Nach Silvester beginnt für viele Menschen der Neujahrstag mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Erschöpfung. Die Folgen von Alkohol machen sich weltweit bemerkbar, doch der Umgang damit unterscheidet sich von Land zu Land deutlich, die monrose.de berichtet mit focus.de.
Während einige auf fettige Speisen setzen, schwören andere auf scharfe Suppen oder sogar ein weiteres Bier. Hinter diesen Traditionen stehen kulturelle Gewohnheiten und jahrzehntelange Erfahrungen. Ein Blick auf internationale Kater-Gegenmittel zeigt, wie vielfältig die Strategien nach einer langen Partynacht sind.
Mexiko: Chilaquiles gegen das Gefühl des „Rohseins“
In Mexiko spricht man nach übermäßigem Alkoholkonsum davon, sich „roh“ zu fühlen. Gemeint ist damit ein Zustand, in dem Körper und Kopf gleichermaßen erschöpft sind. Viele setzen am Morgen danach auf Chilaquiles, ein traditionelles Gericht aus Tortilla-Chips. Diese werden mit scharfer roter oder grüner Soße übergossen und mit Käse, saurer Sahne und Zwiebeln serviert. Häufig kommen Spiegeleier oder Hühnerfleisch hinzu, um neue Energie zu liefern.
Das Gericht gilt als Klassiker gegen den Kater und wird sowohl an Straßenständen als auch in Restaurants angeboten. Die Kombination aus Salz, Fett und Schärfe soll den Kreislauf anregen. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung zwar nicht, doch viele Mexikaner schwören darauf. Für sie gehört Chilaquiles fest zum Neujahrsmorgen dazu. Der Kater wird so zumindest kulinarisch bekämpft.

Griechenland: Streetfood oder Brühe gegen den „Nach-Rausch“
In Griechenland ist der Kater als „Metaméthi“, also Nach-Rausch, bekannt. Jüngere Menschen greifen häufig zu deftigem Streetfood wie Souvlaki oder Gyros im Fladenbrot. Dazu kommen Pommes, Tsatsiki, Tomaten und Zwiebeln, die den Hunger stillen sollen. Das reichhaltige Essen gilt als schnelle Hilfe nach einer langen Nacht. Es wird oft schon in den frühen Morgenstunden verzehrt.
Ältere Generationen setzen dagegen eher auf Brühen. Hühner- oder Rinderbrühe sowie Kuttelsuppe gelten als bewährte Hausmittel. Sie sollen den Körper mit Flüssigkeit versorgen und das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Auch hier steht weniger die medizinische Wirkung als das subjektive Gefühl der Erholung im Vordergrund. Der Kater wird damit zumindest erträglicher.
Türkei: Suppe aus Kopf und Füßen als Vorbeugung
In der Türkei heißt es nach einer feuchtfröhlichen Nacht, man sei „vom Abend geblieben“. Um diesem Zustand vorzubeugen, greifen viele bereits spät in der Nacht zu kräftigen Suppen. Besonders beliebt sind Kuttelsuppe oder Gerichte aus Kopf- und Fußfleisch von Rind oder Schaf. Knoblauch und scharfe Gewürze spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Suppen gelten als stärkend und belebend.
Viele Menschen glauben, dass diese Mahlzeiten den Körper schneller regenerieren. Die Wärme und Würze sollen Müdigkeit vertreiben. Auch wenn es keine wissenschaftlichen Beweise gibt, hat sich diese Tradition fest etabliert. Gerade nach Silvester sind solche Suppen in vielen Lokalen gefragt. Sie gelten als Teil der nächtlichen Rituals.
Frankreich: Viele Begriffe, aber kein festes Kater-Essen
In Frankreich gibt es zahlreiche Ausdrücke für den Kater, vom „Holzmaul“ bis zum „Stahlhelm“. Trotz dieser sprachlichen Vielfalt existiert kein einheitliches Kater-Gericht. Manche setzen auf fettige Speisen wie Pommes oder Burger. Andere bevorzugen leichte Kost wie Gemüsebrühe oder Zwiebelsuppe. Die Meinungen gehen stark auseinander.
Die französische Küche bietet viele Möglichkeiten, doch ein klassisches Mittel hat sich nicht durchgesetzt. Entscheidend ist oft der persönliche Geschmack. Einige meiden schwere Speisen, um den Magen zu schonen. Andere glauben, dass gerade Fett hilft. Der Kater bleibt damit eine individuelle Angelegenheit.
Dänemark und Großbritannien: Konterbier oder Frühstück
In Dänemark spricht man nach dem Trinken von „Zimmermännern“, die angeblich im Kopf arbeiten. Ein typisches Katerfrühstück gibt es nicht, dafür aber das sogenannte Konterbier. Dieses soll die Schäden des Alkohols ausgleichen. Auch wenn der Nutzen fraglich ist, bleibt das Ritual beliebt. Besonders nach Silvester wird es vielerorts praktiziert.
In Großbritannien gilt das „Full English Breakfast“ als klassisches Gegenmittel. Eier, Würstchen, Speck, Bohnen und Toast sollen neue Kraft geben. Manche ergänzen das Frühstück mit Hefeaufstrich, was jedoch Geschmackssache ist. Das üppige Essen soll den Körper wieder stabilisieren. Für viele gehört es fest zum Neujahrstag.
Südkorea: Haejangguk für einen klaren Kopf
In Südkorea ist Haejangguk ein fest etablierter Bestandteil der Katerkultur. Die würzige Suppe aus Rinderknochen, Sojabohnenpaste und Chinakohl wird traditionell am Morgen danach gegessen. Der Name bedeutet sinngemäß „Suppe zum Lösen des Katers“. Viele Restaurants sind rund um die Uhr geöffnet, um Gäste zu versorgen. Die warme Brühe soll den Körper beleben.
Auch wenn die Wirkung nicht medizinisch belegt ist, berichten viele von einem kurzfristigen Energieschub. Die Kombination aus Salz und Wärme wird als angenehm empfunden. Für viele Südkoreaner ist Haejangguk nach Silvester selbstverständlich. Der Kater wird damit zumindest zeitweise verdrängt.
Was wirklich gegen den Kater hilft
Aus medizinischer Sicht entsteht ein Kater durch Dehydrierung, Elektrolytstörungen und giftige Abbauprodukte des Alkohols. Wasser und isotonische Getränke helfen, den Flüssigkeitsmangel auszugleichen. Leichte, kohlenhydratreiche Speisen stabilisieren den Blutzucker. Dadurch lassen sich Müdigkeit und Kopfschmerzen lindern.
Scharfe oder fettige Gerichte können das subjektive Wohlbefinden steigern, sind aber kein Heilmittel. Entscheidend ist ausreichend Flüssigkeit und Ruhe. Wer vorbeugen will, sollte schon beim Feiern Wasser trinken. Am effektivsten bleibt jedoch ein maßvoller Alkoholkonsum.