Apple könnte mit seinem ersten faltbaren iPhone eines der ungewöhnlichsten Geräte der bisherigen iPhone-Geschichte vorstellen. Das als iPhone Ultra 2026 gehandelte Modell soll sich wie ein Buch öffnen lassen, besonders dünn ausfallen und mit einem Preis von mindestens 2.000 US-Dollar in einer neuen Preisklasse starten, die monrose.de berichtet mit giga.de.
Ausgerechnet bei einem solchen Premiumgerät könnten allerdings mehrere Funktionen fehlen, die bei klassischen Pro-iPhones längst erwartet werden. Gerüchte nennen unter anderem Face ID, eine Telekamera und den Action Button. Damit entsteht vor der erwarteten Vorstellung eine ungewöhnliche Frage: Bezahlt Apple den neuen Formfaktor mit technischen Kompromissen, die bei einem günstigeren iPhone 18 Pro gar nicht nötig sind?

Apples erstes Falt-iPhone soll mehr als 2.000 Dollar kosten
Apple hat den Markt für faltbare Smartphones über Jahre anderen Herstellern überlassen. Während Samsung, Google, Honor und weitere Marken bereits mehrere Generationen entsprechender Geräte angeboten haben, blieb das klassische iPhone bei seinem festen Display.
Mit dem ersten Foldable soll sich das ändern. Der erwartete Preis zeigt allerdings, dass Apple das Gerät offenbar nicht als gewöhnliche Erweiterung der Produktpalette positionieren will.
Für das faltbare iPhone werden Preise zwischen ungefähr 2.000 und 2.500 US-Dollar genannt. Schon die Einstiegsversion könnte damit deutlich oberhalb klassischer Pro-Modelle liegen und zum teuersten regulären iPhone werden, das Apple bislang angeboten hat.
Der Aufpreis würde sich vor allem durch die aufwendige Konstruktion erklären. Ein faltbares Display benötigt ein komplexes Scharnier, eine besonders robuste Konstruktion und eine interne Anordnung der Komponenten, die sich deutlich von einem normalen Smartphone unterscheidet.
Der hohe Preis allein wäre bei einer komplett neuen iPhone-Kategorie kaum überraschend. Ungewöhnlicher ist die Kombination aus Rekordpreis und möglichen Funktionsverlusten. Genau dieser Gegensatz dürfte nach der Vorstellung über die Attraktivität des Geräts entscheiden.
Das extrem dünne Gehäuse wird zum Platzproblem
Viele der gemeldeten Einschränkungen haben offenbar dieselbe Ursache: Platz.
Ein faltbares Smartphone besteht im geöffneten Zustand aus zwei sehr dünnen Gerätehälften. Apple soll gleichzeitig versuchen, ein möglichst schlankes Gehäuse zu bauen. Dadurch wird jeder Millimeter im Inneren wertvoll.
Akku, Prozessor, Kameras, Lautsprecher, Scharnier, Mobilfunktechnik und Sensoren müssen in einem Gehäuse untergebracht werden, das erheblich weniger Tiefe bietet als ein konventionelles Pro-iPhone. Bei Bauteilen wie einem Teleobjektiv oder der TrueDepth-Einheit für Face ID lässt sich die Bauhöhe nur begrenzt reduzieren.
Technikexperten sehen genau darin den schwierigsten Zielkonflikt bei Foldables: Je dünner beide Gerätehälften konstruiert werden, desto härter wird der Wettbewerb um den verfügbaren Innenraum.
Apple könnte daher Funktionen streichen, anstatt das faltbare Gerät dicker zu bauen. Für Käufer wäre das bemerkenswert, denn üblicherweise steht die höchste Preisklasse auch für die umfangreichste Ausstattung.
Kein Face ID: Touch ID könnte beim iPhone zurückkehren
Die auffälligste Änderung betrifft möglicherweise die biometrische Entsperrung. Das iPhone Ultra ohne Face ID soll nach bisherigen Berichten auf Apples TrueDepth-System verzichten.
Stattdessen könnte ein Fingerabdrucksensor in der seitlichen Taste integriert werden. Das Prinzip wäre von verschiedenen iPad-Modellen bekannt, bei denen Touch ID bereits im oberen beziehungsweise seitlichen Knopf sitzt.
Technisch wäre die Entscheidung nachvollziehbar. Face ID benötigt neben der normalen Frontkamera weitere Komponenten für die dreidimensionale Gesichtserkennung. In einem extrem dünnen Foldable benötigen diese Sensoren zusätzlichen Platz.
Touch ID wäre deshalb keineswegs eine Notlösung ohne Sicherheitsfunktion. Für ein mehr als 2.000 Dollar teures iPhone wäre der Verzicht auf Face ID trotzdem bemerkenswert, weil Apple die Gesichtserkennung seit Jahren als Standard seiner höherpreisigen Smartphones etabliert hat.
| Erwartete Funktion | iPhone Ultra | Klassisches Pro-iPhone |
|---|---|---|
| Biometrie | voraussichtlich Touch ID | Face ID |
| Rückkameras | wahrscheinlich zwei | drei bei Pro-Modellen |
| Teleobjektiv | wahrscheinlich nein | ja |
| Action Button | möglicherweise nein | vorhanden |
| Physischer SIM-Slot | voraussichtlich nein | abhängig vom Markt |
| Faltbares Display | ja | nein |
| Preis | etwa 2.000 bis 2.500 Dollar erwartet | deutlich darunter erwartet |
Bei der Kamera droht ein besonders sichtbarer Kompromiss
Noch stärker dürfte der Unterschied bei den Kameras auffallen. Das Foldable soll demnach lediglich zwei rückseitige Objektive erhalten.
Erwartet werden eine Weitwinkelkamera und eine Ultraweitwinkelkamera. Eine echte Telekamera für optischen Zoom soll dagegen fehlen.
Gerade für ein Gerät aus der obersten Preisklasse wäre das ungewöhnlich. Teleobjektive gehören zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen zwischen normalen iPhones und den Pro-Modellen. Sie ermöglichen Porträts aus größerer Entfernung und deutlich flexiblere Zoom-Aufnahmen, ohne ausschließlich auf digitale Ausschnitte angewiesen zu sein.
Die mögliche iPhone Ultra Kamera wäre damit nicht unbedingt schlecht ausgestattet. Sie könnte aber trotz deutlich höherem Kaufpreis weniger fotografische Flexibilität bieten als das parallel erwartete iPhone 18 Pro.
Für anspruchsvolle Smartphone-Fotografie könnte das klassische Pro-Modell dadurch die logischere Wahl bleiben, obwohl das Foldable wesentlich teurer sein dürfte.
Das ist mehr als eine theoretische Einschränkung. Ein fehlender Action Button lässt sich im Alltag leicht verschmerzen, eine nicht vorhandene Brennweite dagegen nicht per Software ersetzen.
Auch der Action Button könnte verschwinden
Seit Apple den frei belegbaren Action Button eingeführt hat, lassen sich damit unterschiedliche Funktionen schnell starten. Dazu gehören unter anderem Kamera, Taschenlampe, Fokusmodi oder Kurzbefehle.
Beim faltbaren Modell könnte diese Taste fehlen. Als Grund wird erneut die interne Konstruktion genannt.
Damit würde Apple ausgerechnet bei seinem teuersten Smartphone eine Hardwarefunktion entfernen, die auf anderen aktuellen iPhones verfügbar ist. Für die Bedienung wäre das kein gravierendes Problem, doch die Liste der kleinen Einschränkungen würde länger.
Nach bisherigem Gerüchtestand könnten folgende Funktionen betroffen sein:
- Face ID mit TrueDepth-Sensorik
- eine separate Telekamera
- der programmierbare Action Button
- ein physischer SIM-Kartenschacht
- möglicherweise mmWave-5G in bestimmten Regionen
Nicht jede dieser Angaben muss sich bei der Serienversion bestätigen. Erst die offizielle Vorstellung zeigt, welche Kompromisse tatsächlich im fertigen Gerät landen.
eSIM statt klassischer SIM-Karte
Beim iPhone Ultra Foldable wird außerdem mit einem vollständigen Wechsel zur eSIM gerechnet. Ein physischer Kartenschacht benötigt nicht nur die Öffnung im Rahmen, sondern auch zusätzlichen Platz im Inneren des Geräts.
Apple hat bereits gezeigt, dass das Unternehmen bei besonders platzkritischen Modellen bereit ist, auf klassische SIM-Karten zu verzichten. Beim Foldable wäre dieser Schritt deshalb wenig überraschend.
Für viele Nutzer in Märkten mit gut ausgebauter eSIM-Unterstützung ändert sich dadurch kaum etwas. Mobilfunkverträge lassen sich digital aktivieren, ohne eine Kunststoffkarte einzulegen.

Anders sieht es bei häufigen Auslandsreisen, kleinen Mobilfunkanbietern oder Regionen mit schwächerer eSIM-Verfügbarkeit aus. Dort kann eine physische SIM weiterhin praktischer sein.
Der Verzicht auf einen SIM-Slot spart nur wenig Raum, doch bei einem extrem dünnen Gerät zählt jedes Bauteil. Face-ID-Sensorik, Kameramodule und Mobilfunktechnik konkurrieren im Inneren um denselben begrenzten Platz. Deshalb können mehrere kleine Einsparungen zusammen entscheidend werden.
mmWave-5G könnte ebenfalls auf der Streichliste stehen
Ein weiterer möglicher Unterschied betrifft das Mobilfunkmodem. Apple arbeitet seit Jahren daran, mehr zentrale Komponenten eigener Geräte selbst zu entwickeln und die Abhängigkeit von externen Zulieferern zu reduzieren.
Beim Foldable könnte ein Apple-Modem zum Einsatz kommen. Sollte dieses bestimmte besonders schnelle mmWave-Frequenzen nicht unterstützen, wäre das vor allem für den US-Markt relevant.
In Deutschland und großen Teilen Europas wäre die Einschränkung wesentlich weniger spürbar. mmWave spielt hier im Alltag eine deutlich geringere Rolle als klassische 5G-Frequenzen.
Für ein internationales Premiumgerät bleibt es dennoch ein technischer Unterschied. Ein Smartphone, das möglicherweise 2.500 Dollar kostet, wird automatisch mit dem Anspruch konfrontiert, möglichst wenig Funktionen vermissen zu lassen.
Warum das iPhone Ultra trotzdem interessant werden könnte
Die Ausstattung lässt sich nicht allein anhand einer Liste fehlender Funktionen beurteilen. Der eigentliche Kaufgrund des Geräts wäre schließlich das faltbare Display.
Geschlossen soll das Smartphone kompakt nutzbar bleiben. Aufgeklappt würde eine wesentlich größere Arbeitsfläche entstehen, die eher an ein kleines Tablet erinnert. Nachrichten, Webseiten, Videos, Dokumente und mehrere App-Bereiche könnten davon profitieren.
Entscheidend wird außerdem sein, wie Apple iOS für das größere Display anpasst. Ein Foldable bietet nur dann einen echten Mehrwert, wenn Anwendungen den zusätzlichen Platz sinnvoll nutzen und der Wechsel zwischen Außen- und Innendisplay ohne störende Unterbrechungen funktioniert.
Hinzu kommt die Konstruktion des Scharniers. Bei bisherigen Foldables zählen sichtbare Falten im Display, Gewicht und Langzeitstabilität zu den wichtigsten Kritikpunkten. Apple dürfte besonders daran gemessen werden, ob die späte Markteinführung tatsächlich zu einer ausgereifteren Lösung führt.
iPhone Ultra oder iPhone 18 Pro: Für wen welches Modell interessanter wäre
Sollten sich die derzeitigen Angaben bestätigen, würden beide Geräte unterschiedliche Prioritäten setzen.
Das iPhone 18 Pro wäre voraussichtlich die Wahl für Nutzer, die möglichst vollständige klassische Smartphone-Hardware suchen. Dazu gehören Face ID, mehrere Kamerabrennweiten und etablierte Bedienelemente.
Das Foldable würde dagegen ein völlig neues Nutzungskonzept bieten. Der Mehrpreis wäre dann weniger als Aufpreis für „mehr von allem“ zu verstehen, sondern für das faltbare Display und die dafür notwendige Konstruktion.
Der Vergleich könnte ungefähr so aussehen:
- Für Fotografie dürfte das Pro-Modell durch die Telekamera flexibler bleiben.
- Für mobiles Multitasking hätte das Foldable durch sein großes Innendisplay Vorteile.
- Beim Entsperren könnte das Pro bei Face ID bleiben, während das Ultra auf Touch ID setzt.
- Beim Preis dürfte das Foldable mit großem Abstand an der Spitze stehen.
- Für Käufer, die eine komplett neue Geräteklasse ausprobieren möchten, wäre das Ultra trotzdem das interessantere Produkt.
Damit verändert sich auch die Bedeutung des Namens „Ultra“. Sollte Apple diese Bezeichnung tatsächlich verwenden, würde sie nicht zwingend für die beste Ausstattung in jeder einzelnen Kategorie stehen.
Der Preis wird Apples größtes Erklärungsproblem
Zwischen 2.000 und 2.500 Dollar für ein Smartphone sind selbst im Premiumsegment eine hohe Hürde. Bei diesem Preis erwarten Käufer normalerweise nicht nur eine neue Bauform, sondern auch eine Ausstattung ohne offensichtliche Lücken.
Genau hier liegt das Risiko. Ein faltbares Display ist teuer und technisch anspruchsvoll, doch ein fehlendes Teleobjektiv oder Face ID lässt sich für Verbraucher leichter wahrnehmen als die komplexe Konstruktion im Inneren.
Auf der anderen Seite richtet sich die erste Generation eines solchen Geräts vermutlich nicht an den Massenmarkt. Frühe Käufer neuer Produktkategorien akzeptieren häufig höhere Preise, wenn sie dafür eine Funktion erhalten, die bei bisherigen Geräten nicht verfügbar war.
Der entscheidende Wert des ersten faltbaren iPhones dürfte deshalb nicht darin liegen, jedes Pro-Feature zu besitzen, sondern Smartphone und kleines Tablet in einem Gerät zu verbinden.
Wie überzeugend diese Rechnung tatsächlich ausfällt, hängt von Details ab, die Gerüchte nicht beantworten können: Gewicht, Akkulaufzeit, Haltbarkeit des Scharniers, Qualität des Faltbildschirms und die Software für zwei unterschiedliche Displaygrößen.
Die Vorstellung könnte schon am 9. September erfolgen
Die Präsentation des ersten faltbaren iPhones wird für den 9. September erwartet. Dann dürfte sich zeigen, welche der zahlreichen Berichte über Ausstattung und Preis tatsächlich zutreffen.
Besonders genau wird auf die Produktpositionierung zu achten sein. Sollte Apple das Gerät tatsächlich oberhalb der iPhone-18-Pro-Reihe platzieren, gleichzeitig aber Face ID, Telekamera und Action Button streichen, müsste der Hersteller den Aufpreis fast vollständig über Display, Konstruktion und neue Nutzungsmöglichkeiten rechtfertigen.
Bis zur offiziellen Vorstellung bleibt auch der Name offen. „iPhone Ultra“ ist bislang eine erwartete Bezeichnung und keine in diesem Zusammenhang bestätigte Produktbezeichnung.
Das erste faltbare iPhone könnte damit eines der spannendsten, aber zugleich widersprüchlichsten Apple-Produkte der letzten Jahre werden: technisch aufwendig, extrem teuer und dennoch möglicherweise nicht so vollständig ausgestattet wie ein klassisches Pro-Modell. Ob ein großes faltbares Display den erwarteten Preis von mindestens 2.000 Dollar rechtfertigt, entscheidet sich weniger an der Zahl der gestrichenen Funktionen als daran, ob Apple mit dem neuen Formfaktor im Alltag einen Nutzen schafft, den ein normales iPhone nicht bieten kann.