Trumps Friedensrat („Board of Peace“): Was ist das und welche Länder sind dabei?

In Davos präsentierte Trump seinen „Board of Peace“. Genannt wurden vor allem Staaten aus Nahost und Südamerika – viele Europäer fehlten.

10 Min lesen
Trumps Friedensrat („Board of Peace“): Was ist das und welche Länder sind dabei?

US-Präsident Donald Trump hat in Davos eine neue Initiative vorgestellt, die er „Board of Peace“ nennt. Bei einer Zeremonie traten Vertreter von weniger als 20 Staaten auf die Bühne, während viele europäische Verbündete fehlten. Trump sprach die Anwesenden direkt an und bezeichnete sie als „in den meisten Fällen sehr beliebte“ Führungspersönlichkeiten, „in manchen Fällen nicht so beliebt“. Schon dieser Tonfall machte klar: Das Projekt ist politisch aufgeladen und kommunikativ bewusst zugespitzt, die monrose.de berichtet mit cnn.com.

Nach Darstellung aus dem Umfeld der Initiative sollte das Gremium ursprünglich vor allem den Wiederaufbau Gazas nach dem Krieg zwischen Hamas und Israel begleiten. Inzwischen ist der Anspruch jedoch deutlich weiter gefasst, weil die Charter nicht auf Gaza begrenzt sein soll. Genau das hat in Diplomatenkreisen Sorgen ausgelöst, dass Trump ein Format schaffen will, das sich als Alternative oder Rivalenstruktur zur UNO versteht. Gleichzeitig wurde betont, dass bisher viele Details offen sind und die tatsächliche Arbeitsweise noch unklar bleibt.

Trumps Friedensrat („Board of Peace“): Was ist das und welche Länder sind dabei?
Trumps Friedensrat („Board of Peace“): Was ist das und welche Länder sind dabei?

Was ist Trumps „Board of Peace“ überhaupt?

Im Kern präsentiert Trump den „Board of Peace“ als politische Plattform, die Konflikte moderieren und Abkommen anstoßen soll. Die Initiative wurde in Davos öffentlich inszeniert, was ihr sofort globale Aufmerksamkeit verschaffte. Kritiker sehen darin weniger einen institutionalisierten Friedensmechanismus als ein außenpolitisches Machtinstrument, das parallel zu etablierten Formaten laufen könnte. Ob daraus ein dauerhaftes Gremium entsteht oder nur ein politisches Signal, hängt an der Frage, wer wirklich mitmacht und welche Regeln gelten.

Ein Experte für Völkerrecht formuliert es so, ohne sich auf einzelne Staaten festzulegen:

„Sobald ein neues Format globale Konflikte ‚übernehmen‘ will, stellt sich die Frage nach Mandat, Legitimation und Transparenz. Ohne klare Verfahren bleibt es ein politisches Projekt, kein neutrales Instrument.“

Auch politisch ist der Zeitpunkt auffällig, weil Trump den Auftritt in Davos nutzte, um sich als Vermittler und „Macher von Deals“ zu präsentieren. Gleichzeitig zeigt die Teilnehmerstruktur, dass die Initiative nicht automatisch die westlichen Bündnispartner hinter sich hat. Mehrere europäische Regierungen gelten als skeptisch, weil ein Friedensgremium in dieser Logik auch Gespräche mit Staaten einschließen könnte, die derzeit für Europa hochproblematisch sind.

Welche Länder wurden als Teilnehmer genannt?

Nach Angaben, die rund um die Initiative veröffentlicht wurden, lag der Schwerpunkt bei der Zeremonie deutlich auf Nahost und Südamerika. Auf der Bühne waren unter anderem Vertreter aus Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu sehen. Ebenfalls genannt wurden Argentinien und Paraguay, außerdem trat Ungarns Regierungschef Viktor Orbán bei dem Termin auf. Damit fehlten west- und nordeuropäische Staaten sichtbar, was in Davos besonders auffiel.

Zusätzlich gibt es Berichte über Staaten, die grundsätzlich zugesagt haben, dem „Board of Peace“ beizutreten. In einem gemeinsamen Kontext wurden dabei Saudi-Arabien, die Türkei, Ägypten, Jordanien, Indonesien, Pakistan, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate als Länder genannt, die „beigetreten“ bzw. den Beitritt befürwortet haben. Parallel dazu wird berichtet, dass insgesamt 19 Staaten als „bestätigt“ oder „anwesend“ im Umfeld der Eröffnung genannt wurden, wobei je nach Darstellung nicht immer alle Namen öffentlich aufgelistet wurden. Das macht die Debatte schwierig, weil „auf der Bühne“ nicht automatisch identisch ist mit „formal beigetreten“.

Ein häufiges Muster in solchen Formaten ist, dass Staaten zunächst politisch signalisieren, aber den formalen Beitritt an rechtliche Verfahren knüpfen. Genau das wurde auch hier betont: Einige Länder wollen nach eigenen juristischen Regeln entscheiden, wie sie teilnehmen. Ein außenpolitischer Beobachter beschreibt den Zwischenstatus so:

„Manche Regierungen schicken erst einmal Gesandte oder signalisieren Zustimmung – das ist politisch nützlich, aber noch keine harte Mitgliedschaft im rechtlichen Sinn.“

Warum sind viele europäische Länder offenbar zurückhaltend?

Ein zentrales Detail der Davos-Zeremonie war, dass keine west­europäischen Staaten auf der Bühne standen, obwohl die USA enge Partner in Europa haben. Genau das wird mit Sicherheits- und Legitimationsfragen erklärt: Einige europäische Regierungen fürchten, dass ein „Friedensrat“ auch Gespräche oder Rollen für Akteure ermöglichen könnte, die in Europa als Gegner gelten. Hinzu kommt die Sorge, dass ein neues Gremium die UNO politisch schwächen könnte, wenn es als „besseres“ oder „schnelleres“ Gegenmodell verkauft wird. Je größer der Anspruch, desto stärker die Skepsis derjenigen, die an Regeln und Institutionen gebunden sind.

Trumps Friedensrat („Board of Peace“): Was ist das und welche Länder sind dabei?
Trumps Friedensrat („Board of Peace“): Was ist das und welche Länder sind dabei?

In Berichten wurde außerdem erwähnt, dass mehrere europäische Länder Einladungen nicht angenommen hätten. Genannt wurden unter anderem Frankreich, Norwegen, Slowenien, Schweden und das Vereinigte Königreich als Staaten, die nicht mitmachen wollen. Bei anderen Ländern, darunter Deutschland, wurde beschrieben, dass sie noch keine Zusage gegeben hätten. Damit bleibt offen, ob der „Board of Peace“ ein breites internationales Fundament bekommt oder eher eine Koalition der Willigen bleibt.

Ein Nutzerkommentar, wie er in sozialen Netzwerken typisch ist, fasst die europäische Sicht knapp zusammen:

„Frieden klingt gut, aber wer kontrolliert das Gremium und nach welchen Regeln entscheidet es?“

Was soll der „Board of Peace“ konkret tun?

Offiziell wird das Format als Friedens- und Vermittlungsplattform präsentiert, die Konflikte politisch „anpacken“ soll. Als Ausgangspunkt wurde der Zusammenhang mit Gaza beschrieben, also ein Wiederaufbau- und Stabilisierungsgedanke nach dem Krieg. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Charter den Auftrag nicht auf Gaza begrenzt und damit eine globale Rolle eröffnet. Genau diese Ausweitung weckt die Frage, ob das Gremium am Ende mediale „Gipfel“ veranstaltet oder tatsächlich in Verhandlungen, Monitoring und Wiederaufbau-Prozesse eingebunden wird.

Bislang sind viele Details nicht öffentlich geklärt, etwa wie Entscheidungen fallen sollen und welche Ressourcen dahinterstehen. Auch ist nicht eindeutig, ob es feste Mitgliedschaften, rotierende Sitze oder thematische Arbeitsgruppen geben wird. In der Praxis entscheidet darüber, ob es ein Foto-Event bleibt oder ein Instrument wird, das wirklich Konflikte beeinflusst. Beobachter erwarten zudem, dass Trump das Format außenpolitisch nutzen könnte, um seinen Einfluss unabhängig von bestehenden Institutionen zu demonstrieren.

Überblick: Ländergruppen und Status, wie sie genannt wurden

Zur Einordnung hilft ein kompakter Blick auf die Länder, die in den Berichten im Zusammenhang mit Teilnahme genannt wurden. Dabei ist wichtig: „genannt“ bedeutet nicht immer „formell beigetreten“, weil zwischen Bühnenauftritt, politischer Zusage und rechtlicher Umsetzung unterschieden wird. Der aktuelle Stand wirkt daher wie eine Mischung aus Symbolik und beginnender Struktur. Genau diese Grauzone prägt die Diskussion nach der Davos-Zeremonie.

  • Häufig genannte Teilnehmer aus dem Nahen Osten: Saudi-Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Ägypten, Jordanien
  • Weitere genannte Teilnehmer: Türkei, Indonesien, Pakistan
  • Auf der Davos-Bühne zusätzlich genannt: Argentinien, Paraguay, Ungarn (Viktor Orbán)

Tabelle: Was bekannt ist – und was offen bleibt

FrageWas berichtet wurdeWas noch unklar ist
GrundideeFriedensplattform, ursprünglich Gaza-Fokusgenaue Mandate, Verfahren, Kompetenzen
Davos-Zeremonieweniger als 20 Staaten auf der Bühnevollständige Liste aller 19 genannten Staaten
Genannte Teilnehmeru. a. Saudi-Arabien, Katar, UAE, Argentinien, Paraguay, Ungarnwer formal „Mitglied“ ist vs. nur „anwesend“
Europakeine westeuropäischen Staaten auf der Bühneob und wann europäische Staaten später beitreten
UNO-FrageSorge vor Rivalenstrukturob das Gremium tatsächlich UN-Strukturen ersetzen will

Wie es jetzt weitergehen könnte

Nach dem Davos-Auftritt wird entscheidend sein, ob weitere Staaten formell beitreten oder ob es bei einer begrenzten Runde bleibt. Ebenso wichtig ist, ob Trump und sein Umfeld konkrete Regeln veröffentlichen, die den „Board of Peace“ zu mehr machen als einer politischen Bühne. Je transparenter die Verfahren, desto eher könnten skeptische Länder zumindest punktuell mitarbeiten. Gleichzeitig dürfte Europa seine Haltung stark davon abhängig machen, ob das Gremium Kontakte zu problematischen Akteuren institutionell aufwertet.

Auch innenpolitisch in den USA ist der „Board of Peace“ ein Signal, weil Trump damit sein Selbstbild als Vermittler unterstreicht. Für die internationale Politik bleibt jedoch die Kernfrage: Kann ein neues Format Vertrauen schaffen, wenn zentrale Partner fehlen? Solange Teilnehmerlisten, Mandat und Mechanismen nicht eindeutig sind, bleibt das Projekt für viele Beobachter ein Experiment. Klar ist nur: Der Name „Friedensrat“ klingt groß – und genau daran wird die Initiative gemessen.