Der neue BMW i3 50 xDrive zeigt, wie ernst BMW den elektrischen 3er nimmt. Die Limousine kombiniert zwei Elektromotoren mit Allradantrieb, 345 kW beziehungsweise 469 PS und einer großen Batterie mit 108,7 kWh nutzbarer Kapazität. Hinzu kommen ein 800-Volt-System und eine maximale DC-Ladeleistung von 400 kW, die monrose.de berichtet mit autobild.de.
Beim BMW i3 50 xDrive Test fällt allerdings schnell auf, dass technische Spitzenwerte und Alltag nicht immer dasselbe bedeuten. Während für die getestete Variante eine WLTP-Reichweite von 748 Kilometern angegeben wird, endete die praktische Testrunde rechnerisch bereits nach 507 Kilometern. Dafür überzeugen Ladegeschwindigkeit, Fahrwerk, Lenkung und Bremsen auf hohem Niveau.
Der i3 ist kein sparsamer Einstieg in die Elektromobilität. Er ist eine große, schwere und ausgesprochen leistungsfähige Limousine. Genau deshalb entscheidet sich sein Erfolg nicht nur an PS und Beschleunigung, sondern an Reichweite, Ladezeit und Preis.
BMW i3 50 xDrive kostet mehr als 76.000 Euro
Günstig wird der Einstieg in die Neue Klasse nicht. Die Preisliste des elektrischen i3 beginnt bei 65.900 Euro. Für den getesteten i3 50 xDrive werden 76.030 Euro fällig.

Damit liegt der BMW i3 50 xDrive Preis bereits ohne zusätzliche Pakete in einer Region, in der Käufer hohe Erwartungen an Komfort, Assistenzsysteme und Materialqualität stellen. Wer Head-up-Display, umfangreiche Fahrassistenz oder weitere Komfortfunktionen bestellt, kann den Endpreis noch einmal deutlich erhöhen.
| Merkmal | BMW i3 50 xDrive |
|---|---|
| Leistung | 345 kW / 469 PS |
| Drehmoment | 645 Nm |
| Antrieb | Allrad |
| Batterie netto | 108,7 kWh |
| WLTP-Reichweite | 748 km |
| Reichweite im Test | 507 km |
| DC-Ladeleistung | bis 400 kW |
| DC-Laden 10–80 % | 21 Minuten |
| Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
| Testpreis | 76.030 Euro |
Im Gegenzug bietet der Wagen eine technische Ausstattung, die klar über einen klassischen elektrischen Mittelklasseantrieb hinausgeht. Je ein Motor arbeitet an Vorder- und Hinterachse, die Systemleistung beträgt 469 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 645 Nm.
Einschätzung aus dem Fahrtest: Der hohe Preis lässt sich vor allem mit dem leistungsfähigen Antrieb, der schnellen Ladetechnik und dem sehr umfangreichen Elektronikpaket erklären. Billig ist der i3 nicht, technisch liefert er dafür ungewöhnlich viel.
BMW i3 technische Daten mit 469 PS und Allrad
Bei den BMW i3 technischen Daten fällt zunächst das Verhältnis aus Leistung und Größe auf. Die Limousine misst 4,76 Meter in der Länge, 1,865 Meter in der Breite ohne Außenspiegel und 1,48 Meter in der Höhe. Der Radstand beträgt 2,897 Meter.
Mit 2266 Kilogramm Testgewicht ist der i3 kein Leichtgewicht. Trotzdem beschleunigt der 50 xDrive aus dem Stand in nur 4,5 Sekunden auf 100 km/h. Tempo 160 erreicht er nach 9,6 Sekunden, die Marke von 180 km/h nach 11,9 Sekunden. Elektronisch endet der Vortrieb bei 200 km/h.
Weitere wichtige Werte:
- 0 bis 50 km/h in 2,1 Sekunden
- 0 bis 100 km/h in 4,5 Sekunden
- 80 bis 120 km/h in 2,4 Sekunden
- 420 Liter Kofferraumvolumen
- 31 Liter zusätzlicher Stauraum unter der Frontklappe
- bis zu 1800 Kilogramm gebremste Anhängelast
- 12,2 Meter Wendekreis
- Gewichtsverteilung von 49 zu 51 Prozent
Diese Zahlen beschreiben ein Auto, das trotz seines Gewichts nicht behäbig wirken soll. Der nahezu ausgeglichene Schwerpunkt und die elektronische Verteilung der Antriebskräfte unterstützen den Wagen besonders in Kurven.
Reichweite bleibt deutlich unter dem WLTP-Wert
Die BMW i3 50 xDrive Reichweite gehört zu den wichtigsten Punkten des Tests. Auf dem Papier stehen 748 Kilometer nach WLTP. In der gefahrenen Testrunde lag der Verbrauch jedoch bei 23,8 kWh je 100 Kilometer.
Aus der nutzbaren Batteriekapazität ergibt sich damit eine praktische Reichweite von rund 507 Kilometern. Das sind mehr als 240 Kilometer weniger als der angegebene WLTP-Wert.
| Verbrauchsszenario | Verbrauch |
|---|---|
| WLTP-Angabe | 17,6 kWh/100 km |
| Sparsame Fahrt | 18,7 kWh/100 km |
| Testrunde | 23,8 kWh/100 km |
| Sportliche Fahrt | 27,9 kWh/100 km |
Die Differenz ist groß, macht den i3 aber noch nicht automatisch zum schlechten Langstreckenauto. Mehr als 500 Kilometer reale Reichweite sind für eine leistungsstarke Elektrolimousine weiterhin ein brauchbarer Wert. Bei zurückhaltendem Tempo und günstigeren Bedingungen lässt sich der Verbrauch zudem näher an die Marke von 18 kWh pro 100 Kilometer bringen.
748 Kilometer bleiben unter Alltagsbedingungen ein ambitionierter Wert. 507 Kilometer im strengeren Test wirken deutlich realistischer. Entscheidend ist allerdings, dass der große Akku durch die hohe Ladeleistung vergleichsweise schnell wieder Energie aufnehmen kann.
400 kW Ladeleistung machen lange Strecken leichter
Die BMW i3 Ladeleistung ist eine der stärksten Eigenschaften des neuen Modells. Das 800-Volt-System erlaubt an einer entsprechend leistungsfähigen Schnellladesäule bis zu 400 kW DC.
Für den Bereich von 10 auf 80 Prozent Batteriestand werden 21 Minuten angegeben. Gerade auf langen Autobahnfahrten kann das wichtiger sein als eine möglichst hohe theoretische Reichweite, weil ein kurzer Ladestopp einen großen Teil der nutzbaren Batteriekapazität wiederherstellt.
AC lädt der Wagen serienmäßig mit 11 kW. Optional sind 22 kW möglich.
Aus Sicht von Vielfahrern ist die Kombination aus großem Akku und hoher DC-Leistung entscheidend. Ein Elektroauto mit 500 Kilometern realer Reichweite und kurzen Schnellladestopps kann auf der Langstrecke praktischer sein als ein effizienteres Modell mit deutlich geringerer Ladeleistung.
Das Konzept zeigt, wohin sich leistungsstarke Elektroautos entwickeln. Nicht allein die Größe der Batterie zählt. Relevant ist ebenso, wie lange der Fahrer warten muss, bis ausreichend Energie für die nächste Etappe im Akku steckt.
Fahrdynamik gehört zu den Stärken des Elektro-3ers
Die hohe Masse von mehr als 2,2 Tonnen ist beim Fahren weniger dominant, als die Zahl zunächst vermuten lässt. Der i3 50 xDrive reagiert präzise, bleibt bei höherem Tempo stabil und setzt die Leistung seiner beiden Elektromotoren kontrolliert auf die Straße.
Besonders positiv fällt die Lenkung auf. Sie ist nicht übertrieben direkt abgestimmt, vermittelt aber genügend Rückmeldung und zentriert sauber. Dadurch lässt sich der i3 sowohl entspannt auf der Autobahn als auch schnell über kurvige Strecken bewegen.
Die Kraftverteilung an der Hinterachse unterstützt das Einlenkverhalten. Beim stärkeren Beschleunigen aus Kurven kann das System die Antriebsmomente so verteilen, dass der Wagen agiler reagiert, ohne nervös zu werden.
Auch die Bremsanlage überzeugt. Aus 100 km/h benötigte der Wagen kalt 33,0 Meter bis zum Stillstand, bei warmer Anlage waren es 32,9 Meter.
Der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse gehört zu den schwierigeren Abstimmungsaufgaben bei Elektroautos. Beim i3 gelingt dieser Wechsel sehr gleichmäßig, wodurch das Bremspedal auch bei unterschiedlichen Verzögerungsstufen natürlich wirkt.
Komfort hoch, 20-Zoll-Reifen nicht immer leise
Trotz der sportlichen Auslegung bleibt der i3 komfortabel. Die Federung verarbeitet größere Unebenheiten kontrolliert und verhindert auch bei stärkeren Bodenwellen unangenehmes Durchschlagen.
Weniger überzeugend sind die großen 20-Zoll-Räder. Sie übertragen kurze Unebenheiten akustisch stärker in den Innenraum. Das eigentliche Fahrwerk bleibt komfortabel, doch das Abrollgeräusch der Reifen kann auf schlechterem Asphalt den ansonsten leisen Charakter des Elektroantriebs stören.

Bei 50 km/h wurden im Innenraum 56 dB(A) gemessen. Bei 100 km/h waren es 62 dB(A), bei Tempo 130 stieg der Wert auf 67 dB(A).
Die optionalen M-Sportsitze des Testwagens bieten eine stärker ausgeformte Kontur und zahlreiche elektrische Einstellmöglichkeiten. Für 1500 Euro zusätzlich gehören auch Komfortfunktionen wie eine Massage dazu.
Bedienung und Assistenz verlangen Eingewöhnung
Technisch gehört der neue i3 zu den umfangreich ausgestatteten Modellen seiner Klasse. Navigation, Sprachsteuerung und Fahrzeugfunktionen sind eng miteinander vernetzt. Viele Einstellungen lassen sich über das zentrale Display oder per Sprache bedienen.
Der große Funktionsumfang bringt allerdings einen Nachteil mit sich: Zahlreiche Optionen liegen in verschiedenen Menüebenen. Wer das Fahrzeug zum ersten Mal nutzt, muss sich mit der Struktur beschäftigen. Während der Fahrt kann die Suche nach einer bestimmten Einstellung unnötig viel Aufmerksamkeit beanspruchen.
Auch die Darstellung von Informationen an der Frontscheibe ist nicht unter allen Bedingungen perfekt. Wenn der untere Bereich der Scheibe beschlägt, können projizierte Informationen zeitweise schlechter erkennbar sein.
Hinzu kommen Türgriffe, deren Bediengefühl nicht vollständig zum hohen Preisniveau passt. Es sind kleine Details, doch bei einem Fahrzeug für mehr als 76.000 Euro fallen solche Punkte stärker auf.
Der i3 macht vieles digital, aber nicht automatisch alles einfacher. Einige Funktionen erschließen sich erst nach mehreren Fahrten. Danach wirkt das System wesentlich logischer als beim ersten Kontakt.
Für wen passt der BMW i3 50 xDrive?
Der BMW i3 50 xDrive in Deutschland richtet sich vor allem an Fahrer, die einen elektrischen 3er nicht als Sparmodell verstehen. Leistung, Langstreckentauglichkeit und digitale Ausstattung stehen klar vor maximaler Wirtschaftlichkeit.
Besonders interessant ist das Modell für drei Gruppen:
- Vielfahrer profitieren von der großen Batterie und der hohen DC-Ladeleistung.
- Fahrer mit sportlichem Anspruch erhalten 469 PS, Allrad und eine präzise Fahrwerksabstimmung.
- Technikinteressierte bekommen umfangreiche Assistenz-, Vernetzungs- und Bedienfunktionen.
Weniger überzeugend ist das Angebot für Käufer, die in erster Linie auf einen niedrigen Anschaffungspreis oder maximale Effizienz achten. Schon die Basisversion startet bei 65.900 Euro, während der getestete 50 xDrive 76.030 Euro kostet. Zusätzliche Pakete treiben die Rechnung weiter nach oben.
Was beim BMW i3 50 xDrive am Ende zählt
Der BMW i3 50 xDrive verbindet hohe Leistung mit einer großen Batterie und außergewöhnlich schneller Ladetechnik. 469 PS, 645 Nm und 400 kW DC-Ladeleistung machen deutlich, dass BMW den elektrischen 3er nicht als zurückhaltendes Vernunftmodell positioniert.
Die größte Diskrepanz zeigt sich bei der Reichweite. Statt der genannten 748 Kilometer standen im strengeren Praxistest rund 507 Kilometer auf der Rechnung. Gleichzeitig kann der Akku von 10 auf 80 Prozent in 21 Minuten geladen werden, was den Abstand im Alltag teilweise relativiert.
Der Preis bleibt die größte Hürde. 76.030 Euro für den i3 50 xDrive sind viel Geld, zumal attraktive Assistenz- und Komfortoptionen zusätzlich kosten. Wer jedoch eine schnelle, komfortable und langstreckentaugliche Elektrolimousine sucht, bekommt ein technisch sehr umfassendes Paket mit wenigen, aber klar erkennbaren Schwächen.