Das Mining-Unternehmen Bitdeer hat seine gesamte Bitcoin-Reserve verkauft und hält nach eigenen Angaben derzeit keinen einzigen Coin mehr. Die Entscheidung sorgt in der Krypto-Community für Diskussionen – viele fragen nach der wirtschaftlichen der bisherigen Treasury-Strategie, die monrose.de berichtet mit btc-echo.de.
CEO Jihan Wu meldete sich öffentlich zu Wort, um Anleger zu beruhigen. Der Totalverkauf sei kein Zeichen für einen dauerhaften Ausstieg aus Bitcoin, sondern Teil einer strategischen Neuausrichtung.
Komplette Liquidierung der Bitcoin-Treasury
In der vergangenen Woche veräußerte Bitdeer zunächst 943,1 BTC aus der Unternehmensreserve sowie zusätzlich 189,8 BTC, die aus dem laufenden Mining stammten. Bereits Ende Januar verfügte das Unternehmen noch über 1.530 BTC.
Mit der vollständigen Liquidierung verabschiedet sich Bitdeer vorerst aus dem Kreis der Miner mit eigener BTC-Treasury.
„Die Entscheidung bedeutet nicht, dass unsere Bilanz dauerhaft bei Null bleibt“, erklärte Jihan Wu.
Ein Marktanalyst kommentiert: „Viele Mining-Firmen stehen unter Druck, Liquidität zu sichern. Der Schritt ist drastisch, aber nicht völlig überraschend.“
Der Kryptomarkt bleibt volatil. Entscheidungen werden schneller getroffen. Strategien ändern sich abrupt.

Warum jetzt? Diskussion um den Zeitpunkt
Der Zeitpunkt des Verkaufs sorgt für Kritik. Einige Anleger fragen, warum das Unternehmen nicht bei höheren Kursen verkauft habe.
Der Bitcoin-Kurs notierte zuletzt bei rund 64.800 US-Dollar, nachdem er zuvor unter die Marke von 60.000 Dollar gefallen war.
Ein Nutzer äußerte sich kritisch:
„Warum wartet man, bis Bitcoin fällt, um zu verkaufen?“
Ein anderer schrieb:
„Regel Nummer eins: Verkaufe niemals Bitcoin.“
Experten sehen die Lage differenzierter. Ein Krypto-Fondsmanager erklärt: „Unternehmen müssen betriebswirtschaftlich handeln. Emotionale Marktregeln gelten für Firmen nicht.“
Bitdeer im Branchenvergleich
Mit einer Marktkapitalisierung von 1,8 Milliarden US-Dollar zählt Bitdeer weiterhin zu den größten Mining-Unternehmen weltweit. Dennoch steht die Branche insgesamt unter Druck.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Marktkapitalisierung | 1,8 Mrd. USD |
| Aktienkurs | 7,74 USD |
| Jahresperformance | -41 % |
| BTC-Reserve | 0 BTC |
Die Aktie notiert aktuell deutlich unter dem Vorjahresniveau. Gründe dafür sind sinkende Mining-Erträge bei gleichzeitig hohen Fixkosten.
Ein Branchenexperte betont: „Kleinere oder hoch verschuldete Miner geraten zunehmend in existenzielle Schwierigkeiten.“
Neue Strategie: Liquidität statt HODL
Bitdeer plant laut eigenen Angaben, die freigesetzten Mittel zur Sicherung von Liquidität zu verwenden. Konkret geht es um mögliche Grundstückserwerbe und strategische Investitionen.
Zudem soll die eigene Hashrate weiter wachsen. Das Unternehmen setzt also weiterhin auf das operative Mining-Geschäft.
Wichtige Punkte der neuen Ausrichtung:
- Sicherung finanzieller Reserven
- Ausbau der Mining-Infrastruktur
- Erhöhung der Hashrate
- Flexiblere Kapitalallokation
Ein Finanzanalyst ordnet ein: „In einem Umfeld steigender Energiekosten ist Liquidität entscheidend.“
Bitcoin-Mining ist kapitalintensiv. Infrastruktur kostet. Energiepreise steigen. Wer liquide bleibt, überlebt.
Mining-Branche unter massivem Druck
Die aktuelle Marktsituation belastet viele Mining-Unternehmen. Während die Einnahmen vom Bitcoin-Preis abhängen, bleiben Fixkosten wie Strom, Personal und Hardware hoch.
Mehrere Faktoren verstärken den Druck:
- Hohe Energiekosten
- Wettbewerb um Hashrate
- Kursvolatilität
- Konsolidierungstendenzen
Die Folge ist eine zunehmende Konzentration auf größere, finanzstarke Player. Experten erwarten eine weitere Konsolidierung des Marktes.

Ein Krypto-Ökonom erklärt:
„Die Mining-Branche befindet sich in einer Phase struktureller Bereinigung.“
Reaktionen aus der Community
Die Reaktionen auf die Entscheidung fallen gemischt aus. Während einige Anleger den Schritt als pragmatisch bewerten, sehen andere darin ein negatives Signal.
Ein institutioneller Investor sagte: „Es ist kein Weltuntergang, wenn ein Miner seine Treasury liquidiert. Entscheidend ist die operative Stabilität.“
Andere Marktteilnehmer befürchten, dass weitere Unternehmen ähnliche Schritte folgen könnten.
Bedeutung für Bitcoin selbst
Trotz der vollständigen Liquidierung durch Bitdeer sehen Marktbeobachter keinen unmittelbaren Einfluss auf den Gesamtmarkt. Die verkaufte Menge gilt gemessen am Gesamtvolumen als überschaubar.
Analysten betonen, dass Bitcoin weiterhin stark von makroökonomischen Faktoren beeinflusst wird. Einzelentscheidungen großer Miner können kurzfristig für Schlagzeilen sorgen, verändern jedoch nicht automatisch die langfristige Marktstruktur.
Die Frage nach der der bisherigen Treasury-Strategie von Bitdeer bleibt eng mit der allgemeinen Situation der Mining-Branche verbunden. Steigende Kosten, sinkende Margen und strategische Neuausrichtung prägen aktuell das Bild. Ob das Unternehmen künftig erneut Bitcoin in die Bilanz aufnehmen wird, bleibt offen.