Spritpreise in Deutschland 2027: Was sich zum 1. Januar an der Tankstelle ändert

Autofahrer in Deutschland müssen sich zum Jahreswechsel auf höhere Kraftstoffpreise einstellen. Mit dem Ende des Tankrabatts fällt eine Entlastung von rund 17 Cent pro Liter weg, zusätzlich steigen weitere Belastungen für Kraftstoffanbieter.

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Spritpreise in Deutschland 2027: Was sich zum 1. Januar an der Tankstelle ändert

Autofahrer in Deutschland müssen sich auf einen teuren Start ins Jahr 2027 einstellen. Der seit Oktober geltende Tankrabatt läuft am 31. Dezember 2026 aus. Schon allein dadurch könnte Benzin und Diesel an den Zapfsäulen rechnerisch um rund 17 Cent pro Liter teurer werden, die monrose.de berichtet mit t-online.de.

Doch dabei muss es nach Einschätzung der Tankstellenbranche nicht bleiben. Carsten Müller, Tankstellenbetreiber und Chef des Bundesverbands freier Tankstellen, hält zum Jahreswechsel zeitweise sogar Preisaufschläge von insgesamt 35 bis 40 Cent pro Liter für möglich. Neben dem Ende der Steuersenkung verweist er auf zusätzliche Kosten durch die Treibhausgasminderungsquote und die weiterhin angespannte Lage auf den Kraftstoffmärkten.

Für Autofahrer könnte der 1. Januar damit einen ungewöhnlich deutlichen Preissprung bringen. Wie hoch die Preise tatsächlich ausfallen, hängt allerdings nicht nur von Steuern und Abgaben ab. Einkaufspreise, Transportkosten und die jeweilige Tageszeit spielen ebenfalls eine Rolle.

Tankrabatt endet am 31. Dezember 2026

Der wichtigste Faktor für die Spritpreise 2027 ist zunächst das Auslaufen der befristeten Steuersenkung. Seit dem 1. Oktober 2026 wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel vorübergehend reduziert. Einschließlich des Effekts auf die Mehrwertsteuer ergibt sich für Verbraucher eine Entlastung von ungefähr 17 Cent pro Liter.

Diese Regelung gilt nur bis zum Jahresende.

Ab dem 1. Januar kehrt grundsätzlich wieder der reguläre Steuersatz zurück. Müller rechnet deshalb damit, dass allein dieser Schritt an den Zapfsäulen einen Aufschlag von rund 17 Cent verursachen kann.

„Wir werden am 1. Januar wieder mit dem vollen Steuersatz Sprit verkaufen. Das heißt, da kommen schon mal 17 Cent obendrauf“, erklärte Müller mit Blick auf den Jahreswechsel.

Für einen Autofahrer, der 50 Liter tankt, würde allein ein Preisunterschied von 17 Cent Mehrkosten von 8,50 Euro pro Tankfüllung bedeuten. Bei einem größeren Tank oder mehreren Tankvorgängen im Monat summiert sich die Belastung entsprechend.

Zusätzliche Kosten könnten Benzin und Diesel weiter verteuern

Der wegfallende Rabatt ist nach Einschätzung des Branchenvertreters nur ein Teil der Rechnung. Hinzu kommt die sogenannte Treibhausgasminderungsquote. Sie verpflichtet Kraftstoffanbieter dazu, den CO₂-Ausstoß der von ihnen in Verkehr gebrachten Energieträger schrittweise zu reduzieren.

Spritpreise in Deutschland 2027: Was sich zum 1. Januar an der Tankstelle ändert
Spritpreise in Deutschland 2027: Was sich zum 1. Januar an der Tankstelle ändert

Müller beziffert die zusätzliche Belastung daraus für 2027 auf etwa sieben bis zehn Cent je Liter Kraftstoff.

Damit ergäbe sich bereits vor möglichen marktbedingten Veränderungen ein Aufschlag von etwa 24 bis 27 Cent gegenüber einem entsprechend günstigeren Preisniveau Ende Dezember.

FaktorMöglicher Effekt pro Liter
Ende des Tankrabattsrund 17 Cent
Höhere Belastung durch THG-Quoteetwa 7 bis 10 Cent
Zwischensummeetwa 24 bis 27 Cent
Zusätzliche Preisbewegungen im Tagesverlaufmehrere Cent möglich
Von Müller genannte mögliche Spitzebis etwa 35 bis 40 Cent

Die Tabelle zeigt keine garantierte Preissteigerung für jede Tankstelle. Sie fasst die Faktoren zusammen, auf die sich die Einschätzung des Verbandschefs stützt.

Warum von bis zu 40 Cent mehr pro Liter die Rede ist

Die Aussage über einen möglichen Preisanstieg von 40 Cent bedeutet nicht, dass Benzin und Diesel ab dem 1. Januar automatisch deutschlandweit exakt um diesen Betrag teurer werden.

An Tankstellen ändern sich die Preise teilweise mehrfach am Tag. Einkaufskosten, Wettbewerb in der jeweiligen Region, Tageszeit und Lieferbedingungen beeinflussen den Endpreis. Müller beschreibt deshalb ein Szenario, bei dem die steuerlichen und regulatorischen Mehrkosten mit einer zusätzlichen Preiserhöhung im Tagesverlauf zusammenkommen.

Nach seiner Rechnung läge der Aufschlag zunächst bei 24 bis 27 Cent. Kommen im weiteren Tagesverlauf noch einmal ungefähr zehn Cent hinzu, könnten zeitweise rund 35 bis 40 Cent mehr pro Liter auf der Preistafel stehen.

Gerade der Vergleich mit den Preisen unmittelbar vor dem Jahreswechsel könnte dadurch auffällig ausfallen. Wer am 31. Dezember günstig tankt und am 1. Januar zu einem ungünstigen Zeitpunkt erneut eine Tankstelle anfährt, könnte einen besonders großen Unterschied sehen.

Das macht die Benzinpreise ab Januar 2027 zu einem Thema, das nicht allein anhand eines festen bundesweiten Betrags beurteilt werden kann.

Tankstellen rechnen vor Silvester mit großem Andrang

Die Aussicht auf höhere Preise dürfte bereits vor dem Jahreswechsel Auswirkungen haben. Müller erwartet am letzten Tag des Tankrabatts eine deutlich höhere Nachfrage.

Ein ähnliches Verhalten ist bei angekündigten Preis- oder Steueränderungen nicht ungewöhnlich: Viele Autofahrer versuchen, ihren Tank noch zum günstigeren Preis vollständig zu füllen. Dadurch kann es lokal zu langen Warteschlangen oder vorübergehend leer gefahrenen Lagertanks kommen.

Nach Einschätzung des Verbandschefs könnten einige Kunden sogar versuchen, zusätzliche Mengen Kraftstoff mitzunehmen.

Müller berichtete von Situationen, in denen Menschen Kraftstoff in ungeeignete Behälter abfüllen wollten. Für Tankstellen könne ein solcher Nachfrageschub bedeuten, dass einzelne Kraftstoffsorten zeitweise ausverkauft sind.

Für Autofahrer sind vor allem diese Punkte relevant:

  • Der Tankrabatt gilt nur bis einschließlich 31. Dezember 2026.
  • Ein außergewöhnlich hoher Andrang an Silvester ist möglich.
  • Nicht jede Tankstelle muss ihre Preise zum exakt gleichen Zeitpunkt verändern.
  • Regionale Unterschiede können erheblich sein.
  • Der günstigste Zeitpunkt zum Tanken kann auch nach dem Jahreswechsel einen spürbaren Unterschied machen.

Zusätzliche Kraftstoffvorräte sollten nicht improvisiert gelagert werden. Benzin und Diesel gehören ausschließlich in dafür geeignete und zugelassene Behälter.

Tankstellenbranche kritisiert geplanten Spritpreisdeckel

Parallel zum Ende des Tankrabatts diskutiert die Politik darüber, wie starke Preissteigerungen an deutschen Tankstellen begrenzt werden könnten. Im Mittelpunkt steht ein Spritpreisdeckel 2027, der die Margen beziehungsweise mögliche außergewöhnliche Aufschläge begrenzen soll.

Müller lehnt eine solche Regulierung ab. Er bezeichnet einen pauschalen Preisdeckel als falschen Ansatz, weil Tankstellen nicht überall dieselben Einkaufskosten hätten.

Besonders deutlich werde das bei regionalen Transportwegen. Ein Betreiber in einer Region mit hohen Frachtkosten könne Kraftstoff erheblich teurer einkaufen als ein Wettbewerber, dessen Versorgung einfacher und günstiger ist. Ein bundesweit einheitlicher Mechanismus müsse solche Unterschiede berücksichtigen, sonst könnten einzelne Betreiber wirtschaftlich unter Druck geraten.

Der Preis an der Zapfsäule entsteht nicht erst an der Tankstelle. Raffinerie, Großhandel, Transport, Lagerung, Steuern und Abgaben greifen ineinander. Schon eine Veränderung an einer dieser Stellen kann sich auf den Literpreis auswirken.

Niedrigwasser am Rhein verteuert den Transport

Als Beispiel nennt Müller die Versorgung von Tankstellen im Raum Köln. Dort spielt der Rhein als Transportweg für Kraftstoffe eine wichtige Rolle.

Bei niedrigem Wasserstand können Schiffe weniger Ladung transportieren. Dadurch werden mehr Fahrten benötigt oder andere Transportwege müssen genutzt werden. Die Kosten pro transportierter Tonne steigen.

Nach Müllers Angaben kostet allein die Fracht derzeit umgerechnet etwa sechs bis sieben Cent pro Liter. Besonders auffällig ist seine Gegenüberstellung der Transportkosten zwischen Amsterdam und Köln: Anfang des Jahres habe die Verschiffung einer Tonne Kraftstoff ungefähr 15 Euro gekostet, inzwischen seien es etwa 110 Euro.

Solche Unterschiede erklären, warum der Dieselpreis 2027 und der Benzinpreis nicht überall in Deutschland identisch reagieren müssen. Regionen mit günstiger Logistik können einen anderen Kostendruck erleben als Gebiete, die stärker von bestimmten Wasserwegen oder langen Transportstrecken abhängig sind.

Mehrere Krisen halten den Kraftstoffmarkt unter Druck

Normalerweise kann eine sinkende Nachfrage dazu beitragen, Preise zu drücken. Nach Einschätzung Müllers funktioniert dieser Mechanismus derzeit jedoch nur eingeschränkt.

Er verweist auf mehrere gleichzeitig wirkende Unsicherheitsfaktoren. Dazu gehören geopolitische Konflikte, Probleme auf wichtigen Transportwegen und die Situation auf dem Rhein.

In seinem eigenen Tankstellennetz liege der Absatz etwa sechs Prozent unter dem Niveau vor dem Iran-Krieg. Viele Menschen würden bewusster fahren und das Auto häufiger stehen lassen. Trotzdem seien die Preise nicht entsprechend stark gefallen.

Spritpreise in Deutschland 2027: Was sich zum 1. Januar an der Tankstelle ändert
Spritpreise in Deutschland 2027: Was sich zum 1. Januar an der Tankstelle ändert

Die Entwicklung zeigt, dass der Kraftstoffmarkt von mehreren Faktoren gleichzeitig abhängt:

  1. Rohöl- und Großhandelspreise bestimmen die Ausgangskosten.
  2. Steuern und staatliche Abgaben verändern den Endpreis erheblich.
  3. Transport- und Logistikkosten unterscheiden sich regional.
  4. Angebot und Nachfrage beeinflussen die kurzfristige Preisbildung.
  5. Internationale Konflikte können Beschaffung und Transport zusätzlich verteuern.

Ein einzelner Faktor erklärt daher selten den gesamten Preis an der Zapfsäule.

Was das Ende des Tankrabatts für eine Tankfüllung bedeutet

Für Verbraucher lässt sich zumindest der steuerliche Teil relativ einfach berechnen.

Bei einer angenommenen Verteuerung um 17 Cent je Liter kostet eine 40-Liter-Füllung 6,80 Euro mehr. Bei 50 Litern sind es 8,50 Euro, bei 60 Litern 10,20 Euro.

Steigt der Preis insgesamt beispielsweise um 25 Cent pro Liter, liegen die zusätzlichen Kosten für 50 Liter bereits bei 12,50 Euro. Bei einem außergewöhnlichen Unterschied von 40 Cent wären es 20 Euro.

Tankmenge+17 Cent/Liter+25 Cent/Liter+40 Cent/Liter
40 Liter6,80 Euro10,00 Euro16,00 Euro
50 Liter8,50 Euro12,50 Euro20,00 Euro
60 Liter10,20 Euro15,00 Euro24,00 Euro

Gerade Pendler und Haushalte mit mehreren Fahrzeugen würden einen länger anhaltenden höheren Preis deshalb relativ schnell im Monatsbudget spüren.

Wann Autofahrer zum Jahreswechsel tanken sollten

Ein pauschaler Rat, möglichst große Mengen Kraftstoff am 31. Dezember zu kaufen, greift zu kurz. An diesem Tag könnten Tankstellen stark ausgelastet sein, während sich die Preise ohnehin innerhalb eines Tages verändern.

Sinnvoller ist es, den Tank nicht bis unmittelbar vor Mitternacht leerzufahren. Wer ohnehin in den letzten Dezembertagen tanken muss, kann Preise vergleichen und einen passenden Zeitpunkt nutzen, statt auf die letzten Stunden des Tankrabatts zu setzen.

Auch im Januar bleibt der Preisvergleich relevant. Selbst wenn Steuern und Abgaben steigen, bestehen zwischen Tankstellen und Tageszeiten weiterhin Unterschiede. Ein höheres allgemeines Preisniveau bedeutet nicht, dass jeder Anbieter jederzeit denselben Preis verlangt.

Branchenexperten weisen regelmäßig darauf hin, dass der sichtbare Literpreis aus mehreren Komponenten besteht. Für Autofahrer bleibt deshalb neben dem Steueranteil auch der Wettbewerb zwischen den Tankstellen entscheidend.

Was Autofahrer ab Januar 2027 erwartet

Fest steht: Der befristete Tankrabatt endet zum Jahreswechsel. Damit fällt eine Entlastung von ungefähr 17 Cent je Liter weg. Nach Einschätzung der Tankstellenbranche kommen weitere Kosten hinzu, insbesondere durch höhere Anforderungen im Bereich der Treibhausgasminderung.

Ob daraus tatsächlich ein Preissprung von bis zu 40 Cent pro Liter entsteht, hängt vom jeweiligen Zeitpunkt und der Marktlage ab. Die Zahl beschreibt ein mögliches Szenario und keinen feststehenden bundesweiten Aufschlag.

Für Autofahrer dürfte der Jahreswechsel dennoch deutlich an der Zapfsäule sichtbar werden. Wer regelmäßig größere Mengen Benzin oder Diesel benötigt, muss ab Januar mit höheren Ausgaben rechnen. Gleichzeitig bleibt der Preisvergleich zwischen Tankstellen und verschiedenen Tageszeiten eine der wenigen Möglichkeiten, die persönlichen Tankkosten kurzfristig zu beeinflussen.