Der angekündigte Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr am 27. Februar 2026 hat direkte Auswirkungen auf Schulen in Brandenburg und Berlin. Während Brandenburg die Präsenzpflicht an Schulen für Freitag aussetzt, bleibt Berlin bei der regulären Schulpflicht – mit nur begrenzten Ausnahmen, die monrose.de berichtet mit rbb24.de.
Die unterschiedlichen Entscheidungen sorgen für Diskussionen unter Eltern und Lehrkräften. Besonders betroffen sind Familien, die auf Busse und Bahnen angewiesen sind.
Viele Eltern stehen nun vor einer schwierigen Entscheidung. Der Schulweg ist unsicher. Die Planung wird zur Herausforderung.
Brandenburg: Eltern entscheiden über Schulbesuch
Das Bildungsministerium in Potsdam teilte mit, dass die Schulen zwar geöffnet bleiben, der ÖPNV-Streik jedoch die Teilnahme am Unterricht erheblich erschweren könne. Deshalb dürfen Eltern selbst entscheiden, ob ihre Kinder am Freitag zur Schule gehen.

Wichtig ist dabei:
Schülerinnen und Schüler gelten als entschuldigt, wenn die Eltern oder volljährigen Lernenden die Schule rechtzeitig informieren.
Ein Sprecher des Ministeriums betont:
„Eltern entscheiden unter Berücksichtigung der örtlichen Verkehrsmöglichkeiten, ob der Weg zur Schule zumutbar ist.“
Distanzunterricht und Alternativen
Schulen in Brandenburg können nach eigenen Möglichkeiten Distanzunterricht organisieren. Damit ist Homeschooling ausdrücklich erlaubt.
Lehrkräfte stellen Aufgaben bereit, sodass Schülerinnen und Schüler zu Hause weiterlernen können. Je nach Schule können digitale Lernplattformen oder Arbeitsmaterialien eingesetzt werden.
Ein Bildungsforscher erklärt:
„Die flexible Regelung zeigt, wie sehr sich das Bildungssystem seit der Pandemie verändert hat.“
Berlin: Keine pauschale Aufhebung der Schulpflicht
Anders sieht die Situation in der Hauptstadt aus. Die Senatsverwaltung für Bildung hat keine generelle Aufhebung der Präsenzpflicht beschlossen.
Nur in besonderen Fällen können Schülerinnen und Schüler vom Unterricht fernbleiben – etwa wenn sie zwingend auf die BVG angewiesen sind und keine alternative Beförderung nutzen können. Die Entscheidung darüber trifft die jeweilige Schule.
Was in Berlin möglich ist
In Ausnahmefällen können folgende Lösungen greifen:
- Entschuldigte Abwesenheit bei fehlender Transportmöglichkeit
- Ausgabe von Lernaufgaben
- Alternative Lernangebote
- Besuch des Ausbildungsbetriebs bei Auszubildenden
Die Schulverwaltung erklärt:
„Eine pauschale Befreiung ist nicht vorgesehen, Einzelfallentscheidungen bleiben jedoch möglich.“
Vergleich Brandenburg vs. Berlin
| Regelung | Brandenburg | Berlin |
|---|---|---|
| Präsenzpflicht | Ausgesetzt am 27.02.2026 | Bleibt grundsätzlich bestehen |
| Elternentscheidung | Ja | Nein |
| Distanzunterricht | Möglich | Nur im Einzelfall |
| Entschuldigung | Automatisch bei Mitteilung | Entscheidung der Schule |
Die Unterschiede zeigen deutlich, wie unterschiedlich beide Bundesländer auf den Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr reagieren.

Hintergrund: Bundesweiter Warnstreik im ÖPNV
Die Gewerkschaft Verdi ruft am Freitag und Samstag zu bundesweiten Warnstreiks im kommunalen öffentlichen Nahverkehr auf. In vielen Regionen wird der Verkehr weitgehend lahmgelegt.
Im Mittelpunkt des Tarifstreits stehen Forderungen nach:
- Verkürzung der Wochenarbeitszeit
- Kürzeren Schichtzeiten
- Längeren Ruhephasen
- Verbesserter Arbeitsbelastung
Bereits Anfang Februar kam es zu Arbeitsniederlegungen. Nun folgt die nächste Eskalationsstufe im Konflikt zwischen Gewerkschaft und kommunalem Arbeitgeberverband.
Auswirkungen auf Familien und Schulen
Die kurzfristigen Änderungen stellen viele Familien vor organisatorische Probleme. Besonders in ländlichen Regionen Brandenburgs sind Schülerinnen und Schüler stark auf den Schulbusverkehr angewiesen.
Ein Elternvertreter äußert:
„Ohne Bus kommen viele Kinder schlicht nicht zur Schule. Die Entscheidung Brandenburgs ist daher nachvollziehbar.“
In Berlin hingegen setzt die Verwaltung auf Einzelfalllösungen, um den Unterrichtsbetrieb möglichst stabil zu halten.
Wie Eltern jetzt reagieren sollten
Eltern in Brandenburg sollten ihre Schulen rechtzeitig informieren, wenn ihr Kind zu Hause bleibt. In Berlin empfiehlt es sich, frühzeitig Kontakt mit der Schule aufzunehmen, falls der Schulweg nicht gesichert ist.
Die Lage bleibt dynamisch. Entscheidungen fallen kurzfristig. Gute Kommunikation ist jetzt entscheidend.
Der ÖPNV-Streik am 27. Februar 2026 macht erneut deutlich, wie eng Verkehrspolitik und Bildungssystem miteinander verbunden sind. Während Brandenburg auf Flexibilität setzt, hält Berlin an der Präsenzpflicht fest – mit Spielraum für individuelle Lösungen. Für Familien bedeutet das vor allem eines: früh planen und Alternativen prüfen.