Der Schweizer Handelskonzern Migros hat überraschend angekündigt, sich aus dem Deutschland-Geschäft zurückzuziehen. Der Konzern will sich künftig vollständig auf den Schweizer Markt konzentrieren und trennt sich deshalb von großen Teilen der deutschen Bio-Supermarktkette Tegut, die monrose.de berichtet mit hessenschau.de.
Im Zuge dieser Entscheidung sollen zahlreiche Tegut-Filialen an den Handelsriesen Edeka verkauft werden. Ein entsprechender Vertrag zwischen den Unternehmen wurde bereits unterzeichnet, wie Migros in einer offiziellen Mitteilung bestätigte.
Die Entscheidung hat weitreichende Folgen für Beschäftigte, Standorte und den deutschen Einzelhandel.
„Der Rückzug aus Deutschland ist Teil einer strategischen Neuausrichtung“, erklärte ein Unternehmenssprecher.
Mehr als 7.400 Mitarbeiter betroffen
Die Veränderungen betreffen eine große Zahl von Beschäftigten. Nach aktuellen Angaben arbeiten über 7.400 Mitarbeiter in rund 340 Tegut-Filialen, die sich über mehrere Bundesländer verteilen.

Neben den Verkaufsstellen sind auch zentrale Strukturen betroffen.
Dazu gehören:
- die Tegut-Zentrale in Fulda
- das Logistikzentrum in Hünfeld
- zahlreiche regionale Filialen
| Bereich | betroffene Einheiten |
|---|---|
| Tegut-Filialen | etwa 340 Standorte |
| Mitarbeiter | über 7.400 Beschäftigte |
| Logistikzentrum | Hünfeld |
| Unternehmenszentrale | Fulda |
Ein Branchenexperte erklärt:
„Der Verkauf von Tegut an Edeka gehört zu den größten Veränderungen im deutschen Lebensmittelhandel der letzten Jahre.“
Edeka übernimmt einen Großteil der Tegut-Märkte
Nach bisherigen Informationen wird Edeka einen Großteil der Tegut-Filialen übernehmen. Dabei sollen viele Standorte inklusive der Beschäftigten weitergeführt werden.
Einige Filialen könnten jedoch an andere Handelsunternehmen verkauft werden.
Berichten zufolge wird auch die Supermarktkette Rewe möglicherweise einzelne Standorte übernehmen.
Ein Analyst für den Einzelhandel sagt:
„Der Schritt zeigt, wie stark der Wettbewerb im deutschen Lebensmittelmarkt geworden ist.“
Wirtschaftliche Probleme bei Tegut
Die Entscheidung von Migros kommt nicht völlig überraschend. Die Supermarktkette Tegut kämpft bereits seit mehreren Jahren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Trotz umfangreicher Sparmaßnahmen blieb das Unternehmen defizitär.
Im vergangenen Jahr lag der operative Verlust bei rund 26 Millionen Schweizer Franken, also etwa 30 Millionen Euro.
| Zeitraum | wirtschaftliche Entwicklung |
|---|---|
| Übernahme durch Migros | 2013 |
| Stellenabbau | über 120 Arbeitsplätze |
| Filialverkäufe | mehr als 30 Standorte |
| Gesamtverluste seit 2013 | etwa 600 Millionen Euro |
Ein Wirtschaftsexperte erklärt:
„Die Verluste von Tegut haben sich über Jahre hinweg aufgebaut.“
Sinkende Umsätze trotz Sparmaßnahmen
Der Mutterkonzern Migros hatte bereits umfangreiche Kostensenkungsprogramme gestartet, um das Unternehmen zu stabilisieren.
Doch trotz dieser Maßnahmen verschlechterte sich die Situation im deutschen Einzelhandel weiter.
Der Wettbewerb im Supermarktgeschäft ist enorm.
Große Handelsketten dominieren den Markt.
Für kleinere Anbieter wird es zunehmend schwierig.
Ein Manager aus der Branche sagt:
„Die Kombination aus steigendem Preisdruck und wachsender Konkurrenz hat Tegut stark belastet.“
Warum Migros Deutschland verlässt
Migros begründet den Rückzug damit, dass das Unternehmen seine Ressourcen künftig stärker auf den Heimatmarkt Schweiz konzentrieren möchte.

Eine umfassende Analyse habe gezeigt, dass Tegut unter den aktuellen Bedingungen langfristig wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig sei.
„Die Entscheidung ist uns äußerst schwer gefallen“, erklärte die Unternehmensleitung.
Zukunft der Marke Tegut
Die Zukunft der Marke Tegut bleibt derzeit unklar. Brancheninsider gehen davon aus, dass die Marke möglicherweise bis Ende des Jahres vom Markt verschwinden könnte.
Gleichzeitig führt Migros Gespräche mit weiteren Unternehmen, um Lösungen für noch nicht übertragene Standorte zu finden.
Der Verkauf muss zudem noch von den Behörden genehmigt werden.
| Punkt | aktueller Stand |
|---|---|
| Käufer vieler Filialen | Edeka |
| mögliche weitere Käufer | Rewe |
| Kartellprüfung | noch ausstehend |
| Zukunft der Marke Tegut | unklar |
Ein Handelsexperte erklärt:
„Die Übernahme von Tegut-Filialen durch Edeka könnte die Marktstruktur im deutschen Lebensmittelhandel verändern.“
Die Entscheidung von Migros, sich aus Deutschland zurückzuziehen und Tegut an Edeka zu verkaufen, zeigt, wie schwierig der Wettbewerb im europäischen Einzelhandel geworden ist. Während ein Teil der Filialen weitergeführt werden soll, bleibt offen, wie sich die Struktur der Supermarktkette in den kommenden Monaten entwickeln wird und welche Rolle ehemalige Tegut-Standorte künftig im deutschen Lebensmittelmarkt spielen.