Ukrainischer Politiker Andriy Parubiy in Lemberg erschossen: Details zum Angriff und Biografie des Politikers

In Lwiw wurde Andrij Parubij erschossen: Details zum Anschlag, erste Ermittlungsdaten, Biografie, Rolle im Euromaidan, politische Laufbahn und Auszeichnungen.

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In Lwiw wurde Andrij Parubij erschossen: Details zum Anschlag, erste Ermittlungsdaten, Biografie, Rolle im Euromaidan, politische Laufbahn und Auszeichnungen.

Am Samstag, den 30. August, wurde in Lwiw der ehemalige Vorsitzende der Werchowna Rada und aktuelle Abgeordnete der Partei «Europäische Solidarität» Andrij Parubij erschossen. Die Website Мonrose.de berichtet unter Berufung auf «Suspilne».

Nach Angaben der Nationalpolizei ging gegen Mittag ein Notruf wegen Schüssen im Stadtteil Sykhiw ein. Parubij erlitt tödliche Verletzungen und starb noch am Tatort.

Der Leiter der Oblast-Militärverwaltung von Lwiw, Maksym Kosyzkyj, erklärte, dass alle relevanten Dienste an der Fahndung nach dem Schützen beteiligt seien. Laut Quellen war der Täter als Kurierdienstmitarbeiter verkleidet und benutzte ein Elektrofahrrad. Er näherte sich Parubij, gab einen Schuss ab und flüchtete.

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, erklärte, dass ihm erste Informationen bereits von Innenminister Ihor Klymenko und Generalstaatsanwalt Andrij Krawtschenko gemeldet worden seien.

Biografie von Andrij Parubij

Andrij Wolodymyrowytsch Parubij wurde am 31. Januar 1971 in Tscherwonograd in der Oblast Lwiw geboren. 1994 schloss er das Studium an der Historischen Fakultät der Lwiwer Staatlichen Universität ab und promovierte 2001 an der Nationalen Polytechnischen Universität Lwiw. Er war mit Uljana Parubij verheiratet, die Tochter Jarina stammt aus der Ehe.

Politischer Werdegang

Im Alter von 17 Jahren übernahm Parubij die Leitung der Jugendorganisation «Spadschyna». 1991 gehörte er zu den Mitbegründern der Sozial-Nationalen Partei der Ukraine, die später in «Swoboda» umgewandelt wurde. Zwischen 1998 und 2004 leitete er die paramilitärische Gruppierung «Patriot der Ukraine», verließ diese Strukturen jedoch 2004.

Seine politische Karriere begann im Regionalrat von Lwiw. 2007 wurde er als Abgeordneter des Blocks «Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung» ins Parlament gewählt. 2014 war er Mitbegründer der Partei «Volksfront». Im Dezember 2014 wurde er zum ersten Vize-Sprecher gewählt, im April 2016 übernahm er das Amt des Parlamentspräsidenten. Seit 2019 war Parubij Abgeordneter der «Europäischen Solidarität» und Mitautor des Sprachgesetzes.

Rolle im Euromaidan

Während der Proteste 2013–2014 spielte Parubij eine zentrale Rolle. Er wurde Kommandant des Maidan, organisierte die «Selbstverteidigung des Maidan» und koordinierte die Sicherheitsstrukturen der Demonstranten. Diese Strukturen bildeten später die Basis für Freiwilligenbataillone im Osten der Ukraine.

Anschläge und Strafverfahren

Im Dezember 2014 überlebte Parubij ein Attentat in Kiew, als ein Unbekannter eine Granate warf. Damals erklärte Innenminister Arsen Awakow, der Angriff sei von einer Terrorgruppe organisiert worden.

2018 verpflichtete ein Gericht die Staatsanwaltschaft, ein Verfahren gegen Parubij einzuleiten – aufgrund von Äusserungen, die als Aufstachelung zu Feindschaft gewertet werden konnten.

Auszeichnungen

Andrij Parubij erhielt zahlreiche staatliche Auszeichnungen, darunter:

  • Orden des Fürsten Jaroslaw des Weisen V. Klasse (2009);
  • Verdienstorden III. Klasse (2006);
  • Orden «Für Ehre» III. Klasse (2014);
  • Medaille «Für Verdienste vor dem ukrainischen Volk» (2017);
  • Erinnerungsmedaille «25 Jahre Unabhängigkeit der Ukraine» (2016);
  • Ehrenurkunde der Werchowna Rada der Ukraine (2019).