Lehrermangel 2026: wie betroffen ist deine Schule?

Fehlen an deiner Schule wirklich Lehrkräfte? Zahlen für 2026, regionale Unterschiede und ein praktischer Check zeigen, wie ernst die Lage ist.

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Lehrermangel 2026: wie betroffen ist deine Schule?

Der Lehrermangel 2026 trifft Schulen in Deutschland sehr unterschiedlich. Während manche Kollegien freie Stellen noch durch Vertretungskräfte auffangen, fallen an anderen Standorten Förderstunden aus, Kurse werden zusammengelegt oder Fächer über Monate fachfremd unterrichtet, die  monrose.de berichtet.

Entscheidend ist deshalb nicht allein eine bundesweite Zahl. Schulart, Bundesland, Wohnort und benötigte Fächer bestimmen, ob eine einzelne Schule personell stabil arbeitet oder bereits im Notbetrieb steckt

Eine Schule kann auf dem Papier vollständig besetzt sein und trotzdem unter Personalmangel leiden, wenn Langzeiterkrankungen, Teilzeitquoten oder unbesetzte Fachstellen den Stundenplan dauerhaft ausdünnen.

Was bedeutet Lehrermangel 2026?

Die Bildungsministerkonferenz rechnet für 2026 mit einem bundesweiten Einstellungsbedarf von rund 35.300 Lehrkräften. Dem stehen nach ihrer Modellrechnung etwa 29.100 neu ausgebildete Absolventinnen und Absolventen gegenüber. Daraus ergibt sich eine rechnerische Differenz von ungefähr 6.200 Personen.

Lehrermangel 2026: wie betroffen ist deine Schule?
Lehrermangel 2026: wie betroffen ist deine Schule?

Diese Zahl beschreibt jedoch nicht sämtliche unbesetzten Stellen an deutschen Schulen. In die tatsächliche Personalversorgung fließen zusätzlich Seiteneinsteiger, Lehrkräfte aus anderen Bundesländern, ausländische Abschlüsse, befristete Beschäftigte und Personen ein, die nach einer Unterbrechung in den Schuldienst zurückkehren. Umgekehrt können Teilzeit, Krankheit oder regionale Engpässe dazu führen, dass eine Schule trotz formal besetzter Stellen zu wenig Unterrichtskapazität hat.

„Kurzfristig ist deutschlandweit und über alle Lehrämter hinweg das berechnete verfügbare Lehrkräfteangebot deutlich geringer als der Lehrkräftebedarf.“

Bildungsministerkonferenz, Modellrechnung 2025 bis 2035

Für Familien, deren Kind 2026 neu startet, gehören Personalfragen zur Vorbereitung auf die Einschulung 2026 ebenso wie Termine und organisatorische Abläufe. Die materielle Planung deckt die Schulbedarfsliste für die Grundschule ab, die Unterrichtsqualität hängt dagegen von der konkreten Personalsituation vor Ort ab.

Über den Zeitraum von 2025 bis 2035 erwartet die Konferenz rund 356.000 Einstellungen. Gleichzeitig werden etwa 329.000 regulär ausgebildete Lehramtsabsolventen verfügbar sein. Die Differenz von ungefähr 27.000 Personen verteilt sich nicht gleichmäßig über die Jahre oder Regionen. Ab 2030 kann das rechnerische Gesamtangebot bundesweit zeitweise über dem Bedarf liegen, obwohl einzelne Schularten und Fächer weiterhin deutlich zu wenig Bewerber haben.

Welche Schularten besonders unter Druck stehen

Der Lehrermangel in Deutschland konzentriert sich besonders auf die Sekundarstufe I, berufliche Schulen und die Sonderpädagogik. Gymnasien haben insgesamt eine günstigere Bewerberlage, wobei auch dort regionale und fachspezifische Lücken auftreten.

Lehramt beziehungsweise SchulartEinstellungsbedarf 2025–2027Reguläres AngebotRechnerische Lücke
Grundschule26.40023.4003.000
Sekundarstufe I25.40013.30012.100
Gymnasium und Sekundarstufe II34.60031.3003.300
Berufliche Schulen12.4007.2005.200
Sonderpädagogik12.9008.7004.200

Die größte Differenz entsteht in der Sekundarstufe I. Zwischen 2025 und 2035 werden dort rund 75.200 Einstellungen erwartet, aber nur etwa 44.600 regulär ausgebildete Absolventen. Berufliche Schulen benötigen im selben Zeitraum ungefähr 50.500 neue Lehrkräfte, während das modellierte Angebot bei rund 26.500 liegt.

Warum die Schulart mehr sagt als der Landesdurchschnitt

Eine Grundschule benötigt andere Qualifikationen als ein Berufskolleg mit Metalltechnik, Pflege oder Elektrotechnik. Selbst ein rechnerischer Bewerberüberschuss bei Gymnasiallehrkräften hilft einer Förderschule nicht, wenn dort sonderpädagogische Fachkräfte fehlen.

Auch die Umstellung von G8 auf G9 beeinflusst den kurzfristigen Lehrkräftebedarf. In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein erreicht 2026 ein zusätzlicher Jahrgang die gymnasiale Oberstufe. Dadurch steigt der Personalbedarf zeitweise, ohne dass dieser Effekt automatisch dauerhaft bestehen bleibt.

Lehrermangel nach Bundesland

Die folgenden Werte zeigen den modellierten Einstellungsbedarf für 2026. Sie sind keine Statistik offener Stellen und keine Rangliste der Unterrichtsqualität. Ein großes Bundesland benötigt wegen seiner Schülerzahl naturgemäß mehr Personal als Bremen oder das Saarland.

BundeslandGrundschuleSekundarstufe IGymnasium/Sekundarstufe II
Baden-Württemberg8006501.300
Bayern1.4101.1001.220
Berlinnicht separat ausgewiesen2521.001
Brandenburg480340400
Bremen96nicht separat ausgewiesen242
Hamburg16431445
Hessen570520880
Mecklenburg-Vorpommern120350200
Niedersachsen1.870880660
Nordrhein-Westfalen1.5851.7072.456
Rheinland-Pfalz120400420
Saarland3080115
Sachsen505654586
Sachsen-Anhalt160330290
Schleswig-Holstein120200380
Thüringen120390150

Beim Lehrermangel nach Bundesland fällt Nordrhein-Westfalen wegen seiner Größe in mehreren Kategorien auf. Niedersachsen weist für 2026 einen besonders hohen Einstellungsbedarf an Grundschulen aus. In Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern ist dagegen die Sekundarstufe I im Verhältnis zur Grundschule stärker gefordert.

Die Landeszahl sagt trotzdem wenig über deine konkrete Schule aus. Eine gut erreichbare Schule in einer Universitätsstadt kann zahlreiche Bewerbungen erhalten, während ein Standort im ländlichen Raum dieselbe Stelle mehrfach ausschreibt. Hinzu kommen Unterschiede bei Mieten, Fahrtwegen, befristeten Verträgen und der Zahl verfügbarer Referendariatsplätze.

So prüfst du die Lage an deiner Schule

Ein einzelner Ausfalltag ist noch kein Beleg für strukturellen Personalmangel. Aussagekräftiger wird das Bild, wenn mehrere Probleme über Wochen gleichzeitig auftreten.

  1. Beobachte den Vertretungsplan über mindestens vier Schulwochen. Notiere, wie oft Unterricht entfällt, zusammengelegt oder durch Stillarbeit ersetzt wird.
  2. Prüfe, ob zentrale Fächer dauerhaft fachfremd unterrichtet werden. Eine gelegentliche Vertretungsstunde ist normal, ein komplettes Halbjahr ohne Fachlehrkraft nicht.
  3. Frage nach langfristig unbesetzten Stellen. Solche Informationen finden sich teilweise in Schulkonferenzen, Elternvertretungen oder öffentlich ausgeschriebenen Stellen.
  4. Achte auf gestrichene Förderangebote. Leseförderung, Sprachkurse, Arbeitsgemeinschaften und Doppelbesetzungen verschwinden häufig früher als Pflichtstunden.
  5. Vergleiche mehrere Klassenstufen. Ein Problem in einer einzelnen Klasse kann mit einer Erkrankung zusammenhängen, wiederkehrende Lücken in mehreren Jahrgängen sprechen eher für ein strukturelles Defizit.
  6. Bitte die Schulleitung oder Elternvertretung um konkrete Angaben statt allgemeiner Einschätzungen. Relevant sind offene Stellen, Langzeitvertretungen, fachfremder Unterricht und dauerhaft nicht erteilte Stunden.

Entscheidend ist nicht, ob jede ausgefallene Stunde ersetzt wird, sondern welche Qualität der Ersatz hat und ob sich dieselben Lücken Woche für Woche wiederholen.

Als grobe Orientierung gelten ein regelmäßig gekürzter Stundenplan, mehrere fachfremd besetzte Kernfächer und entfallende Förderangebote als deutliche Belastung. Diese Merkmale bilden keine amtliche Skala, helfen aber dabei, Gerüchte von nachvollziehbaren Beobachtungen zu trennen.

Welche Ursachen hinter dem Personalmangel stehen

Der Mangel hat nicht nur eine Ursache. Mehrere Entwicklungen treffen gleichzeitig aufeinander:

  • Viele Lehrkräfte aus geburtenstarken Jahrgängen erreichen das Ruhestandsalter.
  • Schülerzahlen steigen regional durch stärkere Geburtsjahrgänge und Zuwanderung.
  • Ein Lehramtsstudium mit Referendariat dauert mehrere Jahre und reagiert langsam auf kurzfristige Bedarfsänderungen.
  • Studienplätze und Referendariatsstellen passen nicht immer zu den später benötigten Fächern.
  • Ländliche Schulen konkurrieren mit Städten um dieselben Bewerber.
  • Inklusion, Ganztagsbetreuung und Sprachförderung erhöhen den Personalbedarf zusätzlich.
  • Verwaltungsaufgaben, Dokumentation und Vertretungsorganisation binden Arbeitszeit außerhalb des Unterrichts.

Im Schuljahr 2024/2025 arbeiteten 43,9 Prozent der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen in Teilzeit. Bei Frauen lag der Anteil bei 51,4 Prozent, bei Männern bei 23,3 Prozent. Teilzeit ist nicht automatisch ein Problem, reduziert aber die verfügbare Stundenzahl, wenn Schulen offene Anteile nicht nachbesetzen können. Mehr als ein Drittel der Lehrkräfte war mindestens 50 Jahre alt, wodurch weitere Ruhestandswellen absehbar sind. (Destatis)

Der sichtbare Unterrichtsausfall 2026 kann außerdem durch Erkrankungen, Schwangerschaften, Elternzeit oder Fortbildungen entstehen. Diese kurzfristigen Gründe unterscheiden sich vom strukturellen Mangel, verstärken dessen Folgen aber: Ein großes Kollegium besitzt mehr Reserven, ein bereits knapp besetztes Team kaum.

Was Ministerien und Länder unternehmen

Die Länder erweitern Ausbildungswege, erleichtern den Seiteneinstieg und versuchen, vorhandene Lehrkräfte von Aufgaben außerhalb des Unterrichts zu entlasten. Einheitliche Lösungen gibt es nicht, weil jedes Bundesland Einstellung, Besoldung und Qualifizierung selbst organisiert.

Lehrermangel 2026: wie betroffen ist deine Schule?
Lehrermangel 2026: wie betroffen ist deine Schule?

Neue Wege in den Beruf

Beim Quereinstieg ins Lehramt sollen Bewerber mit passenden Hochschulabschlüssen pädagogisch nachqualifiziert werden. Die Bildungsministerkonferenz nennt außerdem duale Studienmodelle, berufsbegleitende Masterprogramme und Lehramtsausbildungen mit nur einem Unterrichtsfach. Auch ausländische Abschlüsse sollen schneller geprüft und anerkannt werden.

Diese Wege können freie Stellen schneller besetzen, dürfen aber die pädagogische Vorbereitung nicht auf wenige Einführungstage reduzieren. Klassenführung, Leistungsbewertung, Kinderschutz und der Umgang mit Förderbedarf gehören ebenso zum Beruf wie das Fachwissen.

Weitere Maßnahmen betreffen:

  • zusätzliche Studien- und Referendariatsplätze in Mangelfächern;
  • gemeinsame Standards für Seiten- und Quereinsteiger;
  • multiprofessionelle Teams mit Sozialpädagogik, Schulpsychologie und Verwaltung;
  • weniger Verwaltungsaufgaben für Lehrkräfte;
  • bessere Möglichkeiten zur Rückkehr aus Beurlaubung oder Ruhestand;
  • gezielte Werbung für Regionen und Schularten mit wenigen Bewerbern.

„Der Lehrkräftemangel stellt in den nächsten Jahren eine besondere Herausforderung für die Unterrichtsversorgung und -qualität dar.“

Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz

Notmaßnahmen lösen das Grundproblem nicht

Die Wissenschaftliche Kommission nennt für akute Engpässe auch größere Lerngruppen, angepasste Teilzeitregelungen, den Einsatz pensionierter Lehrkräfte sowie mehr Selbstlern- und Hybridphasen in höheren Klassen. Solche Maßnahmen können Unterricht vorübergehend absichern, erhöhen aber teilweise die Belastung des vorhandenen Personals.

Wird eine Klasse dauerhaft vergrößert, verschwindet der Personalmangel nur aus der Stellenrechnung. Für Korrekturen, Elterngespräche und individuelle Förderung bleibt pro Kind weniger Zeit.

Häufige Fehler bei der Bewertung

Eltern und Schüler erhalten oft nur Ausschnitte der Personalsituation. Dadurch entstehen schnelle, aber nicht immer richtige Schlussfolgerungen.

  • Eine ausgefallene Stunde beweist keinen strukturellen Mangel.
  • Hohe Einstellungszahlen bedeuten nicht automatisch, dass ein Bundesland schlechter arbeitet.
  • Eine besetzte Stelle garantiert keine vollständige Unterrichtsversorgung, wenn die Person nur wenige Stunden arbeitet.
  • Seiteneinsteiger sind nicht grundsätzlich unqualifiziert. Entscheidend sind Fachabschluss, pädagogische Begleitung und Nachqualifizierung.
  • Vertretungsunterricht ist nicht mit regulärem Fachunterricht gleichzusetzen.
  • Meldungen aus Klassenchats sollten mit Vertretungsplänen und offiziellen Angaben abgeglichen werden.
  • Kurzfristige Krankheitswellen dürfen nicht mit jahrelang offenen Fachstellen vermischt werden.

Bei finanziell belasteten Familien kann zusätzlich der organisatorische Schulstart Druck erzeugen. Das Schulbedarfspaket für Bürgergeld-Familien erklärt, welche Unterstützung 2026 vorgesehen ist. Für jüngere Kinder kann eine vorbereitete Lernumgebung nach dem Prinzip Montessori im Kinderzimmer helfen, selbstständiges Arbeiten zu üben, ersetzt aber keine qualifizierte Lehrkraft.

FAQ zum Lehrermangel 2026

Wie viele Lehrer fehlen 2026 in Deutschland?

Die Modellrechnung der Bildungsministerkonferenz weist für 2026 eine Differenz von etwa 6.200 Personen zwischen dem erwarteten Einstellungsbedarf und dem Angebot regulär ausgebildeter Absolventen aus. Das ist keine vollständige Zahl aller offenen Stellen, weil weitere Zugangswege und regionale Bewegungen hinzukommen.

Welches Bundesland ist am stärksten betroffen?

Eine belastbare Rangliste existiert nicht. Nordrhein-Westfalen hat wegen seiner Bevölkerungsgröße hohe absolute Einstellungszahlen, Niedersachsen benötigt besonders viele Grundschullehrkräfte. Die Lage innerhalb eines Landes kann sich zwischen Großstadt, Umland und ländlicher Region deutlich unterscheiden.

Welche Schularten haben die größten Probleme?

Bundesweit zeigen die Modellrechnungen die größte rechnerische Lücke in der Sekundarstufe I. Ebenfalls angespannt sind berufliche Schulen und die Sonderpädagogik. An Grundschulen hängt die Situation stark vom Bundesland und vom Standort ab.

Bedeutet Lehrermangel automatisch mehr Unterrichtsausfall?

Nicht automatisch. Schulen nutzen Vertretungsreserven, Mehrarbeit, fachfremden Unterricht oder zusammengelegte Lerngruppen. Dadurch kann der Stundenplan vollständig aussehen, obwohl die Unterrichtsqualität und individuelle Förderung bereits leiden.

Was können Eltern konkret tun?

Sammle nachvollziehbare Daten über mehrere Wochen und richte konkrete Fragen an Klassenleitung, Schulleitung oder Elternvertretung. Frage nicht nur nach ausgefallenen Stunden, sondern auch nach fachfremdem Unterricht, offenen Stellen, gestrichener Förderung und langfristigen Vertretungslösungen.

Was jetzt zählt

Prüfe die Personalsituation deiner Schule anhand mehrerer Wochen statt anhand einzelner Ausfalltage. Wer vor einem Schulwechsel oder der Einschulung steht, sollte neben Schulprofil und Entfernung auch Vertretungskonzept, Förderangebote und personelle Kontinuität ansprechen; die wichtigsten Termine und Vorbereitungsschritte bündelt der Ratgeber zur Einschulung 2026.