Edeka ruft Soft-Aprikosen zurück: Ursache und was zu tun ist

Edeka und Marktkauf informieren über einen Rückruf von Bio Soft-Aprikosen. In einer Untersuchung wurde der zulässige Höchstgehalt des Schimmelpilzgifts Ochratoxin A überschritten. Betroffen ist eine klar abgegrenzte 180-Gramm-Packung.

9 Min lesen
Edeka ruft Soft-Aprikosen zurück: Ursache und was zu tun ist

Der Edeka Rückruf betrifft getrocknete Bio-Aprikosen der Eigenmarke Edeka. Zurückgerufen werden „EDEKA Bio Soft-Aprikosen“ in der 180-Gramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 09.06.2027. Hersteller des Produkts ist Anatolia Tarim Ürünleri Sanayi ve dis Ticaret A.S. aus der Türkei. Die entsprechende Ware wurde nach Angaben von Edeka vorwiegend über Edeka- und Marktkauf-Märkte verkauft, die monrose.de berichtet mit welt.de.

Anlass für die Rückrufaktion ist ein Untersuchungsergebnis. Dabei wurde eine Überschreitung des zulässigen Höchstgehalts von Ochratoxin A festgestellt. Dieses Mykotoxin wird von bestimmten Schimmelpilzen gebildet und kann bei regelmäßiger Aufnahme gesundheitliche Risiken verursachen.

Betroffen sind nach der veröffentlichten Rückrufinformation nicht sämtliche getrockneten Aprikosen von Edeka. Entscheidend sind Produktname, Packungsgröße und Mindesthaltbarkeitsdatum. Andere Artikel und andere Mindesthaltbarkeitsdaten nennt Edeka ausdrücklich nicht als Teil dieses Rückrufs.

Welche Edeka Bio Soft-Aprikosen werden zurückgerufen?

Verbraucher sollten zunächst die Angaben auf der Verpackung prüfen. Der Edeka Bio Soft-Aprikosen Rückruf ist auf eine konkret bezeichnete Variante begrenzt.

MerkmalBetroffene Ware
ProduktEDEKA Bio Soft-Aprikosen
Packungsgröße180 Gramm
Mindesthaltbarkeitsdatum09.06.2027
HerstellerAnatolia Tarim Ürünleri Sanayi ve dis Ticaret A.S.
Verkaufsstellenvorwiegend Edeka und Marktkauf
Grund des RückrufsÜberschreitung des Höchstgehalts von Ochratoxin A

Andere Mindesthaltbarkeitsdaten sind laut Edeka nicht betroffen. Auch andere Produkte des Sortiments werden in der veröffentlichten Warnung nicht genannt. Eine konkrete Los- oder Chargennummer nennt die Kundeninformation nicht, weshalb beim Kontrollieren der Vorräte vor allem das Mindesthaltbarkeitsdatum relevant ist.

„Aus vorsorgenden Verbraucherschutzgründen raten wir daher vom Verzehr des Produktes ab.“ – Edeka

Die betroffene Ware wurde nach Unternehmensangaben bereits aus dem Verkauf genommen. Wer die Packung zuvor gekauft hat, kann sie jedoch weiterhin im Vorratsschrank haben.

Edeka ruft Soft-Aprikosen zurück: Ursache und was zu tun ist
Edeka ruft Soft-Aprikosen zurück: Ursache und was zu tun ist

Warum Edeka die Soft-Aprikosen zurückruft

Grund für den Soft-Aprikosen Rückruf ist nicht ein sichtbarer Verderb oder eine beschädigte Verpackung, sondern ein Laborbefund. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass der Höchstgehalt für das Mykotoxin Ochratoxin A überschritten wurde.

Mykotoxine sind Stoffwechselprodukte bestimmter Schimmelpilze. Sie können in unterschiedlichen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, unter anderem in Getreide, Kaffee sowie frischen und getrockneten Früchten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass solche Schimmelpilzgifte abhängig von Stoff, Menge und Dauer der Aufnahme gesundheitsschädlich wirken können.

Bei diesem Rückruf ist deshalb ein wichtiger Unterschied zu sichtbarem Schimmel zu beachten: Ein Lebensmittel muss nicht auffällig aussehen, riechen oder schmecken, damit ein Mykotoxin vorhanden ist. Ein rein äußerlicher Blick auf die Aprikosen reicht nicht aus, um eine betroffene Packung als unbedenklich einzustufen.

Eine geöffnete Packung mit normal aussehenden Früchten sollte deshalb ebenfalls anhand des aufgedruckten Datums kontrolliert werden. Das Fehlen sichtbarer Schimmelspuren hebt die Rückrufwarnung nicht auf. Auch Probieren ist keine geeignete Methode zur Kontrolle.

Was ist Ochratoxin A und warum ist der Stoff problematisch?

Ochratoxin A gehört zur Gruppe der Mykotoxine. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA beschreibt OTA als ein natürlich von Schimmelpilzen gebildetes Toxin, das unter anderem in Getreide, konservierten Fleischwaren, Käse sowie frischen und getrockneten Früchten vorkommen kann.

Bei der gesundheitlichen Bewertung steht besonders die langfristige Aufnahme im Mittelpunkt. EFSA bestätigte in ihrer Risikobewertung unter anderem mögliche schädliche Wirkungen auf die Nieren. Nach den ausgewerteten Daten kann Ochratoxin A zudem genotoxische Eigenschaften besitzen und krebserzeugend auf die Niere wirken.

Das bedeutet nicht, dass nach dem einmaligen Essen einiger Aprikosen automatisch gesundheitliche Folgen auftreten. Bei der Bewertung spielen aufgenommene Menge, Konzentration und Dauer der Belastung eine wesentliche Rolle. Der Rückruf soll verhindern, dass Verbraucher ein Produkt mit einem festgestellten Wert oberhalb des zulässigen Höchstgehalts weiter verzehren.

Fachbehörden behandeln Mykotoxine nicht nur als Problem sichtbar verschimmelter Lebensmittel. Das BfR weist darauf hin, dass diese Stoffe teilweise bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich sein können.

Ein weiterer Punkt ist für den Umgang mit der betroffenen Ware relevant: Schimmelpilzgifte lassen sich nicht zuverlässig durch Erhitzen beseitigen. Das BfR erklärte im August 2026, dass Mykotoxine beim Kochen oder Backen nicht einfach zerstört werden. Die zurückgerufenen Aprikosen sollten daher auch nicht für Kuchen, Müsli, Kompott oder andere erhitzte Speisen weiterverwendet werden.

Was Kunden mit betroffenen Aprikosen jetzt tun sollten

Wer Schimmelpilzgift in Aprikosen vermeiden will, sollte bei diesem Rückruf nicht versuchen, einzelne Früchte auszusortieren. Maßgeblich ist die gesamte Packung mit den genannten Produktdaten.

Für Käufer ergeben sich vier konkrete Schritte:

  1. Auf der Verpackung prüfen, ob es sich um „EDEKA Bio Soft-Aprikosen“ mit 180 Gramm Inhalt handelt.
  2. Das Mindesthaltbarkeitsdatum kontrollieren. Betroffen ist das MHD 09.06.2027.
  3. Die Aprikosen nicht mehr essen und auch nicht zum Kochen oder Backen verwenden.
  4. Die Packung zur Verkaufsstelle zurückbringen und den Kaufpreis erstatten lassen.

Für die Erstattung ist laut Edeka kein Kassenbon erforderlich. Damit können auch Kunden eine bereits vor einigen Tagen oder Wochen gekaufte Packung zurückgeben, wenn der Einkaufsbeleg nicht mehr vorhanden ist.

Der Rückruf bedeutet daher nicht, dass Verbraucher die Packung einfach entsorgen müssen. Eine Rückgabe im Geschäft ist vorgesehen, und der Kaufpreis wird erstattet. Der fehlende Kassenbon steht der Rückgabe der betroffenen Ware laut Unternehmensinformation nicht entgegen.

Rückruf bei Edeka und Marktkauf betrifft ein bestimmtes MHD

Der Rückruf bei Edeka und Marktkauf sollte nicht mit einer allgemeinen Warnung vor getrockneten Aprikosen verwechselt werden. Die veröffentlichte Produktinformation grenzt die betroffene Ware eindeutig über Marke, Verpackungsgröße und Mindesthaltbarkeitsdatum ein.

Das ist gerade bei Vorratsprodukten relevant. Getrocknete Früchte haben meist eine vergleichsweise lange Haltbarkeit und werden häufig nicht direkt nach dem Einkauf verbraucht. Eine Packung mit dem MHD 09.06.2027 kann deshalb noch längere Zeit in Küchen- oder Vorratsschränken liegen, obwohl sie inzwischen nicht mehr in den Märkten angeboten wird.

Edeka erklärt, dass der Hersteller und die betroffenen Handelsunternehmen nach Bekanntwerden des Befunds reagiert und die entsprechende Ware aus dem Verkauf genommen haben. Für bereits verkaufte Packungen bleibt der Rückruf dennoch notwendig.

Nach Angaben von Edeka sind andere Artikel und weitere Mindesthaltbarkeitsdaten nicht betroffen. Entscheidend ist damit die genaue Kontrolle der vorhandenen Packung.

Warum ein Rückruf trotz fehlender sichtbarer Veränderungen erfolgt

Bei vielen Lebensmittelwarnungen suchen Verbraucher zunächst nach offensichtlichen Anzeichen wie ungewöhnlichem Geruch, Verfärbungen oder sichtbarem Schimmel. Im Fall von Mykotoxinen funktioniert diese Kontrolle nur eingeschränkt.

Schimmelpilze können sich im Inneren eines Lebensmittels ausbreiten, bevor ein sichtbarer Belag entsteht. Zudem können die von ihnen erzeugten Giftstoffe auch dann ein Thema sein, wenn das Produkt äußerlich unauffällig erscheint. Das BfR beschreibt Mykotoxine deshalb als unerwünschte natürliche Kontaminanten, für die auf EU-Ebene Höchstgehalte festgelegt werden.

Für den aktuellen Fall ist genau dieser Grenzwert ausschlaggebend. Edeka nennt in seiner Rückrufinformation eine Überschreitung des Höchstgehalts, veröffentlicht dort jedoch keinen konkreten Messwert. Spekulationen über die Höhe der Belastung lassen sich aus der Meldung daher nicht ableiten.

Edeka ruft Soft-Aprikosen zurück: Ursache und was zu tun ist
Edeka ruft Soft-Aprikosen zurück: Ursache und was zu tun ist

Was beim aktuellen Edeka-Rückruf zählt

Der Rückruf vom 6. November 2026 betrifft „EDEKA Bio Soft-Aprikosen“ in der 180-Gramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 09.06.2027. Ursache ist eine festgestellte Überschreitung des zulässigen Höchstgehalts von Ochratoxin A. Die Ware sollte nicht gegessen oder weiterverarbeitet werden.

Betroffene Packungen können in der Verkaufsstätte zurückgegeben werden, auch wenn kein Kassenbon mehr vorhanden ist. Andere Mindesthaltbarkeitsdaten und andere Produkte nennt Edeka nicht als Teil der Rückrufaktion.