. Die Entwicklung eines Schweinefleischprodukts bot eine zusätzliche Möglichkeit, das Angebot zu erweitern.
Für die Umsetzung war der Koch René Arend verantwortlich, der von 1928 bis 2016 lebte. Der gebürtige Luxemburger hatte zuvor in gehobenen Clubs in Chicago gearbeitet. McDonald’s-Chef Ray Kroc soll er anfangs skeptisch gegenübergestanden haben, weil er sich selbst als Koch und nicht als Spezialisten für Hamburger verstand.
Arend entwickelte schließlich sowohl die Chicken McNuggets als auch den McRib. Der Burger wurde damit zu einem Produkt, dessen Ursprung eng mit der Expansion des Fast-Food-Angebots verbunden ist.
„Er war gebaute Grill-Sehnsucht für Menschen, die keinen Grill haben.“
Diese Beschreibung bringt die Idee hinter dem McRib auf den Punkt. Das Produkt sollte den Geschmack eines Barbecue-Gerichts in eine Form bringen, die sich schnell servieren und unterwegs essen lässt.
Was den McRib von anderen Burgern unterscheidet
Der McRib sieht aus wie ein Stück Rippchen, enthält aber keinen Knochen. Sein Fleisch besteht aus geformtem Schweinefleisch, das mit rauchiger BBQ-Sauce überzogen wird. Dazu kommen eingelegte Gurken, weiße Zwiebeln und ein längliches Brötchen.
Die Kombination hebt ihn von klassischen Hamburgern ab, bei denen Rindfleisch, Käse und Salat häufig im Mittelpunkt stehen. Beim McRib prägt vor allem die Sauce den Geschmack. Sie sorgt zugleich dafür, dass das Essen schnell unordentlich werden kann.
Nach den offiziellen Produktangaben, die im Ausgangsbericht genannt werden, enthält der Burger 470 Kalorien. Der intensive BBQ-Geschmack gehört zu seinen charakteristischen Merkmalen, ist aber auch ein Grund für die geteilten Reaktionen.
Zu den Besonderheiten des McRib gehören:
- Geformtes Schweinefleisch statt eines klassischen Rindfleischpattys
- Rauchige Barbecue-Sauce als prägendes Geschmackselement
- Eingelegte Gurken und weiße Zwiebeln als Belag
- Ein längliches Brötchen, das die Rippchenform aufgreift
- Eine besonders saucenreiche Zubereitung, bei der Erfrischungstücher hilfreich sind
Für manche gehört gerade die reichliche Sauce zum Erlebnis. Andere empfinden ihren Geruch und Geschmack als zu intensiv.
Die starke Wiedererkennbarkeit dürfte mit erklären, warum der Burger trotz seiner speziellen Rezeptur über Jahrzehnte einen festen Platz im Fast-Food-Angebot behalten hat.
In den USA verschwand der McRib immer wieder
Während der McRib in Deutschland lange Zeit kontinuierlich angeboten wurde, verlief seine Geschichte in den Vereinigten Staaten anders. Dort war der Burger zeitweise erhältlich und verschwand anschließend wieder aus den Restaurants. Diese wechselnde Verfügbarkeit entwickelte sich zu einem Teil seiner Bekanntheit.
Fans verfolgten teilweise sogar über eigens eingerichtete Internetseiten, in welchen Filialen das Produkt angeboten wurde. Die Suche nach dem Burger wurde damit selbst zu einem Bestandteil der Markengeschichte.
In Deutschland mussten sich die Anhänger dagegen über viele Jahre nicht in gleicher Weise auf die Suche machen. Der McRib blieb im regulären Angebot, was ihn von zahlreichen zeitlich begrenzten Produkten unterschied.
„McDonald’s verabschiedet ihn als echte Ikone.“
Die Formulierung aus dem Unternehmensnewsletter unterstreicht, dass die Kette den Burger nicht wie ein beliebiges Produkt aus dem Sortiment streicht. Einen offiziellen Grund für die Entscheidung nennt sie allerdings nicht.
McRib-Duschgel und Markus Söder zeigen die Bekanntheit des Burgers
Wie weit die Bekanntheit des McRib über das eigentliche Essen hinausreicht, zeigte eine ungewöhnliche Aktion am 1. April 2025. McDonald’s verteilte über seine App ein McRib-Duschgel, das für 400 Punkte erhältlich war. Die Aktion war als Aprilscherz angelegt, das Produkt wurde jedoch tatsächlich angeboten.
Der Scherz griff die besondere Beziehung auf, die Fans zu dem stark nach BBQ-Sauce riechenden Burger aufgebaut haben. Kaum ein anderes Produkt aus dem Fast-Food-Sortiment bietet eine vergleichbare Grundlage für eine solche Aktion.
Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zählt zu den bekannten Anhängern. Er hat wiederholt erklärt, dass er seit jungen Jahren besonders gern McRib oder Big Mac esse, und den Burger mehrfach auf Instagram gezeigt.
Solche Auftritte machen aus einem Restaurantprodukt ein wiedererkennbares Thema der Popkultur. Der McRib wird damit nicht nur über Geschmack und Preis wahrgenommen, sondern auch über persönliche Vorlieben prominenter Fans und humorvolle Werbeaktionen.

McRib Sweet Heat soll die Lücke füllen
Mit dem Ende des klassischen McRib verschwindet nicht jede Variante des Produkts aus dem Blickfeld. Als jüngerer Verwandter gilt der McRib Sweet Heat, der mit einer süß-scharfen Chilisauce angeboten wird.
Die neue Geschmacksrichtung setzt auf eine andere Kombination als der bekannte BBQ-Burger. Während der klassische McRib vor allem durch seine rauchige Sauce geprägt ist, verbindet Sweet Heat süße und scharfe Noten.
| Merkmal | Klassischer McRib | McRib Sweet Heat |
|---|---|---|
| Fleisch | Geformtes Schweinefleisch | Schweinefleischvariante der McRib-Reihe |
| Sauce | Rauchige BBQ-Sauce | Süß-scharfe Chilisauce |
| Geschmacksprofil | Rauchig und würzig | Süßlich und scharf |
| Rolle im Sortiment | Abschied am 27. Oktober angekündigt | Als möglicher Nachfolger genannt |
Ob der Sweet Heat dauerhaft angeboten wird, ist nicht bekannt. Ebenso fehlt bislang eine verbindliche Ankündigung, dass der klassische McRib später wieder in deutsche Restaurants zurückkehrt.
Ein Nachfolger kann eine ähnliche Produktidee aufgreifen, muss aber nicht dieselben Fans überzeugen.
Kommt der klassische McRib irgendwann zurück?
Der angekündigte Abschied lässt Raum für Spekulationen, denn die US-Geschichte des Burgers zeigt, dass eine zeitweise Einstellung nicht zwingend das endgültige Ende bedeuten muss. Dort kehrte der McRib nach Phasen der Abwesenheit immer wieder zurück.
Für Deutschland ist ein vergleichbarer Ablauf bislang nicht bestätigt. Eine spätere Rückkehr als Aktionsburger wäre denkbar, doch eine konkrete Ankündigung des Unternehmens liegt nicht vor.
Bis zum 27. Oktober bleibt der klassische McRib nach den vorliegenden Angaben in Deutschland erhältlich. Danach endet zunächst eine Ära, die 1989 begann und den Burger zu einem der bekanntesten Spezialprodukte im McDonald’s-Sortiment gemacht hat.
Der Abschied betrifft damit nicht nur eine bestimmte Rezeptur, sondern auch ein Produkt, dessen wechselvolle Geschichte, markante Sauce und treue Fangemeinde über Jahrzehnte hinweg für Wiedererkennung gesorgt haben. Ob der McRib eines Tages zurückkehrt, bleibt offen.