Die Eiskunstlauf-Welt trauert um John Nicks. Der frühere Weltmeister im Paarlauf und spätere Erfolgstrainer starb am 3. November 2026 im Alter von 97 Jahren. U.S. Figure Skating bestätigte seinen Tod einen Tag später und würdigte einen Mann, dessen Laufbahn sich über mehrere Generationen des internationalen Spitzensports erstreckte. Eine offizielle Todesursache wurde bislang nicht genannt, die monrose.de berichtet mit bild.de.
Nicks war nicht nur Trainer bekannter Olympiateilnehmerinnen und Weltklasse-Paare. Jahrzehnte zuvor hatte er selbst zu den besten Paarläufern der Welt gehört. Gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester Jennifer gewann er 1953 den Weltmeistertitel für Großbritannien und beendete anschließend seine aktive Wettkampfkarriere.
Sein Name blieb auch lange nach seiner eigenen Zeit auf dem Eis präsent. John Nicks arbeitete mit mehr als 1200 Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufern. Noch im hohen Alter gehörte die Eisbahn zu seinem Alltag.
John Nicks starb am 3. November 2026
Die Nachricht, dass John Nicks gestorben ist, verbreitete sich Anfang November in der internationalen Eiskunstlauf-Szene. Der britische Ex-Weltmeister wurde 97 Jahre alt. Nach Angaben des US-amerikanischen Verbandes starb er am Dienstag, dem 3. November 2026.
Matt Farrell, Geschäftsführer von U.S. Figure Skating, erinnerte an Nicks nicht nur als erfolgreichen Trainer. Er hob vor allem dessen Einfluss auf mehrere Generationen amerikanischer Eiskunstläufer hervor.

„The skating community has lost a tremendous ambassador with the passing of John Nicks“, erklärte Matt Farrell nach Bekanntwerden des Todes.
Nicks hatte einen beträchtlichen Teil seines Lebens in den Vereinigten Staaten verbracht. Dort baute er eine Trainerkarriere auf, die ihn mit Olympiasiegern, Weltmeistern und nationalen Champions zusammenbrachte.
Was über die Todesursache von John Nicks bekannt ist
Zur John Nicks Todesursache gibt es derzeit keine offizielle Angabe. Weder U.S. Figure Skating noch British Ice Skating nannten in ihren Mitteilungen eine Erkrankung oder einen anderen konkreten Grund für seinen Tod. Bestätigt wurden lediglich das Todesdatum und sein Alter von 97 Jahren.
Damit wäre jede konkrete Behauptung über gesundheitliche Probleme oder eine bestimmte Todesursache Spekulation. Auch Angaben zu möglichen letzten Erkrankungen wurden von den offiziellen Verbänden nicht veröffentlicht.
John Nicks wurde 97 Jahre alt. Eine konkrete medizinische Ursache seines Todes ist öffentlich nicht bekannt. Für die Eiskunstlauf-Gemeinschaft steht derzeit vor allem die Erinnerung an seine außergewöhnlich lange Laufbahn im Mittelpunkt.
John Nicks begann schon als Kind mit dem Eiskunstlauf
Die John Nicks Biografie beginnt am 22. April 1929 im englischen Brighton. Sein vollständiger Name lautete John Allen Wisden Nicks. Zum Eiskunstlauf kam er bereits im Alter von neun Jahren.
Der Einstieg in den Sport hatte einen eher ungewöhnlichen Hintergrund. Sein Vater führte ein Sportgeschäft und interessierte sich für den Verkauf von Eislaufausrüstung. Um mehr über die Sportart zu erfahren, ließ er John und dessen Schwester Jennifer Unterricht nehmen.
Aus diesem zunächst praktischen Interesse entwickelte sich eine internationale Sportkarriere.
John und Jennifer liefen zunächst auch einzeln, konzentrierten sich später jedoch auf den Paarlauf. Als Duo gehörten sie Ende der 1940er- und Anfang der 1950er-Jahre zur Weltspitze.
Zu ihren wichtigsten gemeinsamen Stationen gehörten:
- sechs britische Meistertitel im Paarlauf
- die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1948
- ein vierter Platz bei den Olympischen Winterspielen 1952
- vier Medaillen bei Weltmeisterschaften zwischen 1950 und 1953
- der Europameistertitel 1953
- der Weltmeistertitel 1953
Der Höhepunkt kam bei der Weltmeisterschaft 1953. John und Jennifer Nicks gewannen Gold und beendeten anschließend ihre gemeinsame Amateurkarriere. British Ice Skating führt das Geschwisterpaar bis heute unter den bedeutenden britischen Paarlauf-Duos dieser Zeit.
| Jahr | Wettbewerb | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1948 | Olympische Winterspiele | 8. Platz |
| 1950 | Weltmeisterschaft | Silber |
| 1951 | Weltmeisterschaft | Bronze |
| 1952 | Olympische Winterspiele | 4. Platz |
| 1952 | Weltmeisterschaft | Bronze |
| 1953 | Europameisterschaft | Gold |
| 1953 | Weltmeisterschaft | Gold |
Vom Weltmeister zum Trainer in den USA
Nach dem WM-Titel zog Nicks zunächst nach Südafrika. Dort trat er in professionellen Eisshows auf. Eine Fußverletzung zwang ihn später zu einer längeren Pause und brachte ihn dazu, sich intensiver mit dem Training anderer Läufer zu beschäftigen.
Der Schritt sollte sein weiteres Leben bestimmen.
1961 entstand im US-Eiskunstlauf eine tragische Situation. Beim Absturz des Sabena-Flugs 548 nahe Brüssel kam das gesamte US-Team ums Leben, das auf dem Weg zur Weltmeisterschaft war. Neben Sportlern starben auch Trainer, Funktionäre und Familienangehörige. In der Folge wurden neue Trainer für den Wiederaufbau des amerikanischen Spitzensports benötigt.
Nicks ging nach Nordamerika und begann schließlich seine Arbeit in Kalifornien. Eine seiner frühen Stationen war die Iceland Arena in Paramount. Dort kam er auch mit Frank Zamboni in Kontakt, dessen Name durch die Eisbearbeitungsmaschinen weltweit bekannt wurde.
Was folgte, war eine Trainerlaufbahn über mehrere Jahrzehnte. U.S. Figure Skating beziffert die Zahl der von Nicks betreuten Sportler auf mehr als 1200.
Diese Eiskunstlauf-Stars trainierte John Nicks
Als Trainer von Sasha Cohen und zahlreichen anderen Spitzenläufern wurde Nicks auch einem jüngeren Publikum bekannt. Seine Liste von Schützlingen reicht allerdings viel weiter zurück.
Zu den bekannten Athletinnen, Athleten und Paaren, mit denen er arbeitete, zählen unter anderem Peggy Fleming, Tai Babilonia und Randy Gardner, Tiffany Chin, Christopher Bowman, Jenni Meno und Todd Sand sowie Ashley Wagner.
Besonders eng wird sein Name mit Sasha Cohen verbunden. Sie gewann bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin die Silbermedaille. Bilder von Nicks und Cohen an der Bande gehörten damals zum vertrauten Bild großer internationaler Wettbewerbe.
Auch die Verbindung Ashley Wagner John Nicks prägte die spätere Phase seiner Trainerkarriere. Wagner gehörte zu den erfolgreichsten US-Läuferinnen ihrer Generation und gewann unter anderem 2014 mit dem amerikanischen Team olympisches Bronze.
Seine Arbeit beschränkte sich dabei nicht auf technische Elemente wie Sprünge, Pirouetten oder Schrittfolgen. Nicks legte großen Wert auf mentale Vorbereitung, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, ein Programm unter Wettkampfdruck vollständig abzurufen.
„Nothing can substitute for a hard year’s training“, erklärte Nicks bereits 1977 über die Bedeutung konsequenter Vorbereitung vor wichtigen Wettbewerben.
Diese Haltung passte zu einem Trainer, der Disziplin nicht mit ständigem Drama verwechselte. Ehemalige Schützlinge beschrieben ihn häufig als direkt, anspruchsvoll und zugleich außergewöhnlich erfahren.

Ashley Wagner verabschiedet sich von ihrem früheren Trainer
Nach Bekanntwerden des Todes meldeten sich frühere Schützlinge zu Wort. Besonders persönlich fiel die Reaktion von Ashley Wagner aus.
Die ehemalige US-Meisterin bezeichnete Nicks als „Champion-Macher“ und erinnerte daran, wie stark er ihre eigene Karriere beeinflusst habe. Ihre Botschaft machte deutlich, dass sich sein Einfluss nicht allein an Medaillen messen lässt.
„Mr. Nicks, you were a champion maker. I will forever be grateful for my time with you“, schrieb Ashley Wagner in ihrem Abschied.
Sie dankte ihm zugleich für die Auftritte, Erinnerungen und großen Momente, die durch seine Arbeit möglich geworden seien. Für einen Trainer, der über Jahrzehnte mit wechselnden Generationen von Spitzensportlern arbeitete, war diese persönliche Bindung ein wesentlicher Teil seines Rufes.
Nicks selbst stellte seinen Anteil an den Erfolgen seiner Athleten dagegen häufig zurück. Er erklärte einmal, er habe schlicht das Glück gehabt, viele außergewöhnlich talentierte Menschen trainieren zu dürfen.
Diese Zurückhaltung passte zu seinem öffentlichen Auftreten. Seine Erfolgsbilanz war riesig, sein Umgang damit meist nüchtern. Im Mittelpunkt sollten die Läufer stehen.
Mehr als 1200 Eiskunstläufer in einer Trainerkarriere
Die Größenordnung seiner Arbeit zeigt, weshalb die Eiskunstlauf-Legende John Nicks weit über einzelne Olympiazyklen hinaus bekannt blieb. Mehr als 1200 Sportler soll er im Laufe seiner Karriere betreut haben. Manche kamen für einzelne Trainingsphasen zu ihm, andere arbeiteten über Jahre mit ihm.
Dabei erlebte Nicks den Eiskunstlauf in völlig unterschiedlichen Epochen. Er begann selbst in einer Zeit, in der Wettkämpfe noch unter ganz anderen technischen und organisatorischen Bedingungen stattfanden. Jahrzehnte später trainierte er Athletinnen, deren Leistungen weltweit im Fernsehen übertragen und innerhalb von Minuten im Internet diskutiert wurden.
Seine wichtigsten Karrierepunkte lassen sich in mehreren Etappen zusammenfassen:
- Als Kind begann er in Brighton mit dem Eiskunstlauf.
- Mit Schwester Jennifer erreichte er die internationale Spitze im Paarlauf.
- 1953 gewann das Duo Europa- und Weltmeisterschaft.
- Nach dem Ende der aktiven Karriere wechselte Nicks ins professionelle Eisshow-Geschäft.
- Anschließend baute er in Nordamerika seine Trainerlaufbahn auf.
- In den USA arbeitete er mit mehr als 1200 Läufern und mehreren Olympiamedaillengewinnern.
Selbst jenseits des klassischen Rentenalters blieb er an der Bande aktiv. Noch bis weit in seine Achtziger hinein arbeitete er mit Sportlern auf dem Eis.
Hall of Fame und ein Wettbewerb mit seinem Namen
Seine Erfolge als Trainer brachten Nicks zahlreiche Auszeichnungen ein. 1991 und erneut 2012 erhielt er die Auszeichnung als PSA Coach of the Year. 1993 wurde er in die U.S. Figure Skating Hall of Fame aufgenommen.
Im Jahr 2000 folgte die Aufnahme in die World Figure Skating Hall of Fame.
Eine weitere Form der Anerkennung erhielt er viele Jahre später: In den Vereinigten Staaten wurde ein internationaler Paarlauf-Wettbewerb nach ihm benannt. Der John Nicks Pairs Challenge entwickelte sich zu einer Veranstaltung im internationalen Wettkampfkalender und wurde auch noch 2026 ausgetragen.
Dass ein Wettbewerb bereits zu seinen Lebzeiten seinen Namen trug, zeigt die Stellung, die Nicks innerhalb des Paarlaufs erreicht hatte. Dabei war er längst nicht nur mit dieser Disziplin verbunden. Seine Trainerarbeit umfasste sowohl Einzel- als auch Paarläufer.
Abseits der Eisbahn beschäftigte sich Nicks gern mit Booten und dem Angeln. Der US-Verband erinnerte daran, dass er Boote restaurierte und damit aufs Wasser ging, wenn es sein Trainingsalltag zuließ.
Was von John Nicks bleibt
John Nicks erlebte den Eiskunstlauf zuerst als britischer Nachwuchssportler, dann als Weltmeister und schließlich als Trainer mehrerer Generationen internationaler Spitzenathleten. Zwischen seinem Einstieg auf das Eis als Neunjähriger und seinen letzten Jahren an der Bande lagen mehr als sieben Jahrzehnte Sportgeschichte.
Die konkrete Todesursache des am 3. November 2026 verstorbenen 97-Jährigen wurde nicht veröffentlicht. Fest steht dagegen seine sportliche Bilanz: Weltmeister im Paarlauf, sechsfacher britischer Meister, Trainer von mehr als 1200 Eiskunstläufern und Mentor zahlreicher Olympia- und WM-Stars.