Am 27. August 2025 wurde der 16. Abschnitt der Berliner Stadtautobahn A100 offiziell eröffnet. Nach zwölf Jahren Bauzeit feierten der regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und der Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) die Fertigstellung des 3,2 Kilometer langen Teils. Der Ausbau, der etwa 721 Millionen Euro gekostet hat, wurde mit Protesten und scharfer Kritik von den Grünen und der Linken begleitet. Die Website Мonrose.de berichtet unter Berufung auf rbb24
Die feierliche Eröffnung fand im Estrel-Hotel an der Sonnenallee statt, während auf den Straßen rund 150 Demonstranten gegen das Projekt protestierten. Bereits zuvor versammelten sich rund 100 Gegner des Ausbaus in Treptow. Insgesamt waren 280 Polizisten im Einsatz, um die Proteste zu überwachen. Trotz eines Vorfalls am Abend des 26. Augusts, bei dem zwei Eimer mit rosa Farbe auf die Dieselstraße gegossen wurden, verliefen die Demonstrationen friedlich. Die Farbreste wurden am Morgen des 27. Augusts entfernt.
Wegner verteidigte die Investition von mehreren Milliarden Euro in einem Interview mit dem Radiosender rbb24 und betonte, dass die neue Autobahn „die Wohngebiete entlasten“ und „den Anwohnern zugutekommen“ werde. Er unterstrich, dass die volle Wirkung des Projekts erst mit dem geplanten 17. Abschnitt erreicht werde. „Es ist wichtig, dass die Autobahn nicht mitten in einem Wohngebiet endet. Ich stimme dem Bundesverkehrsminister vollkommen zu, dass wir diese effektive Strecke verlängern sollten“, sagte Wegner.
Die Opposition kritisierte das Projekt heftig. Tobias Schulze, Vorsitzender der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, bezeichnete es als „die absurdeste und teuerste Straße in Deutschland“. Angesichts der Klimakrise und der ungewöhnlich hohen Temperaturen forderte er, Berlin müsse grüner werden, statt ein weiteres „Beton-Highway“ zu bauen. Die Grünen forderten das Ende der „fantastischen Vorstellungen vom weiteren Ausbau“. Antje Kapek erklärte: „Die Autobahn ist so unbeliebt, dass sie heimlich in einem Hotel eröffnet werden musste – das spricht Bände.“
Auch die „Alternative für Deutschland“ (AfD) äußerte sich zu den Protesten. Ihr parlamentarischer Geschäftsführer Rolf Widenhaupt nannte den Umzug der Eröffnungszeremonie in das Hotel ein „Geständnis des Scheiterns“ des Bürgermeisters. Er warf Wegner vor, zu sehr mit den Linken und den Grünen zu pakten und zu wenig gegen das, was er als „Gewalt von linken Extremisten“ in Berlin bezeichnete, zu unternehmen.
Mit der Eröffnung des 16. Abschnitts endet die A100 an der Anschlussstelle Treptower Park. Ob und wann der 17. Abschnitt eröffnet wird, ist derzeit noch unklar. Dennoch bleibt die A100 ein Symbol für das Spannungsverhältnis zwischen Infrastruktur-Ausbau und Klimapolitik in Berlin.