Ramipril-Rückruf in Deutschland: Welche Chargen betroffen sind und was Patienten wissen müssen

Wegen Qualitätsabweichungen ruft der Hersteller zahlreiche Ramipril-Chargen zurück. Was Apotheken und Patienten jetzt beachten sollten.

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Ramipril-Rückruf in Deutschland: Welche Chargen betroffen sind und was Patienten wissen müssen

Blutdrucksenkende Medikamente gehören zu den am häufigsten eingesetzten Arzneimitteln in Deutschland. Umso größer ist die Aufmerksamkeit, wenn ein Medikamenten-Rückruf bekannt wird, die monrose.de berichtet mit ruhrnachrichten.de.

Aktuell betrifft dieser das weit verbreitete Blutdruckmedikament Ramipril. Mehrere Chargen werden vorsorglich aus Apotheken und dem Großhandel zurückgerufen. Für Patientinnen und Patienten gibt es klare Hinweise, wie sie sich verhalten sollen.

Auch wenn kein akutes Gesundheitsrisiko besteht, sorgt das Thema bei vielen Betroffenen für Verunsicherung. Gerade bei dauerhaft eingenommenen Arzneimitteln ist Vertrauen entscheidend.

Warum Ramipril zurückgerufen wird

Der Hersteller hat bei internen Kontrollen Abweichungen bei der Bruchfestigkeit der Tabletten festgestellt. Diese Eigenschaft ist wichtig, da sie Einfluss auf die Zerfallszeit und die Freisetzung des Wirkstoffs hat. Werden Tabletten zu leicht oder ungleichmäßig gebrochen, kann dies theoretisch die Dosierung verändern.

Ramipril-Rückruf in Deutschland: Welche Chargen betroffen sind und was Patienten wissen müssen
Ramipril-Rückruf in Deutschland: Welche Chargen betroffen sind und was Patienten wissen müssen

Ein Pharmaexperte erklärt dazu:

„Die Bruchfestigkeit ist ein zentraler Qualitätsparameter. Schon kleine Abweichungen können dazu führen, dass ein Medikament nicht exakt so wirkt wie vorgesehen.“

Nach Angaben des Herstellers besteht keine unmittelbare Gefahr für Patientinnen und Patienten. Dennoch entsprechen die betroffenen Chargen nicht den festgelegten Spezifikationen, weshalb der Rückruf eingeleitet und später ausgeweitet wurde.

Diese Ramipril-Chargen sind betroffen

Von dem Ramipril-Rückruf in Deutschland sind zahlreiche Produktionschargen betroffen. Es handelt sich dabei um Tabletten mit einer Wirkstärke von 5 mg, die in unterschiedlichen Packungsgrößen angeboten werden.

Betroffene Produktdaten im Überblick:

  • Produkt: Ramipril 5 mg
  • Darreichungsform: Tabletten
  • Packungsgrößen: 20, 50 und 100 Tabletten
  • Hersteller: 089PHARM GmbH
  • Haltbarkeit: bis einschließlich Juni 2027

Nicht betroffen sind laut Hersteller Chargen mit einem Verfallsdatum ab Oktober 2027, da hier bereits angepasste Qualitätsstandards umgesetzt wurden.

Was Apotheken jetzt tun müssen

Der Rückruf erfolgt auf Apotheken- und Großhandelsebene. Apotheken sind aufgefordert, ihre Lagerbestände zu prüfen und betroffene Packungen konsequent aus dem Verkauf zu nehmen. Diese werden anschließend an den Hersteller zurückgesendet.

Eine Apothekerin aus Nordrhein-Westfalen sagt:

„Solche Rückrufe gehören leider zum Alltag. Wichtig ist, dass schnell reagiert wird und Patienten transparent informiert werden.“

Für Apotheken ist eine vollständige Erstattung vorgesehen, sobald die Rücksendung geprüft wurde. Klinikapotheken müssen die betroffenen Packungen gesondert kennzeichnen und anmelden.

Ramipril-Rückruf in Deutschland: Welche Chargen betroffen sind und was Patienten wissen müssen
Ramipril-Rückruf in Deutschland: Welche Chargen betroffen sind und was Patienten wissen müssen

Hinweise für Patientinnen und Patienten

Für viele Betroffene stellt sich die Frage, ob sie ihr Blutdruckmedikament Ramipril weiterhin einnehmen dürfen. Der Hersteller betont ausdrücklich, dass unbeschädigte Tabletten weiterhin sicher und wirksam sind.

Zerbrochene oder bröselige Tabletten sollten jedoch nicht mehr verwendet werden. Hier kann es zu Ungenauigkeiten bei der Dosierung kommen.

Patienten, die auf Nummer sicher gehen möchten, können ihre betroffenen Packungen in der Apotheke prüfen lassen. In vielen Fällen ist ein Austausch gegen eine Ersatzpackung möglich.

Ein Vertreter einer Verbraucherorganisation erklärt:

„Wer unsicher ist, sollte das Gespräch mit Apotheke oder Arzt suchen. Ein eigenmächtiges Absetzen von Blutdruckmedikamenten ist keine gute Idee.“

Ersatz und Erstattung: So läuft der Umtausch ab

Auch wenn der Rückruf offiziell nicht auf Patientenebene erfolgt, zeigen sich viele Apotheken kulant. Unter bestimmten Voraussetzungen können Ersatzpackungen ausgegeben werden. Die Abwicklung erfolgt in der Regel unkompliziert, die Apotheke klärt die Erstattung anschließend direkt mit dem Hersteller.

Typische Schritte beim Austausch:

  • Überprüfung der Chargennummer
  • Rückgabe der betroffenen Packung
  • Ausgabe einer Ersatzpackung
  • Interne Abrechnung durch die Apotheke

Diese Vorgehensweise soll sicherstellen, dass die Blutdrucktherapie ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann.

Warum Rückrufe bei Medikamenten wichtig sind

Rückrufe wie dieser zeigen, wie engmaschig die Qualitätskontrollen im Arzneimittelbereich sind. Auch kleinere Abweichungen führen dazu, dass Produkte vorsorglich aus dem Verkehr gezogen werden. Für viele Patienten ist das ein Zeichen dafür, dass Sicherheit oberste Priorität hat.

Gerade bei Medikamenten gegen Bluthochdruck, die langfristig eingenommen werden, ist eine gleichbleibende Qualität entscheidend.

Der aktuelle Ramipril-Rückruf macht deutlich, wie wichtig Transparenz zwischen Herstellern, Apotheken und Patienten ist. Wer informiert bleibt und im Zweifel fachlichen Rat einholt, kann seine Behandlung weiterhin sicher fortsetzen.