Sony hat die Sony FX5 offiziell vorgestellt und erweitert damit seine professionelle Cinema Line um eine neue Vollformatkamera für Filmproduktionen, Dokumentationen, Werbung und hochwertige Social-Video-Formate. Die Kamera soll ab August erhältlich sein und positioniert sich mit 5K-Video, Open-Gate-Aufnahme, internem RAW-Recording und KI-gestütztem Autofokus klar über klassischen Hybridkameras, die monrose.de berichtet mit alphauniverse.com.
Die wichtigste Neuerung steckt im Inneren: Sony nutzt einen neu entwickelten 16,6-Megapixel-Vollformatsensor der Exmor-RS-Familie mit gestapelter Architektur. Dazu kommt der Prozessor BIONZ XR2 mit separater KI-Einheit. Diese Kombination soll mehr Dynamikumfang, bessere Motivverfolgung und einen professionelleren Workflow direkt in der Kamera ermöglichen.
Die FX5 ist keine Fotokamera mit Videofunktion. Sie ist als kompaktes Produktionswerkzeug gedacht. Genau deshalb schaut die Branche weniger auf Megapixel und stärker auf Codec, Sensorfläche, Kühlung und Bedienung.
Sony FX5 startet als neue Vollformatkamera der Cinema Line
Mit der FX5 schließt Sony eine Lücke innerhalb der Cinema-Line-Familie. Die Kamera wirkt kompakter als größere Produktionsmodelle, übernimmt aber mehrere Funktionen, die bislang eher im professionellen Segment erwartet wurden. Dazu gehören Open Gate, internes X-OCN-RAW, ein aktives Kühlsystem und ein Bedienkonzept, das sich stärker an CineAlta-Modellen orientiert.
Für viele Filmemacher dürfte vor allem die Mischung aus Mobilität und Produktionsqualität interessant sein. Die Kamera kann auf einem Gimbal, im Handheld-Setup, auf Rig-Systemen oder in kleinen Teams eingesetzt werden. Dadurch spricht Sony nicht nur klassische Kameraleute an, sondern auch Produktionsfirmen, Creator-Studios und dokumentarische Teams, die ohne externen Recorder arbeiten wollen.
„Die spannendste Neuerung ist nicht nur die 5K-Auflösung, sondern der interne RAW-Workflow. Wer bisher zusätzliche Recorder, Kabel und Akkus einplanen musste, bekommt mit der FX5 ein deutlich schlankeres Setup“, erklärt ein Kamera-Operator aus dem Werbefilmbereich.
Sony setzt bei der FX5 auf ein Gehäuse mit aktivem Kühlsystem. Das ist für längere Drehs wichtig, weil hohe Bildraten und RAW-Aufnahmen viel Wärme erzeugen. Gerade bei Events, Interviews oder Dokumentationen kann eine zuverlässige Kühlung wichtiger sein als ein einzelner Spitzenwert im Datenblatt.

5K-Video, 4K mit 120 fps und künftiges Firmware-Update
Die neue Kamera nimmt zum Marktstart 5K-Videos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf. In 4K sind bis zu 120 Bilder pro Sekunde möglich, in Full HD bis zu 240 Bilder pro Sekunde. Damit deckt die FX5 sowohl klassische Filmprojekte als auch Slow-Motion-Szenen für Werbung, Musikvideos und Sportproduktionen ab.
Noch interessanter wird die Kamera durch ein angekündigtes Firmware-Update. Sony plant, die Bildraten später auf 5K mit bis zu 120 fps und 4K mit bis zu 240 fps zu erweitern. Diese Funktionen kommen nicht direkt zum Start, sie spielen aber bei Kaufentscheidungen eine große Rolle.
Die wichtigsten Videofunktionen im Überblick:
- 5K-Aufnahme mit bis zu 60 fps zum Verkaufsstart
- 4K-Aufnahme mit bis zu 120 fps
- Full-HD-Aufnahme mit bis zu 240 fps
- geplantes Update für 5K/120 fps
- geplantes Update für 4K/240 fps
- Open-Gate-Aufnahme über die gesamte Sensorfläche
- internes 16-Bit-X-OCN-RAW ohne externen Recorder
Für Produktionen mit mehreren Ausgabeformaten ist Open Gate besonders relevant. Aus einem größeren Sensorbild lassen sich horizontale, vertikale und quadratische Formate flexibler erstellen. Das spart nicht jede Nacharbeit, aber es reduziert unnötige Kompromisse beim Bildausschnitt.
Open Gate und internes X-OCN-RAW verändern den Workflow
Eines der zentralen Argumente der Cinema Line Kamera ist die Open-Gate-Funktion. Dabei nutzt die Kamera die volle Sensorfläche im Seitenverhältnis 3:2. Für Filmemacher ist das nützlich, wenn ein Projekt später in verschiedenen Formaten erscheinen soll: Kinoformat, YouTube, Instagram Reels, TikTok, Werbung auf Displays oder vertikale Kurzvideos.
Das interne RAW-Recording ist ein weiterer Punkt, der die FX5 deutlich von vielen kompakten Kameras absetzt. Die Kamera kann 16-Bit lineares RAW im Sony-Format X-OCN intern speichern. Ein externer Recorder ist dafür nicht nötig. Für Setups mit wenig Platz, kleinen Crews oder mobilen Drehs kann das ein praktischer Vorteil sein.
| Funktion | Bedeutung für den Dreh | Praktischer Nutzen |
|---|---|---|
| Open Gate | Aufnahme über die volle Sensorfläche | Flexibler Zuschnitt für mehrere Formate |
| X-OCN intern | 16-Bit-RAW direkt in der Kamera | Weniger Zubehör, kompakteres Rig |
| 5K bis 60 fps | Hohe Auflösung mit Reserve | Mehr Spielraum für Schnitt und Stabilisierung |
| 4K bis 120 fps | Zeitlupen in hoher Qualität | Geeignet für Werbung, Musikvideos, Sport |
| Aktive Kühlung | Temperaturkontrolle bei langen Aufnahmen | Mehr Sicherheit bei längeren Drehs |
Bei RAW-Aufnahmen kommt es nicht nur auf maximale Qualität an. Entscheidend ist auch, wie schnell Material gesichert, gesichtet und weiterverarbeitet werden kann. Sony nennt neben X-OCN LT auch X-OCN C1 und X-OCN C2, die mit kleineren Datenmengen arbeiten sollen. Für Produktionshäuser kann das Speicherkosten und Transferzeiten reduzieren.
„RAW klingt im Marketing immer beeindruckend, im Alltag zählt aber die Frage: Wie viel Zeit kostet der Workflow? Wenn X-OCN intern stabil läuft, wird die FX5 für viele kleine Teams deutlich attraktiver“, sagt ein Postproduktions-Spezialist.
Sensor, ISO und Dynamikumfang der Sony FX5
Sony verbaut in der FX5 einen neuen Vollformat-Exmor-RS-Sensor mit 16,6 Megapixeln. Die Zahl wirkt im Vergleich zu Fotokameras niedrig, passt aber zu einer Kamera, die primär für Video entwickelt wurde. Größere Pixel und eine schnelle Auslesung sind für Filmer oft wichtiger als hohe Fotoauflösung.
Die Kamera bietet laut Sony mehr als 15 Blendenstufen Dynamikumfang bei S-Log3. Das ist besonders bei kontrastreichen Szenen nützlich, etwa bei hellen Fenstern in Innenräumen, Nachtaufnahmen mit Lichtquellen oder Außenaufnahmen in hartem Sonnenlicht. Der größere Spielraum hilft, Details in hellen und dunklen Bildbereichen zu erhalten.
Die drei Basis-ISO-Werte liegen bei ISO 800, ISO 4000 und ISO 12.800. Das gibt Kameraleuten mehr Flexibilität bei wechselnden Lichtbedingungen. Gerade der hohe Basiswert kann bei Low-Light-Drehs, Innenräumen und Available-Light-Produktionen interessant sein.
Die Funktion Dual Gain Shooting kombiniert Signale mit unterschiedlichen Verstärkungsstufen. Ziel ist ein größerer nutzbarer Dynamikumfang bei reduziertem Rauschen. Für praktische Drehs bedeutet das: Die Kamera soll feine Abstufungen in Schatten und Lichtern besser halten, ohne dass das Bild schnell künstlich oder überbearbeitet wirkt.
KI-Autofokus und Bedienung für professionelle Drehs
Die FX5 erhält ein Autofokussystem mit KI-gestützter Motiverkennung. Es erkennt nicht nur Augen, sondern auch Kopf- und Körperpositionen von Menschen. Das soll den Fokus stabil halten, selbst wenn sich Personen drehen, teilweise verdeckt sind oder bei wenig Licht gefilmt werden.
Für dokumentarische Drehs, Interviews in Bewegung oder Solo-Produktionen kann diese Funktion entscheidend sein. Wer ohne Fokus-Puller arbeitet, braucht ein System, das nicht nur schnell reagiert, sondern Bewegungen vorhersehbar verfolgt. Sony kombiniert diese Erkennung mit Real-time Tracking.
Zur Bedienung gehören ein 3,5-Zoll-Touchdisplay mit Schwenkmechanismus, ein überarbeitetes Menü und ein Interface, das stärker an professionelle Sony-CineAlta-Kameras erinnert. Das ist nicht nur Kosmetik. Eine Kamera für Drehs muss Einstellungen schnell erreichbar machen, weil Szenen selten warten.

Wichtige Ausstattungsmerkmale für den Drehalltag:
- KI-Autofokus mit Erkennung menschlicher Körperhaltung.
- 3,5-Zoll-Touchscreen mit beweglicher Konstruktion.
- Aktive Kühlung für längere Aufnahmezeiten.
- Neuer Akku mit größerer Kapazität.
- Optionaler elektronischer OLED-Sucher DVF-EL1.
- XLR-H2-Griff für professionelles Audio.
Eine Kamera gewinnt am Set nicht allein durch Bildqualität. Sie muss schnell reagieren, zuverlässig laufen und sich in bestehende Abläufe einfügen. Genau dort versucht Sony die FX5 zu platzieren.
Preis in Deutschland und verfügbare Varianten
Für Deutschland nennt Sony europäische Preise, die je nach Land und Händler leicht abweichen können. Der Body der Sony FX5 Preis liegt bei rund 5.400 Euro. Das Kit mit XLR-H2-Griff wird mit rund 6.000 Euro angegeben. In einigen europäischen Märkten können die Beträge höher ausfallen, deshalb dürften deutsche Händlerpreise zum Verkaufsstart genau beobachtet werden.
Die Auslieferung ist ab August geplant. Vorbestellungen starten in Europa bereits Ende Juli. Zusätzlich bringt Sony den abnehmbaren elektronischen Sucher DVF-EL1 und den XLR-H2-Griff als Zubehör. Der XLR-Griff ermöglicht bis zu vier Audiokanäle und Aufnahmen mit bis zu 96 kHz bei 32-Bit-Float.
| Variante | Erwarteter Preis in Deutschland | Zielgruppe |
|---|---|---|
| Sony FX5 Body | ca. 5.400 Euro | Filmer mit vorhandenem Rig und Audiolösung |
| Sony FX5 mit XLR-H2-Griff | ca. 6.000 Euro | Teams mit professionellem Tonbedarf |
| XLR-H2 separat | ca. 900 Euro | Nutzer, die später erweitern wollen |
| Timecode-Adapter VMC-BNCU1 | ca. 100 Euro | Multicam- und Setups mit externer Synchronisation |
Der Preis zeigt klar, dass Sony die FX5 nicht als Einsteigerkamera positioniert. Sie richtet sich an Nutzer, die mit Video Geld verdienen oder regelmäßig hochwertige Produktionen umsetzen. Für reine Hobbyfilmer bleibt die Kamera teuer, für professionelle Teams kann sie durch den internen RAW-Workflow und die kompakte Bauform trotzdem wirtschaftlich sein.
„Der Preis ist hoch, aber nicht überraschend. Wer die FX5 mit externem Recorder, Audiogriff, Sucher und Rig einer kleineren Kamera vergleicht, muss das komplette Setup kalkulieren“, meint ein Nutzer aus einer deutschen Videografen-Community.
Für wen sich die Sony FX5 lohnt
Die Vollformat Cinema Kamera richtet sich an Anwender, die eine kompakte, aber ernsthafte Produktionskamera suchen. Besonders interessant ist sie für Werbeproduktionen, Musikvideos, Unternehmensfilme, Dokumentationen und hochwertige Onlineformate. Auch Content-Studios mit wechselnden Ausgabeformaten könnten von Open Gate profitieren.
Nicht jeder braucht die FX5. Wer hauptsächlich fotografiert, findet in Sonys Alpha-Modellen passendere Werkzeuge. Wer nur gelegentlich kurze Clips produziert, wird viele Funktionen kaum ausschöpfen. Der eigentliche Mehrwert entsteht dort, wo RAW, 5K, professionelle Audiolösungen und flexible Bildformate regelmäßig gebraucht werden.
Die Kamera passt vor allem zu diesen Einsatzbereichen:
- kleine Filmteams mit hohem Qualitätsanspruch
- Solo-Filmer, die zuverlässigen Autofokus brauchen
- Produktionsfirmen mit Social- und Werbeformaten
- Dokumentarfilmer mit mobilen Setups
- Creator-Studios mit professionellem Postproduktionsworkflow
Mit der FX5 verschiebt Sony die Grenze zwischen kompakter Kamera und professionellem Cine-Werkzeug erneut. Der neue Sensor, 5K-Video, Open Gate, internes X-OCN-RAW und KI-Autofokus machen die Kamera zu einem Modell, das weit mehr ist als ein kleines Update. Entscheidend wird nun, wie stabil die angekündigten Funktionen im Alltag arbeiten und wie schnell das Firmware-Update mit höheren Bildraten tatsächlich kommt.
Für den deutschen Markt ist vor allem die Preisfrage zentral. Rund 5.400 Euro für den Body und etwa 6.000 Euro für das Kit mit XLR-Griff setzen die FX5 klar in den professionellen Bereich. Wer diese Funktionen produktiv nutzt, bekommt eine kompakte Cinema-Line-Kamera mit starkem Datenblatt und einem Workflow, der weniger Zubehör erzwingt als frühere Setups.