Skisprung-Star Emma Chervet verpasst die gesamte Saison: Das ist der Grund

Ein Trainingssturz in Courchevel beendet Emma Chervets Hoffnungen auf den kommenden Weltcup-Winter. Die 22-jährige Französin erlitt eine schwere Kreuzbandverletzung und muss sich auf eine lange Rehabilitation einstellen.

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Skisprung-Star Emma Chervet verpasst die gesamte Saison: Das ist der Grund

Die französische Skispringerin Emma Chervet wird in der Saison 2026/27 keine Wettkämpfe bestreiten. Die 22-Jährige verletzte sich bei einem Trainingssprung auf der Olympiaschanze in Courchevel schwer am Knie. Nach Angaben aus dem französischen Team wurden Kreuzbänder beschädigt, sodass eine Rückkehr im kommenden Winter ausgeschlossen ist, die  monrose.de berichtet mit merkur.de.

Der Unfall trifft Chervet zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nach ihrer ersten Teilnahme an Olympischen Winterspielen wollte sie den nächsten Schritt im Weltcup machen. Statt Wettkampfvorbereitung stehen nun weitere Untersuchungen, medizinische Behandlung und eine lange Rehabilitation bevor.

Was beim Training in Courchevel geschah

Chervet absolvierte in Courchevel einen Teil ihrer Sommervorbereitung auf die neue Weltcupsaison. Auf der Schanze, die regelmäßig für internationale Wettbewerbe und Trainingseinheiten genutzt wird, kam sie bei der Landung zu Fall.

Skisprung-Star Emma Chervet verpasst die gesamte Saison: Das ist der Grund
Skisprung-Star Emma Chervet verpasst die gesamte Saison: Das ist der Grund

Bei einem Sprung wirken erhebliche Kräfte auf Knie, Sprunggelenke und Hüfte. Eine instabile Landung kann besonders dann schwere Folgen haben, wenn ein Ski verkantet oder sich die Beine beim Aufsetzen unterschiedlich bewegen. Genauere Einzelheiten zum Ablauf des Sturzes wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Der Sprung endete nicht mit einer gewöhnlichen Trainingspause. Die Knieverletzung verlangt eine monatelange Behandlung. Der gesamte sportliche Plan für den Winter ist damit hinfällig.

Die erste medizinische Einschätzung fiel eindeutig aus. Frankreichs Skisprung-Direktor Etienne Gouy bestätigte, dass die Kreuzbänder gerissen seien und Chervet im Winter nicht antreten könne.

„Die Kreuzbänder sind gerissen, und sie fällt für diesen Winter aus“, erklärte Etienne Gouy zur ersten Diagnose.

Eine zusätzliche MRT-Untersuchung soll das genaue Ausmaß der Verletzung zeigen. Davon hängt ab, welche Strukturen betroffen sind, welche Behandlung gewählt wird und wie die einzelnen Rehabilitationsphasen aufgebaut werden.

Kreuzbandriss beendet die Saison 2026/27

Der Kreuzbandriss von Emma Chervet bedeutet nicht nur den Verzicht auf die ersten Weltcupspringen. Nach derzeitigem Stand wird die Französin den kompletten Winter verpassen.

Kreuzbänder stabilisieren das Knie bei Drehbewegungen sowie beim Beugen und Strecken. Im Skispringen werden sie vor allem während der Landung belastet. Dabei müssen Athletinnen Geschwindigkeit abbauen, die Skier kontrollieren und den Körper in einer tiefen Position stabilisieren.

Der übliche Weg zurück in den Leistungssport umfasst mehrere Etappen:

  1. genaue Untersuchung des verletzten Knies;
  2. Behandlung möglicher Schwellungen und Begleitverletzungen;
  3. operative oder konservative Versorgung nach ärztlicher Entscheidung;
  4. Wiederaufbau von Beweglichkeit und Muskelkraft;
  5. Lauf-, Sprung- und Stabilisationstraining;
  6. erste Schanzensprünge unter kontrollierten Bedingungen;
  7. medizinische Freigabe für Wettkämpfe.

Bei einer schweren Kreuzbandverletzung lässt sich der Termin für das Comeback nicht allein anhand eines Kalenders festlegen. Beweglichkeit, Kraftwerte, Stabilität und das Vertrauen in das verletzte Knie müssen ausreichend zurückkehren.

Sportmedizinisch endet die Rehabilitation nicht mit schmerzfreiem Gehen. Für eine Skispringerin muss das Knie auch schnelle Landungen, hohe Kräfte und unerwartete Korrekturbewegungen sicher verkraften.

Ein zu früher Einstieg könnte das Risiko einer erneuten Verletzung erhöhen. Deshalb dürfte das französische Team den Aufbau an medizinischen Tests und nicht an einzelnen Weltcupterminen ausrichten.

Emma Chervet hatte sich im Weltcup etabliert

Der Ausfall trifft eine Athletin, die sich schrittweise im französischen Nationalteam festgesetzt hatte. Chervet startet für den Club des Sports de Chamonix und gehört seit mehreren Jahren zum internationalen Aufgebot Frankreichs. Die FIS führt sie weiterhin als aktive Athletin.

In der Saison 2024/25 erreichte sie mehrfach die besten 30 eines Weltcupspringens. Ihr bis dahin bestes Einzelergebnis war Rang 19 in Hinzenbach. Weitere Weltcuppunkte sammelte sie unter anderem bei Veranstaltungen in Oslo, Lake Placid, Sapporo und Oberstdorf.

Zu den wichtigsten Stationen ihrer bisherigen Laufbahn gehören:

  • Siege im FIS Cup in Kandersteg;
  • der Aufstieg in das französische Weltcupteam;
  • mehrere Platzierungen in den Weltcup-Punkterängen;
  • Starts bei Weltmeisterschaften;
  • die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2026;
  • Einsätze in Einzel-, Team- und Mixed-Wettbewerben.

Bei den Winterspielen in Mailand und Cortina belegte Chervet den 43. Platz auf der Normalschanze und Rang 45 auf der Großschanze. Mit Joséphine Pagnier, Enzo Milesi und Valentin Foubert wurde sie im Mixed-Team Neunte.

Die olympischen Resultate brachten noch keine Platzierung in der Weltspitze. Für Chervet waren die drei Starts dennoch ein wichtiger Schritt. Sie sammelte Erfahrung bei der größten Veranstaltung ihrer bisherigen Karriere.

Nach dem Winter beschrieb die Französin die Saison in sozialen Netzwerken als emotional und lehrreich. Ihre damalige Botschaft klang optimistisch.

„Wir sehen uns in ein paar Monaten wieder“, schrieb Chervet nach dem Ende ihrer Olympiasaison.

Durch die Knieverletzung verschiebt sich dieses Wiedersehen deutlich. Statt im November in den Weltcup einzusteigen, wird sie den Saisonverlauf zunächst außerhalb der Schanze verfolgen.

Skisprung-Star Emma Chervet verpasst die gesamte Saison: Das ist der Grund
Skisprung-Star Emma Chervet verpasst die gesamte Saison: Das ist der Grund

Warum der Ausfall Frankreich besonders trifft

Das französische Frauenteam verfügt über weniger etablierte Weltcupathletinnen als die großen Skisprungnationen Deutschland, Österreich, Slowenien, Norwegen oder Japan. Jede Sportlerin, die regelmäßig Qualifikationen und Hauptwettkämpfe bestreitet, besitzt deshalb eine hohe Bedeutung für die Mannschaft.

Chervet war noch keine Anwärterin auf Weltcupsiege. Sie hatte sich jedoch zu einer festen Option für Einzel- und Mixed-Wettbewerbe entwickelt. Ihre Erfahrung aus Weltcup, Weltmeisterschaft und Olympischen Spielen sollte dem Team in der neuen Saison zusätzliche Stabilität geben.

Der Ausfall im französischen Skisprung-Team hat mehrere direkte Folgen:

  • weniger Auswahl bei Mannschafts- und Mixed-Wettbewerben;
  • Verlust einer Athletin mit Weltcup- und Olympiaerfahrung;
  • höherer Druck auf die verbleibenden Springerinnen;
  • weniger interne Konkurrenz um Startplätze;
  • erschwerte sportliche Entwicklung im Nationencup.

Frankreich muss die geplanten Aufstellungen nun ohne Chervet gestalten. Besonders im Mixed-Team fehlen damit ihre internationalen Wettkampfsprünge und die Erfahrung aus mehreren Großereignissen.

Historische Saison findet ohne Chervet statt

Der Weltcup-Winter 2026/27 beginnt vom 20. bis 22. November in Lillehammer. Für die Frauen sind dort zwei Einzelwettbewerbe sowie ein Mixed-Team-Springen vorgesehen. Weitere frühe Stationen sind Hinzenbach, Wisła und Titisee-Neustadt.

Die Saison erhält zusätzliche Bedeutung, weil Frauen erstmals eine vollständige Vierschanzentournee bestreiten sollen. Zum Programm gehören die traditionellen Austragungsorte Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen. Bisher bestand das Frauenformat nur aus Wettbewerben auf den deutschen Schanzen.

Für Chervet wäre die erste Vierschanzentournee der Frauen eine neue Möglichkeit gewesen, sich bei vier stark beachteten Weltcupspringen zu präsentieren. Die Verletzung nimmt ihr diese Chance zumindest bei der Premiere.

Ein weiterer Höhepunkt sind die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2027 in Falun. Auch dieses Großereignis fällt in den Zeitraum ihrer erwarteten Rehabilitation. Eine Teilnahme erscheint nach der bestätigten Saisonpause ausgeschlossen.

Wie lange die Rückkehr dauern kann

Ein genauer Comeback-Termin wurde nicht genannt. Die weitere Planung hängt von den MRT-Ergebnissen, der Behandlung und dem individuellen Heilungsverlauf ab.

Bei Skispringerinnen verlangt die Rückkehr mehr als eine normale Belastbarkeit im Alltag. Das Knie muss Absprungtraining, Flughaltung, Telemarklandungen und Landungen unter schwierigen Windbedingungen bewältigen. Zusätzlich spielt die mentale Sicherheit eine große Rolle, weil Zögern bei der Landung den Bewegungsablauf verändern kann.

Die ersten Schritte der Rehabilitation finden fern vom Schanzentisch statt. Danach folgen Krafttraining und kontrollierte Sprungbelastungen. Erst am Ende steht die Rückkehr auf die Schanze.

Die wichtigsten Kriterien für ein Comeback sind:

  • vollständige oder nahezu vollständige Beweglichkeit;
  • ausreichende Kraft in beiden Beinen;
  • stabile Kontrolle bei Dreh- und Sprungbewegungen;
  • keine deutliche Schwellung nach Belastung;
  • bestandene funktionelle Leistungstests;
  • medizinische Freigabe;
  • Vertrauen der Athletin in das Knie.

Der Trainingssturz in Courchevel ist der erste öffentlich bekannte schwere verletzungsbedingte Rückschlag in Chervets noch junger Karriere. Wie schnell sie wieder auf internationalem Niveau springen kann, wird sich erst im Verlauf der Rehabilitation zeigen.

Was für Emma Chervet jetzt zählt

Die Saison 2026/27 ist für Emma Chervet beendet, bevor der erste Weltcup begonnen hat. Die schwere Knieverletzung nimmt der 22-Jährigen Starts in Lillehammer, die Premiere der Frauen-Vierschanzentournee und die Weltmeisterschaften in Falun.

Ihr sportlicher Schwerpunkt verlagert sich vollständig auf die Rehabilitation. Ein konkretes Rückkehrdatum wäre derzeit verfrüht, denn erst die weiteren Untersuchungen und die Reaktion des Knies auf den Belastungsaufbau werden zeigen, wann Chervet wieder sicher von einer Schanze springen kann.