Kein Feiertag: Warum Hamburg Heilige Drei Könige nicht feiert – die historischen Gründe

Während Heilige Drei Könige in Teilen Deutschlands arbeitsfrei ist, bleibt Hamburg am 6. Januar im Alltag. Die Gründe liegen in Geschichte und Religion.

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Der 6. Januar ist in vielen Teilen Deutschlands ein besonderer Tag. Christen begehen an diesem Datum das Hochfest Heilige Drei Könige, das traditionell den Abschluss der Weihnachtszeit markiert. Während in südlichen Bundesländern Schulen und Behörden geschlossen bleiben, läuft der Alltag in Hamburg wie gewohnt weiter. Für viele stellt sich daher die Frage, warum es in der Hansestadt keinen freien Tag gibt. Die Antwort liegt vor allem in der religiösen und historischen Prägung der Region,die monrose.de berichtet.

Heilige Drei Könige erinnert an die biblische Erzählung von den Weisen aus dem Morgenland. Laut Überlieferung folgten sie dem Stern von Bethlehem, um das neugeborene Jesuskind zu ehren. Die Kirche versteht diesen Moment als Erscheinung des Herrn, auch Epiphanie genannt. In katholisch geprägten Regionen besitzt dieses Fest eine hohe liturgische Bedeutung. Dort ist es fest im kirchlichen und gesellschaftlichen Kalender verankert.

Wo der 6. Januar in Deutschland ein Feiertag ist

In Deutschland ist Heilige Drei Könige kein bundesweit einheitlicher Feiertag. Gesetzlich arbeitsfrei ist der 6. Januar nur in drei Bundesländern. Dazu zählen Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. In Bayern und Baden-Württemberg ist die katholische Tradition historisch stark ausgeprägt. Sachsen-Anhalt führte den Feiertag erst 1991 ein, auch aus politischen Gründen nach der Wiedervereinigung.

Hamburg ist traditionell evangelisch geprägt. Viele katholische Hochfeste spielten in der Geschichte der Stadt keine zentrale Rolle. Dazu gehören neben Heilige Drei Könige auch andere Feiertage wie Fronleichnam. Entsprechend wurden diese Feste nie in das Hamburger Feiertagsgesetz aufgenommen. Der 6. Januar blieb daher stets ein normaler Werktag.

Bei der Frage zusätzlicher Feiertage setzte Hamburg andere Schwerpunkte. Die Stadt entschied sich bewusst für den Reformationstag am 31. Oktober. Dieser Feiertag passt stärker zur protestantischen Tradition Norddeutschlands. Damit wurde ein konfessionelles Gegengewicht zu katholischen Feiertagen geschaffen. Für Heilige Drei Könige blieb im Kalender kein Platz.

Föderale Regelungen bei Feiertagen

In Deutschland liegt die Zuständigkeit für gesetzliche Feiertage bei den Bundesländern. Jedes Land entscheidet selbst, welche Tage arbeitsfrei sind. Einheitliche Regelungen gibt es nur bei bundesweit festgelegten Feiertagen. Heilige Drei Könige gehört nicht dazu. Deshalb unterscheiden sich die Arbeits- und Schulregelungen je nach Region deutlich.

Bisher gibt es in Hamburg keinen politischen Vorstoß, den 6. Januar als Feiertag einzuführen. Die bestehende Regelung gilt als etabliert und wird kaum infrage gestellt. Wirtschaftliche Aspekte spielen dabei ebenfalls eine Rolle. Ein zusätzlicher Feiertag würde den Wirtschaftsstandort beeinflussen. Derzeit besteht daher kein Konsens für eine Änderung.

Der Blick auf Hamburg zeigt exemplarisch die Vielfalt der deutschen Feiertagskultur. Während im Süden religiöse Traditionen stärker den Kalender prägen, ist der Norden stärker von protestantischen Werten bestimmt. Diese Unterschiede sind historisch gewachsen. Sie prägen bis heute den Alltag der Menschen. Heilige Drei Könige bleibt daher ein gutes Beispiel für den föderalen Charakter Deutschlands.

Bedeutung für Hamburgerinnen und Hamburger

Für die Bevölkerung Hamburgs bedeutet der 6. Januar vor allem eines: Alltag. Schulen, Büros und Geschäfte öffnen regulär. Gleichzeitig sind viele Menschen durch Medienberichte über andere Bundesländer mit dem Fest vertraut. Dennoch hat Heilige Drei Könige im städtischen Leben kaum praktische Relevanz. Die religiöse Bedeutung bleibt vor allem den Kirchen überlassen.

Dass Hamburg Heilige Drei Könige nicht feiert, ist kein Zufall. Die Entscheidung ist historisch, religiös und politisch begründet. Die evangelische Prägung des Nordens unterscheidet sich deutlich vom katholischen Süden. Solange sich diese Grundlagen nicht ändern, wird der 6. Januar in Hamburg ein normaler Arbeitstag bleiben. Die Vielfalt der Feiertage spiegelt damit die Vielfalt der Regionen wider.