Eine Million Dollar für jeden Grönländer? Trumps Plan: Bedingungen – und ob Deutsche nach Umzug profitieren

Trump spricht von einem „ultimate deal“ für Grönland und denkt über 1 Mio. Dollar pro Einwohner nach. Was über Referendum, Bedingungen und Hürden bekannt ist.

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Eine Million Dollar für jeden Grönländer? Trumps Plan: Bedingungen

Donald Trump hat seine Drohung, Grönland notfalls mit Gewalt einzunehmen, vorerst fallen gelassen. Nach Gesprächen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte sprach der US-Präsident von einem „Rahmen“ für einen künftigen Deal zur Kontrolle der arktischen Insel, die monrose.de berichtet mit io.com.ua.

Gleichzeitig setzte Trump geplante Strafzölle gegen Großbritannien und andere Staaten aus, die seinen Grönland-Vorstoß ablehnen. An den Märkten sorgte die Ankündigung für Erleichterung, nachdem zuvor bereits Signale gekommen waren, dass er keine Gewalt einsetzen wolle. Politisch ist das kein Rückzug aus dem Thema – eher ein Wechsel der Methode.

Eine Million Dollar für jeden Grönländer? Trumps Plan: Bedingungen
Eine Million Dollar für jeden Grönländer? Trumps Plan: Bedingungen

Im Zentrum der neuen Strategie steht ein spektakuläres Versprechen: Trump erwägt, den rund 57.000 Einwohnern Grönlands jeweils 1 Million US-Dollar anzubieten. Das Geld soll fließen, falls die Bevölkerung in einem Votum dafür stimmt, den Vereinigten Staaten beizutreten. Umgerechnet wurde der Betrag in Berichten mit etwa 750.000 Pfund bzw. 850.000 Euro pro Person beziffert. Das Vorhaben wirkt außergewöhnlich, doch es ist bewusst als „Anreiz“ formuliert. Damit verschiebt sich die Debatte von militärischem Druck zu finanzieller Verlockung.

Ein Politologe, der US-Innenpolitik beobachtet, bewertet den Schritt so:

„Ein Geldangebot ist kommunikativ einfacher zu verkaufen als eine Drohung. Es erzeugt Schlagzeilen und zwingt alle Seiten, sich dazu zu positionieren.“

Was Trump konkret gesagt haben soll und welche Bedingungen im Raum stehen

Trump bezeichnete den Ansatz gegenüber Reportern als „ultimate long-term deal“. Auf die Frage nach der Laufzeit sagte er sinngemäß, es gebe keine zeitliche Begrenzung, der Deal sei „für immer“. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social erklärte er außerdem, man habe nach dem Treffen mit Mark Rutte einen Rahmen für eine künftige Lösung „in Bezug auf Grönland und tatsächlich die gesamte Arktisregion“ geschaffen. Das ist bewusst weit formuliert und lässt Interpretationsspielraum. Genau diese Unschärfe ist derzeit ein Kernproblem: Vieles klingt groß, bleibt aber offen.

Eine Million Dollar für jeden Grönländer? Trumps Plan: Bedingungen
Eine Million Dollar für jeden Grönländer? Trumps Plan: Bedingungen

Zu den zentral genannten Punkten gehört, dass Grönland ein Referendum abhalten müsste. In Berichten wird zudem davon ausgegangen, dass ein sehr klares Ergebnis nötig wäre, um eine so weitreichende Entscheidung politisch zu legitimieren. Als Richtwert wurde ein Zustimmungsergebnis von etwa 60 Prozent „Ja“ genannt, damit die Zahlung ausgelöst würde. Darüber hinaus wurde in der Vergangenheit auch über deutlich niedrigere Beträge spekuliert, bevor nun die 1-Million-Dollar-Summe genannt wurde. Das zeigt, wie beweglich die Diskussion aktuell ist.

Ein Wirtschaftsexperte ordnet die Größenordnung so ein:

„Bei 57.000 Menschen ist das im Milliardenbereich – und trotzdem im Vergleich zu US-Verteidigungsausgaben ein Betrag, den man politisch als ‚machbar‘ darstellen kann.“

NATO-Dimension und die Debatte über „kleine Gebiete“ für US-Stützpunkte

Parallel zur Geld-Idee wird in Sicherheitskreisen über militärische Arrangements gesprochen. In Berichten hieß es, NATO-Militäroffiziere diskutierten ein Modell, bei dem Dänemark „kleine grönländische Gebiete“ an die USA abtreten würde, damit dort Militärbasen errichtet werden können. Dieses Konstrukt wurde mit den britischen Basen auf Zypern verglichen, die als souveräne britische Territorien gelten. Die Diskussion unterstreicht, dass es nicht nur um Symbolpolitik geht, sondern um harte Sicherheitsinteressen in der Arktis. Je strategischer eine Region, desto größer der Druck, dort dauerhaft präsent zu sein.

Dänemark hat jedoch wiederholt betont, dass Grönland nicht „zum Verkauf“ stehe. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen erklärte, eine US-Souveränität über Grönland sei eine rote Linie und werde nicht passieren. Auch aus Grönland selbst kamen klare Signale: Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen wandte sich gegen Annexionsfantasien und machte deutlich, dass man genug davon habe. Damit stehen Trumps Aussagen einem massiven politischen Widerstand gegenüber. Die Kluft zwischen Ankündigung und Realpolitik ist derzeit groß.

Ein Sicherheitsexperte kommentiert:

„Selbst wenn man über Basen spricht, heißt das noch lange nicht, dass Eigentum oder Souveränität wechseln. Das sind in der Praxis zwei sehr verschiedene Dinge.“

Wer bekäme das Geld – und könnten Deutsche nach einem Umzug profitieren?

Die entscheidende Formulierung in den Berichten lautet: Das Angebot richte sich an die „Einwohner“ bzw. „Bewohner“ Grönlands. Genannt wird ausdrücklich die Bevölkerung Grönlands mit rund 57.000 Menschen, also die Menschen, die dort leben. Daraus folgt: Deutsche in Deutschland hätten nach dem beschriebenen Modell keinen Anspruch, weil sie nicht Teil dieser Einwohnerzahl sind. Die Prämie wäre – wenn sie überhaupt kommt – an die Teilnahme der grönländischen Bevölkerung an einem Referendum gekoppelt.

Wie sieht es aus, wenn Deutsche nach Grönland umziehen? Hier wird es kompliziert, weil konkrete juristische Kriterien in den vorliegenden Informationen nicht genannt werden. Es ist nicht beschrieben, ab welchem Stichtag jemand als „Einwohner“ zählt, welche Aufenthaltsdauer nötig wäre oder ob eine bestimmte Art von Status vorausgesetzt wird. Sicher ist nur: Der Plan zielt auf die bestehende Bevölkerung und deren Entscheidung in einem Votum. Wer also „nur wegen des Geldes“ umziehen würde, müsste erst einmal überhaupt als Teil der betroffenen Bevölkerung gelten – und dafür fehlen im bisher bekannten Rahmen die Details.

Ein Migrationsberater formuliert es zurückhaltend:

„Ohne klare Kriterien ist jede Annahme spekulativ. Entscheidend wären Definitionen wie Wohnsitz, Daueraufenthalt und Stichtage – und davon ist öffentlich noch nichts belastbar beschrieben.“

Was das Vorhaben kosten könnte und warum es trotzdem diskutiert wird

Rechnet man 1 Million Dollar für rund 57.000 Menschen, landet man bei einer Summe, die politisch sofort Fragen auslöst. In den Berichten wurde der mögliche Gesamtpreis auch in Pfund beziffert und als Milliardenbetrag beschrieben. Gleichzeitig wird argumentiert, dass diese Summe im Verhältnis zu den jährlichen US-Verteidigungsausgaben vergleichsweise klein wirkt. Genau dieses Framing macht das Angebot in Trumps Lager attraktiv. Es soll wie ein „Deal“ aussehen, der sich strategisch auszahlt und wirtschaftlich „vertretbar“ erscheint.

Befürworter eines solchen Ansatzes könnten außerdem darauf verweisen, dass Grönland weniger abhängig von dänischen Zuschüssen würde, falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern. Kritiker halten dagegen, dass sich damit auch das soziale Modell verschieben könnte. In den Berichten wird erwähnt, dass es Sorgen gibt, die Menschen könnten in ein US-Wirtschaftssystem mit weniger Sozialleistungen geraten. Das zeigt: Selbst ein großer Geldbetrag löst nicht automatisch Zustimmung aus, wenn die langfristigen Folgen unklar sind.

Ein Nutzerkommentar, wie er in Debatten häufig auftaucht, bringt das Dilemma auf den Punkt:

„Eine Einmalzahlung klingt gut, aber was ist mit Alltag, Gesundheitssystem und Sicherheit in zehn Jahren?“

Kurzer Überblick: Bedingungen, offene Punkte, mögliche Hürden

Bevor die politische Idee zu einem realen Programm würde, müssten mehrere Fragen geklärt werden. Genau hier liegt der Kern der Unsicherheit, auch für potenzielle Zuzügler aus Deutschland. Nach dem bisher Bekannten lassen sich die Punkte so zusammenfassen:

  • Referendum in Grönland als Voraussetzung
  • sehr hohe Zustimmung im Votum als wahrscheinliche Bedingung (genannt wurde ein klarer „Ja“-Anteil)
  • Zahlung nur für die grönländische Bevölkerung bzw. „Einwohner“
  • keine veröffentlichten Detailregeln zu Stichtagen, Status oder Anspruchskriterien
  • klarer Widerstand aus Dänemark gegen US-Eigentum/Souveränität

Tabelle: Was bekannt ist – und was (noch) nicht

ThemaStand laut BerichtenWas fehlt für Klarheit
Höhe der Zahlung1 Mio. Dollar pro Einwohner (genannt/erwogen)rechtliche Grundlage, Finanzierung, Zeitplan
ZielBeitritt zu den USA nach VotumProzess, internationale Zustimmung
Bevölkerungca. 57.000 EinwohnerDefinition „Einwohner“, Stichtag
Referendumals Voraussetzung im Raumgenaue Regeln, Wahlberechtigung, Quoren
Deutsche nach Umzugnicht ausgeschlossen, aber nicht beschriebenkonkrete Anspruchskriterien

Wie realistisch ist das Ganze – und worauf man in Deutschland achten sollte

Im Moment ist das Vorhaben vor allem ein politisches Signal: Trump versucht, Druck auszuüben und gleichzeitig eine „Deal“-Erzählung zu etablieren. Dänemark setzt dem eine klare rote Linie entgegen, und auch aus Grönland kommen ablehnende Töne. Ob es am Ende überhaupt zu einem Referendum kommt, ist damit offen. Für Deutsche, die über einen Umzug nachdenken, ist die Lage noch unsicherer, weil keine Regeln existieren, die einen Anspruch definieren würden.

Wer die Diskussion verfolgt, sollte vor allem auf zwei Punkte achten: Erstens, ob aus dem „Erwägen“ ein offizieller Plan mit klaren Kriterien wird. Zweitens, ob Dänemark und grönländische Institutionen einem Prozess überhaupt zustimmen würden. Ohne diese Schritte bleibt die Million-Dollar-Idee eine Schlagzeile mit vielen Fragezeichen. Sicher ist nur: Die Debatte um Grönland ist längst nicht beendet – sie hat lediglich die Form gewechselt.