Jesse Jackson ist gestorben: Weggefährte von Martin Luther King und Bürgerrechtler im Alter von 84 Jahren verstorben. Wofür war er bekannt, Todesursache

Jesse Jackson ist tot. Der Bürgerrechtsaktivist, Präsidentschaftskandidat und Gründer der Rainbow-PUSH-Koalition wurde 84 Jahre alt.

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Jesse Jackson ist gestorben: Weggefährte von Martin Luther King und Bürgerrechtler im Alter von 84 Jahren verstorben. Wofür war er bekannt, Todesursache

Die USA trauern um eine prägende Figur der Bürgerrechtsbewegung: Jesse Jackson ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Der langjährige Aktivist, Prediger und Politiker galt als moralische Stimme für Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Menschenrechte. Sein Tod wurde von der Rainbow PUSH Coalition sowie von Familienangehörigen bestätigt. Jackson starb am Dienstagmorgen im Kreis seiner Familie, die  monrose.de berichtet mit cnn.

In den vergangenen Monaten war er gesundheitlich stark angeschlagen. Bekannt war, dass er unter einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung litt. Offizielle Details zur unmittelbaren Todesursache wurden zunächst nicht veröffentlicht, jedoch befand sich Jackson wegen progressiver supranukleärer Blickparese (PSP) in ärztlicher Behandlung.

„Sein unerschütterliches Engagement für Gerechtigkeit und Würde hat Generationen geprägt“, erklärte seine Familie in einer Mitteilung.

Weggefährte von Martin Luther King

Jackson wurde in den 1960er-Jahren als enger Vertrauter von Martin Luther King Jr. landesweit bekannt. Er war Teil zentraler Kampagnen der US-Bürgerrechtsbewegung und erlebte 1968 die Ermordung Kings aus unmittelbarer Nähe.

Dieses Ereignis markierte einen Wendepunkt in seinem Leben. Jackson entwickelte sich zu einer eigenständigen Führungsfigur, auch wenn er innerhalb der Bewegung nicht unumstritten war.

Jesse Jackson ist gestorben: Weggefährte von Martin Luther King und Bürgerrechtler im Alter von 84 Jahren verstorben. Wofür war er bekannt, Todesursache
Jesse Jackson ist gestorben: Weggefährte von Martin Luther King und Bürgerrechtler im Alter von 84 Jahren verstorben. Wofür war er bekannt, Todesursache

Er war leidenschaftlich.Er war polarisierend. Er war entschlossen.

Ein Historiker kommentiert:

„Jackson war ein Brückenbauer zwischen der Ära des Jim Crow und der modernen amerikanischen Politik.“

Politische Ambitionen und Präsidentschaftskampagnen

Besondere Aufmerksamkeit erlangte Jackson durch seine zwei Präsidentschaftskandidaturen in den 1980er-Jahren. Als Bewerber um die Nominierung der Demokratischen Partei mobilisierte er Millionen Wählerinnen und Wähler und veränderte nachhaltig das innerparteiliche System.

Zu seinen wichtigsten politischen Meilensteinen zählen:

  • Kandidatur 1984 und 1988
  • Einführung proportionaler Delegiertenverteilung
  • Starke Mobilisierung afroamerikanischer Wähler
  • Aufbau der Rainbow Coalition
JahrPolitisches Ereignis
1968Führungsrolle nach Kings Tod
1984Erste Präsidentschaftskandidatur
1988Zweite Kandidatur mit großem Zuspruch
2000Presidential Medal of Freedom

Politikexperten sehen in Jackson einen Wegbereiter für spätere Persönlichkeiten wie Barack Obama. Seine Kampagnen schufen strukturelle Voraussetzungen für ein vielfältigeres Parteiensystem.

Rainbow Coalition und gesellschaftliche Wirkung

Mit der Rainbow Coalition initiierte Jackson eine multikulturelle Allianz aus Afroamerikanern, Latinos, Weißen, asiatischen Amerikanern und weiteren gesellschaftlichen Gruppen. Ziel war eine stärkere politische Teilhabe benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Sein bekanntester Leitsatz lautete:

„Keep hope alive.“

Dieser Appell wurde zum Symbol seiner politischen Philosophie. Er verstand Politik als moralisches Projekt und verband religiöse Rhetorik mit strategischer Organisation.

Ein Politikwissenschaftler erklärt:

„Jackson war mehr als Aktivist – er war ein strategischer Denker, der das Machtgefüge der Demokraten neu ausrichtete.“

Ein Leben zwischen Triumph und Kontroverse

Jacksons Karriere war von Erfolgen, aber auch von Kontroversen geprägt. Er vermittelte in internationalen Krisen, setzte sich für die Freilassung von Gefangenen ein und erhielt im Jahr 2000 die höchste zivile Auszeichnung der USA.

Jesse Jackson ist gestorben: Weggefährte von Martin Luther King und Bürgerrechtler im Alter von 84 Jahren verstorben. Wofür war er bekannt, Todesursache
Jesse Jackson ist gestorben: Weggefährte von Martin Luther King und Bürgerrechtler im Alter von 84 Jahren verstorben. Wofür war er bekannt, Todesursache

Gleichzeitig sah er sich Kritik ausgesetzt – etwa wegen umstrittener Aussagen oder persönlicher Verfehlungen. Dennoch blieb er über Jahrzehnte eine feste Größe im öffentlichen Diskurs.

Er war eine Stimme des Protests. Еr war eine Stimme der Hoffnung. Er war eine Stimme der Veränderung.

Auch im hohen Alter engagierte er sich weiterhin für Wahlrechte und soziale Reformen. Selbst gesundheitliche Rückschläge, darunter Covid-Erkrankungen und Stürze, hielten ihn nicht dauerhaft vom öffentlichen Leben fern.

Vermächtnis eines „Pathfinders“

Jackson bezeichnete sich selbst einmal als „Pathfinder“ – als Wegbereiter für kommende Generationen. Tatsächlich gilt er als einer der ersten afroamerikanischen Politiker, der landesweit breite Unterstützung gewann und parteiübergreifend Beachtung fand.

Seine Vision eines multikulturellen Amerikas beeinflusste maßgeblich die Entwicklung der Demokratischen Partei. Beobachter sehen sein Wirken als Brücke zwischen der klassischen Bürgerrechtsära und der Gegenwart, in der Diversität politisch selbstverständlich erscheint.

Mit dem Tod von Jesse Jackson verliert die amerikanische Gesellschaft eine Persönlichkeit, die über sechs Jahrzehnte hinweg politische und gesellschaftliche Debatten prägte. Sein Einsatz für Gleichheit, seine rhetorische Kraft und seine Fähigkeit, Hoffnung in schwierigen Zeiten zu formulieren, bleiben ein fester Bestandteil der US-Geschichte.