Die PlayStation 5 Pro bietet mehr Grafikleistung als die ursprüngliche PS5, setzt bei ihrem Prozessor jedoch weiterhin auf eine Architektur aus der Zen-2-Generation von AMD. Wer einen Gaming-PC mit einer ähnlichen Spieleleistung zusammenstellen möchte, muss deshalb nicht unbedingt zu einem brandneuen High-End-Prozessor greifen. Der AMD Ryzen 7 3700X und der Intel Core i7-10700K gehören zu den Desktop-Modellen, die sich aufgrund ihrer technischen Eigenschaften besonders gut als Vergleich eignen, die monrose.de berichtet mit slashgear.com.
Auch der Ryzen 5 5600 und der Intel Core i5-12400F sind interessante Kandidaten. Obwohl beide nur sechs Kerne und zwölf Threads besitzen, profitieren sie von neueren Architekturen und Verbesserungen bei der Verarbeitung einzelner Aufgaben. Allerdings lässt sich die Leistung einer Konsole nicht allein anhand der CPU-Spezifikationen beurteilen. Entscheidend sind ebenso die Grafikeinheit, die Speicherarchitektur, das Betriebssystem und die Optimierung der Spiele.
Hinzu kommt die Preisfrage. Die Hardwarekosten für einen Gaming-PC hängen stark von der Verfügbarkeit von Arbeitsspeicher, Grafikkarten und weiteren Komponenten ab. Deshalb kann ein PC mit vergleichbarer Spieleleistung deutlich mehr kosten als eine Konsole, selbst wenn der Prozessor für sich genommen preislich attraktiv erscheint.
Welche CPU steckt in der PlayStation 5 Pro?
Die PS5 Pro CPU basiert auf einer speziell angepassten AMD-Zen-2-Architektur. Sie ist Teil eines maßgeschneiderten System-on-a-Chip, kurz SoC, das Prozessor und Grafiklösung auf einem gemeinsamen Chip vereint. Sony hat die CPU gegenüber der ursprünglichen PlayStation 5 nicht grundlegend erneuert, sondern vor allem die Grafikleistung und weitere technische Funktionen der Konsole verbessert.
Der Prozessor verfügt über acht Kerne und 16 Threads. Die reguläre Taktfrequenz liegt bei rund 3,5 GHz, während ein spezieller Hochfrequenzmodus bis zu 3,85 GHz ermöglicht. Für den Vergleich mit Desktop-Prozessoren sind außerdem der gemeinsame L3-Cache und die Integration in das Gesamtsystem relevant.
Die wesentlichen Merkmale der CPU lassen sich so zusammenfassen:
- Acht CPU-Kerne und 16 Threads.
- AMD-Zen-2-Architektur mit speziell angepasstem Konsolendesign.
- Taktfrequenz von rund 3,5 GHz und optional bis zu 3,85 GHz.
- Gemeinsamer L3-Cache von 8 MB.
- Integration von CPU und GPU in einem maßgeschneiderten SoC.
Bei der PS5 Pro liegt der Schwerpunkt der Weiterentwicklung allerdings auf der Grafik. Die GPU wurde von 36 auf 60 Compute Units erweitert. Sie basiert auf AMDs RDNA-2-Architektur und erhält zusätzliche Funktionen, darunter Verbesserungen bei der Raytracing-Leistung.
Die PS5 Pro ist deshalb keine vollständig neue Konsolengeneration. Sony setzt auf eine leistungsfähigere Grafiklösung, während die CPU-Grundlage weitgehend erhalten bleibt.
AMD Ryzen 7 3700X und Intel Core i7-10700K als Vergleich
Der AMD Ryzen 7 3700X und der Intel Core i7-10700K gehören zu den Desktop-Prozessoren, die sich für einen direkten Architekturvergleich mit der Konsolen-CPU anbieten. Beide Modelle besitzen acht Kerne und 16 Threads. Der Ryzen 7 3700X basiert ebenfalls auf Zen 2, während Intel beim Core i7-10700K die Comet-Lake-Architektur der zehnten Core-Generation verwendet.

Auf dem Papier sind die Ähnlichkeiten mit dem Konsolenprozessor deutlich. In der Praxis verfügen beide Desktop-CPUs jedoch über mehr Spielraum bei den Taktfrequenzen. Je nach Modell, Belastung und Kühlung können ihre Boost-Taktraten deutlich höher liegen als die maximale CPU-Frequenz der PS5 Pro.
Der Ryzen 7 3700X besitzt zudem einen 32 MB großen L3-Cache. Bei der Konsolen-CPU stehen nach den veröffentlichten technischen Angaben 8 MB gemeinsamer L3-Cache zur Verfügung. Der größere Cache kann bei bestimmten Anwendungen und Spielen Vorteile bringen, ist aber kein alleiniger Maßstab für die tatsächliche Spieleleistung.
| Merkmal | PS5 Pro CPU | AMD Ryzen 7 3700X | Intel Core i7-10700K |
|---|---|---|---|
| Architektur | Angepasste Zen 2 | Zen 2 | Comet Lake |
| Kerne | 8 | 8 | 8 |
| Threads | 16 | 16 | 16 |
| CPU-Takt | Bis zu 3,85 GHz | Bis zu 4,4 GHz | Bis zu 5,1 GHz |
| L3-Cache | 8 MB | 32 MB | 16 MB |
| Einsatzbereich | Konsole | Desktop-PC | Desktop-PC |
Die Tabelle verdeutlicht die Gemeinsamkeiten, aber auch die Grenzen eines direkten Vergleichs. Desktop-Prozessoren können höhere Taktraten und größere Cache-Kapazitäten bieten, während die Konsolen-CPU speziell auf die feste Hardwareplattform zugeschnitten ist.
Für einen Gaming-PC auf PS5-Pro-Niveau sind die beiden älteren Achtkernprozessoren deshalb plausible Ausgangspunkte. Ob ein solcher PC in einem konkreten Spiel dieselbe Bildrate und Bildqualität erreicht, hängt allerdings maßgeblich von der Grafikkarte und den Einstellungen ab.
Ryzen 5 5600 und Core i5-12400F als moderne Alternativen
Nicht jeder Gaming-PC benötigt acht CPU-Kerne. Moderne Prozessorarchitekturen können Aufgaben effizienter erledigen als ältere Generationen, sodass auch Sechskernmodelle eine hohe Spieleleistung erreichen können. Der AMD Ryzen 5 5600 und der Intel Core i5-12400F sind dafür zwei geeignete Beispiele.
Der Ryzen 5 5600 gehört zur Zen-3-Generation und verfügt über sechs Kerne sowie zwölf Threads. Gegenüber Zen 2 bietet Zen 3 Verbesserungen bei der Leistung pro Takt und bei der internen Organisation des Prozessors. Dadurch kann der Ryzen 5 5600 in vielen Spielen eine höhere Leistung pro Kern liefern, obwohl er weniger Kerne besitzt als die CPU der PS5 Pro.
Der Intel Core i5-12400F basiert auf Alder Lake und verwendet eine neuere Fertigung sowie eine überarbeitete Architektur. Auch dieses Modell bietet sechs Kerne und zwölf Threads. Anders als bei höher positionierten Alder-Lake-Prozessoren kommen beim Core i5-12400F ausschließlich Performance-Kerne zum Einsatz.
Für einen preisbewussten PC-Aufbau ergeben sich daraus mehrere Vorteile:
- Die Prozessoren sind für viele aktuelle Spiele ausreichend leistungsfähig.
- Sechs Kerne und zwölf Threads decken zahlreiche Gaming-Anwendungen gut ab.
- Die neueren Architekturen bieten eine höhere Leistung pro Takt als ältere Generationen.
- In Verbindung mit einer passenden Grafikkarte lässt sich ein leistungsfähiger Gaming-PC zusammenstellen.
Mehr Kerne bedeuten nicht automatisch mehr Bilder pro Sekunde. Bei Spielen können Architektur, Taktfrequenz und die Belastung einzelner CPU-Kerne entscheidender sein als die reine Kernzahl.
Welcher Prozessor besser abschneidet, hängt vom jeweiligen Spiel und vom restlichen System ab. Besonders bei niedrigen Auflösungen und hohen Bildraten kann die CPU stärker ins Gewicht fallen. Bei 4K-Auflösung und hohen Grafikeinstellungen wird dagegen häufig die Grafikkarte zum begrenzenden Faktor.
Warum die PS5 Pro trotz älterer CPU so leistungsfähig ist
Der Vergleich zwischen einer Konsole und einem Desktop-PC ist komplizierter als ein Blick auf Taktfrequenzen und Cache-Größen. Die PS5 Pro verwendet eine feste Hardwarekonfiguration, auf die Spieleentwickler ihre Software gezielt abstimmen können. Bei einem PC müssen Programme dagegen mit zahlreichen Kombinationen aus Prozessoren, Grafikkarten, Arbeitsspeicher und Treibern zurechtkommen.
Auch das Betriebssystem beeinflusst die verfügbare Leistung. Eine Konsole nutzt eine auf ihre Hardware abgestimmte Softwareumgebung, die auf Spielebetrieb ausgelegt ist. Ein Windows-PC verarbeitet zusätzlich zahlreiche Hintergrunddienste, Treiber und weitere Systemaufgaben. Wie stark diese Faktoren die Leistung beeinflussen, hängt von der jeweiligen Konfiguration und Anwendung ab.
Hinzu kommt die Speicherarchitektur. Bei der PS5 Pro greifen CPU und GPU auf einen gemeinsamen Speicherpool zu. Auf klassischen Desktop-PCs besitzen Prozessor und Grafikkarte in der Regel getrennte Speicherbereiche: den Arbeitsspeicher des Systems und den Grafikspeicher der GPU. Der Datenaustausch zwischen diesen Bereichen erfordert zusätzliche Übertragungen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein PC grundsätzlich langsamer arbeitet. Desktop-Systeme können wesentlich leistungsfähigere Prozessoren und Grafikkarten verwenden, mehr Arbeitsspeicher bieten und eine größere Bandbreite an Anwendungen abdecken. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie Hardware und Software zusammenspielen.
Eine Konsole ist eine feste Plattform, auf die Entwickler gezielt optimieren können. Beim PC muss ein Spiel dagegen auf sehr unterschiedlichen Hardwarekonfigurationen funktionieren.
Dieser technische Unterschied erklärt, warum sich Konsolenleistung nicht direkt in eine bestimmte Desktop-CPU übersetzen lässt. Selbst wenn zwei Prozessoren ähnliche Eckdaten besitzen, können die Ergebnisse in Spielen unterschiedlich ausfallen.
Wie teuer ist ein Gaming-PC mit vergleichbarer Leistung?
Die Kosten sind ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung zwischen einer Konsole und einem Gaming-PC. Laut der zugrunde liegenden Berichterstattung ist der Preis der PlayStation 5 Pro in den USA von ursprünglich 699 auf 899 US-Dollar gestiegen. Damit gehört sie zu den besonders teuren Spielkonsolen.
Ein PC kann auf lange Sicht mehr Flexibilität bieten. Komponenten lassen sich einzeln austauschen, zusätzliche Anwendungen sind möglich, und der Rechner kann auch für produktive Aufgaben genutzt werden. Allerdings müssen beim Zusammenstellen eines Systems weitere Kosten berücksichtigt werden.
Zu den wichtigsten Komponenten gehören:
- Prozessor und kompatibles Mainboard;
- Grafikkarte mit ausreichender Leistung für die gewünschte Auflösung;
- Arbeitsspeicher und SSD;
- Netzteil und Gehäuse;
- gegebenenfalls ein geeigneter CPU-Kühler.
Die Preise schwanken je nach Händler, Marktverfügbarkeit und Produktgeneration. Insbesondere steigende Kosten für Arbeitsspeicher können günstige PC-Konfigurationen verteuern. Ein Vergleich allein anhand des Kaufpreises der CPU reicht daher nicht aus.

Für eine möglichst günstige Zusammenstellung können ältere Plattformen attraktiv sein. Der Ryzen 7 3700X und der Core i7-10700K bieten acht Kerne, setzen aber auf unterschiedliche Mainboards und Speicherplattformen. Bei Gebrauchtkomponenten sollte deshalb nicht nur der Prozessorpreis, sondern auch der Zustand des gesamten Systems berücksichtigt werden.
Welche CPU lohnt sich für einen Gaming-PC auf PS5-Pro-Niveau?
Die passende Wahl hängt davon ab, ob ein komplett neuer PC geplant ist oder bereits Komponenten vorhanden sind. Wer einen älteren Rechner aufrüsten möchte, kann mit einem gebrauchten Achtkernprozessor unter Umständen kostengünstig mehr Leistung erhalten. Bei einem Neubau sind dagegen neuere Architekturen häufig die sinnvollere Grundlage.
Der Ryzen 7 3700X bietet acht Kerne und 16 Threads und ist aufgrund seiner Zen-2-Verwandtschaft ein naheliegender Vergleich zur Konsolen-CPU. Der Core i7-10700K liefert ebenfalls acht Kerne, kann aber deutlich höhere Taktraten erreichen. Ryzen 5 5600 und Core i5-12400F sind interessant, wenn eine modernere Plattform und ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis wichtiger sind als die reine Anzahl der Kerne.
Für die Entscheidung zählen vor allem drei Faktoren: die geplante Grafikkarte, die gewünschte Auflösung und das Budget. Wer in 4K spielen möchte, sollte einen größeren Teil des Budgets für die GPU einplanen. Bei hohen Bildraten in 1080p oder 1440p kann dagegen eine leistungsfähige CPU stärker über die Ergebnisse entscheiden.
Die beste CPU für einen PS5-Pro-PC ist daher nicht automatisch das Modell mit den meisten Kernen oder dem höchsten Takt. Entscheidend ist, wie gut Prozessor, Grafikkarte und restliche Hardware zusammenarbeiten und welche Spiele im Mittelpunkt stehen.
Die PS5 Pro bleibt durch ihre gezielte Optimierung eine leistungsfähige Spieleplattform. Mit dem Ryzen 7 3700X oder dem Core i7-10700K lässt sich die CPU-Seite technisch gut vergleichen, während Ryzen 5 5600 und Core i5-12400F moderne Alternativen für preisbewusste Systeme darstellen. Eine identische Spieleleistung lässt sich daraus jedoch nicht pauschal ableiten, denn erst das Zusammenspiel aus CPU, GPU, Speicher und Software entscheidet über das tatsächliche Ergebnis.