Seit dem 17. März 2026 können Verbraucher ihren neuen SCHUFA-Score digital einsehen. Statt verschiedener schwer vergleichbarer Branchenwerte verwendet das neue Modell zwölf offengelegte Kriterien mit festen Punktespannen. Der Wert liegt zwischen 100 und 999 Punkten und soll verständlicher zeigen, wie gespeicherte Vertrags- und Zahlungsdaten die Bonität beeinflussen, die monrose.de berichtet.
Der Wechsel erfolgt allerdings nicht bei allen Unternehmen gleichzeitig. Banken, Händler, Telekommunikationsanbieter und andere SCHUFA-Vertragspartner können ihre Systeme während einer Übergangsphase bis Ende 2028 umstellen. Deshalb kann der im persönlichen Account sichtbare Wert zeitweise von den Modellen abweichen, die ein einzelnes Unternehmen für seine Entscheidung verwendet.
Der neue Score ist transparenter, aber nicht automatisch leichter zu verbessern.
Was sich beim SCHUFA-Score 2026 geändert hat
Das bisherige System arbeitete unter anderem mit mehreren Branchenscores, die je nach Bank, Versandhandel oder Telekommunikationsunternehmen unterschiedlich ausfallen konnten. Das neue Modell führt diese Bewertung schrittweise zu einem einheitlichen Wert zusammen. Verbraucher und angeschlossene Unternehmen sollen künftig grundsätzlich denselben Score sehen. Eine erste Einordnung der Reform bietet auch der Monrose-Beitrag zum neuen SCHUFA-Bewertungssystem.
Jedes der zwölf Kriterien liefert eine bestimmte Zahl von Punkten. Die Werte werden addiert, sodass die Berechnung zumindest in ihren Grundzügen nachvollziehbar wird. Die vollständige Übersicht veröffentlicht die SCHUFA auf ihrer offiziellen Seite zu den Kriterien des neuen Scores.
„Der Score setzt sich aus zwölf Kriterien zusammen.“
Neu ist nicht nur die Skala. Auch die Gewichtung einzelner Daten wurde verändert. Die bloße Zahl bestehender Girokonten und Kreditkarten zählt nicht mehr. Kreditanfragen für Raten-, Leasing- und Immobilienfinanzierungen sollen ebenfalls keinen direkten Einfluss auf den neuen Wert haben. Relevant bleiben jedoch neue Girokonto- und Kreditkartenanfragen sowie bestimmte Bonitätsabfragen außerhalb des Bankensektors.
Diese zwölf SCHUFA-Kriterien zählen
Die folgende Tabelle zeigt, wie groß der mögliche Einfluss der einzelnen SCHUFA-Kriterien 2026 ist. Die maximale Punktzahl aller Bereiche ergibt zusammen 999 Punkte.
| Kriterium | Mögliche Punkte | Günstigste Ausprägung |
|---|---|---|
| Zahlungsstörungen | 100 bis 264 | Keine Zahlungsstörung vorhanden |
| Alter des ältesten Bankvertrags | 0 bis 69 | Mindestens 20 Jahre |
| Alter der ältesten Kreditkarte | 0 bis 81 | Mindestens 15 Jahre |
| Alter der aktuellen Adresse | 0 bis 94 | Mindestens 20 Jahre |
| Alter des jüngsten Rahmenkredits | 0 bis 36 | Kein Rahmenkredit oder älter als zwei Jahre |
| Girokonto- und Kreditkartenanfragen | 0 bis 117 | Keine Anfrage oder kein Abschluss in zwölf Monaten |
| Anfragen außerhalb des Bankenbereichs | 0 bis 99 | Keine oder eine Anfrage in zwölf Monaten |
| Neue Ratenkredite | 0 bis 66 | Kein neuer Ratenkredit in zwölf Monaten |
| Längste Restlaufzeit von Ratenkrediten | 0 bis 61 | Kein Kredit oder höchstens drei Jahre Restlaufzeit |
| Kreditstatus | 0 bis 19 | Ratenkredit vollständig und positiv erledigt |
| Immobilienkredit oder Bürgschaft | 0 bis 55 | Immobilienkredit oder entsprechende Bürgschaft vorhanden |
| Identitätsprüfung | 0 bis 38 | Identität wurde bestätigt |
Die Tabelle zeigt, dass Zahlungsstörungen besonders schwer wiegen. Ohne einen negativen Zahlungseintrag werden in diesem Bereich 264 Punkte vergeben. Eine erledigte Zahlungsstörung bringt zunächst nur 100 Punkte, nach einem Jahr 135 und nach zwei Jahren 152 Punkte. Besteht noch eine offene Zahlungsstörung, berechnet die SCHUFA keinen Score.
Auch neue Bankprodukte können den Wert vorübergehend drücken. Eine Kreditkarte, die jünger als sechs Monate ist, liefert keine Punkte im entsprechenden Kriterium. Ab sechs Monaten kommen 14 Punkte hinzu, nach einem Jahr 23 und ab 15 Jahren maximal 81 Punkte. Wer keine Kreditkarte mit Kreditrahmen besitzt, erhält 24 Punkte, da kein zusätzliches Kreditrisiko besteht. Debit- und Prepaidkarten zählen nicht als Kreditkarten.

Ein möglichst hoher Score entsteht nicht durch viele Verträge, sondern durch wenige stabile und vertragsgemäß geführte Beziehungen.
Welche Anfragen den Score belasten können
Besonders relevant sind Anfragen und Abschlüsse für Girokonten oder Kreditkarten innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Ohne eine solche Aktivität werden 117 Punkte vergeben. Eine Anfrage oder ein Abschluss bringt 82 Punkte, zwei bringen 44 Punkte. Ab drei Ereignissen gibt es in diesem Bereich keine Punkte mehr.
Mehrere Anfragen innerhalb eines kurzen Vergleichszeitraums werden zusammengefasst. Dadurch soll verhindert werden, dass das Einholen verschiedener Konditionen sofort mehrfach negativ zählt.
„Mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen werden nur einmal gezählt.“
Außerhalb des Bankenbereichs zählen unter anderem Bonitätsabfragen von Onlinehändlern, Telekommunikationsunternehmen und bestimmten Finanzdienstleistern. Keine oder eine Anfrage innerhalb von zwölf Monaten bringt 99 Punkte. Bei zwei Anfragen sinkt der Wert auf 71 Punkte, bei drei auf 40 Punkte. Vier oder mehr Anfragen ergeben null Punkte in diesem Kriterium.
Typische Auslöser können sein:
- Bestellungen auf Rechnung bei neuen Onlineshops,
- neue Mobilfunkverträge mit subventioniertem Smartphone,
- Ratenkäufe und Buy-now-pay-later-Angebote,
- Versicherungs- oder Dienstleistungsverträge mit Bonitätsprüfung,
- mehrere Konto- oder Kartenanträge innerhalb kurzer Zeit.
Nicht jeder Vertrag führt zwingend zu einer SCHUFA-Anfrage. Das jeweilige Unternehmen entscheidet, ob es eine Bonitätsprüfung durchführt und welche Art von Anfrage übermittelt wird.
Wie Ratenkredite und Kreditkarten bewertet werden
Ein einzelner Ratenkredit zerstört keinen guten Score. Entscheidend sind Anzahl, Alter, Restlaufzeit und bisheriger Zahlungsstatus. Wer in den vergangenen zwölf Monaten keinen neuen Ratenkredit aufgenommen hat, erhält 66 Punkte. Bei einem neuen Kredit sind es 48, bei zwei Krediten 32. Ab drei neuen Ratenkrediten gibt es in diesem Teilbereich keine Punkte. Immobilienfinanzierungen fallen nicht unter dieses Kriterium.
Zusätzlich zählt die längste verbleibende Laufzeit. Bei höchstens drei Jahren Restlaufzeit werden 61 Punkte vergeben. Ab drei Jahren sind es 48, ab vier Jahren 28 und ab fünf Jahren zehn Punkte. Liegt die Restlaufzeit eines Kredits bei sechs Jahren oder mehr, werden keine Punkte vergeben.
Ein vollständig zurückgezahlter Ratenkredit kann dagegen positiv wirken. Für einen positiv erledigten Kredit sieht das Modell 19 Punkte vor. Ohne bisherigen Ratenkredit werden neun Punkte vergeben, ein offener Kredit liefert in diesem Einzelkriterium null Punkte. Die laufende Finanzierung wird trotzdem zusätzlich über Anzahl und Restlaufzeit bewertet.
Ein Immobilienkredit wird anders behandelt. Da vor dessen Vergabe meist eine umfassende Prüfung von Einkommen, Eigenkapital und finanzieller Stabilität stattfindet, bringt ein bestehender Immobilienkredit oder eine entsprechende Bürgschaft 55 Punkte. Daraus folgt jedoch nicht, dass eine Immobilienfinanzierung nur zur Verbesserung des Scores sinnvoll wäre. Zinsen, Kaufnebenkosten und langfristige Verpflichtungen stehen in keinem Verhältnis zu einem möglichen Punktegewinn.
SCHUFA-Score verbessern: sieben sinnvolle Schritte
Wer den SCHUFA-Score verbessern möchte, sollte zuerst falsche oder veraltete Daten ausschließen. Erst danach lohnt sich die Optimierung des eigenen Vertragsverhaltens.
- Kostenlose Datenübersicht abrufen
Über den SCHUFA-Account lassen sich gespeicherte Vertragsdaten und der neue Score digital prüfen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Datenkopie zu beantragen. Die offizielle SCHUFA-Seite erklärt, wie Verbraucher ihren SCHUFA-Score kostenlos einsehen können. - Fehler sofort beanstanden
Unbekannte Konten, längst beendete Verträge, falsche Adressen oder unzutreffende Zahlungsstörungen sollten schriftlich geklärt werden. Belege wie Kündigungsbestätigungen, Kontoauszüge oder Zahlungsnachweise beschleunigen die Zuordnung. - Offene Forderungen klären
Eine offene Zahlungsstörung verhindert die Berechnung eines regulären Scores. Nach Begleichung wird wieder ein Wert ermittelt. Der erledigte Eintrag kann den Score noch mehrere Jahre beeinflussen, wobei sein Gewicht mit der Zeit abnimmt. - Konto- und Kartenanträge bündeln
Mehrere neue Anträge über verschiedene Monate können erheblich mehr Punkte kosten als ein gebündelter Vergleich innerhalb der 28-Tage-Regel. Neue Karten sollten nur beantragt werden, wenn sie tatsächlich benötigt werden. - Ratenkäufe begrenzen
Mehrere neue Konsumkredite innerhalb von zwölf Monaten belasten gleich mehrere Kriterien. Dazu gehören klassische Bankkredite und viele Finanzierungen für Möbel, Technik oder Fahrzeuge. - Alte, günstige Verträge nicht vorschnell kündigen
Ein langjähriger Bankvertrag oder eine alte Kreditkarte kann positiv bewertet werden. Eine Kündigung allein zur Vereinfachung der Vertragsübersicht sollte daher gegen mögliche Gebühren, Sicherheitsrisiken und den Verlust der Vertragsdauer abgewogen werden. - Zahlungen automatisieren
Daueraufträge und Lastschriftmandate reduzieren das Risiko vergessener Rechnungen. Entscheidend bleibt, dass das Konto am Abbuchungstag ausreichend gedeckt ist.
Ein seriöser Anbieter kann keinen festen Punkteanstieg innerhalb weniger Tage garantieren.
Was nicht direkt in den SCHUFA-Score einfließt
Einkommen, Beruf, Arbeitgeber und vorhandenes Vermögen gehören nicht zu den zwölf veröffentlichten Score-Kriterien. Auch Sozialleistungen werden nicht als eigenes Merkmal bewertet. Informationen zum Wohngeldantrag 2026 oder zu einem seriösen Nebenjob von zu Hause betreffen deshalb eher die persönliche Haushaltsrechnung als den SCHUFA-Wert.
Für eine Kreditentscheidung bleiben Einkommen und laufende Ausgaben dennoch relevant. Eine Bank kann einen Antrag trotz hohem SCHUFA-Score ablehnen, wenn das frei verfügbare Einkommen für die gewünschte Rate nicht reicht. Umgekehrt kann ein stabiles Einkommen Nachteile eines nur akzeptablen Scores teilweise ausgleichen, sofern keine offenen Zahlungsstörungen bestehen.
„Banken, Handel und andere Unternehmen entscheiden selbst darüber.“
Ebenfalls nicht direkt bewertet werden:
- Kontostände und Sparguthaben,
- Höhe des monatlichen Gehalts,
- Familienstand und Nationalität,
- Beruf oder Bildungsabschluss,
- Nutzung einer Debit- oder Prepaidkarte,
- Zahl bestehender Girokonten,
- Zahl bestehender Kreditkarten.
Die bloße Zahl der Konten und Karten ist vom neuen Modell zu unterscheiden. Neue Anfragen und Abschlüsse innerhalb der vergangenen zwölf Monate können weiterhin Punkte kosten.

Welche Score-Klassen gelten
Die SCHUFA ordnet die Punktzahl in vier berechnete Klassen ein. Bei offenen Zahlungsstörungen oder bestimmten öffentlichen Negativmerkmalen wird kein Score ausgegeben.
- Hervorragend: 776 bis 999 Punkte
- Gut: 709 bis 775 Punkte
- Akzeptabel: 642 bis 708 Punkte
- Ausreichend: 100 bis 641 Punkte
- Ungenügend: kein Score wegen offener Zahlungsstörungen oder vergleichbarer Merkmale
Nach Angaben der SCHUFA liegen rund 62 Prozent der bewerteten Personen in der Klasse „Hervorragend“, etwa 20 Prozent in „Gut“ und rund acht Prozent in „Akzeptabel“. Die Klasse allein garantiert keinen Kredit oder Mietvertrag, da Unternehmen zusätzliche Informationen und eigene Risikogrenzen verwenden.
FAQ zum neuen SCHUFA-Score 2026
Wie schnell kann sich der SCHUFA-Score verbessern?
Das hängt vom auslösenden Kriterium ab. Falsche Daten können nach einer Korrektur relativ schnell berücksichtigt werden. Bei neuen Krediten, Karten, Anfragen oder erledigten Zahlungsstörungen verbessert sich der Wert dagegen schrittweise mit zunehmendem Zeitabstand.
Verschlechtert ein Umzug automatisch den Score?
Eine neue Adresse bringt in den ersten sieben Monaten keine Punkte im Kriterium Adressalter. Danach steigt die Punktzahl stufenweise. Ein notwendiger Umzug sollte deshalb nicht allein wegen des Scores vermieden werden. Ab 20 Jahren an derselben Adresse sind maximal 94 Punkte möglich.
Sollte eine alte Kreditkarte behalten werden?
Eine langjährig geführte Kreditkarte kann positiv wirken. Sie sollte trotzdem gekündigt werden, wenn hohe Gebühren, Betrugsrisiken oder unübersichtliche Kreditrahmen überwiegen. Eine nicht benötigte Karte nur wegen möglicher Scorepunkte dauerhaft zu bezahlen, ist selten wirtschaftlich.
Verbessert ein höheres Einkommen den Score?
Nicht direkt. Das Einkommen gehört nicht zu den zwölf Score-Kriterien. Es verbessert jedoch die Haushaltsrechnung und kann deshalb bei der Kreditentscheidung einer Bank entscheidend sein.
Lässt sich der Score durch einen Immobilienkredit erhöhen?
Ein vorhandener Immobilienkredit bringt im entsprechenden Kriterium 55 Punkte. Eine Finanzierung nur zu diesem Zweck wäre wegen Zinsen, Nebenkosten und langfristiger Verpflichtungen finanziell unsinnig.
Ist ein Score von mehr als 700 Punkten gut?
Ein Wert zwischen 709 und 775 Punkten fällt in die Klasse „Gut“. Ab 776 Punkten gilt der Score als „Hervorragend“. Ob ein Vertrag zustande kommt, entscheidet weiterhin das jeweilige Unternehmen anhand des Scores und zusätzlicher finanzieller Angaben.