Polen und Südkorea starten gemeinsame Produktion von CGR-080-Raketen für Homar-K

Polen und Südkorea bauen gemeinsam ein Werk für CGR-080-Raketen für Homar-K-Systeme. Das Projekt stärkt die Verteidigung und schafft hunderte Arbeitsplätze.

3 Min lesen
Polen und Südkorea bauen gemeinsam ein Werk für CGR-080-Raketen für Homar-K-Systeme. Das Projekt stärkt die Verteidigung und schafft hunderte Arbeitsplätze.

Am 2. September wurde auf der Internationalen Rüstungsmesse (MSPO) in Kielce eine Vereinbarung zwischen dem südkoreanischen Unternehmen Hanwha Aerospace und der polnischen WB Group über die Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet. Die neue Fabrik wird gelenkte CGR-080-Raketen für das Mehrfachraketenwerfersystem Homar-K produzieren, das bereits in den polnischen Streitkräften eingesetzt wird. Die Website Мonrose.de berichtet unter Berufung auf Defence-blog

An der Unterzeichnung nahmen Hanwha-Präsident Cheol Son, WB-Group-Präsident Piotr Wojciechowski sowie Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz teil. Vertreter beider Regierungen und weiterer Rüstungsunternehmen waren ebenfalls anwesend.

Details der Vereinbarung

Das Projekt sieht eine schrittweise Technologietransferierung, den Aufbau eines Qualitätssicherungssystems und die Ausbildung von Fachpersonal vor. Die Serienproduktion soll bis Ende 2028 ihre volle Kapazität erreichen.

  • Gesamtinvestitionen: rund 235 Mio. Euro
  • Erste Lieferungen: ab 2028 an die polnische Armee
  • Arbeitsplätze: etwa 200–250 Stellen
  • Anteil: 51 % Hanwha Aerospace, 49 % WB Group

Technologie und Leistungsdaten

Die CGR-080 ist für die Mehrfachraketenwerfer K239 Chunmoo vorgesehen, die in Polen unter dem Namen Homar-K eingeführt wurden.

Eigenschaften der Rakete:

  • Reichweite: bis zu 80 km
  • Steuerung: GPS und Trägheitsnavigation (INS)
  • Treffgenauigkeit: etwa 15 m CEP
  • Sprengkopf: hochexplosiv, Gewicht ca. 90 kg

Damit gilt die CGR-080 als polnisches Pendant zu den amerikanischen GMLRS-Raketen des HIMARS-Systems und ermöglicht präzise Schläge gegen Infrastruktur, Befestigungen und leicht gepanzerte Ziele.

Hintergrund der Kooperation

Hanwha Aerospace und die polnische Rüstungsagentur begannen ihre Zusammenarbeit bereits 2022 mit einem Vertrag über die Lieferung von 290 Chunmoo-Systemen im Wert von 5,3 Mrd. USD. Es folgten weitere Vereinbarungen, darunter 72 zusätzliche Werfer sowie Raketen des Typs CTM-290 mit einer Reichweite von bis zu 290 km.

Hanwha-CEO Michael A. Cutter betonte, dass es nicht allein um Export gehe, sondern um den Aufbau „einer echten industriellen Partnerschaft, die lokale Kapazitäten und Einsatzbereitschaft gewährleistet“.

Strategische Bedeutung

Für Polen markiert das Abkommen einen entscheidenden Schritt beim Ausbau der eigenen Verteidigungsindustrie. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz erklärte, dass Polen „immer unabhängiger bei der Waffenproduktion werde und sich vom Importeur zum Produzenten entwickle“.

Darüber hinaus eröffnet das Projekt Exportchancen: Die in Polen gefertigten Raketen sollen nicht nur die eigene Armee, sondern auch NATO-Partner beliefern, die Chunmoo-Systeme beschaffen. Laut NATO ist Polen im Jahr 2025 Spitzenreiter bei den Verteidigungsausgaben und investierte über 54 % seines Haushalts in Rüstungsprogramme.

Damit positioniert sich Warschau zunehmend als zentraler Knotenpunkt in der Raketenabwehr-Architektur der NATO in Europa – durch lokale Produktion und bessere Integration mit den Systemen der Bündnispartner.

Sie könnten interessiert sein: Ukrainische Raketen Flamingo VS Langer Neptun R-360: Die Unterschiede zwischen den neuen Raketen und ihre Bedrohung für Russland