Lisa Tạ vermisst: Großsuche mit Hunden und Hubschrauber in Berlin

Seit Dienstag fehlt von der 13-jährigen Lisa Tạ aus Berlin-Marzahn jede Spur. Die Schülerin kam nicht in ihrer Schule an. Inzwischen ermitteln Mordkommission und Staatsanwaltschaft, während umfangreiche Suchmaßnahmen laufen.

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Lisa Tạ vermisst: Großsuche mit Hunden und Hubschrauber in Berlin

Seit Dienstagmorgen, dem 3. November 2026, wird die 13-jährige Lisa Tạ aus Berlin-Marzahn vermisst. Sie verließ am Morgen das Wohnhaus ihrer Familie in der Golliner Straße und wollte wie gewohnt zur Schule fahren. Dort kam sie jedoch nicht an, die monrose.de berichtet mit bild.de.

Aus einer zunächst klassischen Vermisstensuche ist inzwischen ein umfangreicher Ermittlungsfall geworden. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen nach ihren bisherigen Erkenntnissen nicht davon aus, dass die Jugendliche freiwillig verschwunden ist. Mehrere Mordkommissionen des Landeskriminalamts sind mit dem Fall befasst, während Einsatzkräfte Straßen, Grünflächen und das weitere Umfeld absuchen.

Seit Tagen wartet die Familie auf ein Lebenszeichen. Auch in der Nachbarschaft ist die Verunsicherung deutlich zu spüren. Viele Eltern verfolgen die Suche besonders aufmerksam, weil Lisa an einem gewöhnlichen Schulmorgen verschwand.

Lisa verschwand auf dem kurzen Weg zur Schule

Der bekannte Ablauf des Morgens umfasst nur wenige Minuten. Gegen 7.17 Uhr soll Lisa das Wohnhaus in der Golliner Straße verlassen haben. Von dort sind es nur einige Minuten zu Fuß bis zum Barnimplatz, wo sie normalerweise den Bus 197 in Richtung ihrer Schule nimmt.

Lisa Tạ vermisst: Großsuche mit Hunden und Hubschrauber in Berlin
Lisa Tạ vermisst: Großsuche mit Hunden und Hubschrauber in Berlin

Kurz nach dem Verlassen des Hauses schrieb die Jugendliche nach Angaben ihrer Familie noch mit einer Freundin. Dann endete der Kontakt plötzlich. Weitere Nachrichten blieben unbeantwortet.

„Sie hat gar nicht mehr geantwortet.“

Die Aussage von Lisas Schwester beschreibt einen der Punkte, auf die sich die Aufmerksamkeit seit Beginn der Suche richtet. Die 13-Jährige galt nach Angaben ihrer Angehörigen als zuverlässig und kam gewöhnlich pünktlich in der Schule an. Als sie dort nicht erschien und auch nicht erreichbar war, wuchs die Sorge innerhalb der Familie.

Am Mittag wurde die Polizei eingeschaltet. Seitdem läuft die Suche nach Lisa Tạ mit zunehmendem personellem und technischem Aufwand.

ZeitpunktBekannter Ablauf
Dienstag, 3. November, gegen 7.17 UhrLisa verlässt das Wohnhaus in der Golliner Straße
wenige Minuten späterKontakt über einen Chat mit einer Freundin
gegen 7.30 Uhrgeplante Fahrt vom Barnimplatz zur Schule
am VormittagLisa kommt nicht in der Schule an
am MittagFamilie informiert die Polizei
ab 5. NovemberMordkommissionen übernehmen umfangreiche Ermittlungen
am Wochenendegroß angelegte Suche im Raum Marzahn-Hellersdorf

Mordkommission prüft Verdacht auf ein schweres Verbrechen

Der Fall bekam wenige Tage nach dem Verschwinden eine neue Dimension. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft führen Mordkommissionen des Berliner Landeskriminalamts seit dem 5. November umfangreiche Ermittlungs- und Suchmaßnahmen durch.

Die Behörden formulieren ihre Einschätzung vorsichtig. Ein Verbrechen gilt nicht als erwiesen. Gleichzeitig halten Ermittler es nach dem bisherigen Stand für möglich, dass Lisa Opfer einer Straftat geworden sein könnte.

„Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass sich das Kind nicht freiwillig aus seinem häuslichen Umfeld entfernt hat.“

Entscheidend ist dabei die Formulierung „Ermittlungsstand“. Es gibt bislang keine öffentlich bekannte abschließende Erklärung dafür, was am Morgen des Verschwindens geschehen ist. Auch die Einschaltung einer Mordkommission Berlin ist für sich allein kein Beleg für einen bestimmten Tatablauf.

Die Ermittler haben nach den veröffentlichten Angaben keine Hinweise gefunden, dass Lisa bewusst den Kontakt zu ihrer Familie und ihrem sozialen Umfeld abbrechen wollte.

Gerade deshalb konzentriert sich der Fall nicht mehr allein auf die Frage, wo sich Lisa aufhält. Ermittler versuchen zugleich zu rekonstruieren, was in den Minuten nach dem Verlassen ihrer Wohnung geschehen sein könnte.

Hunderte Polizisten durchsuchen Marzahn-Hellersdorf

Am Samstag wurde die Suche erheblich ausgeweitet. Rund 220 Polizeikräfte waren nach den vorliegenden Angaben im Einsatz und durchsuchten Bereiche rund um Lisas Wohnort sowie weitere Teile von Marzahn-Hellersdorf.

Dabei kamen unterschiedliche Suchmittel zum Einsatz. Mantrailerhunde sollten mögliche Laufwege nachvollziehen, während ein Polizeihubschrauber das Gebiet aus der Luft unterstützte. Beamte suchten außerdem in Wohngebieten, auf Wegen und in Grünanlagen.

Die großflächige Suche ist auch deshalb aufwendig, weil Marzahn-Hellersdorf aus dicht bebauten Wohngebieten, größeren Freiflächen, Parks und zahlreichen Verbindungswegen besteht. Ein möglicher Weg lässt sich dadurch nicht auf wenige Straßen reduzieren.

Zu den zentralen Maßnahmen gehören:

  • Befragungen von Bewohnern im Umfeld,
  • Suche mit speziell ausgebildeten Spürhunden,
  • Kontrollen möglicher Wege und Aufenthaltsorte,
  • Einsatz eines Polizeihubschraubers,
  • Auswertung eingegangener Hinweise,
  • Verteilung von Fahndungsinformationen in der Nachbarschaft.

Die Polizei Berlin sucht die 13-Jährige damit nicht nur in der unmittelbaren Umgebung ihrer Wohnung. Auch Strecken, die mit ihrem Schulweg oder ihrem Alltag in Verbindung stehen könnten, spielen für die Ermittler eine Rolle.

Anwohner in Marzahn berichten von wachsender Sorge

Der Fall beschäftigt inzwischen den gesamten Kiez. Suchaushänge hängen in der Nachbarschaft, Polizeikräfte sind sichtbar präsent und viele Bewohner verfolgen jede neue Information.

Lisa Tạ vermisst: Großsuche mit Hunden und Hubschrauber in Berlin
Lisa Tạ vermisst: Großsuche mit Hunden und Hubschrauber in Berlin

Besonders Familien mit Kindern reagieren sensibel. Eine Mutter aus dem Wohnumfeld berichtete, dass ihre eigenen Kinder am Morgen des Verschwindens ungefähr zur gleichen Zeit unterwegs gewesen seien.

„Es ist ganz schlimm, weil ich auch zwei Kinder habe.“

Auch eine weitere Familie aus dem Wohnblock kennt Lisa indirekt über die Schule. Solche Überschneidungen machen den Vermisstenfall für viele Bewohner weniger abstrakt. Es geht nicht um einen weit entfernten Polizeieinsatz, sondern um eine Jugendliche aus der unmittelbaren Nachbarschaft.

Dennoch bleibt Zurückhaltung bei Spekulationen wichtig. Öffentlich bekannt ist lediglich, dass die Ermittler ein freiwilliges Verschwinden derzeit für unwahrscheinlich halten und ein mögliches Verbrechen prüfen. Aussagen über Täter, Motive oder einen konkreten Ablauf sind bislang nicht bestätigt.

Was über Lisa und ihre Kleidung bekannt ist

Für die Fahndung hat die Polizei eine Beschreibung der Jugendlichen veröffentlicht. Lisa ist ungefähr 1,60 bis 1,65 Meter groß, schlank und hat dunkle, lange Haare.

Am Morgen ihres Verschwindens trug sie nach den Fahndungsangaben überwiegend dunkle Kleidung beziehungsweise dunkle Oberbekleidung. Besonders auffällig könnten ihre Schuhe und die Form ihrer Jeans gewesen sein.

Die bekannten Merkmale:

  • schwarze Stepp- beziehungsweise Winterjacke mit Kapuze,
  • blaue Schlagjeans,
  • weiß-beige Sneaker der Marke DC,
  • schwarzer Rucksack,
  • dunkle lange Haare,
  • schlanke Statur.

Die Hinweise zur vermissten Lisa Tạ sollen dabei helfen, mögliche Beobachtungen vom Dienstagmorgen einzuordnen. Entscheidend können auch scheinbar nebensächliche Wahrnehmungen sein, etwa eine Begegnung an einer Bushaltestelle oder auf einem Fußweg.

Eine Beobachtung muss nicht spektakulär wirken, um für Ermittler relevant zu sein. Zeitpunkt und Ort können wichtiger sein als das, was zunächst ungewöhnlich erscheint. Hinweise gehören deshalb direkt an die Polizei und nicht in Spekulationen in sozialen Netzwerken.

Der abgebrochene Chat rückt den Morgen in den Mittelpunkt

Eine der auffälligsten Informationen stammt aus dem Kontakt zwischen Lisa und ihrer Freundin. Nach Angaben der Familie schrieb die Schülerin noch kurz nach dem Verlassen der Wohnung Nachrichten. Danach kam keine Antwort mehr.

Damit entsteht ein vergleichsweise enges Zeitfenster. Zwischen dem Verlassen des Wohnhauses, dem Chat und der geplanten Ankunft am Barnimplatz liegen nur wenige Minuten.

Für Ermittler können solche zeitlichen Abläufe besonders relevant sein. Sie helfen dabei, Suchgebiete einzugrenzen und mögliche Beobachtungen von Zeugen einem konkreten Zeitraum zuzuordnen.

Die Familie betont, dass es für ein freiwilliges Wegbleiben aus ihrer Sicht keine Erklärung gebe. Lisas Schwester äußerte ihre Sorge deutlich:

„Wir machen uns riesige Sorgen.“

Die familiäre Einschätzung ersetzt keine Ermittlungsergebnisse, stimmt aber in einem Punkt mit den Angaben der Behörden überein: Auch Polizei und Staatsanwaltschaft haben bislang keine Anhaltspunkte dafür mitgeteilt, dass Lisa ihr gewohntes Umfeld absichtlich verlassen wollte.

Warum der Vermisstenfall Berlin besonders viel Aufmerksamkeit erhält

Bei vermissten Minderjährigen spielt Zeit eine große Rolle. Wenn ein Kind ohne bekannte Erklärung nicht in der Schule erscheint, nicht erreichbar ist und keine Hinweise auf ein freiwilliges Weggehen vorliegen, werden Suchmaßnahmen entsprechend ausgeweitet.

Im Vermisstenfall Berlin-Marzahn kommt hinzu, dass sich Lisas Spur offenbar bereits kurz nach dem Verlassen ihres Wohnhauses verliert. Der geplante Weg bis zur Haltestelle war kurz, der weitere Schulweg bekannt.

Das macht auch Hinweise aus dem unmittelbaren Wohngebiet relevant. Menschen, die am Dienstagmorgen in der Nähe der Golliner Straße, des Barnimplatzes oder auf angrenzenden Wegen unterwegs waren, könnten Beobachtungen gemacht haben, deren Bedeutung erst im Nachhinein erkennbar wird.

Die intensive Suche mit zahlreichen Einsatzkräften zeigt, wie ernst Polizei und Staatsanwaltschaft die Situation einschätzen. Gleichzeitig gilt weiterhin: Der Verdacht auf ein Verbrechen ist eine Ermittlungsannahme und keine Feststellung eines bereits geklärten Tatgeschehens.

Was jetzt im Fall Lisa Tạ zählt

Die Lisa Tạ vermisst-Suche konzentriert sich weiter auf die Rekonstruktion der letzten bekannten Minuten am Dienstagmorgen und auf Hinweise aus der Bevölkerung. Polizei und Staatsanwaltschaft versuchen herauszufinden, welchen Weg die 13-Jährige nach dem Verlassen ihres Wohnhauses nahm und ob sie jemand auf diesem Weg gesehen hat.

Bis neue gesicherte Erkenntnisse vorliegen, bleibt die wichtigste Trennung klar: Bestätigt ist das Verschwinden der Jugendlichen und die Einschätzung der Behörden, dass sie wahrscheinlich nicht freiwillig weggegangen ist. Nicht geklärt ist, was danach geschah. Für Lisas Familie und viele Bewohner in Marzahn steht deshalb weiterhin dieselbe Hoffnung im Mittelpunkt: dass die Schülerin gefunden wird und sicher zu ihrer Familie zurückkehrt.