Krankmeldung per Telefon: Welche Regeln Arbeitnehmer kennen sollten

Krankmeldung per Telefon ist möglich, aber nicht immer. Welche Regeln 2026 gelten, wann die eAU greift und welche Fehler Arbeitnehmer vermeiden sollten.

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Krankmeldung per Telefon: Welche Regeln Arbeitnehmer kennen sollten

Die Krankmeldung per Telefon wirkt auf den ersten Blick einfach: Man ruft in der Praxis an, schildert die Beschwerden und bekommt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, ohne im Wartezimmer zu sitzen. Gerade bei Erkältung, Magen-Darm-Beschwerden oder anderen leichten Infekten kann das praktisch sein, weil kranke Menschen nicht zusätzlich andere Patientinnen und Patienten anstecken, die  monrose.de berichtet.

Trotzdem ist die telefonische Krankschreibung kein Freifahrtschein und auch kein Ersatz für die Krankmeldung beim Arbeitgeber. Arbeitnehmer müssen weiterhin selbst aktiv Bescheid geben, die voraussichtliche Dauer nennen und die betrieblichen Meldewege beachten. Die ärztliche Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ist ein zweiter Schritt, der rechtlich und organisatorisch von der Mitteilung an den Arbeitgeber getrennt bleibt.

Seit Dezember 2023 ist die telefonische Krankschreibung in Deutschland dauerhaft möglich, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums liegt es im Ermessen der Ärztin oder des Arztes, ob eine Arbeitsunfähigkeit telefonisch festgestellt werden kann oder ob eine Videosprechstunde beziehungsweise persönliche Untersuchung nötig ist. Außerdem ist die telefonische Krankschreibung grundsätzlich auf Erkrankungen ohne schwere Symptome begrenzt und kann zunächst für bis zu fünf Kalendertage ausgestellt werden. Wer länger krank bleibt, muss je nach Fall erneut ärztlich abgeklärt werden.

Krankmeldung per Telefon: Welche Regeln Arbeitnehmer kennen sollten
Krankmeldung per Telefon: Welche Regeln Arbeitnehmer kennen sollten

Telefonisch krankgeschrieben zu werden bedeutet nicht, dass man dem Arbeitgeber nichts mehr sagen muss. Die Praxis erstellt die AU, aber die Krankmeldung im Betrieb bleibt Pflicht des Beschäftigten.

Was bedeutet Krankmeldung per Telefon genau?

Mit Krankmeldung per Telefon werden im Alltag oft zwei verschiedene Dinge vermischt. Einerseits geht es um die Mitteilung an den Arbeitgeber: „Ich bin krank und kann heute nicht arbeiten.“ Andererseits geht es um die ärztliche Krankschreibung, also die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit durch eine Praxis. Diese beiden Vorgänge hängen zusammen, sind aber nicht identisch. Wer krank ist, muss den Arbeitgeber unverzüglich informieren, auch wenn der Arzttermin erst später am Tag möglich ist.

Die telefonische Krankschreibung bedeutet, dass die Arztpraxis die Arbeitsunfähigkeit nach einem Telefonat feststellen kann. Das funktioniert aber nicht bei jeder Erkrankung. Wenn Beschwerden schwer, unklar, neu oder möglicherweise gefährlich sind, kann die Praxis auf einen persönlichen Termin bestehen. Das ist kein Misstrauen, sondern medizinisch sinnvoll. Manche Symptome lassen sich am Telefon nicht zuverlässig beurteilen, besonders wenn Atemnot, starke Schmerzen, neurologische Ausfälle, hohes Fieber oder eine deutliche Verschlechterung dazukommen.

Einschätzung eines Hausarztes: „Das Telefon kann bei leichten Infekten eine gute Lösung sein. Es ersetzt aber keine Untersuchung, wenn die Beschwerden ungewöhnlich, stark oder riskant wirken.“

Für Arbeitnehmer ist wichtig: Die telefonische Krankschreibung ist eine Möglichkeit, kein automatischer Anspruch in jeder Situation. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt. Wer in der Praxis nicht bekannt ist, wer widersprüchliche Angaben macht oder wer Symptome schildert, die eine Untersuchung brauchen, kann zur Vorstellung in die Praxis gebeten werden. Genau deshalb sollte man beim Telefonat ehrlich und konkret bleiben.

Welche Regeln 2026 für die telefonische Krankschreibung gelten

Die telefonische Krankschreibung 2026 ist für leichte Erkrankungen ohne schwere Symptomatik möglich. Sie darf zunächst für bis zu fünf Kalendertage ausgestellt werden. Eine Folgebescheinigung per Telefon ist möglich, wenn die erste Feststellung der Arbeitsunfähigkeit nach persönlicher Untersuchung in der Praxis erfolgt ist. Für Kinderkrankengeld-Bescheinigungen wurden die Regeln ebenfalls übertragen, sodass Eltern unter bestimmten Voraussetzungen auch telefonisch eine ärztliche Bescheinigung für die Betreuung eines kranken Kindes erhalten können.

Das klingt unkompliziert, hat aber klare Grenzen. Wer schwere Beschwerden hat, sollte nicht versuchen, alles telefonisch zu lösen. Auch bei wiederholten kurzen Krankschreibungen kann die Praxis genauer nachfragen oder einen persönlichen Termin verlangen. Ärzte müssen medizinisch verantworten können, dass eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Gleichzeitig schützt die Regelung Praxen und Patienten, weil nicht jeder leichte Infekt zu einem Termin vor Ort führen muss.

SituationTelefonische Krankschreibung möglich?Worauf Arbeitnehmer achten sollten
Leichte Erkältung ohne schwere SymptomeHäufig möglichPraxis entscheidet im Einzelfall
Magen-Darm-Beschwerden ohne WarnzeichenMöglichSymptome ehrlich schildern
Starke Atemnot oder BrustschmerzNein, ärztliche Abklärung nötigSofort medizinische Hilfe suchen
Unklare starke SchmerzenMeist persönliche UntersuchungNicht auf Telefon-AU bestehen
Folgebescheinigung nach PraxisbesuchUnter Bedingungen möglichAblauf mit Praxis klären
Kind krankTelefonische Bescheinigung möglichVoraussetzungen der Praxis beachten

Die Tabelle zeigt, dass die telefonische Krankschreibung vor allem für einfache, überschaubare Fälle gedacht ist. Sie soll Wege sparen, Wartezimmer entlasten und Ansteckungen vermeiden. Sie ist aber nicht dafür gedacht, ernste Erkrankungen aus der Distanz zu beurteilen. Wer unsicher ist, sollte die Beschwerden genau schildern und der Empfehlung der Praxis folgen.

Krankmeldung beim Arbeitgeber: Das bleibt Pflicht

Die eAU und die telefonische Krankschreibung ändern nichts an der Meldepflicht im Betrieb. Arbeitnehmer müssen dem Arbeitgeber unverzüglich mitteilen, dass sie arbeitsunfähig sind und wie lange der Ausfall voraussichtlich dauern wird. „Unverzüglich“ bedeutet nicht irgendwann am Abend, sondern ohne schuldhaftes Zögern. In der Praxis heißt das meistens: vor Arbeitsbeginn oder sobald klar ist, dass man nicht arbeiten kann.

Besonders wichtig ist dieser Punkt, weil viele Beschäftigte glauben, die Arztpraxis erledige alles automatisch. Das stimmt nicht. Bei gesetzlich Versicherten übermittelt die Praxis die eAU an die Krankenkasse, und der Arbeitgeber kann sie dort abrufen. Aber der Arbeitgeber darf und kann die Daten sinnvoll erst abrufen, wenn er vorher weiß, dass der Arbeitnehmer krank ist. Genau diesen Ablauf erklärt Monrose ausführlich im Ratgeber Krankmeldung beim Arbeitgeber: Fristen, Regeln und häufige Irrtümer.

Arbeitsrechtliche Einschätzung: „Die eAU ersetzt den gelben Schein für den Arbeitgeber, aber nicht die eigene Nachricht. Wer schweigt, obwohl er krank ist, riskiert Ärger im Betrieb.“

Die Diagnose muss dem Arbeitgeber normalerweise nicht genannt werden. Es reicht, mitzuteilen, dass man arbeitsunfähig ist und wie lange dies voraussichtlich dauert. Ob jemand eine Erkältung, Migräne, Rückenbeschwerden oder eine andere Erkrankung hat, bleibt grundsätzlich privat. Anders kann es nur in besonderen Konstellationen sein, etwa wenn eine ansteckende Krankheit konkrete Schutzmaßnahmen im Betrieb erforderlich macht.

Wie Arbeitnehmer richtig vorgehen

Wer morgens krank aufwacht, sollte zuerst den Arbeitgeber informieren. Danach kann man die Arztpraxis kontaktieren, wenn ein ärztlicher Nachweis nötig ist oder wenn die Beschwerden medizinisch abgeklärt werden sollten. In manchen Betrieben wird ein Attest erst nach dem dritten Kalendertag verlangt, andere Arbeitgeber können es schon ab dem ersten Tag fordern. Maßgeblich sind Gesetz, Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder interne Regelungen. Deshalb ist es sinnvoll, die eigenen betrieblichen Vorgaben zu kennen, bevor der Krankheitsfall eintritt.

Eine kurze, klare Krankmeldung schützt Arbeitnehmer oft besser als lange Erklärungen. Niemand muss medizinische Details offenlegen, aber die Information muss rechtzeitig ankommen.

Praktisch kann eine Krankmeldung so aussehen: „Guten Morgen, ich bin heute krankheitsbedingt arbeitsunfähig und melde mich für voraussichtlich zwei Tage krank. Ich kläre die ärztliche Bescheinigung mit meiner Praxis und informiere Sie, falls sich die Dauer ändert.“ Diese Formulierung ist sachlich, vollständig und vermeidet unnötige Details. Wichtig ist, den im Betrieb vorgesehenen Kanal zu nutzen: Telefon, E-Mail, HR-Tool, App oder direkte Meldung bei der Führungskraft.

Sinnvolle Schritte am ersten Krankheitstag:

  1. Arbeitgeber so früh wie möglich informieren.
  2. Voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit nennen.
  3. Prüfen, ob ein Attest ab dem ersten Tag erforderlich ist.
  4. Arztpraxis kontaktieren und telefonische AU anfragen.
  5. Bei schweren Symptomen persönliche Untersuchung oder Notfallhilfe nutzen.
  6. Arbeitgeber informieren, wenn sich die Dauer ändert.
  7. Eigene Unterlagen und Zeitpunkte kurz dokumentieren.

Nach dieser Reihenfolge entstehen weniger Missverständnisse. Der Arbeitgeber kann planen, die Praxis kann medizinisch entscheiden, und der Arbeitnehmer hat seine Pflichten sauber erfüllt. Gerade bei wiederholter Krankheit ist eine kurze Dokumentation hilfreich, falls später Fragen zu Fristen oder Nachweisen auftauchen.

Krankmeldung per Telefon: Welche Regeln Arbeitnehmer kennen sollten
Krankmeldung per Telefon: Welche Regeln Arbeitnehmer kennen sollten

eAU: Was digital läuft und was nicht

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hat den alten Papierprozess für gesetzlich Versicherte stark verändert. Früher bekamen Beschäftigte mehrere Ausfertigungen des gelben Scheins und mussten eine davon beim Arbeitgeber einreichen. Heute übermittelt die Praxis die AU-Daten digital an die Krankenkasse, und der Arbeitgeber ruft sie dort ab. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Pflicht zur Meldung der Arbeitsunfähigkeit beim Arbeitgeber trotzdem bestehen bleibt.

Für Arbeitnehmer ist das bequem, aber nicht völlig automatisch. Der Arbeitgeber erhält nicht ungefragt eine Nachricht, sobald eine Praxis eine eAU erstellt. Er braucht die vorherige Information des Beschäftigten, damit er die Daten abrufen kann. Auch Privatversicherte, Minijobber in bestimmten Konstellationen oder Sonderfälle können andere Abläufe haben. Wer unsicher ist, sollte bei Personalabteilung, Krankenkasse oder Praxis nachfragen.

Bei längerer Krankheit wird das Thema Krankengeld und Krankenversicherung wichtiger. Einen breiteren Überblick bietet der Monrose-Beitrag Krankenversicherung in Deutschland 2026: Das müssen gesetzlich Versicherte wissen. Dort geht es unter anderem um Beiträge, Leistungen, Krankengeld und typische Fehler gesetzlich Versicherter.

Wann telefonische Krankschreibung nicht reicht

Eine telefonische Krankschreibung reicht nicht aus, wenn die Symptome eine persönliche Untersuchung nötig machen. Das gilt zum Beispiel bei starken Schmerzen, Atemnot, Brustdruck, neurologischen Ausfällen, hohem Fieber, Blutungen, Verdacht auf Unfallfolgen oder plötzlicher Verschlechterung. Auch wenn die Praxis den Gesundheitszustand nicht zuverlässig einschätzen kann, wird sie einen Termin vor Ort oder eine Videosprechstunde verlangen. Das ist medizinisch sinnvoll und schützt auch den Patienten.

Ein weiterer Punkt: Die telefonische AU ist zeitlich begrenzt. Wer länger ausfällt, muss den weiteren Ablauf rechtzeitig klären. Arbeitnehmer sollten nicht erst am letzten Tag der Krankschreibung nachfragen, wenn absehbar ist, dass sie weiter arbeitsunfähig sind. Eine Lücke in der Bescheinigung kann später Probleme verursachen, besonders bei längerer Krankheit, Krankengeld oder arbeitsrechtlichen Fragen.

Kommentar einer Personalreferentin: „Viele Konflikte entstehen nicht durch die Krankheit selbst, sondern durch fehlende Kommunikation. Wenn klar ist, dass jemand länger ausfällt, sollte die Verlängerung rechtzeitig geklärt werden.“

Auch im Homeoffice gilt: Krank ist krank. Wer arbeitsunfähig ist, muss nicht arbeiten, nur weil der Laptop zu Hause steht. Das ist besonders relevant, wenn Beschäftigte glauben, sie könnten „ein bisschen“ weitermachen, obwohl eine AU besteht. Wer häufig von zu Hause arbeitet und gesundheitliche Beschwerden durch Arbeitsplatz oder Haltung vermutet, findet zusätzliche Hinweise im Beitrag Rückenschmerzen im Homeoffice: Ursachen, Übungen und Warnzeichen.

Typische Fehler bei der Krankmeldung per Telefon

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, man könne drei Tage fehlen, ohne irgendetwas zu sagen. Das ist falsch. Die bekannte Drei-Tage-Regel betrifft grundsätzlich den ärztlichen Nachweis, nicht die Krankmeldung selbst. Der Arbeitgeber muss unverzüglich informiert werden. Wer einfach nicht erscheint, riskiert eine Abmahnung, selbst wenn später eine Erkrankung vorlag.

Ein zweiter Fehler ist zu viel Offenheit. Viele Beschäftigte erzählen aus Unsicherheit die komplette Diagnose, private Details oder familiäre Hintergründe. Meist ist das nicht nötig. Eine knappe Mitteilung reicht. Wer mehr sagt, kann die Information später nicht wieder zurückholen. Gerade bei sensiblen Erkrankungen ist Zurückhaltung sinnvoll.

Typische Fehler sind:

  • erst nach Arbeitsbeginn Bescheid geben;
  • nur der Arztpraxis, aber nicht dem Arbeitgeber schreiben;
  • die Diagnose ungefragt mitteilen;
  • interne Meldewege ignorieren;
  • die eAU für eine automatische Krankmeldung halten;
  • Folgebescheinigung zu spät klären;
  • trotz Arbeitsunfähigkeit weiterarbeiten und die Genesung gefährden.

Nach dieser Liste wird klar: Die telefonische Krankschreibung ist nicht kompliziert, aber sie verlangt saubere Abläufe. Wer die Reihenfolge einhält, erspart sich viele Nachfragen. Wer dagegen unklar kommuniziert, kann selbst bei echter Krankheit in Erklärungsnot geraten.

Welche Rolle Arbeitgeberregeln spielen

Arbeitgeber dürfen festlegen, auf welchem Weg eine Krankmeldung erfolgen soll. Manche Unternehmen verlangen einen Anruf bei der Führungskraft, andere akzeptieren E-Mail, App oder ein HR-Portal. Wenn es klare Vorgaben gibt, sollten Beschäftigte diese einhalten. Eine WhatsApp an einen Kollegen reicht nicht automatisch, wenn im Betrieb eine andere Meldestelle vorgesehen ist. Entscheidend ist, dass die Information rechtzeitig bei der richtigen Person oder Stelle ankommt.

Arbeitgeber dürfen auch verlangen, dass eine ärztliche Bescheinigung früher vorgelegt beziehungsweise festgestellt wird als erst nach drei Kalendertagen. Das ist arbeitsrechtlich möglich. Wer in einem Betrieb arbeitet, in dem Attestpflicht ab dem ersten Tag gilt, sollte nicht auf allgemeine Regeln vertrauen. Gerade bei wiederholten Kurzerkrankungen nutzen Arbeitgeber solche Vorgaben häufiger.

Für Minijobber gelten arbeitsrechtlich grundsätzlich ebenfalls Anzeige- und Nachweispflichten. Wer in einem Minijob arbeitet, sollte daher nicht annehmen, dass Krankheit dort lockerer behandelt wird. Ergänzend kann der Monrose-Ratgeber Minijob 2026: Grenze, Steuern und Rechte helfen, die wichtigsten Rechte und Pflichten besser einzuordnen.

FAQ

Kann ich mich 2026 telefonisch krankschreiben lassen?

Ja, eine telefonische Krankschreibung ist 2026 grundsätzlich möglich, wenn es sich um eine Erkrankung ohne schwere Symptome handelt und die Arztpraxis dies medizinisch verantworten kann. Die Entscheidung liegt bei der Ärztin oder dem Arzt. Zunächst sind bis zu fünf Kalendertage möglich.

Muss ich trotzdem meinen Arbeitgeber anrufen?

Ja. Die telefonische Krankschreibung ersetzt nicht die Krankmeldung beim Arbeitgeber. Sie müssen den Arbeitgeber unverzüglich informieren und die voraussichtliche Dauer mitteilen. Die eAU kann der Arbeitgeber erst sinnvoll abrufen, wenn er von der Arbeitsunfähigkeit weiß.

Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, was ich habe?

Nein, die Diagnose müssen Arbeitnehmer in der Regel nicht nennen. Der Arbeitgeber darf wissen, dass Sie arbeitsunfähig sind und wie lange Sie voraussichtlich fehlen. Medizinische Details bleiben grundsätzlich privat.

Wie lange darf eine telefonische Krankschreibung dauern?

Die telefonische Erstbescheinigung ist grundsätzlich für bis zu fünf Kalendertage möglich. Wenn die Erkrankung länger dauert, sollte rechtzeitig mit der Praxis geklärt werden, ob eine weitere Bescheinigung möglich ist oder ob ein Termin nötig wird.

Gilt die telefonische Krankschreibung auch für Kinder?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen können Eltern auch telefonisch eine ärztliche Bescheinigung erhalten, wenn sie ein krankes Kind betreuen müssen. Die Regelungen wurden auf Bescheinigungen für Kinderkrankengeld übertragen.

Was passiert, wenn ich mich zu spät krankmelde?

Eine verspätete Krankmeldung kann arbeitsrechtliche Folgen haben. Je nach Einzelfall drohen Ermahnung, Abmahnung oder bei wiederholten Pflichtverletzungen weitere Konsequenzen. Deshalb sollte die Meldung immer so früh wie möglich erfolgen.

Was Arbeitnehmer sich merken sollten

Die Krankmeldung per Telefon kann den Alltag deutlich erleichtern, besonders bei leichten Infekten und klaren Beschwerden. Sie spart Wege, entlastet Praxen und reduziert Ansteckungsrisiken im Wartezimmer. Trotzdem bleibt sie an Bedingungen gebunden: Die Praxis entscheidet, schwere Symptome müssen ärztlich untersucht werden, und die Erstbescheinigung ist zeitlich begrenzt. Wer diese Grenzen kennt, nutzt die Regelung sicherer.

Für Arbeitnehmer ist die wichtigste Regel einfach: Erst den Arbeitgeber rechtzeitig informieren, dann den ärztlichen Nachweis klären. Die eAU macht den Papierweg einfacher, ersetzt aber nicht die eigene Meldung. Wer klare Kommunikationswege nutzt, die voraussichtliche Dauer nennt und bei längerer Krankheit rechtzeitig nachfasst, schützt sich vor unnötigen Problemen. So bleibt die telefonische Krankschreibung das, was sie sein soll: eine praktische Hilfe für echte Krankheitsfälle, nicht eine Quelle für Missverständnisse im Job.