Deutsch: AMD Ryzen 5 5500F und Ryzen 5 7500: Neue CPUs für AM4 und AM5

Auszug: AMD bringt zwei weitere Sechskern-Prozessoren für unterschiedliche Plattformen. Der Ryzen 5 5500F setzt auf AM4 und Zen 3, während der Ryzen 5 7500 mit Zen 4, AM5 und integrierter Grafik die modernere Plattform bedient.

11 Min lesen
Deutsch: AMD Ryzen 5 5500F und Ryzen 5 7500: Neue CPUs für AM4 und AM5

AMD erweitert sein Desktop-Portfolio um zwei weitere Ryzen-Prozessoren und bedient dabei gleichzeitig alte und neue Plattformen. Der AMD Ryzen 5 5500F ist für den langlebigen Sockel AM4 gedacht, während der Ryzen 5 7500 die modernere AM5-Plattform ergänzt, die  monrose.de berichtet mit hardwareluxx.de.

Beide Modelle besitzen sechs Prozessorkerne und eine TDP von 65 Watt. Technisch liegen dennoch mehrere Generationen zwischen ihnen: Zen 3 und DDR4 auf der einen Seite, Zen 4, DDR5 und eine integrierte Grafikeinheit auf der anderen. Damit richtet AMD die beiden CPUs an deutlich unterschiedliche Käufergruppen.

Ryzen 5 5500F hält AM4 weiter am Leben

Besonders bemerkenswert ist der Ryzen 5 5500F weniger wegen einer völlig neuen Architektur als wegen seiner Plattform. AMD bringt noch immer neue Prozessoren für AM4 auf den Markt, obwohl der Sockel inzwischen seit vielen Jahren verfügbar ist.

Deutsch: AMD Ryzen 5 5500F und Ryzen 5 7500: Neue CPUs für AM4 und AM5
Deutsch: AMD Ryzen 5 5500F und Ryzen 5 7500: Neue CPUs für AM4 und AM5

Der Chip nutzt sechs Zen-3-Kerne und verarbeitet dank SMT bis zu zwölf Threads. Der Basistakt liegt bei 3,0 GHz, im Boost sind bis zu 4,4 GHz möglich. Der L3-Cache umfasst 16 MB.

Für Arbeitsspeicher setzt das Modell weiterhin auf DDR4. Unterstützt wird DDR4-3200, womit sich der Prozessor besonders für Systeme eignet, bei denen bereits ein AM4-Mainboard und passender Speicher vorhanden sind.

Der Ryzen 5 5500F ist weniger als Plattform-Neustart gedacht, sondern als günstiger Weg, vorhandene AM4-Hardware weiterzuverwenden. Genau darin liegt seine Stärke. Mainboard und DDR4-Speicher müssen bei einem passenden System nicht ersetzt werden.

Eine integrierte Grafikeinheit fehlt beim 5500F. Käufer benötigen deshalb eine separate Grafikkarte, um einen klassischen Desktop-PC mit Bildausgabe aufzubauen.

Ryzen 5 5500F: Preis dürfte für Einsteiger interessant sein

Beim Ryzen 5 5500F Preis zeichnet sich eine klare Positionierung im unteren Marktsegment ab. Erste Händler- und Produktinformationen deuten auf einen Betrag von ungefähr 100 Euro hin.

Damit könnte die CPU vor allem für günstige Gaming-Rechner und die Aufrüstung älterer AM4-Systeme interessant werden. Entscheidend ist allerdings der tatsächliche Straßenpreis, denn innerhalb der Ryzen-5000-Serie gibt es bereits mehrere günstige Sechskerner.

Ein Preisvergleich wird daher besonders wichtig. Liegt der Abstand zu schnelleren Modellen nur bei wenigen Euro, könnte ein älterer, aber höher positionierter Ryzen-Prozessor weiterhin attraktiver sein.

Hardware-Einordnung: Bei einer Budget-CPU entscheidet nicht nur die reine Prozessorleistung über das Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer Mainboard und Arbeitsspeicher bereits besitzt, kann mit einem AM4-Upgrade deutlich mehr sparen als jemand, der einen kompletten Rechner neu zusammenstellt.

Ryzen 5 7500 setzt auf Zen 4 und AM5

Technisch moderner fällt der Ryzen 5 7500 aus. Auch dieses Modell bietet sechs Kerne, nutzt allerdings die Zen-4-Architektur und wird für den Sockel AM5 angeboten.

Der Basistakt beträgt 3,7 GHz. Im Boost kann der Prozessor bis zu 5,0 GHz erreichen und liegt damit deutlich über den Taktraten des Ryzen 5 5500F. Auch der L3-Cache fällt mit 32 MB doppelt so groß aus.

Dazu kommt ein entscheidender Unterschied: Der Ryzen 5 7500 besitzt eine integrierte Grafikeinheit mit zwei RDNA-2-Compute-Units. Sie ist nicht als leistungsstarker Ersatz für eine Gaming-Grafikkarte gedacht, ermöglicht aber die Bildausgabe ohne separate GPU.

Damit eignet sich die CPU auch für Bürorechner, Diagnosezwecke oder Systeme, bei denen zunächst keine dedizierte Grafikkarte benötigt wird.

Ryzen 5 5500F und Ryzen 5 7500 im Vergleich

Trotz gleicher Kernzahl verfolgen beide Modelle unterschiedliche Ansätze.

MerkmalRyzen 5 5500FRyzen 5 7500
SockelAM4AM5
ArchitekturZen 3Zen 4
Kerne66
Threads1212
Basistakt3,0 GHz3,7 GHz
Boost-Taktbis 4,4 GHzbis 5,0 GHz
L3-Cache16 MB32 MB
TDP65 W65 W
ArbeitsspeicherDDR4DDR5
Integrierte GrafikNeinRDNA 2, 2 CUs
Preisetwa 100 Euro erwartetnoch nicht eindeutig im Handel positioniert

Der direkte Vergleich zeigt, dass der Ryzen 5 7500 praktisch in allen wesentlichen technischen Bereichen moderner aufgestellt ist. Die höhere CPU-Leistung wird allerdings mit einer kostspieligeren Plattform kombiniert.

Für einen AM5-Rechner werden DDR5-Speicher und ein entsprechendes Mainboard benötigt. Beim 5500F können viele Nutzer dagegen vorhandene Komponenten weiterverwenden.

Wer vom Ryzen 5 5500F profitieren könnte

Der AM4-Prozessor spricht vor allem Nutzer an, die möglichst wenig Geld für ein Upgrade ausgeben möchten. Eine bestehende Plattform kann dadurch noch einmal verlängert werden.

Interessant kann die CPU unter anderem für folgende Systeme sein:

  • ältere AM4-PCs mit einem schwächeren Ryzen-Prozessor,
  • günstige Gaming-PCs mit separater Grafikkarte,
  • Zweitrechner für weniger anspruchsvolle Anwendungen,
  • Budget-PCs mit vorhandenem DDR4-Arbeitsspeicher,
  • Systeme, bei denen ein Plattformwechsel auf AM5 zu teuer wäre.

Nicht jeder AM4-Besitzer sollte allerdings automatisch wechseln. Wer bereits einen schnelleren Ryzen 5 oder Ryzen 7 nutzt, dürfte durch den 5500F keinen sinnvollen Leistungssprung erhalten.

Auch für Neuanschaffungen muss genau gerechnet werden. Ein sehr günstiges AM4-System kann weiterhin attraktiv sein, doch AM5 bietet die modernere Basis für spätere Upgrades.

Aus Sicht eines PC-Bauers ist der Ryzen 5 5500F vor allem dann interessant, wenn bereits mehrere passende Komponenten vorhanden sind. Wer Mainboard, RAM und möglicherweise sogar einen brauchbaren CPU-Kühler weiterverwenden kann, reduziert die gesamten Upgrade-Kosten erheblich.

Ryzen 5 7500 könnte zum interessanten AM5-Einstieg werden

Beim Ryzen 5 7500 sieht die Ausgangslage anders aus. Das Modell bietet Zen 4 und damit eine modernere Architektur, eine höhere Taktrate, doppelt so viel L3-Cache sowie eine integrierte Grafikeinheit.

Deutsch: AMD Ryzen 5 5500F und Ryzen 5 7500: Neue CPUs für AM4 und AM5
Deutsch: AMD Ryzen 5 5500F und Ryzen 5 7500: Neue CPUs für AM4 und AM5

Das macht die CPU potenziell zu einem Einstieg in die AM5-Plattform, ohne unmittelbar einen Acht- oder Zwölfkern-Prozessor kaufen zu müssen.

Besonders relevant dürfte der Vergleich mit anderen Ryzen-7000-Modellen sein. Entscheidend wird sein, wie AMD und der Handel den Prozessor preislich positionieren. Ein günstiger Einstiegspreis könnte den 7500 zu einer interessanten Alternative für kompakte Allround-Systeme machen.

Sechs Kerne sind im Desktop-Bereich weiterhin eine interessante Mittelklasse-Konfiguration. Für Gaming, Office und viele Alltagsanwendungen können sie ausreichend Reserven bieten. Bei stark parallelisierten Anwendungen haben Acht- oder Mehrkern-Prozessoren allerdings einen klaren Vorteil.

Integrierte Grafik trennt Ryzen 5 7500 und 5500F deutlich

Der Buchstabe „F“ ist beim Ryzen 5 5500F für Käufer besonders wichtig. Das Modell besitzt keine aktive integrierte Grafik und benötigt eine separate Grafikkarte.

Der Ryzen 5 7500 bietet dagegen eine kleine integrierte RDNA-2-Grafikeinheit. Ihre zwei Compute-Units machen aus der CPU keine Gaming-APU, sind aber für grundlegende Bildausgabe ausreichend.

Das kann in der Praxis mehr wert sein, als es zunächst klingt. Eine integrierte Grafik vereinfacht die Fehlersuche, wenn eine separate Grafikkarte Probleme verursacht. Außerdem kann ein System zunächst ohne dedizierte GPU aufgebaut und später erweitert werden.

Beim 5500F entfällt diese Flexibilität vollständig.

65 Watt TDP bei beiden neuen Ryzen-Modellen

Eine Gemeinsamkeit ist die angegebene 65-Watt-TDP. Damit bleiben beide CPUs in einem Bereich, der keine besonders aufwendige Kühlung voraussetzt.

Wie hoch der tatsächliche Stromverbrauch in Anwendungen ausfällt, hängt allerdings von Plattform, BIOS-Einstellungen und Belastung ab. Die TDP allein beschreibt nicht den maximal möglichen Verbrauch eines kompletten Systems.

Für günstige Gaming- und Arbeitsrechner ist die Einstufung dennoch sinnvoll. Käufer müssen für einen Sechskerner dieser Klasse nicht automatisch in einen großen Hochleistungs-Kühler investieren.

Beim Aufbau eines leisen Systems bleibt die Wahl des Kühlers trotzdem relevant. Eine bessere Kühllösung kann niedrigere Temperaturen und geringere Lüfterdrehzahlen ermöglichen.

Mainboards benötigen gegebenenfalls ein BIOS-Update

Neue Prozessoren benötigen nicht zwangsläufig ein neues Mainboard. Gerade bei AM4 ist jedoch die BIOS-Version entscheidend.

Mainboardhersteller bereiten ihre bestehenden Modelle auf den Ryzen 5 5500F vor. ASUS hat entsprechende CPU-Unterstützung bei verschiedenen AM4-Platinen bereits berücksichtigt. Vor einem Prozessorwechsel sollten Nutzer deshalb prüfen, welche BIOS-Version ihr konkretes Board benötigt.

Das Vorgehen ist einfach:

  1. genaue Modellbezeichnung des Mainboards feststellen,
  2. vorhandene BIOS-Version kontrollieren,
  3. CPU-Kompatibilitätsliste des Herstellers prüfen,
  4. erforderliches BIOS gegebenenfalls noch mit der alten CPU installieren,
  5. erst anschließend den neuen Prozessor einsetzen.

Ein BIOS-Update sollte nicht unnötig während eines instabilen Systems durchgeführt werden. Wird während des Flash-Vorgangs die Stromversorgung unterbrochen, kann das Mainboard anschließend möglicherweise nicht mehr normal starten.

AM4 bleibt ungewöhnlich langlebig

Der neue Ryzen 5 5500F verdeutlicht erneut, wie lang AMD den Sockel AM4 unterstützt. Die Plattform wurde vor rund zehn Jahren eingeführt und erhält weiterhin zusätzliche Prozessoroptionen.

Für Nutzer war diese lange Laufzeit ein wesentlicher Vorteil. Prozessoren mehrerer Generationen konnten auf zahlreichen Mainboards nach einem BIOS-Update weiterverwendet werden.

AMD verfolgt mit AM5 grundsätzlich eine ähnliche Strategie einer langfristigen Plattformunterstützung. Für PC-Bauer ist das relevant, weil bei einem späteren CPU-Upgrade möglicherweise nicht gleichzeitig Mainboard und Arbeitsspeicher gewechselt werden müssen.

Der 5500F ist damit zugleich ein ungewöhnliches Produkt: Er kommt zu einem Zeitpunkt, an dem AM5 längst etabliert ist, richtet sich aber bewusst an Nutzer, für die ein kompletter Plattformwechsel wirtschaftlich wenig sinnvoll wäre.

Welcher der beiden Prozessoren ist interessanter?

Ein direkter Sieger lässt sich kaum bestimmen, weil beide CPUs für unterschiedliche Ausgangssituationen gedacht sind.

Der Ryzen 5 5500F eignet sich in erster Linie für preisbewusste Nutzer mit vorhandener AM4-Hardware und separater Grafikkarte. Rund 100 Euro könnten ihn zu einer günstigen Upgrade-Option machen, sofern der tatsächliche Verkaufspreis in diesem Bereich liegt.

Der Ryzen 5 7500 bietet dagegen die deutlich modernere technische Basis. Zen 4, bis zu 5,0 GHz, 32 MB L3-Cache, AM5 und eine integrierte RDNA-2-Grafik machen ihn für neue Systeme interessanter.

Wer bereits ein funktionierendes AM4-System besitzt, erhält mit dem Ryzen 5 5500F eine weitere Möglichkeit, die Plattform günstig weiterzunutzen. Bei einem vollständigen Neubau spricht dagegen mehr für AM5 und den Ryzen 5 7500, sofern dessen endgültiger Straßenpreis konkurrenzfähig ausfällt.