Folsäure-Tabletten zurückgerufen: Was Patienten jetzt wissen müssen

Wegen Qualitätsmängeln werden Folsäure-Tabletten zurückgerufen. Welche Chargen betroffen sind und wie Patienten reagieren sollten.

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Folsäure-Tabletten zurückgerufen: Was Patienten jetzt wissen müssen

Ein aktueller Medikamenten-Rückruf in Deutschland sorgt für Aufmerksamkeit in Apotheken und bei Patienten. Mehrere Chargen eines weit verbreiteten Vitaminpräparats wurden vom Markt genommen. Der Grund sind festgestellte Qualitätsmängel im Herstellungsprozess, die außerhalb der vorgesehenen Spezifikationen liegen, die monrose.de berichtet mit fr.de.

Besonders sensibel ist der Fall, da es sich um Folsäure-Tabletten handelt, die von vielen Menschen regelmäßig eingenommen werden. Schwangere, Stillende und Personen mit erhöhtem Bedarf greifen häufig auf entsprechende Präparate zurück. Entsprechend groß ist die Verunsicherung bei Betroffenen.

Warum Folsäure für den Körper so wichtig ist

Folsäure, auch als Vitamin B9 oder Folat bekannt, spielt eine zentrale Rolle im menschlichen Stoffwechsel. Sie ist an der Zellteilung, der Blutbildung sowie an der Regeneration von Gewebe beteiligt.

Folsäure-Tabletten zurückgerufen: Was Patienten jetzt wissen müssen
Folsäure-Tabletten zurückgerufen: Was Patienten jetzt wissen müssen

Da der Körper dieses Vitamin nicht selbst produzieren kann, ist eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung oder über Nahrungsergänzungsmittel notwendig. Gerade deshalb wiegen Qualitätsprobleme bei entsprechenden Präparaten besonders schwer.

„Folsäure gehört zu den wichtigsten Mikronährstoffen, vor allem in sensiblen Lebensphasen“, erklärt eine Ernährungswissenschaftlerin.

Diese Folsäure-Tabletten sind vom Rückruf betroffen

Der Hersteller hat mehrere Chargen seiner Folsäure-Tabletten in der Packungsgröße N3 aus dem Verkehr gezogen. Nach internen Prüfungen wurden Verunreinigungen festgestellt, die nicht den internen Qualitätsstandards entsprechen.

Überblick zum Rückruf

MerkmalInformation
HerstellerHevert
ProduktFolsäure 5 mg Tabletten
PackungsgrößeN3
Betroffene Chargen201395, 203204, 204063

Nach Angaben des Unternehmens besteht kein akutes Gesundheitsrisiko für Patientinnen und Patienten. Dennoch wird aus Vorsorgegründen ein Rückruf durchgeführt.

Wie Apotheken und Hersteller reagieren

Apotheken wurden aufgefordert, ihre Lagerbestände zu prüfen und nicht abgegebene Packungen an den Großhandel zurückzusenden. Dafür erhalten sie eine entsprechende Gutschrift. Die Rücksendefrist ist zeitlich begrenzt.

Der Hersteller betont, dass es sich um eine präventive Maßnahme handelt. Ziel sei es, das Vertrauen der Verbraucher in die Produktqualität langfristig zu sichern.

„Solche Rückrufe zeigen, dass Kontrollmechanismen greifen, auch wenn sie für Kunden unangenehm sind“, sagt ein Apotheker.

Medikamenten-Rückrufe sind keine Seltenheit

Arzneimittel-Rückrufe kommen in der Pharmaindustrie immer wieder vor. Ursachen reichen von Kennzeichnungsfehlern über Dosierungsabweichungen bis hin zu Verunreinigungen.

In Deutschland überwacht eine staatliche Behörde diese Prozesse. Je nach Schwere des Mangels können Rückrufe freiwillig durch Hersteller oder verpflichtend angeordnet werden.

Qualitätssicherung ist ein kontinuierlicher Prozess und endet nicht mit der Markteinführung eines Medikaments.

Folsäure-Tabletten zurückgerufen: Was Patienten jetzt wissen müssen
Folsäure-Tabletten zurückgerufen: Was Patienten jetzt wissen müssen

Was Patienten jetzt tun sollten

Betroffene sollten ruhig bleiben und einige grundlegende Schritte beachten. Wichtig ist, nicht überstürzt zu handeln oder Medikamente eigenmächtig abzusetzen.

  • Chargennummer prüfen: Auf der Verpackung nachsehen, ob das eigene Präparat betroffen ist
  • Einnahme nicht sofort stoppen, ohne Rücksprache mit Arzt oder Apotheke
  • Apotheke kontaktieren und das Medikament zurückbringen
  • Ersatz oder Erstattung in Anspruch nehmen

„Der direkte Weg über die Apotheke ist für Patienten am unkompliziertesten“, rät ein Verbraucherschützer.

Bedeutung für Verbraucher und Markt

Der aktuelle Rückruf von Folsäure-Tabletten zeigt, wie wichtig transparente Kommunikation zwischen Herstellern, Apotheken und Verbrauchern ist. Auch wenn kein unmittelbares Risiko besteht, stärkt ein konsequentes Vorgehen langfristig das Vertrauen in Arzneimittel.

Für viele Menschen ist der Vorfall ein Anlass, sich intensiver mit der Herkunft und Qualität von Medikamenten zu beschäftigen.

Warum Qualität bei Vitaminen besonders zählt

Gerade bei Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln gehen viele Verbraucher von einer hohen Sicherheit aus. Umso wichtiger ist es, dass Qualitätsmängel frühzeitig erkannt und öffentlich gemacht werden.

Der aktuelle Fall unterstreicht, dass regelmäßige Kontrollen und schnelle Rückrufe ein zentraler Bestandteil des Gesundheitsschutzes sind. Für Patientinnen und Patienten bleibt entscheidend, informiert zu bleiben und im Zweifel fachlichen Rat einzuholen.