Der US-Elektroautobauer Tesla steht vor erheblichen Herausforderungen. Nach dem Auslaufen staatlicher Kaufanreize in den USA sind die Auslieferungen im Schlussquartal deutlich zurückgegangen. Weltweit brachte das Unternehmen spürbar weniger Fahrzeuge zu seinen Kunden als im Vorjahreszeitraum. Damit setzt sich ein negativer Trend fort, der bereits zuvor erkennbar war. Für Tesla wird das Jahr 2025 rückblickend zu einem Wendepunkt, die monrose.de berichtet mit t-online.de.
Deutlicher Rückgang nach Ende der E-Auto-Prämien
Eine zentrale Ursache für den Einbruch liegt im Wegfall der US-Steuergutschrift für Elektroautos. Ende September liefen die Kaufprämien in Höhe von 7.500 Dollar aus. Viele Kunden hatten ihre Kaufentscheidung zuvor vorgezogen, um die Förderung noch mitzunehmen. Im darauffolgenden Quartal kam es dann zu einem spürbaren Nachfragerückgang. Dieses Muster zeigt sich auch bei anderen Herstellern, trifft Tesla jedoch besonders hart.
Im gesamten Jahr 2025 verzeichnete Tesla erneut rückläufige Auslieferungszahlen. Damit meldet der Konzern bereits das zweite Jahr in Folge einen Rückgang. Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2023 wurde klar verfehlt. Für ein Unternehmen, das lange Zeit starkes Wachstum gewohnt war, ist dies ein deutlicher Einschnitt. Anleger und Marktbeobachter reagieren entsprechend aufmerksam.
Politische Entscheidungen als zentrale Ursache
Neben wirtschaftlichen Faktoren spielen politische Entscheidungen eine wichtige Rolle. Die Rücknahme staatlicher Förderungen veränderte den Markt spürbar. Elektroautos verloren kurzfristig an Attraktivität gegenüber Verbrennern und Hybriden. Besonders in den USA griffen viele Käufer wieder zu klassischen Antrieben. Dieser Trend belastete Tesla zusätzlich, da das Unternehmen vollständig auf Elektrofahrzeuge setzt.
Firmenchef Elon Musk misst dem klassischen Autoverkauf zunehmend geringere Bedeutung bei. Er betont immer wieder, dass Teslas Zukunft in autonomen Robotaxis und humanoiden Robotern liege. Diese Bereiche befinden sich jedoch noch in einer frühen Entwicklungsphase. Gleichzeitig ist die Konkurrenz dort stark und technologisch weit fortgeschritten. Kritiker sehen darin eine riskante Schwerpunktverlagerung.

Konkurrenz verschärft den Druck auf Tesla
Während Tesla schwächelt, holen andere Hersteller auf. In Europa gewinnen Wettbewerber Marktanteile im Elektrosegment. Auch in den USA drängen neue Modelle auf den Markt. Besonders chinesische Autobauer steigern ihre Verkaufszahlen deutlich. Der Wettbewerb wird intensiver, während Teslas Wachstum stagniert.
Interne Faktoren tragen ebenfalls zur Schwäche bei. Der Modellwechsel beim beliebten Model Y bremste die Produktion zeitweise. Zudem blieb der futuristische Elektro-Pick-up Cybertruck hinter den Erwartungen zurück. Viele Beobachter sprechen von einem Flop. Solche Rückschläge wirken sich direkt auf die Auslieferungszahlen aus.
Imageprobleme wirken sich auf Kaufentscheidungen aus
Auch das öffentliche Auftreten von Elon Musk sorgt für Diskussionen. Seine politischen Positionen und sein Engagement in der US-Politik haben einen Teil der potenziellen Kundschaft verprellt. Gerade in Europa reagieren Käufer sensibel auf solche Themen. Das Image der Marke Tesla hat dadurch Risse bekommen. Für ein stark markengetriebenes Unternehmen ist das problematisch.
In den USA greifen Verbraucher wieder häufiger zu Hybrid- und Verbrennerfahrzeugen. In Europa wiederum profitieren andere Hersteller vom wachsenden E-Auto-Markt. Tesla verliert dort an relativer Stärke. Gleichzeitig bleiben die Produktionskosten hoch. Das erschwert Preisanpassungen und Rabatte.
Rivian zeigt ähnliche Entwicklung
Auch andere E-Auto-Hersteller kämpfen mit rückläufigen Auslieferungen. Der Tesla-Konkurrent Rivian verzeichnete ebenfalls deutliche Einbußen. Das zeigt, dass der gesamte Markt unter Druck steht. Dennoch plant Rivian mit günstigeren Modellen einen neuen Anlauf. Tesla steht vor der gleichen Herausforderung.
Tesla erlebt derzeit eine der schwierigsten Phasen seiner Unternehmensgeschichte. Der Wegfall von Förderungen, harte Konkurrenz und interne Probleme wirken zusammen. Die Ursachen für den Rückgang sind vielfältig und strukturell. Ob sich der Konzern 2026 wieder stabilisieren kann, hängt von neuen Modellen, Marktbedingungen und strategischen Entscheidungen ab. Sicher ist: Das Wachstum ist keine Selbstverständlichkeit mehr.