Renault holt einen seiner bekanntesten sportlichen Namen zurück und verbindet ihn mit einem Elektroantrieb. Das neue Renault 8 Gordini Concept übernimmt zwar zahlreiche Merkmale des historischen R8 Gordini, ist aber keine klassische Neuauflage. Statt einer viertürigen Limousine entstand ein extrem flaches Coupé für zwei Personen, dessen technische und gestalterische Ausrichtung bewusst in die Gegenwart weist, die monrose.de berichtet mit bild.de.
Unter der Karosserie arbeitet ein Elektromotor mit 270 PS, der ausschließlich die Hinterräder antreibt. Damit greift Renault ein wesentliches Merkmal des historischen Vorbilds auf, ohne dessen technische Konstruktion zu kopieren. Die Kombination aus kompakten Abmessungen, Heckantrieb und betont breiter Karosserie rückt das Showcar optisch näher an einen modernen Rallye-Sportler als an ein restauriertes Fahrzeug aus den 1960er-Jahren.
Das Concept Car lebt von diesem Gegensatz. Historische Details sind sofort erkennbar, trotzdem wirkt das Auto nicht wie eine Retro-Kopie. Renault behandelt den R8 Gordini eher als Ausgangspunkt für ein völlig neues Design.

Renault 8 Gordini Concept setzt auf 270 PS und Heckantrieb
Der elektrische Antrieb des Renault 8 Gordini Elektro leistet 270 PS. Die Kraft geht an die Hinterachse, womit Renault zumindest beim Antriebskonzept eine klare Verbindung zum Original herstellt.
Bei den Abmessungen entfernt sich die Studie dagegen deutlich von ihrem historischen Vorbild. Das Concept ist 4,12 Meter lang und 1,88 Meter breit, bleibt mit lediglich 1,27 Metern Höhe aber ausgesprochen flach. Die niedrige Dachlinie verändert den Charakter des Autos vollständig.
Auch die Räder unterstreichen die sportliche Ausrichtung. Renault verwendet unterschiedliche Größen an Vorder- und Hinterachse: vorne 19 Zoll, hinten 20 Zoll.
| Merkmal | Renault 8 Gordini Concept |
|---|---|
| Antrieb | Elektro |
| Leistung | 270 PS |
| Angetriebene Achse | Hinterachse |
| Länge | 4,12 Meter |
| Breite | 1,88 Meter |
| Höhe | 1,27 Meter |
| Räder vorne | 19 Zoll |
| Räder hinten | 20 Zoll |
| Sitzplätze | 2 |
| Serienproduktion | nicht geplant |
Die technische Kombination lässt erkennen, dass Renault das Auto nicht als bloßes Designobjekt mit historischem Namen entwickelt hat. Proportionen, Radgrößen und Antrieb wurden auf einen sportlichen Auftritt abgestimmt.
Das Grundprinzip bleibt dem historischen Gordini erstaunlich nah: kompakte Abmessungen, Hinterradantrieb und eine Karosserie, die ihre sportlichen Ambitionen nicht versteckt.
Aus der viertürigen Limousine wird ein flaches Coupé
Beim historischen Renault 8 handelte es sich um eine kompakte viertürige Limousine. Genau diese Grundform übernimmt die neue Studie nicht. Renault reduziert das Fahrzeug stattdessen auf zwei Türen und zwei Sitzplätze.
Damit verändert sich auch die Silhouette. Die breite Karosserie, die niedrige Dachlinie und die großen Räder lassen das Auto wesentlich aggressiver auftreten. Einige Proportionen erinnern an moderne Rallye-Fahrzeuge, während einzelne Details bewusst auf den historischen Gordini verweisen.
Besonders auffällig ist die Front. Sechs runde Leuchten bestimmen das Erscheinungsbild und schaffen eine Verbindung zur klassischen Motorsport-Ästhetik. Hinzu kommt der charakteristische Knick in der Fronthaube.
Die wichtigsten Designmerkmale des neuen Renault Gordini sind:
- sechs runde Frontleuchten,
- eine stark abgesenkte Coupé-Silhouette,
- breite Radhäuser und große Räder,
- die Lackierung „Bleu de France“,
- weiße Streifen als Gordini-Zitat,
- versteckte Rückleuchten,
- ein zweisitziges Innenraumkonzept.
Gerade die Beleuchtung am Heck zeigt, wie weit sich Renault von einer konventionellen Retro-Studie entfernt. Die Rückleuchten liegen hinter der lackierten Oberfläche. Sind sie ausgeschaltet, verschwinden sie optisch nahezu vollständig.
Bleu de France erinnert sofort an Gordini
Die Farbgestaltung gehört zu den deutlichsten historischen Referenzen. Renault lackiert die Studie in „Bleu de France“ und kombiniert das Blau mit weißen Streifen. Diese Farbkombination ist eng mit den sportlichen Gordini-Modellen verbunden.
Das Designteam hat sich allerdings gegen eine direkte Rekonstruktion entschieden. Klassische Elemente tauchen an einzelnen Stellen auf, werden aber mit glatten Flächen und modernen technischen Lösungen kombiniert.
Blau und Weiß stellen die historische Verbindung her. Die flache Karosserie erzählt dagegen eine andere Geschichte. Genau zwischen diesen beiden Ebenen funktioniert das Design des Concept Cars.
Das ist auch für die Positionierung des Fahrzeugs entscheidend. Ein elektrifizierter Nachbau des alten R8 hätte sich stark auf Nostalgie verlassen müssen. Das neue Konzept nutzt den historischen Namen stattdessen als gestalterischen Rahmen.
Die Studie beantwortet weniger die Frage, wie sich ein alter R8 elektrifizieren ließe. Sie zeigt vielmehr, welche Form ein Gordini annehmen könnte, wenn das Konzept heute neu entstehen würde.
Innenraum verzichtet auf riesige Displays
Im Cockpit setzt Renault einen Gegenpunkt zu aktuellen Innenräumen, die häufig von einem oder mehreren großen Touchscreens dominiert werden. Beim Renault Gordini Concept stehen stattdessen runde digitale Instrumente im Mittelpunkt.
Ihre Form erinnert an klassische Rundanzeigen. Die Informationen werden digital dargestellt, optisch bleibt jedoch die Verbindung zum historischen Fahrzeug erhalten. Hinzu kommen aus massivem Material gefertigte Schalter, die den mechanischen Charakter des Cockpits betonen.
Renault kombiniert verschiedene Materialien:
- Gebürstetes Aluminium sorgt für technisch wirkende Oberflächen.
- Alcantara unterstreicht die Motorsport-Ausrichtung.
- Schalensitze ersetzen komfortorientierte Standardsitze.
- Blauer Cord in den Sitzflächen nimmt ein Detail des historischen R8 Gordini auf.
Gerade der Cord ist ein ungewöhnliches Element. Während moderne Sportwagen häufig auf Leder, Alcantara oder technische Textilien setzen, greift Renault hier bewusst ein Material auf, das eng mit einer anderen automobilepoche verbunden ist.
Das Ergebnis beschreibt die Marke mit dem Begriff „Café Racer“. Gemeint ist eine Gestaltung, die Überflüssiges entfernt und sich auf wenige funktionale Elemente konzentriert.
Renault kombiniert digitale Technik mit analogen Formen
Der Verzicht auf ein riesiges Zentraldisplay bedeutet nicht, dass Renault auf digitale Anzeigen verzichtet. Die Technik wird lediglich anders präsentiert.

Runde Instrumente vermitteln aus Fahrersicht eine klassische Anordnung, obwohl die eigentlichen Anzeigen digital arbeiten. Dazu kommen physische Bedienelemente. Der Innenraum soll dadurch weniger wie ein mobiles Multimedia-System und stärker wie ein fahrerorientiertes Cockpit wirken.
Digitale Rundinstrumente werden damit zu einem der wichtigsten Bindeglieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die zwei Schalensitze machen zugleich deutlich, dass praktische Alltagseigenschaften bei der Studie keine Priorität haben. Vom viertürigen Familienformat des ursprünglichen Renault 8 bleibt im Innenraum kaum etwas übrig.
Das Cockpit folgt einer einfachen Idee. Technik soll sichtbar sein, aber nicht jede Fläche dominieren. Historische Formen übernehmen dabei eine Funktion, die sonst häufig große Bildschirme erfüllen.
Keine Serienproduktion für den elektrischen Gordini
Wer auf einen Marktstart des Renault 8 Gordini mit 270 PS hofft, bekommt allerdings eine klare Einschränkung: Renault plant keine Serienproduktion. Das Fahrzeug bleibt ein Einzelstück.
Damit unterscheidet sich die Studie von Concept Cars, die bereits konkrete Hinweise auf kommende Serienmodelle geben. Beim Gordini steht die Neuinterpretation der Markengeschichte im Vordergrund.
Das Projekt gehört zu einer Reihe besonderer Fahrzeuge, mit denen Renault ältere Modelle neu interpretiert. Dazu zählen unter anderem der Renault 5 Diamant und der elektrische R17 Restomod. In diesem Umfeld bekommt auch der neue Gordini seinen Platz.
Für die Studie bedeutet das zugleich, dass viele spektakuläre Details nicht auf ihre Eignung für eine Großserie reduziert werden müssen. Versteckte Rückleuchten, ungewöhnliche Proportionen und das minimalistische Zweipersonen-Cockpit können konsequenter umgesetzt werden, als es bei einem alltäglichen Serienfahrzeug möglich wäre.
Dass keine Serienversion vorgesehen ist, erklärt einen Teil der gestalterischen Freiheit. Der Gordini muss weder Familienauto noch Volumenmodell sein und kann sich vollständig auf seine Rolle als Showcar konzentrieren.
Renault 8 Gordini soll ins Museum nach Flins
Langfristig ist für das Einzelstück ein besonderer Standort vorgesehen. Der elektrische Gordini soll Teil der Sammlung des künftigen Renault-Museums in Flins werden.
Dort passt die Studie in eine Reihe von Fahrzeugen, die unterschiedliche Epochen der Marke miteinander verbinden. Der historische R8 Gordini steht für eine Zeit, in der kompakte Limousinen mit vergleichsweise einfacher Technik im Motorsport große Aufmerksamkeit erzeugen konnten. Die neue Interpretation übersetzt diese Idee in eine Epoche mit Elektromotoren, digitalen Instrumenten und völlig anderen Designmöglichkeiten.
Eine Rückkehr des Gordini als reguläres Serienmodell kündigt Renault damit nicht an. Trotzdem zeigt das Einzelstück, wie weit sich historische Modellnamen neu interpretieren lassen, ohne lediglich alte Formen zu reproduzieren.
Der elektrische Renault 8 Gordini bleibt deshalb vor allem ein Designexperiment mit 270 PS, Heckantrieb und auffälligen Proportionen. Seine bekanntesten historischen Merkmale, darunter die blau-weiße Farbgebung und klassische Rundinstrumente, bleiben sichtbar. Gleichzeitig machen Zweipersonen-Cockpit, versteckte Rückleuchten und die extrem flache Coupé-Karosserie klar, dass Renault keinen R8 von gestern nachbauen wollte.