Wer am Montag, 26. Oktober 2026, in Hamburg eine Filiale der Deutschen Bank, der Commerzbank oder der UniCredit aufsuchen will, muss mit geschlossenen Schaltern oder ausgedünnter Beratung rechnen: Ver.di hat die rund 3.500 Tarifbeschäftigten der privaten Banken in der Hansestadt zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Termine vor Ort sollten Sie vorher bestätigen lassen oder verschieben.
Das geht aus der Pressemitteilung des ver.di-Landesbezirks Hamburg vom 23. Oktober hervor. Gestreikt wird demnach „unter anderem“ in den Filialen der drei genannten Institute – die Liste ist also nicht abschließend.
Auf einen Blick
- Wann: Montag, 26. Oktober 2026, ganztägig
- Wo: Hamburg – genannt sind Deutsche Bank AG Hamburg, UniCredit und Commerzbank AG Hamburg
- Warum: Tarifrunde für rund 150.000 Beschäftigte der privaten Banken; die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt
Welche Bankgeschäfte sind betroffen?
Der Streikaufruf richtet sich an die Beschäftigten der Filialen. Wo Personal fehlt, können Beratungstermine, Bargeld am Schalter, Kontoeröffnungen oder Gespräche zu Krediten und Baufinanzierungen ausfallen. Zu Online-Banking, Banking-App und Geldautomaten enthält der Aufruf keine Angaben; genannt werden ausdrücklich die Filialen. Ob eine einzelne Filiale öffnet, entscheidet sich oft erst am Morgen.
Am Vormittag ziehen die Streikenden außerdem durch die Innenstadt: Beschäftigte von UniCredit und Deutscher Bank sammeln sich laut ver.di um 9:50 Uhr am Adolphsplatz, Commerzbank-Beschäftigte um 9:30 Uhr am Lübeckertordamm 5. Beide Züge führen zum Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof. In diesem Bereich ist mit Behinderungen zu rechnen.
Bleibt es bei Hamburg?
Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa sind es die ersten bundesweiten Warnstreiks dieser Tarifrunde; weitere regionale Aktionen in dieser Woche will ver.di gesondert ankündigen (onvista/dpa-AFX). Kunden in anderen Städten sollten die Meldungen ihrer Bank und der ver.di-Landesbezirke im Blick behalten. Der Arbeitgeberverband AGV Banken erwartet laut dpa nur begrenzte Streiks ohne spürbare Folgen für den Bankbetrieb.
Worum wird gestritten?
| Punkt | Forderung ver.di | Position der Arbeitgeber (AGV Banken) |
|---|---|---|
| Gehalt | 6 Prozent mehr, Laufzeit 12 Monate | Bisher kein Angebot; Forderungskatalog müsse deutlich gekürzt werden |
| Nachwuchskräfte | 300 Euro mehr im Monat, unbefristete Übernahme in Vollzeit | Kein Angebot |
| Freie Tage | Gehaltsbestandteile in bis zu 20 zusätzliche freie Tage umwandeln | Abgelehnt – käme laut AGV einer Arbeitszeitverkürzung von fast 10 Prozent gleich |
| Jobsicherheit und KI | Verbindliche Regeln zu Beschäftigungssicherung und technologischem Wandel | Strengerer Kündigungsschutz abgelehnt |
Die erste Verhandlungsrunde fand am 8. Oktober in Berlin statt. Laut ver.di-Terminplan folgen der 2. November in Frankfurt am Main und der 23. November in Berlin. Bis zu einer Einigung sind weitere Warnstreiks möglich.
Gilt das auch für Sparkassen und Volksbanken?
Die Tarifrunde betrifft den Tarifvertrag mit dem AGV Banken, der laut ver.di für rund 150.000 Beschäftigte in gut 80 privaten Banken gilt. Sparkassen und Genossenschaftsbanken verhandeln in eigenen Tarifrunden und sind im Hamburger Aufruf nicht genannt.
Wenn Sie bereits Erfahrung mit gestörten Bankzugängen haben: Welche Wege es gibt, um trotzdem an Konto und Geld zu kommen, zeigt unser Beitrag zum ING-Ausfall am 20. Oktober.
Was Sie jetzt tun sollten
- Termin prüfen: Haben Sie heute einen Beratungstermin in Hamburg, rufen Sie die Filiale oder die Hotline Ihrer Bank an und lassen Sie ihn bestätigen oder verlegen.
- Digital erledigen: Überweisungen, Daueraufträge und Kontoauszüge laufen über Online-Banking oder App.
- Bargeld planen: Prüfen Sie in der App Ihrer Bank, welche Automaten in Ihrer Nähe gebührenfrei sind.
- Fristen beachten: Müssen Sie heute Unterlagen abgeben oder eine Frist einhalten, klären Sie mit der Bank schriftlich, wie Sie das erledigen können.
- Dranbleiben: Vor dem 2. November sind weitere Aktionen möglich – auch außerhalb Hamburgs.
Foto: Bankfiliale in der Spitalerstraße, Hamburg. Andrew Milligan sumo, CC BY 2.0, Wikimedia Commons.