Die Tante-Enso-Gruppe hat vom Bundeskartellamt die Genehmigung erhalten, insgesamt 36 Tegut-Filialen zu übernehmen. Dies betrifft hauptsächlich Standorte im ländlichen Raum von Hessen, Thüringen und Nordbayern. In Hessen werden künftig 16 Filialen als Mini-Märkte von Tante Enso betrieben. Die Übernahme ist ein Schritt, um die Nahversorgung in abgelegenen Regionen langfristig zu sichern. Trotz der Übernahme bleibt das Konzept der Selbstbedienung und rund um die Uhr geöffneten Läden erhalten, die monrose.de berichtet mit hessenschau.de.
Die Standorte in Hessen
Die Filialen, die in Hessen übernommen werden, befinden sich an folgenden Orten: Hünfeld-Mackenzell, Petersberg, Poppenhausen, Ebersburg-Schmalnau, Ebersburg-Steinau, Wesertal-Gieselwerder, Marburg, Biebergemünd-Bieber, Steinau an der Straße, Niedernhausen, Eschwege, Haina-Löhlbach, Feldatal, Freiensteinau, Kirtorf und Herbstein-Stockhausen. Diese Standorte liegen strategisch verteilt, um den Zugang zu Lebensmitteln für die Bevölkerung im ländlichen Raum zu gewährleisten.

Genehmigung durch das Bundeskartellamt
Die Übernahme musste vom Bundeskartellamt geprüft werden, um wettbewerbliche Bedenken auszuschließen. Laut Präsident Andreas Mundt bestand kein Risiko, dass der Wettbewerb beeinträchtigt wird. Tante Enso verfügt derzeit über eine vergleichsweise geringe Marktstellung und ist vor allem in ländlichen Regionen aktiv. Das Konzept ist bewusst auf kleine Märkte ausgelegt, um eine nachhaltige Versorgung sicherzustellen.
Mini-Supermärkte im ländlichen Raum
Die neuen Tante-Enso-Märkte werden als halbautomatisierte Mini-Supermärkte betrieben. Ein Schwerpunkt liegt auf Selbstbedienung, sodass Kundinnen und Kunden zu jeder Tages- und Nachtzeit einkaufen können. Teilweise ist Personal vor Ort, in den übrigen Zeiten funktioniert der Markt autark. Die Läden werden häufig genossenschaftlich geführt, sodass Anwohner direkt am Standort beteiligt werden können.
Beteiligung der Anwohner
An jedem Standort wird über einen Zeitraum von vier Wochen eine Genossenschaftskampagne durchgeführt. Eine festgelegte Anzahl von Personen aus der Gemeinde oder dem nahen Umkreis muss Anteile erwerben und wird so zu Teilhabern des Marktes. Dies ermöglicht eine langfristige Standortsicherung und stärkt die Bindung zwischen Markt und Gemeinde.
„In vielen Standorten haben bereits Gespräche mit den Gemeinden stattgefunden, und wir werden mit offenen Armen empfangen“, sagt Tante-Enso-Geschäftsführer Norbert Hegmann.
Außerdem werden die Arbeitsplätze übernommen: „Die Mitarbeiter:innen der Tegut-Filialen werden alle übernommen“, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Wirtschaftliche Bedeutung der Übernahme
Die 36 übernommenen Tegut-Filialen erzielten im vergangenen Jahr Umsätze von rund 60 Millionen Euro, was etwa fünf Prozent des Gesamtumsatzes von Tegut entspricht. Die Tante-Enso-Gruppe selbst hatte 2025 einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro. Das Bundeskartellamt prüft Übernahmen, um den Wettbewerb zu schützen und Monopolbildungen zu verhindern. Dies sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Versorgungssicherheit in den Regionen.

Konzept und Funktionsweise der Mini-Märkte
Die Tante-Enso-Märkte kombinieren Selbstbedienung mit gelegentlicher Personalpräsenz. Kundinnen und Kunden können jederzeit einkaufen, während die genossenschaftliche Beteiligung die Identifikation mit dem Markt erhöht. Das Konzept ermöglicht es, auch kleinere Gemeinden ohne Vollsortiment-Läden zuverlässig zu versorgen.
Die wichtigsten Merkmale im Überblick:
- Rund-um-die-Uhr geöffnet
- Teilweise Personal vor Ort
- Genossenschaftliche Beteiligung der Anwohner
- Fokus auf ländliche Regionen
- Nachhaltige Standortsicherung
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Öffnungszeiten | 24/7 Selbstbedienung |
| Management | Genossenschaftlich und teilweise personalbesetzt |
| Zielgruppe | Ländliche Gemeinden, Nahversorgung |
| Anzahl Filialen | 36 (davon 16 in Hessen) |
| Umsatz 2025 | ca. 60 Mio. Euro durch Tegut-Standorte |
Sicherung der Nahversorgung
Die Übernahme dient nicht nur der Expansion von Tante Enso, sondern stellt die Nahversorgung in abgelegenen Regionen sicher. Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren von gleichbleibender Qualität und Zugang zu Lebensmitteln. Durch die Beteiligung der Anwohner wird das Konzept sozial verankert und fördert die lokale Wirtschaft.
Ausblick und Perspektiven
Mit der Expansion in Hessen, Thüringen und Nordbayern baut Tante Enso sein Netzwerk kontinuierlich aus. Die Kombination aus genossenschaftlichem Modell, Selbstbedienung und rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit macht die Mini-Märkte besonders attraktiv für ländliche Gemeinden. Für die Anwohner bedeutet dies nicht nur eine verbesserte Versorgung, sondern auch eine stärkere Verbindung zwischen Markt und Gemeinde.
Die Tante-Enso-Gruppe zeigt, wie moderne Lebensmittelmärkte im ländlichen Raum funktionieren können und wie durch innovative Konzepte Arbeitsplätze und Versorgung gesichert werden.