In Ungarn hat sich in der Nacht zum Sonntag, dem 16. August 2026, ein schweres Busunglück mit einer polnischen Pilgergruppe ereignet. Auf der Autobahn M3 bei Mezőkeresztes kam ein Reisebus von der Fahrbahn ab, stürzte in einen Straßengraben und kippte um. Zwölf Menschen kamen ums Leben, alle 47 Überlebenden wurden verletzt, die monrose.de berichtet mit tagesschau.dе.
An Bord befanden sich insgesamt 59 Menschen, darunter 57 Passagiere und zwei Fahrer. Die Gruppe stammte aus dem südöstlichen Polen und befand sich auf der Rückreise von einer Pilgerfahrt aus Bosnien und Herzegowina. Als mögliche Ursache des Busunglücks in Ungarn prüfen die Ermittler derzeit, ob der Fahrer während der nächtlichen Fahrt eingeschlafen sein könnte.
Was auf der Autobahn M3 passiert ist
Der Unfall ereignete sich gegen 1 Uhr nachts auf der M3 im Osten Ungarns. Die Unglücksstelle liegt bei Mezőkeresztes, rund 140 Kilometer östlich von Budapest. Der Bus war in Richtung Nyíregyháza unterwegs, als er auf einem geraden Abschnitt die Fahrbahn verließ.

Das Fahrzeug geriet anschließend in den Straßengraben und kippte auf die Seite. Bilder vom Unfallort zeigten einen stark beschädigten Reisebus mit zerstörten Fenstern. Gepäck und persönliche Gegenstände der Reisenden lagen rund um das Fahrzeug verteilt.
Die Dimension des Unfalls wurde erst während der Rettungsarbeiten vollständig sichtbar. Mehrere Menschen konnten den umgestürzten Bus nicht aus eigener Kraft verlassen. Für die Einsatzkräfte entwickelte sich die Nacht zu einem Großeinsatz.
Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten mit zahlreichen Kräften an. Einige Insassen waren nach Angaben der Behörden im Fahrzeug beziehungsweise unter Teilen des umgestürzten Busses eingeschlossen. Die Verletzten wurden nach der Erstversorgung in Krankenhäuser gebracht.
Nach dem vorläufigen Ermittlungsstand der ungarischen Polizei dürfte der Fahrer während der Nachtfahrt am Steuer eingeschlafen sein.
Damit steht die endgültige Ursache des Busunfalls noch nicht fest. Die Ermittlungen müssen klären, wie es zum Abkommen von der Fahrbahn kam und welche Faktoren unmittelbar vor dem Unfall eine Rolle spielten.
Zwölf Tote und 47 Verletzte
Die Bilanz des Unglücks ist schwer. Zwölf Menschen starben. Von den 47 Überlebenden erlitten zehn schwere Verletzungen, wobei sich mindestens eine Person in lebensbedrohlichem Zustand befand. Weitere 37 Menschen wurden mit leichteren Verletzungen behandelt.
| Angaben zum Busunglück | Stand 16. August 2026 |
|---|---|
| Menschen im Bus | 59 |
| Passagiere | 57 |
| Fahrer | 2 |
| Todesopfer | 12 |
| Schwerverletzte | 10 |
| Leichtverletzte | 37 |
| Unfallort | M3 bei Mezőkeresztes |
| Zeitpunkt | gegen 01:00 Uhr |
Damit benötigten sämtliche Überlebenden medizinische Hilfe. Die Einsatzkräfte mussten gleichzeitig Verletzte versorgen, Personen aus dem Fahrzeug befreien und den Unfallort auf der Autobahn absichern.
Besonders schwierig waren die Arbeiten rund um den umgestürzten Bus. Das Fahrzeug lag seitlich im Straßengraben, wodurch einzelne Bereiche für die Helfer nur schwer erreichbar waren.
Pilgergruppe war auf dem Rückweg nach Polen
Bei den Passagieren handelte es sich um polnische Staatsbürger aus der Region Karpatenvorland im Südosten des Landes. Die Reisegruppe kehrte nach einer Pilgerfahrt aus Bosnien und Herzegowina nach Polen zurück.
Aktuellen Angaben zufolge hatte die Gruppe das katholische Pilgerziel Međugorje besucht. Der Ort im Süden von Bosnien und Herzegowina zieht regelmäßig Pilger aus Polen und anderen europäischen Ländern an. Die Rückfahrt führte durch Ungarn, wo der polnische Pilgerbus in der Nacht verunglückte.
Nach Bekanntwerden des Unglücks nahmen auch polnische Behörden Kontakt zu den ungarischen Stellen auf. Der polnische Konsulardienst koordinierte die Unterstützung für Betroffene und Angehörige und arbeitete mit den Behörden vor Ort zusammen.
Polens Präsident Karol Nawrocki äußerte tiefe Trauer über den Tod seiner Landsleute und sprach den Familien und Angehörigen sein Mitgefühl aus.
Auch Ungarns Regierungschef Péter Magyar kondolierte den Familien der Todesopfer und dankte den Rettungskräften für ihren Einsatz.
Fahrer festgenommen: Polizei untersucht möglichen Sekundenschlaf
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht derzeit der Fahrer, der den Unfall überlebte. Die ungarische Polizei nahm ihn nach dem Unglück in Gewahrsam.
Die ersten Erkenntnisse deuten nach Angaben der Ermittler darauf hin, dass er am Steuer eingeschlafen sein könnte. Entscheidend ist dabei die Formulierung „könnte“: Eine abschließend festgestellte Unfallursache lag am Sonntag zunächst nicht vor. Technische Untersuchungen am Bus, Aussagen der Überlebenden und weitere Ermittlungen müssen ein vollständiges Bild ergeben.
Für die Untersuchung sind unter anderem mehrere Punkte relevant:
- die Fahr- und Ruhezeiten der beiden Busfahrer,
- der Fahrerwechsel während der Reise,
- Geschwindigkeit und Fahrverlauf vor dem Unfall,
- mögliche technische Defekte am Reisebus,
- Straßen- und Wetterbedingungen zur Unfallzeit,
- Zeugenaussagen der überlebenden Passagiere.
Sekundenschlaf am Steuer gehört im Fernverkehr zu den besonders gefährlichen Szenarien. Schon ein kurzer Kontrollverlust kann bei Autobahngeschwindigkeit bedeuten, dass ein Fahrzeug eine erhebliche Strecke ohne bewusste Reaktion des Fahrers zurücklegt.
Bei einem Reisebus kommt zusätzlich das hohe Fahrzeuggewicht hinzu. Verlässt ein solcher Bus die Fahrbahn und gerät auf eine Böschung oder in einen Graben, können die Kräfte beim Umkippen erhebliche Schäden verursachen.

Der Ablauf des Unglücks im Überblick
Die bisher bekannten Informationen ergeben eine klare zeitliche Abfolge, auch wenn die Ermittlungen zur genauen Ursache noch laufen.
- Der Reisebus fährt mit 57 Passagieren und zwei Fahrern durch Ungarn.
- Die Pilgergruppe befindet sich auf der Rückreise aus Bosnien und Herzegowina nach Polen.
- Gegen 1 Uhr erreicht der Bus einen Abschnitt der Autobahn M3 bei Mezőkeresztes.
- Das Fahrzeug kommt auf einer geraden Strecke von der Fahrbahn ab.
- Der Reisebus gerät in einen Straßengraben und kippt um.
- Rettungskräfte beginnen mit der Bergung teilweise eingeschlossener Insassen.
- Zwölf Menschen können nur noch tot geborgen werden.
- Die 47 Überlebenden werden medizinisch versorgt.
- Die Polizei nimmt den überlebenden Fahrer in Gewahrsam und beginnt mit der Unfalluntersuchung.
Der Reisebus-Unfall auf der M3 führte zu umfangreichen Rettungs- und Bergungsarbeiten. Der betroffene Autobahnabschnitt musste während des Einsatzes gesichert und zeitweise für den Verkehr gesperrt werden.
Warum die Zahl 59 für die Unfallbilanz wichtig ist
Bei frühen Meldungen nach schweren Verkehrsunfällen unterscheiden sich Opferzahlen häufig, weil Rettungskräfte zunächst Menschen bergen und medizinisch einstufen müssen. Im Fall von Mezőkeresztes ergibt sich inzwischen ein weitgehend geschlossenes Bild.
Im Bus befanden sich 57 Passagiere sowie zwei Fahrer, insgesamt also 59 Menschen. Zwölf starben. Die übrigen 47 Personen wurden verletzt, davon 10 schwer und 37 leichter.
Damit blieb nach den bislang veröffentlichten Zahlen niemand an Bord körperlich unverletzt. Hinter diesen Zahlen stehen Familien, eine gemeinsame Pilgerreise und eine Rückfahrt, die wenige Stunden später in Polen hätte enden sollen. Stattdessen beschäftigt die Katastrophe nun Behörden in mindestens zwei Ländern.
Diese Aufteilung erklärt zugleich Unterschiede zwischen ersten Nachrichtenmeldungen, in denen teilweise nur von mindestens zehn Verletzten die Rede war. Spätere Angaben des Rettungsdienstes erfassten auch die Menschen mit leichteren Verletzungen.
Schwerstes Busunglück in Ungarn seit Jahren
Das Unglück bei Mezőkeresztes zählt zu den schwersten Verkehrskatastrophen in Ungarn seit vielen Jahren. Nach den am Sonntag verbreiteten Angaben handelt es sich um das schwerste Unglück dieser Art im Land seit 2003.
Damals war es an einem Bahnübergang zu einer Kollision zwischen einem Zug und einem deutschen Reisebus gekommen. 33 Menschen verloren ihr Leben.
Der aktuelle Unfall weist allerdings einen anderen Hergang auf. Bei Mezőkeresztes war nach dem bisherigen Ermittlungsstand kein anderes Fahrzeug unmittelbar an der Kollision beteiligt. Der Bus kam auf einem geraden Abschnitt selbst von der Autobahn ab.
Für die Ermittler ist deshalb entscheidend, was in den Sekunden unmittelbar vor dem Verlassen der Fahrbahn im Fahrerbereich und am Fahrzeug geschah.
Erst die Auswertung aller verfügbaren Spuren kann zeigen, ob Müdigkeit am Steuer tatsächlich die entscheidende Ursache war oder ob weitere Faktoren hinzukamen.
Was am 16. August 2026 feststeht
Zwölf Menschen sind bei dem Busunglück auf der M3 ums Leben gekommen. 47 Menschen überlebten verletzt, zehn von ihnen mit schweren Verletzungen. Der Reisebus transportierte eine polnische Pilgergruppe auf ihrer Rückreise aus Bosnien und Herzegowina.
Der Fahrer überlebte und wurde von der ungarischen Polizei festgenommen. Der Verdacht, dass er am Steuer eingeschlafen sein könnte, bildet einen zentralen Ansatz der Ermittlungen, ist aber noch kein abschließendes Untersuchungsergebnis. Die genaue Rekonstruktion des Busunfalls bei Mezőkeresztes muss nun klären, warum der Reisebus auf einem geraden Autobahnabschnitt von der Fahrbahn abkam.