Die Bundesregierung hat Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz 2026 beschlossen. Nach den hitzigen Debatten um das frühere Heizungsgesetz sorgt die Reform erneut für politische Spannungen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zu Heizkosten, Klimaschutz und der finanziellen Belastung von Eigentümern und Mietern. Die neue Gesetzesinitiative lockert bisherige Vorgaben – bringt jedoch neue Bedingungen ins Spiel, die monrose.de berichtet mit tagesschau.de.
Energie bleibt teuer. Klimaschutz bleibt Pflicht. Und die Unsicherheit für viele Haushalte bleibt vorerst bestehen.
Ende der 65-Prozent-Regel – mehr Wahlfreiheit für Eigentümer
Eine zentrale Änderung betrifft die bisherige Pflicht, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Diese Vorgabe entfällt. Hausbesitzer erhalten damit wieder mehr Entscheidungsfreiheit bei der Wahl ihrer Heizsysteme.

Allerdings bleibt eine Einschränkung bestehen: Ab dem 1. Januar 2029 müssen neue Öl- und Gasheizungen einen steigenden Anteil an CO2-neutralen Brennstoffen verwenden. Die sogenannte „Bio-Treppe“ startet mit einer Mindestquote von zehn Prozent und soll schrittweise steigen.
Ein Koalitionsvertreter erklärt:
„Der Heizungskeller wird wieder Privatsache – aber mit klarer Klimaperspektive.“
Welche klimafreundlichen Brennstoffe gemeint sind
Als klimafreundliche Alternativen gelten unter anderem:
- Bio-Methan aus Biogasanlagen
- synthetisches Methan
- verschiedene Formen von Wasserstoff
- Bioheizöl aus Pflanzenölen
Grüner Wasserstoff darf nur dann als klimafreundlich gelten, wenn er mit erneuerbaren Energien produziert wird.
Ein Energieexperte warnt jedoch:
„Wasserstoff und synthetisches Methan bleiben auf absehbare Zeit knapp und teuer.“
Kostenfrage: Drohen Mehrbelastungen?
Die Debatte um das Gebäudemodernisierungsgesetz dreht sich vor allem um mögliche Mehrkosten. Gas und Öl mit Bioanteil sind derzeit teurer als fossile Varianten.
| Verbrauch | Geschätzte Mehrkosten |
|---|---|
| Einfamilienhaus (23.000 kWh Gas) | bis zu 16 Euro monatlich |
| 3.000 Liter Bioöl jährlich | rund 23 Euro mehr pro Monat |
Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Umstellung finanzielle Auswirkungen haben kann – insbesondere für Haushalte mit hohem Energieverbrauch.
Für Eigentümer bedeutet das Planungssicherheit nur auf Zeit. Für Mieter bleibt die Sorge vor steigenden Nebenkosten. Für Investoren entsteht neue Kalkulationsunsicherheit.
Auswirkungen auf Mieterinnen und Mieter
Heizkosten können bekanntlich auf Mieter umgelegt werden. Zwar betonen Union und SPD, dass Mieter vor „überhöhten Nebenkosten“ geschützt werden sollen. Doch konkrete Details fehlen bislang.
Ein Mietrechtsexperte kommentiert:
„Die entscheidende Frage ist, wie Investitionskosten künftig verteilt werden.“
Unklar bleibt zudem, wie stark Förderprogramme mögliche Mehrkosten abfedern.
Förderungen bleiben – aber Details offen
Laut Koalition sollen bestehende Förderprogramme fortgeführt werden. Besonders relevant ist die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG), die unter anderem Wärmepumpen unterstützt.
Die Finanzierung der Fördermittel soll mindestens bis 2029 gesichert sein. Dennoch bleibt offen, wie hoch einzelne Zuschüsse künftig ausfallen und ob weitere Bedingungen hinzukommen.
Wichtige Punkte zur Förderung:
- Zuschüsse für Wärmepumpen
- Förderprogramme über die KfW
- mögliche Anpassung der Fördersätze
- unklare Details bis Sommer 2026
EU-Vorgaben ab 2030 setzen neue Grenzen
Ab 2030 gelten laut EU-Richtlinie strengere Klimaschutzanforderungen für Neubauten. Die Wärmeversorgung muss dann vollständig aus erneuerbaren oder CO2-armen Quellen stammen.

Das bedeutet praktisch eine Wahl zwischen:
- Wärmepumpe
- Fernwärme
- Biomasse
Damit könnte die jetzt beschlossene Wahlfreiheit nur eine Übergangsphase darstellen.
Politische und wirtschaftliche Bewertung
Oppositionsparteien und Umweltverbände äußern Kritik an der Reform. Während einige die Lockerung begrüßen, sehen andere die Klimaziele gefährdet.
Ein Umweltökonom fasst zusammen:
„Die Reform schafft kurzfristige Entlastung, aber langfristige Unsicherheit.“
Zugleich bleibt der Netzausbau ein entscheidender Faktor für die Energiewende. Ohne moderne Infrastruktur drohen Engpässe bei Elektrifizierung und erneuerbaren Energien.
Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz 2026 bringt spürbare Veränderungen für Hausbesitzer, Mieter und Investoren. Die 65-Prozent-Regel entfällt, Bioquoten treten an ihre Stelle, Förderprogramme bleiben bestehen – zumindest vorerst. Wie hoch die tatsächlichen Kosten am Ende ausfallen, hängt von Energiepreisen, Marktverfügbarkeit klimafreundlicher Brennstoffe und politischen Detailregelungen ab. Klar ist nur: Die Heizungsfrage bleibt auch 2026 eines der zentralen Themen der Energiepolitik.